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University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
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Dieses Kapitel
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05.06.2011 1.230
 
Arthur

Diese Idioten. Ein Kilt war kein Rock. Als ob er jemals einen Rock anziehen würde! Pfft! Ungebildetete Flegel! Und Scott dachte anscheinend dasselbe, hatte aber wohl auch verstanden, dass es sinnlos war, gegen manchen Sachen anzureden. Vor allem, wenn es Gilbert war. Zu seiner Überraschung verteidigte Antonio ihn und den Kilt...dass Francis auch etwas in der Art sagte, bemerkte er kaum. Er fühlte nur eine gewisse Verbundenheit dem Spanier gegenüber, einfach weil er sich für etwas derartiges einsetzte, auch wenn es eigentlich nichtig war. Sie redeten noch eine Weile, damit sie Zeit für sich hätten und sich auch vorbereiten konnten. Scott hatte seine Sachen schon aus dem Schrank geholt und Arthur hingelegt.

Er bekam nichts von der Diskussion auf dem Flur mit, sondern las etwas und begann dann sich auf das Fest vorzubereiten. Er wickelte sich seinen Kilt um, und vergaß auch die Kleinigkeiten nicht...die Hoses, Flashes, Brogues, den Belt und den Buckle, der Sporran und natürlich auch der Sgian Dubh. Hoses streifte er sich über, spannte die Flashes mit hinein und den Belt und den Buckle schlang er um seine Hüfte...Den Sporran, den Geldbeutel, packte er sich an die Seite und den Sgian Dubh, das Strumpfmesser ließ er in diesen hinein gleiten. Auf Unterwäsche verzichtete er...er trug seinen Kilt wie ein echter Schotte, auch wenn er keiner war.
Ein Blick in den Spiegel, ein zufriedenes Nicken und er trat in den Flur. Es war nun etwa 3 und in einer halben Stunde wollten sie sich alle unten treffen. Arthur schloss die Tür hinter sich und bemerkte dann den Spanier, der an der Wand lehnte.
Ohne weiter nachzudenken, trat er zu ihm.

„Alles okay? Du siehst aus, als wäre irgendetwas passiert?“, fragte er und verschränkte die Arme.
„Sí. Es ist alles okay...“, sagte dieser nur und versuchte sich an einem Lächeln, welches ihm irgendwie misslang.
„Sicher?“, zog Arthur eine Augenbraue hoch.
„Sí....“, nickte Antonio und löste sich von der Wand. Dann erst musterte er ihn und blinzelte, sein Blick wurde doch schon ein wenig bewundernd. „Du siehst gut aus“, stellte er dann fest.
„Ich weiß“, grinste Arthur dann nur frech. „Natürlich sehe ich gut aus. Und wenn du reden musst...du weißt ja, wo mein Zimmer ist“, damit drehte er sich um und ging hinab, wo sein Bruder schon wartete.

Unten wartete Scott schon, rauchte eine seiner Zigaretten, während er es sich einen Stuhl – Thron traf es besser – bequem gemacht hatte. Arthur blieb neben ihm stehen und lehnte sich an die hohe Lehne  des Throns. Scott grinste einen Moment, hob dann in einem Augenblick, wo sein Bruder nicht aufpasste, den Kilt. Arthur errötete dann prompt und schlug seine Hand weg, drückte den Stoff herunter.
„Was...was sollte das!?“
„Ich musste doch prüfen, ob du dein Kilt richtig trägst.“
„Scott!“
„Nein, ich meine es ernst. Es geht immerhin um unsere Familienehre.“
„Ja. Total“, bemerkte Arthur nur trocken. Die Röte verschwand langsam. Hoffentlich kam keiner der anderen auf die bescheuerte Idee wie Scott. Am wenigsten Francis, dieser Perversling...
Und wenn man vom Teufel sprach: Besagte Personen kamen die Treppe herunter. Darunter auch Antonio und Francis, und Gilbert. Der Rest trottete nach.
„Ey, awesome. Du trägst einen Kilt?“, fragte Gilbert begeistert. „Das sieht ja geil aus. Ludwig, ich will auch einen!“
„Was trägst du denn darunter?“, mischte sich Alfred ein.
„Siehst du doch...Socken und Schuhe“, entgegnete Arthur trocken. Scott grinste breit. Er wusste, von wem Arthur sich diese Sätze abgeguckt hatte. Mit ein bisschen Übung wäre er sicher ein recht guter Schotte geworden. Aber der Tee hatte ihn leider verdorben...Scott erhob sich dann und sah in die Runde. „Wenn wir vollzählig sind, lass uns gehen.“
Und so gingen sie – zu Fuß. Scott voran, zusammen mit Arthur, der sich dann aber nach hinten fallen ließ. Francis machte ihm seltsamerweise einige Komplimente, für die Arthur sich zwar verwundert bedankte oder ignorierte, aber kaum mehr hineininterpretierte. Er verweilte da lieber bei Antonio, auch wenn es nur eine kurze Wegstrecke war.

