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Deep Silent Complete

von Saekki
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
23.05.2011
08.06.2011
18
30.662
4
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23.05.2011 1.470
 
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„Ich bin dann weg!“, rasch schlüpfte Shusei in seine Schuhe und wollte gerade das Haus verlassen, als die strenge Stimme seiner Mutter ihn verhaaren ließ.
„Shusei!“, mit verschränkten Armen stand sie im Flur und ließ ihren Blick auf ihrem Sohn ruhen.
Mit einem Seufzen drehte sich Gerufener um.
„Mutter, ich komme zur spät zu Uni, was gibt es denn?“, ein wenig nervös warf Shusei einen Blick auf seine Armbanduhr.
„Sprich nicht so mit deiner Mutter! Ich möchte, dass du heute Abend pünktlich um neunzehn Uhr zu Hause bist, hast du mich verstanden?“, die dunklen Augen musterten den Braunhaarigen ganz genau.
Shusei runzelte verwirrt seine Stirn.
„Wieso? Steht heute etwas Besonderes an, Mutter?“, hektisch überlegte er, was heute für ein Tag war und ob er irgendeinen wichtigen Termin vergessen hatte.
„Du wirst heute mit deinem Vater zu Abend essen, auswärts. Also sei bereit und gebe dir wenigstens ein bisschen Mühe adrett auszusehen.“, mit diesen Worten drehte sich die Schwarzhaarige um und verschwand schnellen Schrittes in der Küche.
Nun war Shusei mehr als nur verwirrt, er war beunruhigt. Wenn er mit seinem Vater essen würde und dass ohne seine Mutter, konnte das nichts Gutes bedeuten, es musste etwas sehr Wichtiges sein. Und etwas Wichtiges war meistens nichts Gutes für ihn.
Während Shusei eilig das Haus verließ, kreisten seine Gedanken noch immer um den bevorstehenden Abend.
Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was sein Vater mit ihm besprechen wollte – denn Etwas würde mit Sicherheit besprochen werden, ein gemütlicher Vater-Sohn-Abend würde das definitiv nicht werden.
Sich noch immer den Kopf zerbrechend, hastete er mit raschen Schritten durch die belebten Straßen, Richtung Universität.

Gerade noch mit dem Gong betrat Shusei den Vortragsraum.
Erledigt ließ er sich auf dem nächst bestem Stuhl sinken und ließ seinen Kopf Bekanntschaft mit dem Tischplatte vor ihm machen. Bewegung am frühen Morgen war wirklich nicht sein Ding.
Doch er hatte keine Zeit sich ein wenig zu entspannen, denn schon hörte er die schweren Schritte seines Professors und missmutig hob er seinen Kopf. Er wusste ganz genau, dass er sich heute kaum auf den Unterricht konzentrieren können würde, war er doch viel zu sehr damit beschäftigt sich Gedanken über den bevorstehenden Abend zu machen.
Es kostete ihn alle Überwindung sich zum Morgengruß zu erheben und zu verbeugen und als er wieder auf seinem Stuhl Platz genommen hatte, entschied er sich, es wenigstens zu versuchen, sonst hätte er auch zu Hause bleiben können und dort Trübsal blasen können.

