See you in the moonlight

von Dreamer--
GeschichteMystery / P16
Beth Turner Guillermo Josef Kostan Mick St. John
27.05.2011
25.10.2012
17
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27.05.2011 786
 
Hallö, ganz kurz nur....
Viel Spaß! ;)
Alles, alles Liebe,
Dreamer--
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Josef wollte sie sehen. Das überraschte sie nicht. Er bat oft um ihre Nähe. Das leise ,Ding' des Fahrstuhles ließ sie aufblicken. Sie war im ersten Stock angekommen. Sie trat aus, in den beinah klinisch sauberen Flur. Die Tür zu seinem Büro lag am Ende des Ganges. Sie roch, dass dahinter wieder eine seiner Spielrunden stattfand. Dennoch trat sie ohne ein Zögern ein.
Und sah, was sie erwartet hatte; Josef saß mit seinen Kumpanen um den großen Pokertisch, in dessen Mitte eine Schale voller Blut stand. Es überraschte sie auch nicht gerade, dass sie auf dem Sofa gegenüber des großen Flatscreens ein bis zwei attraktive Frauen sah.

Aber Josef hatte sie bereits bemerkt. ,,Ah... Mika, du gibst uns auch die Ehre?'', fragte er mit einem angenehm spöttischem Lächeln, stand auf und gab ihr einen galanten Handkuss. Ganz eindeutig, 16. Jahrhundert. ,,Du wolltest mich sehen?'', fragte sie sachlich und blickte eindeutig in die Runde. ,,Ja'', räusperte er sich, rückte akkurat seine Seidenweste gerade und sah entschuldigend zu seinen Spielpartnern. ,,Gentleman, Verzeihung, aber eine solch hübsche Dame kann und darf man nicht warten lassen'', sagte er mit einer solch überzeugenden Stimme, dass Mika nicht anders konnte, als die Augen zu verdrehen.

Leises frustriertes Gemurmel mischte sich unter das Stühlerücken, als die restlichen Vampire aufstanden und das Zimmer verließen. Eine der schönen Frauen auf der Coach war aufgestanden und zu Josef geschwebt, hatte ihm eine Hand an die Wange gelegt und blickte ihn nun flehend und erwartungsvoll an. Aber Josef stieß unwirsch ihre Hand beiseite und sah die beiden Menschen an: ,,Ladys, das gilt auch für euch.'' Mika musste schmunzeln, als sie sah, wie eines der Mädchen eine enttäuschte Schnute zog. Aber sie fügten sich seinem Willen.

Kaum, dass sie den Raum verlassen hatten, schritt Josef hinter seinen Schreibtisch und forderte sie mit einer eleganten Geste auf, ebenfalls Platz zu nehmen. ,,Also, worum geht es denn genau?'', fragte sie und blickte ihn fragend an, wobei ihr brauner Pferdeschwanz an ihrem Hinterkopf arg ins Wanken kam. ,,Wie habe ich auf diesen fragenden Ausblick in diesen herrlichen Augen gewartet?'', grinste er. Mika verdrehte erneut die Augen (http://www.beauty-gala.de/files/gruene_augen_schminken.jpg). Josef langte an eine Schublade unter der Tischplatte und förderte ein dickes, DIN A4 großes Kuvert zu Tage, dass er ihr hinhielt: ,,Darum. Sieh es dir genau an.''

Stirnrunzelnd entnahm sie dem Umschlag ein paar Blatt Papier und besah sie sich genau. Das waren Listen. Namenslisten. Aber nicht etwa von den Einwohnern in L.A., sondern von...
,,Vampire?'', fragte Mika irritiert und sah fragend zu dem attraktiven jungen Mann ihr gegenüber. Josef nickte grimmig: ,,Auf diesem Papier stehen alle Vampire von gesamt L.A., Mika! Mick, Guillermo, ich... sogar Logan und du selber, undzwar mit vollständigem Namen.'' ,,Wie bitte?'', fragte sie verdutzt. Niemand kannte ihren kompletten Namen. Nicht einmal mehr Josef. Aber eben dieser deutete nun auf die Listen und sagte leise: ,,Zweites Blatt.'' Schnell schlug Mika es auf. Tatsache!

Da stand es, schwarz auf weiß; Mikaela Calida Puereza Romana Valentina Moralez! Mit Abstand der längste Name auf der Liste. Aber... da waren auch Namen durchgestrichen. ,,Emma und Jackson Monahan?'', hakte sie nach. ,,Ja, er ist wirklich beunruhigend gut informiert, wenn er weiß, wer von uns tot ist und wer nicht'', seufzte Josef. ,,Und wenn er wirklich ALLE Namen weiß'', ergänzte Mika flüsternd. Josef nickte. ,,Hat Mick diese Liste schon gesehen?'', fragte sie und blätterte die anderen Blätter durch. Josef schüttelte den Kopf: ,,Ich weiß, er ist gut, aber das möchte ich ihm erst mal noch vorenthalten.''

Mika nickte unbeteiligt und warf die Listen auf den Tisch. ,,Das ist nicht gut'', meinte sie leise und legte nachdenklich die Fingerkuppen aneinander. ,,Du sagst es'', stimmte Josef ihr zu, ,,Das wichtigste ist, jetzt denjenigen zu finden, der uns a), dieses Kuvert hat zukommen lassen und b), herauszufinden, ob es auch der ist, der die Listen gemacht hat.'' Mika antwortete nicht, sondern blickte aus der rieseigen Glasfront hinunter auf L.A. Diese Stadt war riesig. Überall waren Vampire. Aber einen einzigen von ihnen auszumachen war schon nciht einfach. Aber was, wenn es ein Mensch war? Dann würde es zur sogenannten Nadel-im-Heuhaufen-Suche werden! Josef war sich dessen wohl auch bewusst. ,,Wir müssen das Risiko eingehen, Mika'', sagte er und schritt langsam zu der Glaswand. Sie seufzte. Ja, Josef hatte Recht.

Der Unbekannte konnte eine Gefahr bedeuten.

Und diese Gefahr musste ausgelöscht werden!
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