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A new play

von Meg-Giry
GeschichteAbenteuer / P16 Slash
Brave Starr Tex Hex
27.05.2011
16.09.2011
14
10.309
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27.05.2011 2.221
 
Die Grundidee zu dieser Geschichte kam mir schon 1 1/2 Jahren. Aber erst vor kurzer Zeit nahm ich sie wieder auf und bearbeitete die Idee zu einer Geschichte.
Eigentlich wollte ich sie erst zuende schreben - aber ich habe nicht den Hundeblick einer gewissen Person bedacht *g*

Die Charas gehören - wie immer - nicht mir sondern L.Sheimer
____

Kapitel 1: Set it free

Mit lautem Geknarre und Getöse zerbrach das Hexagon in seine Einzelteile. Übergoss erhob sich der Stampede aus dem Schutt und starrte seinen ehemaligen Untertanen nach, wie sie sich in Sicherheit brachten.
Keiner hatte es ohne Schrammen herausgeschafft, genau wie der Semidrache es geplant hatte, und nun rannten – oder um genau zu sein hinkten und schleppten sie sich davon.
Ihr Meister sah ihnen mit einem grinsen auf den Lefzen nach. Als ob er ihnen nicht jederzeit hätte den Gar ausmachen können. Aber jetzt wollte er etwas „spielen“. Sie in Sicherheit wiegen und laufen lassen. So würde das Einfangen viel mehr Spass machen. Denn nun, war er endlich nicht mehr auf sie angewiesen. Endlich hatte er einen Weg gefunden, diesen Verfluchten Platz zu verlassen. Zwar nur vorübergehend, aber der Rest war nur eine Frage der Zeit.
Zufrieden mit sich liess der Semidrache sein dunkelstes Lachen über die Badlands donnern.

„Boss, Boss!“ Unendlich erleichtert rannte Vipra auf die Rauchwolke zu, aus welcher sich Tex Hex gerade matrialisierte. „Welch ein Glück, jetzt haben wir es alle geschafft.“
„Ja, ganz toll…“ knurrte der Anführer der Carrion Bunch. „Nutzt uns nur nichts. Wohin sollen wir denn?“ Nachdenklich blickte er seine Leute der Reihe nach an und traf, nachdem er deren Verletzungen als nicht Besorgnis erregen eingestuft hatte, eine folgenschwere Entscheidung.
„Wir müssen alle auf New Texas warnen. Bei Stampedes kranken Vorlieben, kann niemand sagen wo er als erstes zuschlagen wird.“ Mit einer gewissen Erleichterung stellte er fest, dass seine Leute zustimmend nickten und offenbar gewillt waren seinen Vorschlag zumindest anzuhören. „Vipra: Du übernimmst das Schlangenfolk. Sandstorm…“
„Ja, Boss. Ich werde meine Leute warnen“, entschied das Wüstenwahlross.
„Und meine Leute, die sind zum glück, nicht nachtragend. Die kann ich schon überzeugen“, brummte Skuzz.
„Sehr gut. Dann bitte ich dich, Thundersik, die Dingos zu übernehmen und du Kaktushead: Du spielst toter Kaktus bei StarPeak.“
Alle nickten zustimmend, nur Skuzz musterte seinen Boss nachdenklich.
„Was ist mit den Siedlern?“ fragte er schliesslich.
Tex seufzte leise. „Zu weit verstreut. Überhaupt wer würde uns auch nur ein Wort glauben? Nein, das bringt nichts. Ich gehe nach Fort Kerium und werde versuchen Brave Starr zu überzeugen, so kann er sie warnen. Einen anderen Weg sehe ich nicht…“

***

Um ein Haar hätte Brave Starr seine Kaffeetasse fallengelassen, als mit einem leisen Zischen, der Anführer der Carrion Bunch sich direkt vor ihm matrialisierte.
„Marshall, bitte“, begann der Schurke sogleich mit flehender Stimme – während die Gesetzeshüter ihn noch irritiert musterten. Nur Thirty-Thirty hatte vorsichtshalber schon mal seine Sarah-Jane ausgerichtet. „Bitte hör mich an. Stampede ist nicht länger an die Outlands gebunden. Ich weiss nicht wie er es gemacht hat, aber er hat einen Weg gefunden, seine vollen Kräfte wieder zu entfalten. Verstehst du was ich sage?“ Um seinen eindringlichen Worten mehr Nachdruck zu verleihen, hatte Tex seinen Erzfeind an den Schultern gepackt und leicht geschüttelt.
„He! Lass das“, schnaubte Thirty ungehlaten, „oder ich versetzt dir ne Ladung!“
„Versteht doch! Stampede kann JEDERZEIT und JEDEN angreifen. Wer weiss, was sein krankes Hirn gerade ausbrütet. Meine Leute sind bereits unterwegs um ihre Volker und die Dingos zu warnen – aber die Siedler sind zu verstreut und…“
Endlich erwachte auch Brave Starr aus seiner starre. Kurz musterte er den Schurken, der ihm für seinen Geschmack viel zu nahe war – ganz zu schweigen von dem schmerzenden Klammergriff.
„Gib mir zumindest einen Beweis, für deine Geschichte!“ Natürlich sah der Marshall von New Texas die Blessuren und Schrammen. Auch die Panik in Augen und Stimme seines Erzfeindes hatte er wahrgenommen. Doch diese Geschichte war einfach ZU abstrus. Ganz zu schweigen von den Schauspieltalenten eines gewissen Desperados, der gerade freudlos auflachte.
„Dann schalte doch mal deine Spionage-Kammeras für das Hexagon an. Und tu bloss nicht so, als gäbe es keine – für den Unfug haben wir KEINE ZEIT!“
Mit leichtem zögern und eindeutig verwirrt, kam Brave Starr der Aufforderung nach und starrt nach wenigen Augenblicken fassungslos auf den Bildschirm.
„Beweis genug?“ Knurrte der Desperado dicht neben dem Gesetzeshüter, welcher nur ein schwaches Nicken zustande brachte. Von dem Häufchen Schutt erinnerte kaum noch etwas an das grosse, bedrohlich wirkende Bauwerk namens Hexagon das heute Morgen noch genau da gestanden hatte.
Zwar kam dem Marshall durchaus der Gedanke es könne sich um einen Betrug handeln. Aber welcher Irre würde dazu schon sein eigens Haus zerstören. Und die Hinweise aller Sensoren waren eindeutig. Vom unerklärlichen Energieanstieg bis zur Bodeneruption beim Zusammenbruch stimmte alles haarklein mit Tex’ Bericht überein.
„Oh nein… was nun?“ seufzte Brave Starr verzweifelt auf, um gleich darauf ein panisches „Shaman“ anzuhängen und von seinem Sitz aufzuspringen. Weit kam er jedoch nicht, eine starke Hand an seiner Schulter hielt ihn eisern fest.
„Halt!“ kommandierte Tex Hex. „Erstmal bleiben wir alle ruhig. Dein Ziehvater ist nicht in Gefahr. Stampede braucht das Keriumfeuer nicht länger und somit hat er nicht den geringsten Grund sich mit dem alten Zausel abzugeben. Dennoch habe ich für alle Fälle eine Wache postiert.“ Brave Starr atmete hörbar auf und liess sich endlich zurück auf seine Stuhl drängen. „Die Einheimischen Völker werden auch alle gewarnt – nur bei den Siedlern wird es schwer. Ich glaube kaum, dass die mir oder meine Leuten glauben werden – zudem kann ich mich unmöglich in so kurzer Zeit zu jedem einzelnen Farmer telporieren. Dazu reicht meine Magie nicht annähernd.“
„Der Notfunk“, warf Thirty-Thirty ein – der genau wie Fuzz erst jetzt langsam die abstruse Situation begriff.
„Genau daran habe ich auch gedacht, Pony. Setz schon mal den codierten Funkspruch los.“
Niemand fragte nach, woher der Schurke Informationen über die streng geheime Anlage hatte. Selbst Thirty liess sich die Bezeichnung „Pony“ gefallen (besser gesagt beschloss er sich später dafür zu rächen) und folgte den Anweisungen des Outlaws. Denn eines war ihnen allen klar: nur gemeinsam hatten sie eine Chance.

***

Zur gleichen Zeit, tief in der Wüste von New Texas, entschied Stampede gerade, dass er seinen „Spielfiguren“ mehr als genug Vorsprung gewährt hatte.
Geduldig drehte er seinen Kopf in alle vier Windesrichtungen, sog die heisse Luft tief in seine Nüstern bis er einen Hinweis auf sein erstes Zeil erschnüffelte. Zu finden war seine Schöpfung am einfachsten. Der Geruch seiner Magie war so stark, dass er noch über Meilen erkennbar war. Doch würde Tex Hex diesmal bestimmt nicht so einfach klein beigeben. Nein, dieser Kampf würde blutig werden. Natürlich nur für den Desperado und seine allfälligen verbündeten, davon war der Semidache genauso überzeugt, wie von seiner eigenen Macht.
Zufrieden wandelte er sich in eine grosse, schwarze Wolke und liess sich Richtung Fort Kerium treiben.

***

Binnen Minuten schien der ganze Planet in Alarmbereitschaft versetzt. Auch wenn keiner genau wusste, was es nutzen konnte, war die Verteidigungsanlage von Fort Kerium aktiviert worden.
Nur wenige tapfere Bürger hatten sich nicht in ihren Häusern verschanzt und Brave Starr fragte sich insgeheim wie mutig diese noch beim Anblick eines zornigen Semidrachens waren. Immerhin wurde ihm selbst beim Gedanken an Stampede mulmig zumute.
Mit jeder verstreichenden Sekunde schien die Anspannung im Marshallsoffice anzusteigen. Während Fuzz fleissig die einkommenden Funksprüche weiterleitete und bearbeitete, Thirty unentwegt seine Waffe polierte, trommelten die Finger des Marshalls einen nervösen Rhythmus auf die Platte seines Schreibtisches – zumindest taten sie dies, ehe sie durch eine Lilafarbene Hand, die sich sanft auf seine legte, gestoppt wurden. Tex Hex – der schlicht auf Stampedes nächsten Zug wartete, um sich ihm in den Weg zu teleporteren – blickte dem jungen Marshall in die Augen. Jener war bei der Berührung ihrer Hände erst zusammengezuckt doch nun lächelte er scheu. Die Entschlossenheit in den Augen des Schurken gab ihm neuen Mut.

***

Immer deutlicher fühlte und roch der Semidarche Stampede die Magie seines ehemaligen ersten Mannes. Er würde ihn schon kriegen und niemand, auch nicht die paar „Kartenhäuschen“ die sich am Horizont immer deutlicher abzeichneten, würden ihn aufhalten.
Nur um die Spannung, das Jagdfieber, das seinem triumphalen Sieg voran ging, etwas weiter zu schüren, sandte er eine Nachricht in Form einer kleinen Magieladung voraus. Das grüne Ungetüm konnte es kaum erwarten sich mit seinem Geschöpf zu messen.

***

Tex Hex zuckte heftig zusammen und für einen Augenblick blitzte nackte Panik in seinen Augen auf. Doch er fasste sich so schnell wieder, dass selbst Marshall Brave Starr nicht sagen konnte, ob er es sich nur eingebildet hatte.
„Stampede ist auf dem Weg hierher“, verkündete der Schurke sachlich. „Ich werde ihn vor dem Stadttor erwarten. Vielleicht kann ich ihn etwas schwächen.“
Zu überrascht von diesen Worten, konnten die Gesetzeshüter nur zusehen, wie sich der Desperado in Rauch auflöste.

***

„Sieh mal einer an, du erwartest mich also ganz alleine.“ Wie auf eine Ameise sah der Semidrache auf seinen ehemaligen untergebenen hinab. Er überlegte sich sogar ihn, jenem Insekt gleich, einfach zu zertreten. Aber das währe ja zu langweilig – und er wollte doch spielen. Zumindest eine ordentliche Folter musste da schon drin sein – und ein vor allen Bürgen der Stadt um gnade winselnder Tex Hex hatte durchaus was…

***

Besorgt beobachtete der Marshall von der Festungsmauer aus, wie Stampede, halb Wolke halb Semidrache und zwei Meter über dem Boden schwebend, dem lila Desperado immer näher kam.
Natürlich waren alle Waffen schussbereit und auf die überdimensionale Eidechse gerichtet. Aber was würden diese ausrichten können?
Lange konnte keiner der Gesetzeshüter verstehen, was der Desperado und sein ehemaliger Vorgesetzter besprachen. Dennoch war es offensichtlich, wie ihre Diskussion immer heftiger wurde und schliesslich donnerte Stampedes hämisches Lachen über die Stadt.
„DU – du allein willst mich aufhalten?!“ verkündete der Semidarachen in einem Ton und einer Lautstärke, dass allen, die sich noch nicht ins innere eine gut schützten Hauses verzogen hatte, das Blut in den Adern gefror. „Niemals wirst du etwas gegen mich ausrichten können – du elender Wurm. Alles was dich noch erwartet Tex Hex sind Qualen und Schmerzen. Immerhin hast du es mir viel zu einfach gemacht dich zu finden!“

Eiskalt lief es dem Anführer der Carrion Bunch über den Rücken, denn zu seinem Leidwesen wusste er nur zu gut wie ernst diese Drohung gemeint was und wie es sich anfühlen würde, sollte sie umgesetzt werden.

Genau dies war der Moment den Stampede ausnütze. Rasend schnell schoss seine Klaue nach vorn, den Desperado zu greifen und gleich an Ort und Stelle diesen Siedlern hier zu zeigen, WER hier, auf diesem Planeten das Sagen hatte.
In Gedanken sah er schon das Farbenspiel welches Tex’ rotes Blut auf dem Wüstenboden zeichnen würde.

Als Tex Hex die rasiermesserscharfen Krallen auf sich zurasen sah, war es schon zu spät um auszuweichen.
Verzweifelt versuchte er mit Magie Stampede zu stoppen, aber dieser durchbrach einfach das Schutzschild als währe es gar nicht da, bis ihn etwas zusammenzucken liess.
Zeitgleich starrten beide Kontrahenten nach links zu Festungsmauer von Fort Kerium, wo der Planetenmarshall zufrieden grinste.
„Die höchst Stufe meines Lasers fühlst du also doch, alte Eidechse!“
„Du! DU wagst es!“ Mehr brachte der erboste Semidrache nicht heraus.
Doch Brave Starr wagte nicht nur diesen einen Schuss. Kaum hatte er festgestellt, dass die Eidechse seine Laserladungen fühlte, schoss er weite, wies seine Freunde an, es ihm gleich zu tun. Doch weder ihre noch die stärkeren Waffen schienen eine Wirkung zu haben.
„Ich kann ihm Tex nicht überlassen“, dachte der Gesetzeshüter verzweifelt, während er immer wieder auf den wutschnaubenden Semidrachen schoss, der immer näher kam. „Nicht nachdem er so viel für unsere Stadt und die anderen Völker getan hat – und – verdammt noch mal – Tex gehört MIR!“

Der Schurke beobachtete derweil irritiert und besorgt, wie von Brave Starr mit jedem Schuss auch eine Ladung Magie auf den Semidrachen schoss. Er hatte schon immer gewusst, dass der junge Marshall viel mehr Magie im Blut hatte, als dieser sich selber bewusst war. Nicht ohne Grund begleiteten ihn gleich VIER starke Tiergeister.
Doch nun verschwendete er seine Kraft. Lange würde er dies nicht durchhalten und überhaupt, was hatte den New Chaen überhaupt so in Rage gebracht? Sonst war er doch nie so aufbrausend…
„Stopp Tex – für Philosophieren bleibt später auch noch Zeit!“ schalt sich der Schurke in Gedanken. „Erstmal muss ich mich um die Eidechse kümmern, solange die Ablenkung noch zieht und bevor er Brave Starr in Stücke reisst.“
Damit holte der meistgesuchte Verbrecher New Texas einmal tief Luft, schloss die Augen und sammelte jeden einzelnen Funken Magie in seinem Körper, ehe er seine Augen wieder öffnete und auf dem Wutschnaubenden Semidrachen richtete.
Dieser war inzwischen bedrohlich nahe bei Marshall angelangt. Obwohl er und dessen Freunde nach Leibeskräften versuchten dies zu ändern, sah der Desperado sofort, dass der nächste Hieb Stampedes ein Treffer sein würde.
Tex Hex liess all seine Magie, gepaart mit seiner letzten Hoffnung etwas bewirken zu können, in dem Moment los, als der Semidrache seinen Klaue zum Fatalen Schlag hob.

Gleichzeitig duckte sich Brave Starr – mit der Gewissheit, dass seine Letzte Stunde geschlagen hat – und die Magie, welche so tief in ihm schlummerte übernahm das Zepter.

***

Keiner der Anwesenden konnte später sagen, was genau geschehen war.
Plötzlich war da ein gleissend helles Licht, dass Stampede augenblicklich auf den Boden und in einen geduckte Haltung zwang. Sogar ein leises Wimmern entwich dem grossen Schinder, während Brave Starr und Tex Hex mit einem Male eine starke Verbundenheit zum jeweils Anderen verspürten.
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