Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

A new play

von Meg-Giry
GeschichteAbenteuer / P16 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
27.05.2011
16.09.2011
14
10.309
1
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.05.2011 821
 
Ja, ich hab den Kapiteltitel beim Film ausgeliehen. Liegt keine wirkliche Paralele dazu vor, aber ich mag den Film und der Titel passte.
Viel Spass beim Lesen.
-------


Kapitel 5: A walk to remember

Die drei Sonnen New Texas’ brannten auf sie nieder. Doch die beiden Männer die Schulter an Schulter durch die Strassen, vorbei an Baustelle und frisch Renovierten Häusern zogen, interessierte dies nicht. Es gab viel zu sehen, zu hören, zu fragen, zu erzählen.
„Dort wird Vipra ein Geschäft für Kleider und Schmuck mach und gleich daneben entsteht der Saloon von Skuzz und Sandsortm…“
„Was ein Saloon?“ unterbrach Brave Starr die Erzählung seines Begleiters. „Aber dazu muss er doch eine Bewilligung haben! Ach Tex, ich will nicht als erstes vorbeikommen um ihn wieder zu schliessen. Ich meine nach all der Arbeit…“
Der ehemalige Schurke kicherte leise: „Keine Panik Marshall. Die Papiere liegen J.B. doch schon längst vor. Sobald die Einspruchsfrist durch ist, wird es offiziell. Hoffentlich sind wir bis dahin auch fertig mit einrichten.“
Der Gesetzeshüter atmete hörbar auf. Nie wieder wollte er ein ehemaliges Carrion-Bunch-Mitglied in Gewahrsam nehmen müssen. Immerhin waren sie alle Helden und (durch seine Freundschaft zu Tex) ihm auch wichtig geworden.
„Verrätst du mir auch welches dein Haus ist?“ Der junge New Cheyen konnte seine Neugirde nicht länger bändigen. Zu lange hatte sein Begleiter immer wieder Gründe und Ausflüchte vorgeschoben, es einfach geschafft eine klare Antwort zu vermeiden. Nicht einmal das Grundbuchamt hatte ihm helfen können, denn über Geisterstädte würden keine Aufzeichnungen geführt.
Doch nun strahlte ihn der Ex-Desperado offenherzig an und deutete auf das vermutlich grösste und prächtigste Haus in Hex-Town und murmelte leicht verlegen: „Tut mir leid, dass ich so lange nichts sagte. Aber ich wollte einfach, dass du es erst nach den Renovationen sieht.“
„Wow Tex – das ist ja ein halber Palast!“
„Nun übertreib mal nicht. Es ist nur…“
„Da hängst du bestimmt nicht mehr so oft in meiner engen, alten Bude rum…“ murmelte Brave Starr, der sich fühlte, als hätte man ihm den Boden unter den Füssen weggezogen. Wenn Tex’ Besuche ausblieben, dann… Ja dann, war alles wieder beim alten Muster. Was blieb ihm dann noch – wozu sich auf Abende oder Wochenenden noch freuen, wenn er doch nur seinen Ex-Schurken an seiner Seite wissen wollte…
Erst ein fester Griff and seinen Schultern und ein heftiges Rütteln riss den jungen New Cheyen aus seinen trüben Gedanken.
„Hast du mir überhaupt zugehört? Ist ein Wort von dem was ich sagte angekommen?“ wollte Tex Hex sehr nachdrücklich wissen. Hatte er doch den Stimmungsumschwung seines Begleiters sofort gefühlt und gesehen.
Als er aber nur ein Kopfschüttele und einen verwirrten Blick erntete, seufzte der lilafarbene Held laut auf.
„Dann noch mal das ganze von vorne. Aber lass uns erst reingehen und ein kühles Sweetwather trinken.“

Wie in Trance folgte der Gesetzeshüter dem neuen Eigentümer ins Haus. Drinnen schien alles noch grösser. Die Einganshalle mit ihrer geteilten, geschwungen Treppe und dem grossen Kristallleuchter war nicht nur auf New Texas eine Seltenheit und wirkte schon fast protzig.
„Ich weiss noch nicht, ob ich das so lassen werde“, kommentierte Tex neben ihm. „Oben sind acht Schlafzimmer, alle mit eigenem Bad, und hier unten hab ich Wohn- und Esszimmer sowie Küche und eine Bibliothek… Komm, zu unseren Getränken geht es da lang.“
Die Küche war riesig, hatte aber dennoch etwas Rustikales durch das helle Holz, in vielen Teilen verbaut war.
Brave Starr, der langsam nicht mehr wusste, was er noch denken, geschweige denn empfinden sollte, liess sich auf den erstbesten Stuhl (einen Barhocker gleich neben dem Tresen) sinken.
Es schmerzte Tex Hex seinen Besucher so zu erleben. Er schalt sich einen Narren es nicht ruhiger angegangen zu sein. Aber er war so stolz auf „seine“ Stadt, dass er sie einfach zeigen wollte – zeigen musste!

Der Alkohol entfaltete seine Wirkung und Brave Starr begann sich, bereits bei der zweiten Flasche angelangt, langsam wieder zu entspannen. Endlich prallten auch die Worte seines Gegenübers nicht länger an ihm ab.
„… ich meine, wenn hier alles fertig ist und nicht mehr so viel lärm herrscht – du siehst ja, Platz habe ich genug – dann kannst du doch zu mir kommen. Mit deinen Pumakräften ist es keine fünf Minuten bis Frorth Kerium und du hast mal gesagt alles unter zehn Minuten ist nicht wirklich anstrengend für dich.“
Fasziniert beobachtete der Marshall wie die Wangen seines Freundes einen deutlich dunkleren Ton annahmen und wie er, wild gestikulierend nach den passenden Worten suchte.
„…Aber wenn das für dich nicht geht – wegen dem Job, oder du dich nicht wohl fühlst, dann lassen wir es einfach wie bisher. Sag, was denkst du?“
Brave Starr zögerte. Er wusste einfach nicht, ob und wie schnell er sich an dieses riesige Haus gewöhnen konnte. Als würde das Getränk ihm die Antwort liefern, schüttete er sich den restlichen Inhalt seiner  Flasche in den Rachen. Die Antwort kam nicht – aber eine angenehme wärme und das Bedürfnis diese zu teilen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast