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Deep Silent Complete

von Saekki
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
23.05.2011
08.06.2011
18
30.662
4
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23.05.2011 906
 
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Ungeduldig trat Shusei von einem Bein auf das andere. Es war ungemütlich kalt geworden und in den Morgenstunden war Kälte wirklich das Letzte, was Shusei sich wünschte.
Er stand an einer stark befahrenen Straßenecke, nicht weit von der Uni entfernt und wartete auf Hotsuma, der mal wieder auf sich warten ließ.
„Hotsuma, wir hatten halb gesagt und nicht viertel vor.“, murmelte der Braunhaarige in seinen dunklen Schal und warf einen wiederholten Blick auf seine Armbanduhr.
Ihre ersten Stunden fingen zwar erst in einer halben Stunde an, aber sie hatten sich am Vorabend noch darauf verabredet, vor der Uni ein wenig Zeit miteinander zu verbringen.
Da bemerkte der Braunhaarige aus dem Augenwinkel auf einmal eine Bewegung und er blickte nach links. Das Lächeln, das sich bei dem Anblick seines Freundes auf seinem Gesicht ausbreiten wollte, erstarb im Ansatz.
Hotsuma war noch einige hundert Meter von ihm entfernt und dennoch erkannte Shusei, dass er hinkte. Er ging ungewohnt langsam, eine Hand gegen seine rechte Seite gepresst und den Blick zu Boden gerichtet. Ein ungutes Gefühl breitete sich in Shusei aus und er ging seinem Freund rasch entgegen.
„Hotsuma? … Hotsuma!“, rief der Braunhaarige den Namen des Blonden und als dieser ihn endlich zu hören schien, da er seinen Kopf hob und kurz die freie Hand hob, beeilte sich Shusei noch mehr zu ihm zu kommen.
Etwas schwer atmend kam er vor dem Blonden zum Stehen und griff beunruhigt nach dessen Arm.
„Hotsuma, was ist los? Du gehst so komisch …“, Shuseis Augen weiteten sich vor Schreck, als der Blonden ihn ansah.
„Tut mit Leid Shusei, sieht so aus, als wäre ich nicht vorsichtig genug gewesen.“, ein schiefes Grinsen entstand auf den mehrfach aufgeplatzten Lippen den Blonden. Sein Gesicht wies mehrere blutige Schrammen und blaue Flecken auf, gekrönt von einem riesigen Veilchen, dass sein linkes Auges zierte und es bereits unschön anschwellen ließ. Erst jetzt fiel Shusei auf, dass Hotsumas Kleider reichlich staubig und an einigen Stellen sogar ziemlich dreckig war.
Panik stieg in dem jungen Mann auf.
„Hotsuma! Ist alles okay, was ist passiert?“, Shusei legte seine Hände an das Gesicht seines Freundes und wollte sich dessen Wunden genauer betrachten.
„Hotsuma! Jetzt sag was! Wer hat dir das angetan …“, der Rest des Satzes erstarb in seinem Hals, als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel.
„Nein.“, ein leises Hauchen, mehr war es nicht, zu dem Shusei jetzt fähig war.
„Beruhige dich, Shusei, ist halb so wild … “, setzte der Blonde an, doch sein Freund schnitt ihm das Wort ab.
„Halb so wild? Was redest du da bitte, weißt du eigentlich, wie du aussiehst?“, aufgebracht ließ der Braunhaarige seinen Blick an Hotsuma hoch und runter wandern.
„Jetzt sag mir endlich, was passiert ist!“
Hotsuma musste lächeln.
„Du lässt mich ja nicht zu Wort kommen.“
„Wie kannst du jetzt bitte Witze machen?!“, Shusei fand das Ganze gar nicht komisch.
Hotsuma schenkte ihm sofort einen entschuldigenden Blick.
„Ist ja gut. Es war, als ich heute Morgen aus dem Haus ging, keine zwei Ecken weiter standen da zwei Männer, die ich nicht kannte und grundlos anfingen mich anzupöbeln. Ich wollte sie eigentlich einfach ignorieren und an ihnen vorbei laufen, aber das fanden die gar nicht gut. Da haben sie mich kurzerhand zusammengeschlagen.“
Shuseis Herz versetzte es einen Stich seinen Freund so reden zu hören. Es klang beinahe so, als fände er, dass er es selbst verdient hätte.
„Denkst du wirklich, dass diese Haruka die Beiden auf mich … angesetzt hat? Das hört sich doch alles ein wenig suspekt an.“, sprach Hotsuma weiter und lehnte sich vorsichtig an die nächste Hauswand.
„Verdammt, natürlich! Warum zweifelst du denn auch noch daran, Hotsuma?!“, Shusei konnte seine Wut und seine Panik nicht mehr unterdrücken.
Sie hatte ihre Drohung wahr gemacht. Er hatte es geschehen lassen. Wenn er doch nur besser auf seinen Freund aufgepasst hätte. Es war seine Schuld …
Hotsuma bemerkte den leeren Blick seines Freundes und er zog seine Stirn zusammen, was er gleich darauf auch schon wieder schmerzhaft bereute.
„Shusei? … Du gibst dir doch jetzt nicht die Schuld an dem Ganzen, oder?“, fragend blickte der Blonde Shusei an.
Shusei senkte seinen Kopf.
„Natürlich tue ich das. Es IST meine Schuld, schließlich bin ICH mit dir zusammen. Und ich bin es, den Haruka gewarnt hat …“, wütend ballte der Braunhaarige seine Hände zu Fäusten.
Da fühlte er auf einmal eine warme Hand an seiner Wange und er blickte überrascht auf.
„Shusei, hör auf dich selbst fertig zu machen. Jetzt kannst du eh nichts mehr an der Situation ändern. Ich sage nicht, dass ich das hier verdient habe, aber was willst du tun, du hast keine Beweise und selbst wenn, was willst du tun?“, Hotsuma schenkte seinem Freund ein liebevolles Lächeln und zog ihn vorsichtig zu sich.
Shuseis spürte, wie seine Augen ungewollt feucht wurden, vor Wut und Hilflosigkeit, und er kam der stummen Aufforderung seines Freundes nach und schloss ihn fest in seine Arme.
„Ungh … aua, nicht so feste, Shusei!“
Erschrocken ließ der Braunhaarige Hotsuma wieder los und sah, wie der Blonde sich immer noch seine Seite hielt.
„Hotsuma, keine Widerrede wir werden jetzt ins Krankenhaus gehen, nachher haben die dir noch was gebrochen.“, fahrig fuhr Shusei sich durch seine Haare und suchte rasch nach seinem Handy.
Hotsuma schwieg tatsächlich und lehnte nur weiterhin an der Häuserwand und legte vorsichtig seinen Kopf in den Nacken.
„Ich befürchte, das war erst der Anfang.“, murmelte er leise und betrachtete seinen Freund, wie er ihnen gerade hastig ein Taxi bestellte.
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