Küss mich Doc

von binuclear
GeschichteRomanze / P12
Captain Jack Sparrow
01.06.2011
25.01.2012
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01.06.2011 1.118
 
Dichte dunkle Wolken  hingen tief über dem Tal und einzelne Tropfen lösten sich aus ihnen um auf die wenigen Häuser des Dorfes zu fallen.
Es ist jetzt drei Wochen her, seit Amanda überstürzt die Stadt verlassen hatte, da ihr Vater unerwartet verstorben war. Noch immer sahen die wenigen Dorfbewohner sie aus einer Mischung aus Trauer, Argwohn und Mistrauen an. Doch was konnte sie dafür dass ihre Mutter nach der Trennung von ihrem Vater sie aus dem kleinen beschaulichem Dorf mit in die Großstadt genommen hatte.
In den ersten Jahren kam Amanda regelmäßig in den Ferien zu Besuch und half ihrem Vater der als Dorf Arzt ein angesehener Mann war in dessen Praxis. Anfangs Kindliche Spielerei wurde daraus dieselbe Leidenschaft wie die ihres Vaters. Doch je älter sie wurde desto seltener kam sie zu Besuch und als sie ihr Medizinstudium in einer angesehenen Universität antrat löste sich der Kontakt bis auf einzelne Glückwunschkarten zu Weinachten und Geburtstagen beinahe Komplet auf.
Gelangweilt sah Amanda aus dem Fenster und beobachte die vorbeiziehenden Wolken und dachte über ihre Situation nach.
Sie hatte eine gutbezahlte Stelle als Ärztin in einem großen Krankenhaus, wo nur sehr selten Langeweile aufkam, leider litt darunter ihr Privatleben, das sie genaugenommen nicht besaß. Die wenigen Freunde die sie hatte waren Arbeitskollegen die unter demselben Auswirkungen eines solchen Jobs leiden mussten. Doch beklagen wollte sie sich nicht, dafür machte ihr die Arbeit viel zu sehr spaß. Das machte ihr die Entscheidung nicht leichter.
Da der bisher praktizierende Arzt nun leider verstorben war und die Dorfbewohner versorgt werden mussten, bot man Amanda kurzerhand an die Praxis ihres Vaters weiterzuleiten. Georg ein großgewachsener schlanker Mann ungefähr in Amandas alter und langjähriger Mitarbeiter ihres Vaters hatte sich insgeheim Chancen auf diesen Job gemacht. Amanda wusste damit jedoch nicht viel anzufangen, er schien ein guter Arzt zu sein und kannte die Dorfbewohner wesentlich besser als sie. Eigentlich sah sie keinen Grund hierzubleiben, lediglich das Schlechte Gewissen das sie  ihrem Vater gegenüber verspürte ließ sie bleiben.
Die Tür zum Praxisraum wurde geöffnet und Georg trat ein und holte etwas aus dem Medizinschrank.
„Georg?“ Der Angesprochenen hielt in seiner Bewegung inne und sah zu der jungen Frau. „Würdest du die Praxis weiterführen wenn ich gehen würde?“
Etwas geschockt sah er Amanda an, die sich mittlerweile zu ihm gedreht hatte und ihn mit verschränkten Armen und gesenktem Blick ansah.  Zu einer Antwort bekam er allerdings keine Gelegenheit da das Telefon die Stille durchbrach.
„Praxis Dr. Johnson!“ Meldete sie sich zu Wort, auch wenn es hier eigentlich keinen Dr. Johnson mehr gab. Amanda hatte nach der Scheidung ihrer Eltern den Namen der Mutter annehmen müssen, demnach praktizierte hier ein Dr. Evans doch die meisten Dorfbewohner  konnten sich dieses Umstandes nicht umstellen daher meldete sie sich wie früher ihr Vater.
„Ja! Was? Wo? Und? Geht klar!“ Hastig legte sie den Hörer auf, schnappte sich die Tasche neben dem Schreibtisch und ging eilig zur Tür.
„Los mitkommen!“ Georg brauchte nicht nachzufragen, denn er konnte sich bereits denken dass es sich um einen Notfall handeln musste und so folgte er ihr ebenso schnell zu dem alten Pickup ihres Vaters der für das Gelände besser geeignet war als ihrer.
