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University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
05.06.2011 1.046
 
Arthur

Zu Beginn war es eine seltsame Stimmung gewesen, die das Esszimmer in Schweigen getaucht hatte. Wirklich eine seltsame Stimmung...irgendwie bedrückend. So bedrückend, dass er hatte fliehen wollen. Sie hatten sich nur angesehen, aber Scott, sein idiotischer großer Bruder, hatte sie gezwungen, zu reden und ihm geboten, zu bleiben. Arthur hätte nicht darauf Rücksicht nehmen müssen, und doch hatte er es getan...er hatte sie also gezwungen, zu reden. Und sie hatten geredet. Und wie sie geredet hatten....kraftlos. Mutlos. Als sei es alles vorbei....das war es gewesen, zumindest hatte Arthur das gedacht. Aber anscheinend war das nicht der Fall....ob Antonio gemerkt hatte, dass er geweint hatte? Hoffentlich nicht. Arthur hasste es Gefühle zu zeigen. Gefühle zu zeigen bedeutete Schwäche...man öffnete sich den anderen und wurde so verwundbar...und Menschen liebten es, in fremden Wunden zu stochern. Zumindest hatten es die Menschen getan, die er gekannt hatte. Keine nette Erfahrung....

Antonio hatte zwar die ganze Zeit gesagt, dass er ihm wichtig wäre. Dass er Schuldgefühle hatte. Arthur hatte es zuerst nicht glauben wollen...er hatte gedacht, Antonio würde sich nur das zurückholen wollen, was er vorher gehabt hatte. Sein...Spielzeug, oder wie auch immer man ihn nennen wollte. Aber als der Spanier ihn in den Arm genommen hatte und ihm jene Worte ins Ohr geflüstert hatten, konnte er nicht anders. Er hatte geweint.
Er hatte sich damit abgefunden, diesen Körper nie wieder zu spüren, diese Hand nie wieder durch seine Haare streichen zu fühlen und diesen Duft nie wieder zu erschnuppern...er hatte sich so sehr damit abgefunden, dass ihm erst jetzt bewusst geworden war, wie sehr er das alles vermisst hätte. Er wollte die Nähe des anderen spüren...er wollte den anderen bei sich haben. Warum fiel ihm das ganze auch erst jetzt auf? Arthur überkam das Bedürfnis, sich erneut auszuweinen, aber zum Einen war Scott da, und zum anderen hatte er an dem Tag zumindest keine Tränen mehr....so hatte er sich losgerissen und wollte nun nur einfach in seinem Zimmer verschwinden. Vorher aber sprang er unter die Dusche und versuchte sich darüber klar zu werden, was genau er für den Spanier empfand.

Dass er ihn mochte, war keine Frage. Sonst hätte er nicht so gelitten...aber wie sehr mochte er ihn? Dass er ihm wichtig war, war auch keine Frage. Arthur hatte auch nie wirklich enge Freunde gehabt, um zu beurteilen, ob da mehr sein könnte. Seine Beziehungen waren schon etwas her und beruhten allesamt auf Schwärmereien...er hatte sich vom Schein blenden lassen. Aber Antonio kannte er...und auch seine Macken..zum Beispiel, dass er Spanier immer die Zahnpaste offen ließ, und dass er ständig seine Wäsche herumliegen ließ, auch dass er gerne mal seine häuslichen Pflichten vergaß und auf den letzten Drücker machte. Alles das, was Arthur als Ordnungsfanatiker nicht mochte. Das komplette Gegenteil. Und doch mochte er den Spanier. Das musste doch etwas bedeuten? Arthur seufzte auf....wenn er bloß jemanden hätte, mit dem er darüber reden könnte. Gut, er hatte Scott, aber mit Scott darüber reden? Um Gottes Willen....nein. Mit Antonio? Nein. Francis? Im Moment war er auf den Franzosen nicht besonders gut zu sprechen, was an sich nicht besonders verwunderlich war. Alfred hatte davon keine Ahnung und Ned....der würde eh wieder breit sein und nichts verstehen. Oder er würde sich dafür einfach nicht interessieren. Arthur musste es wohl einsehen: Mit seinem Problem und der Suche nach der Antwort auf seine Frage musste er wohl alleine klar kommen.

So stieg er aus der Dusche, huschte in sein Zimmer und zog sich seine Schlafsachen an. Boxershorts und T-Shirt. Das Übliche. Damit kuschelte er sich mit einem Buch in sein Bett und las eine Weile, auch wenn seine Gedanken immer wieder zu Antonio wanderten.
Da war etwas in seinen Gedanken, was sich Arthur strikt zu denken weigerte.
Konnte er....nein. Das war unmöglich. Er liebte den anderen nicht. Oder? Andererseits bedeutete ihm Antonio schon eine Menge. Es könnte aber auch daran liegen, dass er im Grunde sein erster bester Freund war...ach verdammt. Es war zum Haare raufen!
Arthur klappte sein Buch zu, verstaute es in seinem Nachtschrank und knipste das Licht aus. Und selbst dann konnte er nicht schlafen. Etwas fehlte....und außerdem wünschte er sich den anderen gerade herbei. Schon seltsam. Das klang nicht nur nach ´Freunde´....

Arthur beschloss einfach, mit dem Denken aufzuhören. Genau. Er würde einfach das machen, was ihm in den Sinn kam. Und genau deswegen trat er aus der Tür, mit Kissen und Decke unter dem Arm geklemmt. Er sah nicht einmal auf die Uhr, aber das spielte keine Rolle. Es war spät, ob es jetzt Mitternacht oder 10 Minuten vor Mitternacht war oder 22 Uhr. Wahrscheinlich schlief der andere schon...aber das war egal. Es war alles egal. Nur eines nicht: Dieser leere Platz neben sich, der beseitigt werden musste. So kam er bei Antonios Tür an, öffnete diese leise. Tatsächlich. Es war dunkel und in dem großen Bett lag der Spanier, eingekuschelt in seine Decke. Ob er wach war?

Egal. Und wecken wollte er ihn auch nicht....Hochrot platzierte er sein Kissen auf das Bett, hievte die Decke darauf und war einfach zu stur, um seinen Verstand nachzugeben. Er setzte sich langsam hin, kuschelte sich in seine Decke und augenblicklich machte sich ein wohliges Gefühl in ihm breit. Fort war diese Leere, diese Einsamkeit....
„Como.....?“, kam es von dem anderen schläfrig, der nun doch wach geworden war und sich umdrehte. „...Arthur...?“
„Frag nicht und schlaf weiter, Wanker“, sagte Arthur nur und schloss seine Augen.
„Was machst du hier?“, rieb der andere sich die Augen, war aber wohl immer noch müde.
„Ich habe etwas gesagt....“, zog Arthur seine Beine an. Ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, hierher zu kommen?
„Si...Si...meinetwegen....“, murmelte der andere, konnte vor Müdigkeit wohl kaum denken...anders konnte sich Arthur nicht erklären, warum der andere die Arme um ihn schlang und sich an ihn kuschelte. „Schlaf gut....Arthur....“
„Aye....du auch, Antonio“, murmelte Arthur. Es fühlte sich schön so an. Er fühlte sich geborgen, behütet...beschützt...und geliebt. Und mit den Gedanken fiel er in einen tiefen und zufriedenen Schlaf...ihm war gar nicht aufgefallen, dass er wohl zum aller ersten Mal selbst die Nähe des anderen gesucht hatte...
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