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Soulmate

von Riciel
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Jenson Button Nico Hülkenberg OC (Own Character) Sebastian Vettel
05.06.2011
06.01.2022
61
208.696
13
Alle Kapitel
502 Reviews
Dieses Kapitel
31 Reviews
 
 
05.06.2011 2.276
 
Disclaimer: Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte und schreibe sie nur zu meiner eigenen Belustigung. Die Hauptperson Kim, sowie die Familie und Kommilitonen entspringen meiner Fantasie, aber die Fahrer und anderen bekannten Personen gehören mir nicht und ich weiß nichts über ihren Alltag.
Die gesamte FF ist frei erfunden.

Kurzbeschreibung:
Ich traf ihn das erste Mal in Kerpen, auf der Rennbahn. Und seitdem waren wir unzertrennlich. Er wurde mein bester Freund, durch dick und dünn.
Bis zu dem Tag, an dem sich alles änderte... und wir getrennte Wege gehen mussten.
Jetzt bekomme ich die Chance, an der Seite des Formel-1 Chefarztes zu arbeiten und den Rennzirkus über die Saison zu begleiten.
Aber ist das eine gute Idee?
Was soll ich tun, wenn ich ihn dann wiedertreffe?
Er wird mich hassen, da bin ich mir ganz sicher. Er wird mir nicht so einfach verzeihen können.
[mit Nico Hülkenberg, Sebastian Vettel und anderen Formel-1-Fahrern]



Hallo ihr Lieben!
Ich habe mal eine neue FF angefangen. Sie gammelt schon seit nem guten Jahr auf meinem Laptop rum, also habe ich sie mal entstaubt, aufpoliert und stelle sie euch mal online.
Das Problem: Viel mehr als das erste Kapitel steht noch nicht.
Da ist die grobe Idee, aber noch nichts handfestes.
Das heißt im Umkehrschluss aber auch für euch, dass ich sehr beeinflussbar in manchen Wendungen der Geschichte bin :D

Ich probiere mit dieser FF etwas Neues aus, also warne ich euch schon einmal:
Ich werde immer ein Kapitel in der Gegenwart und eines aus der Vergangenheit schreiben. Also spielt das nächste Kapitel in der Kindheit, das darauf dann wieder in der Gegenwart, usw.

Wie lang die FF wird, kann ich euch noch nicht sagen. Wie gesagt: Es ist noch nichts geschrieben, nur ein bisschen grob geplant ^^
Ich weiß auch noch nicht, wie regelmäßig die Updates kommen. "Love Takes Time" ist noch immer mein Hauptprojekt.

Aber genug geredet.
Ich hoffe, ihr werdet an der Geschichte Spaß haben ^^

Der Titel der Geschichte entspringt dem Lied "Soulmate" von Natasha Bedingfield.
Der Kapitelname "Birds Flying Away" ist ein Lied von Mason Jennings.
Beides sind sehr schöne Lieder und nur empfehlenswert!

So, genug von mir.
Viel Spaß bei der Geschichte!

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Kapitel 1 – Birds Flying Away



„Es ist aus.“

„Was?“

„Es ist aus. Eine Beziehung macht keinen Sinn mehr.“

Meine Stimme ist hart. Kalt und hart. Ich weiß, dass ich irgendwo unfair bin. Ohne das kleinste Anzeichen von Problemen mache ich Schluss.
Die braunen Augen meines Gegenübers verengen sich, da er die Brauen zusammen zieht. „Ich dachte, du liebst mich.“
Ich verdrehe die Augen und verschränke die Arme. „Ich habe nie behauptet, dass ich dich liebe. Und du engst mich zu sehr ein.“
Mir ist das vorhin wieder extrem aufgefallen. Ich bin auf dem Weg zur Uni und er hat mich schon an der Bushaltestelle abgefangen, um mich dorthin zu begleiten.
Dabei muss er zu den Ingenieuren, nicht wie ich zu den Medizinern im Uni-Klinikum.

„Du verlässt mich? Einfach so? Gestern war doch noch alles in Ordnung!“
Ich seufze tief und löse die Arme einfach. Ich bin eh schon spät dran und jetzt macht er es auch noch kompliziert.
Ich liebe ihn nicht und ich weiß, dass er mich auch nicht liebt. Hier in Aachen gibt es nun einmal kaum Studentinnen, weswegen die Männer nehmen, was sie kriegen können. Egal ob da Liebe im Spiel ist, oder nicht.

