☀ POEM: My sun ... son

GedichtPoesie / P6
03.06.2011
03.06.2011
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My sun … son

Wie ein geölter Kugelblitz,
nahmst du mein Leben in Besitz.

Stürmtest in mein Herz hinein,
willst nun immer bei mir sein.

Wenn ich am Morgen früh aufsteh’,
zuerst in deine Augen seh’.

Ein breites Grinsen schmückt dein Gesicht,
den Mann auf der anderen Seite erreich’ ich nicht.

Ich geh’ ins Bad und es ist klar,
du duschst mit, ganz wunderbar.

Dann willst du, dass ein Lied ich singe,
ich jetzt schon mit den Nerven ringe.

Am Morgen mach’ ich nicht viele Worte,
da bin ich von der schweigsamen Sorte.

Für dich, okay, es muss wohl sein,
sing ich morgens -  im Kinderreim.

‚Mach fix, ich muss zur Arbeit, mein Sohn’
aber du machst voll das Schneckendiplom.

‚Ich will nicht in den Kindergarten,
ich kann doch hier zu Hause warten!’

Der Kampf im Kindersitz beginnt,
ich fühl’, wie mir die Zeit zerinnt.

Im Kindergarten, keine Frage,
‚Bye Mami, geh’ jetzt, bis die Tage!’

Mittags freust du dich dann doch mich zu seh’n
und bist bereit mit nach Hause zu geh’n.

Bist müde, jammerst bis zum Essen
und lässt mich meine Ruhe vergessen.

Am Nachmittag bin ich im Büro,
mein Sohn natürlich ebenso.

‚Mami, ich brauch’ mal deinen Tacker,
Schere, Kleber, Papier’ – ich halt’ mich wacker.

Natürlich bringst du nichts mehr wieder
und ich summ genervt Kinderlieder.

Die aus deinem Zimmer schallen
und mir eigentlich gar nicht gefallen.

Dann stolper ich über eine Eisenbahn,
die ganz alleine kommt angefahr’n.

‚Mami, du musst Bonbons in den Waggon legen,
die Weiche stellen und da drücken,
dann fährt sie auf diesen Wegen
und kommt, um mich zu beglücken.’

Ich lächle vor Begeisterung schwach
eh ich mich wieder an die Arbeit mach’.

Der Drucker rauscht, ich schwing die Tasten,
bis du fällst in den Legokasten.

Ich schreibe Texte und fertige Listen
und höre dich meine Mülltonne ausmisten.

Ein Telefonat – okay das mach’ ich flott,
‚Mama, putz mich ab, ich bin auf dem Pott!’

Mein Anrufpartner hat Humor
und lacht mir schadenfroh ins Ohr.

Ich dagegen fall’ vor Scham fast um
und du, mein Sohn, grinst nur dumm.

Dann flüsterst du mir leise zu
‚Mama, die beste bist nur du!’

Ich räume auf, putze, koche, wasche
du leerst derweil meine Parfumflasche.

‚Mami, rieche ich nicht lecker?’
Ich lache und spar’ mir das Gemecker.

‚Du riechst wirklich gut mein Dufti-Sohn’ -
das Kompliment bringt mir einen klebrigen Kuss als Lohn.

Ich bring’ dich ins Bett und freu’ mich schon,
auf zwei Stunden ohne Sohn.

Doch du willst erst noch Lieder singen,
ich hör’ mich ‚Twinkle, twinkle’ anstimmen.

‚Du Mami, das war ein toller Tag
und ich dich ganz doll gerne mag!

Wenn ich groß bin, dann heirate ich dich!’
Du siehst mich ernst an und streichelst mich.

‚Ich lieb’ dich bis zum Mond und zurück’
nuschelst du noch als ich deine Augen zudrück’!

Den Elchi hast du fest im Arm,
dein Anblick macht das Herz mir warm.

Da liegst du nun so zart und klein,
bringst Sonne in mein Leben hinein!

Du bist das schönste Kind auf der Welt
und ich bin gespannt, was dir morgen einfällt.

© Elayne R. 2011


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