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Deep Silent Complete

von Saekki
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
23.05.2011
08.06.2011
18
30.662
4
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23.05.2011 1.980
 
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„Hotsuma?“
„Mhm?“
„Bist du dir sicher?“, Shusei blickte angestrengt auf die Tür vor sich.
Hotsuma drückte die Hand des Braunhaarigen fester und zog ihn rasch zu sich.
Er nahm das Gesicht seines Freundes in seine Hände und sah ihm fest in die Augen.
„Wir schaffen das, okay?“, und ohne eine Antwort abzuwarten küsste er Shusei ein wenig stürmisch und er spürte wie die Lippen des Braunhaarigen zitterten.
Shusei schenkte seinem Freund ein schiefes Lächeln und drehte sich dann mit einem letzten schweren Seufzer herum. Mit einem leisen Klicken öffnete der Schlüssel das Schloss.
„Shusei!“, ertönte es auch schon, ohne dass einer der beiden jungen Männer den Hausflur betreten hatte.
Da kam auch schon Shuseis Mutter aus der Küche gehastete und stemmte die Hände in die Hüfte.
„Jetzt wirst du mir aber sagen, wo …“, ihr Satz erstarb auf ihren Lippen, als ihr Blick auf den blonden Mann fiel, der gerade hinter Shusei den Flur betrat und der Frau ein freundliches Lächeln schenkte.
Ayakos Gesicht war wie versteinert, erst als Shusei sie vorsichtig an der Schulter berührte, kam wieder Leben in die kleine Frau.
„Shusei, was … was soll das? Dein Vater …“, doch der Braunhaarige fiel ihr rasch ins Wort.
„Ist er da?“, Hotsuma hörte den zittrigen Unterton, den Shusei versuchte zu verstecken, dennoch heraus.
Ein zögerliches Nicken folgte auf Shuseis Frage.
„Er … er ist im Wohnzimmer, aber Shusei, du … willst doch wohl etwa nicht …“, doch abermals ignorierte ihr Sohn sie, drehte sich zu Hotsuma um und gab ihm mit einem Blick zu verstehen, dass er am liebsten hätte verschwinden wollen, dennoch öffnete er nun vorsichtig die Tür zum Wohnzimmer.
„Vater, ich muss mit dir reden.“, Shusei ballte krampfhaft seine Faust zusammen, er wollte nicht, dass sein Vater sah, wie sehr er zitterte.
Shuseis Vater saß auf der dunklen Couch und als er von der Zeitung aufsah und er seinen Sohn erblickte, zog seine Stirn tiefe Furchen.
„Shusei … “, die dunkle Stimme seines Vaters klang gefasst, aber Shusei traute dem Ganzen trotzdem nicht.
Der Braunhaarige warf einen Blick durch die Wohnzimmertür und vorsichtig trat Hotsuma in den Raum.
Yoshihiro zog hörbar die Luft ein und war im Begriff sich zu erheben, als Shusei beschwichtigend neben ihn trat.
„Vater, bitte. Ich, nein, wir möchten in Ruhe mit dir und Mutter darüber reden. Bitte.“
Shusei versuchte seinem Vater so fest es ging in die Augen zu schauen.
Dieser sah abwechselnd von Shusei zu Hotsuma und dann zu seiner Frau, die ebenfalls gerade den Raum betrat. Deutlich schluckte er und nickte dann.
Shuseis Herz machte einen Sprung, es lief bisher schon einmal besser, als er es sich vorgestellt hatte. Sein Herz schlug ihm bis zur Brust.
Shuseis Mutter setzte sich neben ihren Mann auf die Couch und Shusei kniete sich auf den Teppich, Hotsuma tat es ihm gleich.
„Das ist also dieser … Mann.“, bemerkte Yoshihiro und warf einen abschätzigen Blick auf Hotsuma, der den Kopf leicht gesengt hatte.
„Vater, bitte, sprich nicht so von ihm. … Ich will, dass ihr mich versteht … mir zuhört …“, Shuseis Stimme wurde gegen Ende leiser und er sah seinen Vater an, der keine Anstalten machte, etwas zu erwidern.
„Ich weiß, es war falsch es euch die ganze Zeit über zu verheimlichen, aber ich denke ihr versteht, dass ich allen Grund dazu hatte. Das ist Hotsuma und wir sind … ein Paar.“, Shusei wäre am liebsten aufgesprungen und davon gerannt, so unangenehm war ihn die Situation gerade. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr.
„Ich … wir lieben uns und ich weiß, dass ihr unsere Beziehung bestimmt nicht gutheißt, aber ich bin euer Sohn und ich möchte nur, dass ihr mich versteht. Ich tue das nicht um euch zu verärgern … ich liebe ihn und alles andere ist mir egal. Ich kann Haruka nicht heiraten, nicht wo ich doch ihn habe und …“, die Stimme des Braunhaarigen erstarb und Hotsuma ergriff eilig Shuseis Hand und Shusei schenkte ihm nur einen dankbaren Blick.
