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University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
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Dieses Kapitel
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05.06.2011 1.167
 
Antonio

Er war auf sein Zimmer gegangen, nachdem er mit Francis geschimpft hatte. Dort hatte er sich aufs Bett geschmissen und sich selbst verflucht. Er hätte es ihm ausreden sollen. Er hätte Francis richtig zusammenfalten sollen. Doch er hatte es nicht getan. Er hatte gerade einmal widersprochen. Und er war sich schlecht vorgekommen. Er hatte Arthur nicht verletzen wollen. Ach, hätte er ihn nur härter verteidigt, ihn in Schutz genommen. Wäre er doch bloß auf die Liebenswürdigkeit des Engländers eingegangen. Doch das war er nicht. Er hatte alles falsch gemacht. Er hatte ihm die Freundschaft versagt, sich selbst um seine Liebe betrogen, ihn praktisch verleugnet. Da hätte er nicht tun dürfen.

Und nun stand er im Eingang zum Speisesaal, noch immer von Selbstvorwürfen gequält, und wagte es kaum, Arthur in die Augen zu sehen. Doch er musste. Und so bemerkte er den Schatten, der sich mit seinem Eintreten über sie gelegt hatte. Er bereute, was er getan hatte. Er hätte Francis doch schlagen sollen. Er hätte nicht nur mit ihm reden sollen. Nicht erst im Nachhinein. Er hätte ihn sofort anschreien sollen. Ihm sagen sollen, wie toll Arthur war, auch wenn er nicht kochen konnte. Wie liebevoll er sein konnte und wie leidenschaftlich. Er hätte widersprechen müssen. Er bereute. Jetzt bereute er, was er nicht getan hatte.

Er stand da, ohne sich zu rühren.er sah dem Briten einfach nur in die Augen. Eigentlich hatte er sich nur etwas zu Essen holen wollen, wohl wissend, dass die anderen schon gegessen hatten. Doch nun saß Arthur dort am Tisch. Mit seinem Bruder. Sie sahen sich an. Schweigend. Keiner von ihnen wagte es, den Blickkontakt zu unterbrechen. Die Stille zwischen ihnen war unerträglich. So unerträglich, dass Scott aufsprang, seinem Bruder auf die Schulter schlug und den Gast lautstark zum Tisch bat.

Antonio folgte, ohne aber die Stille zu durchbrechen. Er setzte sich dem Engländer gegenüber und sah ihn weiter schuldvoll an. Dann kam Bewegung in sein Gegenüber. Es wollte sich erheben. Doch Scott legte ihm, die Hand auf die Schulter. Arthur blieb sitzen. Der Schotte löschte seine Zigarette und sah ernst vom einen zum anderen.
„Ich möchte gar nicht wissen, was zwischen euch ist, aber so kann das nicht weiter gehen...Sprecht euch gefälligst aus, fools“, brummte er.
„Es gibt nichts zu reden, Brother“, sagte Arthur leise. Seine Stimme klang merkwürdig brüchig. Hatte er etwa geweint? Der Spanier schwieg. Schuldgefühle plagten ihn.

„Ich...Doch...Das gibt es...“, hauchte er dann betroffen. Hasste der Engländer ihn jetzt wirklich? Wenn ja, dann wollte er es zumindest sagen, für seine Unfähigkeit gerade stehen, um zurecht gehasst zu werden. Nein, seine Liebe wollte er nicht gestehen, sie war ein Geheimnis, doch zumindest seine Freundschaft, seine ehrliche Zuneigung wollte er bekennen. Auch auf die Gefahr hin, verletzt zu werden. Auf die Gefahr hin, verlassen zu werden. Dass sein Feuer erstickt würde, dass er zurückgewiesen würde. Er wollte es sagen. Er wollte aufrichtig sein. Noch nie zuvor hatte er so für einen Menschen gefühlt, wie für Arthur. Noch nie hatte er so geliebt. Es waren Frauen an ihm vorüber gegangen, doch nie hatte er so empfunden. Stets waren sie es, die ihn wollten, ihn verließen, wenn sie ihn nicht mehr wollten. Aber Arthur war anders. Er war sein Erster. Der erste Mensch, für den er wahres Feuer empfand.