Und noch ehe ich etwas sagen kann, schnaubt er laut und wendet sich ab. „Schön, mach doch was du willst. Du hast ja ne Schraube locker!“ Und damit geht er.
Ein Stich trifft mein Herz und sofort flammt die Wut in mir auf. Ich hasse diesen Spruch!! Ich hasse ihn!!

Krampfhaft balle ich die Fäuste zusammen.
Beherrschung. Ich muss mich beherrschen.
Es bringt nichts, wenn ich ihm hier auf der Straße an die Gurgel springe. Zumal er gar nicht weiß, dass ich darauf so empfindlich reagiere.
Eigentlich weiß er ja gar nichts von mir. Und das wird auch so bleiben.

Schnell lenke ich mich ab, indem ich auf die Uhr gucke.

Verdammt!!! Ich bin viel zu spät!!
Sofort mache ich auf dem Absatz kehrt und sprinte, so gut das auf meinen High Heels nun einmal geht, zum Uni-Klinikum.



„Bitte lesen Sie sich die Folien durch, die ich Ihnen online stelle und bearbeiten Sie sie. Bis übermorgen möchte ich sie auf meinem Schreibtisch haben.“
Schnell notiere ich mir die Aufgabe, dann packe ich meine Sachen zusammen. Allgemeines Gemurmel entsteht im Hörsaal und das laute Rascheln von College-Blöcken ist zu hören.

Ich kam einige Minuten zu spät. Doch mein Professor sagte nichts.
Im Gegenteil, er lächelte mich aufmunternd an und fuhr mit seiner Vorlesung fort.
Er mag mich. Und ich kenne Professor Grundig schon seit meiner Jugend.
Deswegen sieht er mir viele Dinge nach, wobei ich das natürlich auch nicht überstrapazieren möchte.

„Kim?“, reißt mich meine Kommilitonin und beste Freundin Sarah aus den Gedanken. „Kommst du mit in die Cafete? Ich brauch unbedingt einen Kaffee, bevor wir ins Labor gehen.“
Sofort nicke ich. „Das klingt fantastisch. Ich hatte heute noch keine Zeit dafür.“
Sie gluckst belustigt und quetscht sich an anderen schnatternden Studenten vorbei. „Hat Marcel dich aufgehalten?“
Genervt verdrehe ich die Augen. Marcel, mein Freu- ähm, Ex-Freund. „Japp“, gebe ich nur knapp zu.
„Wie lange wirst du ihn wohl aushalten? Immerhin seit ihr schon zwei Monate zusammen – ein neuer Rekord für dich!“
„Hab Schluss gemacht“, sage ich darauf nur leichthin, worauf Sarah die Augen verdreht und sich theatralisch an die Stirn greift. „Schon wieder! Du hast vielleicht einen Verschleiß!“

Ich beschließe, nichts dazu zu sagen und nicke lieber Professor Grundig freundlich als Abschied zu.
Doch der ältere Mann hat andere Pläne: „Kim? Würden Sie bitte noch kurz bleiben?“

Och nee… Mein Kaffee!!
„Ich bring dir einen mit. Wie immer schwarz?“ Sarah scheint meine Gedanken zu lesen.
Erleichtert sehe ich sie an und nicke. Sie ist und bleibt einfach die Beste!

Professor Grundig spricht gerade noch mit ein paar anderen Studenten. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu warten bis der Saal leer ist.

Super, warum hat er mich überhaupt zurückgehalten, wenn er noch nicht einmal Zeit für mich hat

Gelangweilt lasse ich mich gegen die Tische der ersten Reihe sinken und krame mein Handy aus der Tasche.
Eine neue Nachricht. Von Marcel.
>Hey. Sorry, falls ich heute Morgen etwas falsch gemacht habe. Wenn du noch einmal darüber sprechen willst, dann melde dich. LG, Marcel.<
Es ist nicht Marcels Schuld. Wirklich nicht. Ich habe einfach gerne jemanden bei mir, damit ich nicht so einsam bin. Deswegen beginne ich Affären mit Männern, die aber irgendwann ganz von selbst etwas Festeres werden.
Und dann bemerke ich erst, dass ich keinerlei Interesse an dem Typen habe – abgesehen vom körperlichen.