„Am Westufer des Sees ist die Straße abgesackt und hat ein Auto mitgerissen!“ Benachrichtigte sie ihn und ließ ihn ans Steuer, da sie sich hier nicht wirklich auskannte. So fuhren sie schnell zu der Stelle wo bereits ein weiterer Wagen stand. Das Wetter hatte sich in Zwischenzeit rapide verschlechtert. Der Regen peitschte gegen die Scheibe und der Mann der neben dem Wagen stand und mit den Armen winkte sah trotz Regenmantels durchnässt aus. Ein letztes Mal Atmete Amanda tief durch, eher Georg den Wagen stoppte und sie beide aus dem Wagen eilten. Der Mann erklärte ihnen schnell die Sachlage und deutete auf  das Auto das neben der Straße am Abhang hing und nur von zwei dünnen Bäumen am hinabrutschen gehindert wurde. Auch wenn  der Abhang nur knapp zwei Meter leicht schräg hinunterging, so war dies doch lebensgefährlich da unterhalb bereits der See anfing und durch den Regen der letzten Zeit die Erde dermaßen aufgeschwemmt war das mit so etwas eigentlich zurechnen war. Während Georg mit dem Mann das Abschleppseil das an dessen Truck befestigt war hervorzog und das Auto sichern wollte, hastete Amanda zu dem Auto und hangelte sich an den Bäumen und Sträuchern hinunter und erkannte einen Mann der leblos hinter dem Steuer saß.
„Amanda was, komm sofort zurück, bist du wahnsinnig!“ Brüllte Georg als er erkannte was sie da vorhatte. Der Regen peitschte gegen ihr Gesicht und der Wind der durch die Bäume wehte war so laut, das sie nicht wirklich etwas verstehen konnte. Ohne zu zögern zerrte sie die Fahrertür auf, was sich als schwieriger erwies als gedacht  und erst als sie mit ihrem Körper gegen die Tür drückte bleib sie offen und Amanda konnte an den Mann herankommen. Die Tatsache das er nicht angeschnallt war, war vermutlich die Ursache das er bewusstlos war, doch rette es ihm nun wahrscheinlich das Leben, da sie keine Chance gesehen hätte ihn bei der Schräglage das Wagens  abzuschnallen.
Sie versank mit den Schuhen im Matsch und rutschte weg, weshalb sie sich an der Tür abstützte und sich gegen den Wagen stemmte um nicht abzurutschen.
„Amanda!“ Brüllte Georg erneut und Amanda sah das er mit dem Seil in den Händen am Straßenrand stand und wahrscheinlich zu ihr wollte.
„Das Seil!“ Brüllte sie zurück und streckte eine Hand aus.
„Nein lass uns zuerst das Auto sichern!“ „Dazu bleibt keine Zeit, gib mir das Seil und las ihn uns herausziehen.“ Ihm passte dieses Vorgehen überhaupt nicht, doch jetzt mit ihr zu diskutieren würde nichts bringen, so warf er ihr das Seil entgegen das sie hastig um seinen Oberkörper band  und Georg zubrüllte sie sollen langsam anziehen, während sie den Mann etwas Grob aus dem Auto zerrte. Verwundert über ihre eigene Stärke gelang es ihr auch wenn der Mann einige Blaue Flecke davon ziehen würde, bei einem eher flüchtigen Blick zu dem Mann erkannte sie wie er sie unter halb geöffneten Augen anblickte. Diese Tatsache ließ sie jedoch kurz unachtsam werden, wodurch sie mit dem Fuß abrutschte und sich gerade noch am Wagen festhalten konnte doch durch die Bewegung verlagerte sich jedoch das Auto  und eher Amanda sich umsehen konnte gab der Boden ein weiteres Mal nach. Unter gewaltigem Lärm entwurzelte einer der Bäume, gegen dem das Auto drückte, rutschte mit ihm den Hang hinab  und schlug auf dem Wasser auf. Amanda blieb keine Zeit zu reagieren und rutschte mit dem Nachgebenden Boden hinab, sie versuchte sich an einigen herausstehenden Wurzeln festzuhalten, doch waren ihre Hände zu rutschig und so hörte sie noch wie Georg ihren Namen schrie und sie gleichdarauf von Wasser umgeben wurde.
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