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A new play

von Meg-Giry
GeschichteAbenteuer / P16 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
27.05.2011
16.09.2011
14
10.309
1
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17 Reviews
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1 Review
 
27.05.2011 592
 
Kapitel 9: May I borrow?

„Vipra – hast du noch etwas zu Essen da?“
Die verschlafene Prinzessin des Schagenvolkes brauchte lange – für den ungeduldigen und nervösen Tex Hex eindeutig VIEL zu lange – bis sie begriff was ihr ehemaliger Boss und guter Freund von ihr wollte. Und als der Groschen endlich fiel, durchsuchten bereits lila Finger ihre Schränke.
„Hast du noch Eier?“
„Kühlschrank. Aber was ist eigentlich los Tex? Ich meine, es ist doch noch viel zu früh für dich und wieso räumst du gerade meine Schränke…“ Noch nie zuvor hatte Vipra ihren Freund erröten sehen. So vergass sie ihre Worte genauso wie ihre morgendliche Gereiztheit und stürzte zu dem so niedlich verlegen aus der Wäsche blickenden Mann.
„Sag bloss – ER ist über Nacht geblieben?!“ hackte die Schlangenprinzessin nach und sah wie ihr ehemaliger Boss noch dunkler violett anlief und verlegen zu Boden sah.
„Nicht nur das – ich… wir… ach, wir hatten etwas viel Alkohol gestern und danach sind wir…“ Mehr brauchte der Ex-Schurke nicht zu erklären. Zu gut wusste Vipra über dessen Freundschaft und spätere Schwärmerei bescheid. Zudem kannte sie ihn gut genug um zwischen dem Gestammel auch das nicht gesagte heraus zu lesen.
„Ich gratuliere“, befand die momentan einzige Dame in der Stadt und umarmte ihren Freund. „Warte einen Moment – für so einen Fall gibt es nur das Beste!“

Vollgepackt mit Vipras Spezialvorräten (Pfannkuchenmischung die immer gelingt, teures Kakaopulver, bester Speck, Lavendelhonig…) matrialisierte Tex Hex sich in seiner Küche und machte sich sofort ans Werk.

Brave Starr versuchte währenddessen immer noch sein wild pochendes Herz zu beruhigen. Der Gedanke da draussen gleich mit seinem Liebsten zu essen, ihn ganz unverholten beobachten zu dürfen – vielleicht sogar den ganzen Tag lang – liess nicht nur sein Herz zu Höchstleistungen auflaufen.
Doch bevor er sich und seine Gedanken – in welche sich immer wieder ein leicht bekleideter,  verführerischer Ex-Desperado einschlich – fest im Griff hatte, wagte er sich nicht aus dem Bad.
Zumindest bis eine verführerische Stimme nach ihm rief: „Honey –  Pfannkuchen sind gleich fertig…“

Grinsend beobachtete Tex Hex seinen Gast, dessen weit aufgerissene Augen immer wieder zwischen ihm und dem Tisch hin und her wechselten. Offenbar konnte der Gute sich nicht entscheiden, auf was er gerade mehr Appetit hatte.
„Erst essen, danach kannst du naschen!“ nahm der ehemalige Schurke ihm die Entscheidung ab. Schliesslich wäre es schade um all die Speisen und sie waren beide ziemlich ausgehungert.
Und zusehen wie der Gesetzeshüter errötete hatte durchaus etwas für sich.

Brave Starr stellte mit den ersten Bissen gleich zwei Sachen fest: wie ausgehungert er doch war und dass es sich bei diesem Essen um das Beste handelte, was er seit Ewigkeiten bekommen hatte. Es schmeckte ihm sogar besser als Handlebars Spezialitäten.
„Du bist unglaublich Tex“, stellte er zwischen zwei Bissen fest. „Dich sollte man wirklich als Koch anstellen!“
Der ehemalige Desperado konterte mit leichtem zögern, aber umso breiterem Grinse: „Wenn du hier einziehst, werde ich noch öfter für dich kochen! Überlege es dir, Süsser.“
Der Marshall grinste zurück. Doch im Grunde genommen war ihm gar ihm nicht so wohl in seiner Haut wie er es gerne gehabt hätte.
Einerseits wollte er Tex’ Nähe nie mehr missen. Wollte abends zu seinem Liebsten zurückkehren, in ein gemütliches Heim – nicht eine renovierungsbedürftige leere Wohnung. Doch er befürchtete auch seine Hoffnungen zu hoch gesteckt zu haben und den Ex-Schurken zu enttäuschen… Am Ende seiner trüben Gedanken erwartete den Gesetzeshüter wieder die altbekannte und verhasste Einsamkeit – ohne jeglichen Lichtblick – ohne Tex Hex.
Wie und ob er ein solches Leben noch einmal durchstehen würde, wagte er nicht zu entscheiden.
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