Ich überlege kurz, ob ich ihm antworten soll, da reißt mich die sanfte Stimme von Professor Grundig aus den Gedanken: „Kim?“

Sofort schnellt mein Kopf hoch.
Wir sind alleine in dem großen Saal. Schnell lasse ich das Handy in meiner Handtasche verschwinden und gehe lächelnd zum Pult. „Sie wollten mich sprechen?“
Er nickt und kramt etwas in seinen Unterlagen. „Haben Sie sich schon einmal überlegt, wo Sie Ihre Famulatur absolvieren?“

Für alle Nicht-Mediziner da draußen: Die Famulatur ist ein Praktikum, insgesamt vier Monate lang, in einer medizinischen Einrichtung. Zwei stationär, einen ambulant oder in einer Praxis und einen Wahlmonat.

Ich zucke mit den Schultern. „Ich dachte, dass ich für Sommer in meiner Heimatstadt Emmerich im Krankenhaus anfrage. Dann habe ich zumindest den stationären Teil erfüllt.“
Professor Grundig lächelt gutmütig. „Ich habe eine bessere Idee. Und ich möchte, dass Sie darüber Stillschweigen bewahren, denn ich möchte ja nicht, dass sich jemand benachteiligt fühlt. Ich habe gestern mit meinem alten Freund Gary gesprochen. Ich kenne ihn noch aus meiner Zeit in Lüttich. Haben Sie schon einmal von Gary Hartstein gehört?“
Ich schüttle den Kopf.
Was zum Teufel will er mir hier sagen? Wer ist Gary Hartstein? Und hat mein Prof etwa einen Famulaturplatz für mich bekommen?
„Gary Hartstein ist der Chefarzt in der Formel-1 und sitzt als Beifahrer im Medical-Car. Ich habe nachgefragt, ob er einen Famulaturplatz für eine ganz besondere Studentin hat und er hat zugestimmt. Er kann helfende Hände immer gebrauchen.“
Meine Kehle schnürt sich zusammen. „Was? Aber…“
Doch er lässt mich gar nicht richtig zu Wort kommen: „Natürlich erinnere ich mich an Ihre besondere Situation, aber ist die Neurochirurgie wirklich das Richtige für Sie? Ich weiß, dass Sie Ihren Schwerpunkt darauf setzen und sich später darauf spezialisieren wollen, aber ich würde es gerne sehen, wenn Sie auch erst einmal andere Bereiche kennen lernen.“
„Aber Professor, die Saison dauert mehrere Monate. Die Famulatur wird doch nur in den Ferien abgeleistet.“
Wieder lächelt er mich gutmütig an. „Ich denke, dass ich da schon etwas machen kann. Nehmen Sie sich zwei Urlaubssemester, die werde ich Ihnen unterschreiben und bestätigen. Und damit Sie nicht ganz aus dem Stoff kommen, werde ich Sie trotzdem online anmelden, damit Sie auf die Unterlagen zugreifen können.“

Mein Kopf schwirrt und ich muss mich am Pult festhalten.
Zur Formel-1? Ich soll zur Formel-1?
Ich glaube, ich muss mich setzen. Das gibt’s nicht!
Solche Zufälle gibt es doch nicht!

Aber viel wichtiger: Will ich das?
Will ich überhaupt dorthin und den Rennzirkus miterleben?

Ich fühle mich wie hin und her gerissen. In meinem Inneren tobt ein Wirbelsturm.

Natürlich will ich zur Formel-1! Das war immer mein größter Traum!!

Ja, aber nicht… so…
Und kann ich das mit ansehen? Wissen, dass ich…
„Überlegen Sie es sich in Ruhe, schlafen Sie eine Nacht darüber und dann sagen Sie mir morgen bescheid.“ Damit drückt mir Professor Grundig ein Blatt in die Hand.
Ich werfe einen kurzen Blick darauf.
Die wichtigsten Informationen…

Wie automatisch nicke ich. „Vielen Dank, Professor“, murmle ich nur verwirrt und verlasse schnell den Hörsaal.

Shit… Was mache ich?



Abends sitze ich auf meiner Couch und starre vor mich hin.
Ich weiß nicht, wie der Tag verlaufen ist.
Ich weiß gar nichts mehr. War ich überhaupt noch in den letzten Vorlesungen?
Ein Wunder, dass ich mir im Labor keinen Finger abgeschnitten habe! Oder habe ich es?