„Das ist doch vollkommen unnatürlich!“
Überrascht wandten beide jungen Männer ihre Köpfe wieder nach vorne. Es war Shuseis Mutter, die gesprochen hatte, nicht sein Vater.
„Wie könnt ihr euch … lieben? Das ist doch absurd! Das ist doch nicht normal!“, ihre Stimme klang ein wenig schrill und ihre Augen starrten mit Abscheu auf den Blonden.
„Hören Sie, ich weiß, es ist bestimmt nicht leicht für Sie, diese Situation zu akzeptieren, aber ich finde nicht, dass Sie so von ihrem Sohn sprechen sollten. Es ist ja nicht so, dass es unser beider Absicht war, sich ineinander zu verlieben, ich denke, dass ist bei den meisten Menschen nicht so. Aber es ist nun einmal passiert und was spielt es da für eine Rolle, ob wir beide Männer sind? Wir lieben uns und das ist die Hauptsache und daran wird auch niemand etwas ändern können, mit Verlaub, noch nicht einmal Sie.“, Hotsuma hatte nun zum ersten Mal seine Stimme erhoben. Es war totenstill in dem Raum und alle Augen ruhten auf dem Blonden.
„Haben dir deine Eltern keine normalen Werte beigebracht?“, abschätzig blickte Ayako immer noch den jungen Mann auf dem Boden an.
„Ich verliebe mich in den Menschen und nicht in sein Geschlecht.“
Wieder kehrte Stille in den Raum ein.
Shusei entschied sich fürs Erste nichts mehr zu sagen, er wollte die Sache auf seine Eltern wirken lassen und abwarten, was sie dazu zu sagen hätten.
Mit ein wenig Besorgnis betrachtete er intensiv seinen Vater, er hatte noch nicht wirklich etwas zu dieser Diskussion beigetragen, aber der Braunhaarige konnte erkennen, wie es in dem älteren Mann arbeitete, sein Kiefer mahlte unruhig auf seinen Zähnen.
„Shusei,“ erhob er nun endlich das Wort und das Herz des Braunhaarigen schlug schneller, „ich finde es gut, dass du nun endlich die Wahrheit gesagt hast, aber glaubst du, das ändert etwas an unserer Meinung? Ich unterstütze diese … Beziehung“, er spie das Wort förmlich mit Abscheu aus, „ die ihr da habt auf gar keinen Fall, ich stimme deiner Mutter zu, das ist einfach unnatürlich …“
Plötzlich bemerkte Shusei panisch, dass Hotsuma neben ihm aufgestanden war und er erkannte deutlich, wie der Blonde seine Wut nur noch schwer unter Kontrolle halten konnte.
„Jetzt hören Sie mir mal zu!“, Hotsumas Stimme zitterte leicht vor Wut, aber er bemühte sich die Tonlage zu halten. Shuseis Blick saß fest auf seinem Freund, unsicher, ob er eingreifen sollte oder nicht.
„Wie können Sie es eigentlich wagen, so über Ihren Sohn zu sprechen? Er ist Ihr Sohn, verdammt noch mal! Denken Sie, es war leicht für ihn, hierher zu kommen, voller Angst davor, was Sie sagen würden? Kein Kind sollte Angst davor haben seinen Eltern etwas zu sagen, was ihn glücklich macht. Ja, wir sind glücklich, nein es war nicht einfach. Denken Sie, wie haben uns keine Gedanken über unsere Beziehung gemacht? Denken Sie, es ist einfach auf offener Straße beleidigt zu werden, für das was man ist? Nein, es ist verdammt hart. Aber das nimmt man auf sich, wenn man sich liebt. Und ich habe absolut kein Verständnis für diese Heirat, die sie Shusei aufzwingen wollen. Wie kann man einem Menschen die Freiheit nehmen, mit dem zusammen zu sein, den man wirklich liebt? Das ist doch krank!“
Hotsumas Brust hob und senkte sich rasch, er hatte sich reichlich in seinen Vortrag reingesteigert und seine Augen blickten wütend auf Shuseis Vater.
Der Braunhaarige war vollkommen perplex. So offen hätte er wahrscheinlich nie selbst mit seinen Eltern darüber reden können und er spürte, wie viel es ihm bedeutete, dass Hotsuma so hinter ihm stand. Schwer schluckend ergriff er die Hand des Blonden. Dieser blickte zu seinem Freund herunter und schien gerade erst zu realisieren, was er da gesagt hatte.
„Ich lasse mir von keinem dahergelaufenen Bengel in meine Familienangelegenheiten reinreden und schon gar nicht von dir!“, langsam stand Yoshihiro auf und seine Stimme war um einiges lauter geworden.
Bedrohlich schritt er langsam auf den Blonden zu.
