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University Love story

von Sue Rose
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
England Frankreich Spanien
05.06.2011
25.10.2012
48
46.487
2
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Dieses Kapitel
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05.06.2011 1.021
 
Antonio

Antonio ließ sich von ihm herumführen. Doch nur kurz. Denn schon bald, war es Zeit für das Essen. Der Engländer verabschiedete sich und er? Er konnte nichts tun, als ihm nachzusehen. Gern hätte er ihn zurückgehalten. Denn, auch wenn er ziemlich nervös war, er hatte nicht ohne Grund, Zeit mit ihm verbringen wollen. Er wusste selbst nicht ganz genau, warum, doch er spürte, dass er es einfach wagen musste, ihm nah zu sein, sonst würden sie nach diesem Urlaub nur noch Freunde sein. Oder noch weniger.

Er seufzte und lehnte sich gegen eine Mauer des Ganges, in dem er zurückgelassen worden war. Was erhoffte er sich eigentlich davon, Zeit mit Arthur zu verbringen?  War es das, was zwischen ihnen geschehen war? Liebte er ihn wirklich? Durfte er es wagen, ihn zu lieben? So, wie es die Brüder taten? Nein, das zwischen den beiden war keine Liebe, zumindest nicht von Gilberts Seite her, aber trotzdem. Wollte er, Antonio, seinem Blondschopf etwa genau so nah sein, wie es die beiden waren?

Er wusste es nicht. Wirklich. Was war nur los mit ihm? Nicht nur, dass er unzählige Male mit diesem jungen Mann geschlafen hatte, jetzt wollte er auch noch mehr. Er wollte ihm nah sein. Jeden Augenblick. Er wollte, dass der andere es auch wollte. Er wollte nicht, dass dieser, was e5r tat, nur aus einem merkwürdigen, ihm unverständlichen Pflichtbewusstsein tat. Er wollte ihn lieben. Und er wollte, dass auch Arthur ihn liebte. Zumindest das hatte er begriffen. Aber wie nur, sollte es weiter gehen?

Einfach sagen konnte er es ihm unmöglich. Schließlich war sich selbst er an diesem Tag klar geworden, was er wirklich fühlte. Nein, er konnte nicht auf ihn zu gehen und ihm sagen „ich liebe dich!“, niemals könnte er das tun. Nein. Er würde sich nur blamieren. Er würde sich lächerlich machen. Und der Brite würde ihn hassen. Schließlich würde er damit alles zerstören, was je zwischen ihnen gewesen war. Er wollte es nicht. Er durfte es einfach nicht. Es sollte nicht kaputt gehen. Er wollte ihn zumindest als Freund behalten. Auch wenn er nun endlich wusste, dass er mehr  wollte. Erneut seufzte er herzerweichend und strich sich durchs Haar.

„Antonio, was ist denn mit dir los?“, Francis war gerade aus seinem Zimmer getreten und sah ihn überrascht an. Er hatte sein Mobiltelefon am Ohr.
„Was? Oh...Du bist es...“, er ob eine Augenbraue, ob der geistigen Abwesenheit des anderen.
„Oui, ich dich auch....Ich melde mich, mon amour...Oui, Au revoir!“, er legte auf und wedelte mit der Hand vor Antonios Gesicht herum.
„Was ist?“, fragte dieser noch immer gedankenverloren.
„Was hast du denn genommen? Du bist ja völlig weggetreten...“
„Hm...Schon möglich.....“, er seufzte. „Francis? Warst du schonmal verliebt?“

Der Angesprochene fasste sein Handgelenk. „Du stehst ja völlig neben dir...Mitkommen....“, er führte ihn auf sein Zimmer, wo er ihm bedeutete, sich aus Bett zu setzen, bevor er selbst Platz nahm. „Also? Was ist los?“, fragte er sachlich.
„Weißt du, wie Liebe ist?“
„Oui! Was ist denn das für eine Frage? Du bist der Sunnyboy der Uni und fragst MICH, was Liebe ist? Aber du hast Glück, du fragst genau den Richtigen, mon amí!“, grinste er vielsagend.
„Also?“
„Was willst du denn wissen? Wie man eine Frau richtig liebt, oder wie du sie befriedigen kannst oder...“
„Ich meine richtige Liebe...Nicht nur Sex...“

Der musste krank sein. Oder sich den Kopf gestoßen haben. Diese Einschätzung war deutlich in Francis´ Gesicht zu lesen. Doch er fing sich rasch. „Dich hat es also wirklich erwischt? Wer ist denn die Glückliche? Kenne ich sie? Vermisst du sie, während du hier bist? Von ihr getrennt?“
„Kann sein...Ich weiß nicht...Ich habe erst kürzlich gemerkt dass...Was mir diese Person bedeutet...“, vermisste Antonio den Briten? Sie waren doch gemeinsam hier. Dennoch, wenn er darüber nachdachte: er vermisste es, ihn in seiner Nähe zu spüren, unbeschwert mit ihm herumzualbern und auch, ihn zu spüren.

„So schlimm ist es? Nun...Weiß die Person es denn?“
„Nein...Aber...“
„Sag es ihr. Ich wette sie wird begeistert sein, von dir. Du bist als Mann très magnifique! Sie wird deinen Reizen nicht widerstehen können!“
„Ich kann nicht.....“
„Liebst du sie so sehr, oder willst du nur mit ihr schlafen?“
„Das brauche ich nicht! Ich liebe sie“
„Ach...Dann hast du schon...“
„Na und? Das hilft mir nicht bei meinem Problem...“
„Schon...Denn es ist etwas anderes, ob du es ihr vor dem Sex sagst, oder danach...“

„Wie meinst du das?“, er verstand nicht. Was sollte das heißen? Er war sich nicht einmal sicher, ob er es ihm überhaupt je beichten würde und nun war es auch noch ein Unterschied? Das wurde ja immer komplizierter!
„Na, wenn du es ihr ganz romantisch sagst und ihr dann miteinander schlaft, ist das was anderes, als wenn du es ihr in einer Sex-Beziehung erzählst....Ich meine, vielleicht will sie nur Sex?“
„Es wird also alles kaputt machen, was wir je hatten?“, er seufzte deprimiert. Sein Entschluss stand fest. So, wie es aussah,m würde er sein Geheimnis mit ins Grab nehmen.

„Das muss es nicht...Aber zwischen Liebe und Sex gibt es einen Unterschied...“, Francis sah auf die Uhr. „Mon Dieu, schon so spät! Es gibt essen...“, er erhob sich. „Komm nach, wenn du dich beruhigt hast...du bist völlig durch den Wind...“, damit ließ er ihn allein. Stöhnend warf sich Antonio nach hinten aufs Bett und sah an die Decke. Hatten sie eine Sex-Beziehung? Hatten sie überhaupt sowas, wie eine Beziehung? Er wusste es nicht. Vielleicht. Vielleicht nicht. Aber er wollte dem Engländer nah sein. Er wollte es. Und er wollte das, was sie hatten nicht zerstören.

Er erhob sich. Er würde schweigen. Auch wenn es schon jetzt an ihm zehrte, er würde es ihm nicht sagen. Er würde das, was sie hatten, nicht zerstören. Denn er liebte ihn. Mit diesem Entschluss begab er sich zum Abendessen und setzte sich zu den anderen an den Tisch. Genau neben Arthur. Denn dort war der einzige freie Platz. Er sah diesen unsicher an, dann ließ er den Blick über den Tisch wandern. Sein Magen knurrte.
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