Angekommen sah man schon das Treiben. Essensstände, Schmuckstände, eine kleine extra aufgebaute Taverne und ein Lagerfeuer, welches nachher brennen würde. Im Hintergrund spielte Musik – Dudelsack und Geige. Arthurs Laune wurde besser und dieses Kribbeln im Magen – dieses Gefühl der Aufregung nahm zu. Es war schon zu lange her, dass er bei solch einer Aktion mitgemacht hat. Scott begrüßte einige Bekannte, dann sammelten sie sich, machten einen Zeit- und einen Treffpunkt aus, da man sich auch irgendwo alleine umsehen wollte.
Ludwig und Gilbert verschwanden zusammen, Ned machte sich im Alleingang auf den Weg und Alfred war bereits verschwunden, hatte sich von irgendetwas mitreißen lassen.
Blieben noch Francis, Antonio und er...denn Scott würde sich noch eine Weile unterhalten und da wollte man sich nicht einmischen. Arthur verabredete sich nachher für die Taverne mit ihm und zusammen mit einem Franzosen und einem Spanier erkundete er nun das Gelände, welches sich als größer entpuppte als erwartet. Dabei war dieser Franzose so verdammt nett zu ihm...(es fiel ihm erstaunlich spät ein). Er beschloss, Francis zur Rede zu stellen, aber nur, wenn sie alleine wären - das war doch nicht normal!! Als Antonio auf Toilette musste, ergab sich endlich eine Gelegenheit. Arthur verschränkte die Arme und lehnte gegen eine Wand. Doch wie ansetzen? Am besten direkt.

„Was willst du von mir?“, fragte er direkt und sah den Blonden herausfordernd an.
„...Wie kommst du darauf, dass ich etwas wollen würde“, gab sich dieser verwundert.
„Du bist nie ohne Grund nett zu mir, Francis“, erwiderte Arthur nur. „Also, was willst du?“
„Darf ich nicht nett zu dir sein!?“, entrüstete sich der Franzose. „Bin ich so ein schlechter Mensch?“
„Natürlich darfst du. Aber wenn du seit Jahren Witze über mich reißt und kein nettes Wort zu verlieren hast, fällt es schon auf, wenn du auf einmal damit aufhörst“, erklärte der Engländer.
„Très bien. Du hast gewonnen“, seufzte Francis und lächelte sein bestes Lächeln. Irgendetwas plante er doch... „Ich habe nur festgestellt, dass du doch attraktiv bist und liebenswerte Eigenschaften hast.“

„Und deswegen machst du mich an und....nimm deine Hand von meinem Hintern, Wanker!“
„Ja, genau deswegen mache ich dich an.“
Es war seltsam. Er wusste, dass Francis ein Perversling war, es mit Männlein und Weiblein trieb und dass...wenn etwas laufen würde, es eine einmalige Sache bleiben würde. Und obwohl er nicht in einer Beziehung sprach, er nichts gegen guten Sex hatte, weigerte sich etwas in ihm doch irgendwo... und dachte dabei Antonio.
Verdammt noch mal, was war denn bitte los, dass er nur wegen Antonio mit niemandem anderen eine Affäre oder dergleichen haben konnte! Nein. Es würde sich selbst beweisen, dass Antonio nur ein guter Freund war.

„Du weißt, dass ich dir die 'Ich meine es ernst' – Nummer nicht abkaufe, oder?“, fuhr er fort und wusste mit jedem Wort, dass er sich ziemlich in die Scheiße ritt. Doch es gab kein Zurück. Er war ein Sturkopf.
„Ich hätte es wissen müssen...“, lächelte der Franzose. „Du hast Recht. Ich bin nur auf eines aus...“
Die nächsten Worte besiegelten sein Schicksal. „Okay. Why not?“, zuckte Arthur mit den Schultern. „Ich habe ja niemanden, mit dem ich zusammen bin. Ich betrüge niemanden. Was spricht also dagegen?“
Nein natürlich nicht. Doch. Einen vielleicht. Aber nur vielleicht. Ein Pfeil durchstach sein Herz, als er an Antonio dachte. Aber wieso? Wieso murmelte er im Inneren seines Kopfes dauernd eine Entschuldigung?





Wir hoffen, euch eieder freude bereitet zu haben!
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