Schnell sehe ich nach, aber nein, alle meine Finger sind noch da. Aber mir fällt auf, dass ich mal wieder zur Maniküre sollte.

Shit… Ich weiß nicht, was ich tun soll!
Der Rennsport… habe ich die Kraft, eine ganze Saison dort mitzureisen? Als Medizin-Studentin?

Ich weiß, warum Professor Grundig will, dass ich andere Bereiche kennen lerne. Er möchte nicht, dass ich meinen unerfüllbaren Träumen hinterher jage und später unglücklich werde.
Er hat es mir noch nie so gesagt, aber ich sehe es in seinem Blick.
„Manchmal muss man die Dinge akzeptieren, so wie sie sind. Am wichtigsten ist es, nicht zurück, sondern nach vorne zu sehen“ – das hat er mir immer gesagt. Immer.

Müde lasse ich mich zur Seite fallen und presse ein Kissen fest an mich.
Soll ich auf seinen Ratschlag hören und es wagen? Soll ich es wirklich wagen?

Mein Blick fällt auf den Zettel, der auf dem Tisch liegt.
Ich muss ihn nicht erneut durchlesen, ich kann ihn mittlerweile rauf- und runterbeten.

Ich bekomme die Flüge und die Aufenthalte bezahlt. Natürlich werde ich nicht in den gleichen Räumen unterkommen wie die Fahrer, sondern weitaus weniger luxuriös, aber immerhin mit Vollpension. Ich bekomme keinen Lohn, aber den hätte ich hier in Deutschland auch nicht bekommen.
Aber mein BAFöG müsste reichen.

Was mache ich aber dann mit meiner Wohnung?
Na gut, Sarah sucht schon seit Ewigkeiten eine Wohnung in Aachen, damit sie nicht mehr pendeln muss. Sie liebt meine Wohnung und würde mit Freuden hier als Untermieterin einziehen.

Das alles dürfte also kein Problem sein. Wenn ich hin will, steht mir nichts im Weg.

Und da wären wir wieder bei der Frage: Will ich überhaupt?



Am nächsten Morgen stehe ich unsicher vor dem Büro meines Professors.
Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Ich mache es. Ich würde es ewig bereuen, wenn ich diese Chance nicht ergreife.
Trotzdem ist da dieses flaue Gefühl in meinem Magen, das mich an meiner Entscheidung zweifeln lässt. Mein Gefühl sagt mir, dass es für mich sicher nicht einfach wird, wenn ich den Fahrern bei ihrem Job zuschaue.
Dass es mir sehr wehtun wird.

Mein Verstand hält dagegen, dass sich dieses Praxisjahr super in meinem Lebenslauf machen wird und ich bestimmt viel Erfahrung sammeln werde.

Schnell klopfe ich an, ehe ich mich doch noch um entscheiden kann.
„Herein“, höre ich von innen und atme noch einmal tief durch, ehe ich die Tür öffne.
„Ah, Kim, setzen Sie sich doch. Haben Sie es sich durch den Kopf gehen lassen?“
Ich trete ein und schließe die Tür wieder hinter mir. Dann nehme ich vor seinem großen Schreibtisch Platz. „Ja, habe ich. Ich mach’s. Ich kann bestimmt viel von Dr. Hartstein lernen.“  

Ein großer Stein fällt von meinem Herzen, wenngleich sich die Brust zusammen schnürt.
Noch immer weiß ich nicht, ob es die richtige Entscheidung war.
Aber es musste eine gefällt werden und diese hier erschien mir am besten.
Mein dummes Herz wird schon damit zurecht kommen.

Mein Professor lächelt glücklich und zieht gleich ein paar Formulare hervor. „Sehr gut. Hier, die müssen Sie ausfüllen, damit ich Sie beurlauben kann. Und diese hier gehen an Gary, diese hier sind für…“, erklärt er mir ausführlich und hält mir immer wieder neue Blätter unter die Nase.

Schwer schluckend nehme ich die ganzen Papiere entgegen.

Es war die richtige Entscheidung.
Ganz bestimmt.

Immer wieder sage ich mir das.

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Ich hoffe, euch gefällt das erste Kapitel schon einmal.
Lasst mir doch ein Review da, wenn ihr mögt.

Viele liebe Grüße
Eure Riciel
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