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University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
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Dieses Kapitel
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05.06.2011 785
 
Antonio

Er hatte nicht schlafen können. Lange schon hatte er wach gelegen. Er hatte an ihn gedacht. An den Engländer. Es musste mittlerweile nach elf sein. Am liebsten hätte er sich unruhig hin und her gewälzt oder tief geschlafen, oder vielleicht wäre er auch gern aufgestanden und zu Arthur gegangen. Doch nichts davon war möglich gewesen. Er hatte einfach dagelegen, in seinem Bett, als wenn er schliefe. Doch er war hellwach gewesen. Auch, wenn er versucht hatte, sich zu entspannen, Schlaf zu finden. Und nun war ihm Schlaf gänzlich undenkbar, denn seine Tür hatte sich geöffnet, jemanden hinein gelassen und sich wieder verschlossen. Und dieser Jemand war zu seinem Bett gegangen und hatte sich zu ihm, den er wohl schlafend gewähnt hatte, gelegt.

Er hatte so getan, als schliefe er, als wäre er gerade erwacht, als er den Jemand erkannt hatte. Arthur. Und nun lagen sie eng umschlungen in seinem Bett. Er hatte den Arm um ihn  gelegt und den Briten zu sich gezogen. Als wäre er noch im Halbschlaf. Und nun spürte er seine Wärme. Und fühlte sich geborgen. Schlagartig hatte er das Gefühl, schlafen zu können. Sehr gut sogar. Mit ihm in seinen Armen. Er rückte noch etwas näher an den Blonden heran und schmiegte sich an ihn. Warum war er hier? Interessierte es ihn überhaupt? Wichtig war doch, DASS er hier war. Das Warum war doch egal. Weil er ihn nun bei sich hatte, weil er seine Wärme spürte.

Er schmiegte sich eng an den warmen Körper. Dabei atmete er den vertrauten Duft des Engländers ein. Ihm war warm. Er war glücklich. Der Blonde war bei ihm. Er lag neben ihm. Sie umarmten sich. Noch nie hatte er so gefühlt und er wusste nun ganz gewiss, dass er ihn liebte. Ja, er liebte Arthur. Und nein, er würde es ihm nicht sagen. Noch immer nicht. Denn wenn er diese drei Worte sagen würde, könnte alles zwischen ihnen aus sein. Das Bisschen, das sie nun verband, wollte er um nichts in der Welt zerstören. Auch, wenn er ihn liebte und diese Worte immer wieder auf seiner Zunge brannten. Er musste sie schlucken, um zu wahren, was sie hatten.

So schlief er ein. Mit dem Briten neben sich. Und er träumte einen verhängnisvollen Traum.

Im Traum rannte er. Er wollte zu Arthur. Ihm sagen, dass er ihn liebte, denn er war in Gefahr. In tödlicher Gefahr. Er fürchtete, sein Brite würde sterben. So wollte er ihm jene letzten Worte mit auf den Weg geben. Doch er kam nicht von der stelle. Nur wenige hundert Meter war er entfernt vom Bett seines Liebsten. Er rannte schneller, die Luft brannte in seinen Lungen, doch er nährte sich keinen Millimeter. Er steckte fest. Dabei wollte er zu ihm. Zu Arthur. Bei ihm sein.

Dann änderte sich die Szenerie. Sie waren auf einer Wiese. Er und Arthur. Und Francis. Er stand neben den beiden, doch er konnte sich nicht rühren. Er war erstarrt, zu einem Fels geworden. Er war da, doch er konnte nichts tun. Nicht einmal schreien konnte er, sich empören, weinen, als sich die beiden küssten. Dabei wollte er es. Schreien. Francis von ihm wegzerren. Ihn verprügeln. Weinen. Leiden.Arthur sagen, wie sehr es ihm weh tat. Doch er war ein Fels. Er konnte nichts tun. Er konnte nur sehen, beobachten. Nicht einmal abwenden konnte er sich, denn er war massiv. Er litt, während sein Liebster einen anderen liebte. Und er konnte nichts tun. Denn sie waren kein Paar. Er war nur ein Fels.

Der Fels löste sich auf, er löste sich auf. Alles verschwand. Und als es wieder sichtbar wurde, war er noch immer im Traum. Er fühlte sich leicht, schien zu schweben. Und da war Arthur. Ohne Francis. Ganz allein. In einem übergroßen Kinderzimmer spielte er mit Holzsoldaten. Er schwebte über ihm. Sah den erwachsenen Arthur in diesem Raum spielen und es kam ihm so absurd vor. Doch er sah ihm zu, bis dieser aufblickte. Und er sah, dass der Blonde weinte. Er aß allein in diesem großen, vollgestopften bunten Raum und weinte. Da waren so viele Dinge, so viele Spielsachen, und doch war der junge Mann einsam.

Ihn rührte das Bild zu Tränen und gleichzeitig schmerze es ihn, wie selten etwas zu vor. Arthur war einsam. Und er konnte nichts tun. Er war da, doch er, Antonio, war nicht Teil des Geschehens. Er stand über der Situation. Unfähig einzugreifen, musste er den Jungen weinen lassen. „Arthur!“, rief er, doch der Blonde reagierte nicht. Immer wieder rief er seinen Namen, versuchte ihn zu berühren, doch war er ein Geist. Er konnte den Mann nicht fassen.

Und dann wachte er auf. Und hatte Tränen in den Augen.









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