Die Mittagspause kam für Shusei gerade richtig. Er hätte es keine Sekunde länger ausgehalten über den Aufbau des Rechtswesens zu reden oder sich fiktive Fälle für die Nachbarschaft auszudenken. Auch wenn es seine eigene Entscheidung gewesen war, Jura zu studieren, manchmal war er kurz davor alles hinzuwerfen. Es war sicherlich nicht das einfachste Fach und auch wenn er an sich ein fleißiger Schüler war, musste er sehr viel von seiner Freizeit der Uni widmen und saß oft bis spät in die Nacht an seinen Aufsätzen. Und es war auch nicht so, dass es ihm keinen Spaß machte, aber heute war einfach einer dieser Tage, an denen er einfach gerne alles hingeschmissen hätte und sich in seinem Zimmer verkrochen hätte. Und das alles nur wegen einem Abendessen.
Schlecht gelaunt betrat er die Cafeteria und als sein Blick auf die beinahe endlose Schlange am Schalter fiel, verfinsterte sich seine Miene noch mehr.
Kurzum entschloss er sich heute auf Mittagessen zu verzichten, dann würde sich das Abendessen wenigstens lohnen. Und schon wieder erhielt seine Laune einen Dämpfer, er konnte es einfach nicht verdrängen.
Er brauchte jetzt dringend etwas Aufmunterung. Sehr dringend …
Als er auf den großen Hof hinaustrat, musste er sich erstmal an das helle Sonnenlicht gewöhnen. Für Oktober war es heute ziemlich warm und so waren die meisten der Tische und Stühle belegt, jeder wollte etwas von den letzten Sonnenstrahlen des Herbst abbekommen.
Langsam schritt Shusei an den kleinen Menschentrauben vorbei, seinen Blick umherschweifend. Als er am Ende der Tischreihen angekommen war, fand er endlich was er suchte.
„Kannst du mich bitte eines schnellen Todes sterben lassen?“, brummte der Braunhaarige gegen den Hals seines Freundes.
Er hatte seine Arme von hinten um Hotsumas Oberkörper geschlungen und seinen Kopf auf seine Schulter fallen lassen.
„Shusei! Was machst du denn, die anderen …“
„Ist mir doch egal.“, brummte der Braunhaarige.
Das Lachen des Blonden drang an seine Ohren.
„Okay, okay, du bist nur immer derjenige der sich immer solche Sorgen macht, aber wenn du dich nicht zurückhältst, muss ich das ja auch nicht.“, und schon spürte er die weichen Lippen seines Freundes auf seiner Wange.
Nun lächelte Shusei das erste Mal an diesem Tag, dennoch entzog er sich rasch der Liebkosung und ließ sich neben Hotsuma auf einen Stuhl sinken.
Dieser sah den besorgten Blick des Anderen und legte nun selbst die Stirn in Falten.
„Was ist los, Shusei?“
„Ich hab heute Abend eine Verabredung zum Essen. Mit meinem Vater.“
„Oh.“
„Ja, genau.“
Hotsuma legte seine Hand auf die Schulter des Braunhaarigen.
„Na komm schon, so schlimm wird es schon nicht werden. Es ist doch nichts passiert, oder?“
Shusei schüttelte den Kopf.
„Nein. Aber ich zermatere mir schon den ganzen Morgen den Kopf, was er mit mir besprechen will.“
„Vielleicht ist es auch gar nichts. Du machst dir schon wieder viel zu viele Gedanken, Shusei.“
Der Braunhaarige sah seinem Freund fest in die Augen.
„Du kennst meinen Vater. Das heute Abend ist nicht Einfach-So oder so ein Vater-Sohn-Ding. Es ist was Ernstes.“
„ … Meinst du, er hat das zwischen uns …“, doch bevor Hotsuma weiter sprechen konnte, schüttelte Shusei den Kopf.
„Nein, unmöglich. So vorsichtig wie wir sind, würde das schon an ein Wunder grenzen. Ich meine, er ist sowieso so gut wie nie zu Hause …“
Hotsuma schenkte dem Braunhaarigen ein aufmunterndes Lächeln und fuhr ihm durch die Haare.
„Na komm, Kopf hoch und nicht immer so pessimistisch denken. Du bist doch sonst immer so positiv.“, frech grinste der Blonde.
Shusei bettete seinen Kopf abermals auf Hotsumas Schulter.
„Wie schaffst du es eigentlich immer, mich wieder aufzubauen? Du bist unglaublich, ich weiß nicht, was ich ohne dich machen würde.“
Jetzt musste Hotsuma ein Lachen unterdrücken.
„Ich und dich aufbauen? Normalerweise ist es doch absolut anders herum, Shusei.“
„Egal.“
Ein Lächeln blieb auf Hotsumas Gesicht und er legte den Kopf in den Nacken und betrachtete den blauen Himmel über ihnen. Sein Blick fiel auf zwei Spatzen, die sich tänzelnd durch die Luft bewegten.
„Warum können wir nicht wie diese beiden da sein?“
Shusei hob seinen Kopf und folgte Hotsumas Blick.
„So frei und unbeschwert.“, murmelte der Blonde und Shusei musste lächeln.
„Ich verspreche dir, eines Tages werden wir das sein, Hotsuma. Ich verspreche es dir.“

Die restliche Mittagspause verbrachte Hotsuma damit sich bei Shusei über seinen Professor auszulassen. Shusei nickte ab und an verständnisvoll, dennoch musste er die ganze Zeit lächeln. Hotsuma steigerte sich immer in solche kleinen Probleme hinein und genau das bewunderte der Braunhaarige an ihm. Hotsuma war in seinen Augen einfach unbeschwert und lebte so, wie es ihm gerade in den Kram passte. Es war ihm egal, was andere davon hielten, denn häufig stieß Hotsumas harsche Art andere Menschen auf und sie versuchten den Kontakt auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
„Ach, Shusei, irgendwann schmeiß ich die Uni einfach.“, riss ihn der Blonde plötzlich aus seinen Gedanken.
„Hotsuma, du wolltest schon immer Photografie studieren, mach dir doch nichts vor. Du würdest das Ganze doch nie nur wegen deinem Professor hinwerfen, oder?“, Shusei legte etwas Strenge in seine Stimme.
Hotsuma sah ihn an und musste ungewollt grinsen.
„Du hast ja Recht. Egal was der Alte noch alles raus haut, so schnell verschwinde ich nicht von hier. Allein schon aus dem Grund, dass ich dich dann noch seltener sehen würde.“, verschmitzt fuhr er sich mit der Zunge über seine Oberlippe.
Shusei lachte laut auf und boxte seinen Freund leicht in die Seite.
„Hör auf damit.“
„Wieso? Es macht …“, Hotsuma wurde von dem lauten Gong unterbrochen und genervt zog er seine Augenbrauen zusammen.
„Man, die Zeit vergeht aber auch immer schneller, oder?“, widerwillig erhob er sich, Shusei folgte seinem Beispiel.
Shusei wollte sich gerade auf den Weg zum Hauptgebäude machen, da hielt ihn der Blonde an seinem Handgelenk fest.
„Shusei … sehen wir uns heute Abend?“, der Braunhaarige glaubte etwas Flehendes in der Stimme seines Freundes zu hören.
„Ich ruf dich an, okay? Ich weiß nicht, wie lange ich … unterwegs sein werde.“, er schenkte dem Blonden ein ehrliches Lächeln.
„Shusei?“
„Hmm?“
„Du schaffst das.“
Shusei spürte wie sein Herz einen kleinen Sprung tat und nach einem schnellen Blick nach links und rechts, ergriff er für den Bruchteil einer Sekunde die Hand des Größeren und drückte sie sanft. Sofort spürte er eine Erwiderung der Geste und mit einem letzten Lächeln ließ er diese geliebte Hand widerwillig wieder los und schritt den Gang zu seinem Hörsaal hinunter.
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