„Du bist an allem Schuld! Du hast meinen Sohn so verdorben, ohne dich war er viel besser dran, sieh doch nur was du aus ihm gemacht hast! Ohne dich hätten wir diese ganzen Probleme doch überhaupt nicht! Du widerst mich an, verschwinde aus meinem Haus!“, brüllte der Grauhaarige und Shusei stellte sich schützend vor Hotsuma.
„Vater! Hör auf damit!“, Shusei platze nun eindeutig der Kragen. Seine Wut verdrängte die Angst.
„Ich habe es satt! Ich habe es so satt! Du tust was du willst und ich bin dir vollkommen egal. Ich lebe mein eigenes Leben und du hast kein Recht so über mich und über Hotsuma zu reden …“, da sah der Braunhaarige, wie sein Vater bereits die Hand hob und rasch kniff er die Augen zu. Nichts passierte.
Zögerlich öffnete er wieder seine Augen und sie weiteten sich, als er sah, dass Hotsuma den Arm seines Vaters festhielt und jener nur perplex den Blonden anstarrte.
„Wenn sie ihm auch nur noch einmal etwas antun …“, es war eine offene Drohung, leise aber effektiv.
Yoshihiro ließ den Arm sinken und sah seinem Sohn fest in die Augen.
„Shusei, du wirst dich von dem da trennen und Haruka heiraten, Ende der Diskussion.“
„Du kannst mich nicht zwingen!“, schrie Shusei ihn an. Seine Gefühle ließen ihn einfach nicht mehr klar denken und er hatte sich nicht mehr unter Kontrolle.
„Und wie ich das kann, ich bin dein Vater!“, das tiefe Brüllen seines Vaters schien den ganzen Raum vibrieren zu lassen.
„Und wie willst du das machen, wie? Sag es mir, Vater?“, das letzte Wort kam beinahe mit ein wenig Abscheu über Shuseis Lippen und er merkte wie sich seine Augen vor Wut mit Tränen füllten.
„Das ist mir egal, im Notfall bringe ich ihn um.“
Shuseis Gehirn und Herz setzten schlagartig aus. Hatte sein Vater das gerade wirklich gesagt? Das konnte nicht sein Ernst sein …
Der Braunhaarige stolperte zwei Schritte zurück, stieß gegen Hotsuma und dieser hielt Shusei rasch an den Schultern fest.
„Wie kannst du …“, mehr als ein Flüstern bekam er nicht aus seiner Kehle heraus. Sein Kopf war wie leergefegt. Sein Vater hatte ihm gesagt, dass er Hotsuma umbringen würde. Umbringen. Damit er Haruka heiraten konnte. Umbringen …
„Du bist nicht mein Vater … Ihr seid nicht länger meine Eltern!“, schrie er und die Tränen liefen ihm über das Gesicht.
Rasch drehte er sich um, packte Hotsuma bei der Hand und rannte aus dem Wohnzimmer in den Flur. Panisch öffnete er die Haustür und stolperte mit dem Blonden im Schlepptau aus dem Haus und die Straße entlang.
„Ich finde euch!“, vernahm er es noch dumpf an seinem Ohr, doch es kümmerte ihn schon kaum noch. Er wollte nur weg von hier, einfach nur weg. Rennen, bis ihn seine Beine nicht mehr trugen.
„Shusei! Shusei!“, abrupt riss den Gerufenen etwas nach hinten und er stolperte rückwärts an Hotsumas Brust.
„Shusei, bitte beruhige dich doch!“, die Stimme des Blonden holte Shusei wieder in die Wirklichkeit zurück und er brach sofort zusammen. Seine Knie gaben nach und nur mit Mühe verhinderte der Blonde, dass er umfiel. Fest hielt er ihn in seinen Armen und versucht ihn zu beruhigen.
„Shusei, ist ja gut, es ist vorbei. Beruhige dich, bitte.“
Aufbegehrend schlug der Braunhaarige mit seiner Faust gegen die Brust seines Freundes.
„Wie kannst du so etwas sagen, nachdem was gerade passiert ist? Hast du überhaupt zugehört? Hast du ihn gehört?“, die Stimme Shuseis klang in seinen eigenen Ohren schrill und fremd.
„Ja, das habe ich. Aber jetzt ist es vorbei, Shusei, es ist vorbei. Uns hält nichts mehr hier, verstehst du? Lass uns endlich von hier weggehen …“, doch Hotsuma kam nicht dazu, seinen Satz zu beenden.
„Hotsuma, hast du ihn nicht gehört, er will dich umbringen! Umbringen, verstehst du mich?!“, noch immer rannen die Tränen über Shuseis Gesicht.
„Das kannst du doch nicht einfach ignorieren!“, Hotsuma sah seinen Freund hilflos an, er wusste selbst ja nicht, wie er auf die Situation reagieren sollte.
„Shusei, ich …“, seine Stimme brach ab und er konnte nur stumm den Braunhaarigen beobachten, wie dieser immer noch herzzerreißend an seiner Brust weinte und seine Hand in sein Shirt krallte.
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