„Was gibt es denn noch zu reden?“, murmelte der Blonde.
„Viel“
„Willst du mir jetzt auf den Kopf zu sagen, wie egal ich dir bin?“
„Würde ich jedes mal vor Schuldbewusstsein vergehen, wenn du mir egal wärst?“
„Du willst also sein Gewissen erleichtern?“
„Nein. Ich will ehrlich zu dir sein“
„Ich weiß es doch längst. Ich weiß, was du von mir denkst, Antonio...“
„Das weißt du nicht...“

„Ich bin nutzlos, launisch, verrückt, ein Freak und habe eh keine Freunde, oder? Das denkst du von mir. Ich bin nur eine kleine Abwechslung für dich, oder?“
„Du weißt nichts...Sonst würdest du nicht so schlecht von dir selber reden“
„Was gibt es denn zu wissen? Was magst du noch nicht an mir? Dass ich labil bin?“
Sie schrien nicht, sie stritten nicht. Sie redeten nur. Kraftlos und müde. Das machte Antonio Angst. Lieber wäre es ihm gewesen, sie hätten sich angebrüllt, sich alles an den Kopf geworfen, sich gehasst, nur für den Moment, doch so war es unerträglich. Er konnte nicht schreien. Gern hätte er es getan. Doch ihm versagte die Stimme.

„Ich...Du bist nicht labil...Na gut, etwas vielleicht, aber das stört mich nicht, Arthur“
„Was dann? Was ist es dann, Antonio? Warum gibst du dich mit mir ab? Warum lässt du mich nicht einfach allein, so, wie alle?“
„Weil ich es nicht will“
„Willst du mich etwa noch weiter fertig machen? Ich weiß doch, was du denkst...Dir macht es auch noch Spaß, mich leiden zu lassen“
Ein Stuhl fiel zu Boden. Er hatte ihn umgestoßen, als er sich erhoben hatte. Er tat einen Schritt. Und noch einen. Dann stand er neben dem Engländer. Dieser regte sich nicht. Aber in seinen Augen schimmerte Resignation. Er riss ihn zu sich, vom Stuhl herunter, in seine Arme.

„Nein, Arthur...Ich kann dich nicht leiden sehen...Du verstehst mich völlig falsch...“, es war ihm egal, dass Scott neben ihnen saß. Es war ihm egal, dass dieser sie, eine Zigarette entzündend, beobachtete. Er drückte ihn sanft an sich. Und strich ihm durchs Haar. Er wollte nicht, dass Arthur aufgab. Er wollte ihn nicht leiden sehen. Er wollte, dass er glücklich war.
„Lass mich los..Lass mich gehen, Antonio...“
„Nein...“
„Ich will nicht mehr...Lass mich“
„Das würde ich..Wenn du mir egal wärst, Arthur...Aber das bist du nicht...“
„Lüg nicht...“, halbherzig versuchte der Blonde, ihn von sich zu schieben.

„Ich lüge nicht...Du bist mir wirklich wichtig, Arthur. Du bist der wichtigste Freund, den ich jemals hatte...Bitte, geh nicht. Ich werde dich nicht loslassen...Bitte bleib“, flüsterte der Spanier so leise, dass nur derjenige es hörte, für den es bestimmt war.
„Idiot! Lass mich los!“, rief Arthur plötzlich und schob ihn voller Vehemenz von sich. Er blickte ihn trotzig an. „Wie kommst du darauf, dass ich einfach gehe? Stupid! Mach dich nicht lächerlich!“, er wandte sich um. „Ich gehe. Dass kann sich doch kein Mensch antun! So viel Gefühlsduselei!“, er stürmte zur Tür. „Wir sehen uns morgen auf dem Fest. Wehe du verschläfst, Wanker“, und damit war er verschwunden.

Antonio blickte ihm nach, dann fuhr er mit den Fingern zu seinem Schlüsselbein, dorthin, wo kurz zuvor noch Arthurs Gesicht gelegen hatte. Und ein kleines Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Dort nämlich, wo er seine Fingerspitzen hinführte, war ein kleiner feuchter Fleck zurück geblieben. Arthur hatte also geweint. Nur einen Moment. Er hatte seine Gefühle gezeigt.
Der Spanier wandte seinen Blick zu Scott. Dieser rauchte immer noch. Oder schon wieder?
„Pass gefälligst auf ihn auf, sonst mach ich Haggis aus dir“
„Si, das werde ich“, lächelte er dem Schotten selbstsicher entgegen.






ich befürchte, bald muss ich auch noch arthur schreiben...mein Arthur meldet sich nicht meeeehr....
*sad*
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