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Deep Silent Complete

von Saekki
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
23.05.2011
08.06.2011
18
30.662
4
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23.05.2011 1.500
 
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„Mama, erzählst du mir noch eine Geschichte?“, mit großen Augen saß der kleine Junge auf seinem Bett und hatte seinen Blick auf den Rücken seiner Mutter gerichtet, die gerade im Begriff war, das Zimmer zu verlassen.
Ein genervtes Stöhnen erklang, dennoch drehte sich die schwarzhaarige junge Frau herum.
„Aber nur, wenn du danach sofort einschläfst.“
Überglücklich nickte der Blonde rasch mit seinem Kopf und kuschelte sich in seine Bettdecke.
Die junge Frau war nun neben das Bett ihres Sohnes getreten und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
„Okay, also … es war einmal ein Mädchen, das war eine Wassernymphe und sie lebte mit all den anderen Wassernymphen zusammen in der Meereswelt. Dieses Mädchen war besonders, denn sie war die Königin aller Nymphen und hatte somit eine große Verantwortung.
Eines Tages griffen unheimliche Monster mit riesigen Zähnen die Nymphen an und vor Angst versteckten sie sich tief in den Meereshöhlen und hofften, dass die Monster wieder verschwinden würden. Aber das taten sie nicht und die Nymphen fingen an zu klagen und zu verzweifeln.
Da fasste das Mädchen einen Entschluss, sie musste eine Lösung für das Problem finden. Bei Nacht schlich sie sich aus den Höhlen und konnte unbemerkt an den Monstern vorbei. Das war ein großes Glück. Nun machte sich die Königin auf den Weg ans Ufer, denn dort sollte ein mächtiger Zauberer leben und die Königin hoffte, dass er den Nymphen vielleicht helfen könnte.
Sie schwamm viele Tage und viele Nächte und am Ende der dreizehnten Nacht erreichte sie müde und erschöpft das Ufer. Sie stieg aus dem Wasser und sah sich um. Da entdeckte sie nicht weit entfernt ein Haus am Waldrand stehen und sie machte sich auf den Weg.
Bei dem Haus angekommen, klopfte sie zaghaft und ein alter Mann öffnete die Tür. Die Nymphe fragte, ob er der mächtige Zauberer sei und der Alte nickte. Überglücklich erzählte die Königin dem Zauberer ihr Problem und als sie geendet hatte, legte der Mann seine Stirn in Falten.
„Ich könnte dir helfen, Königin der Nymphen, aber du musst einen hohen Preis dafür zahlen. Ich will dir lieber nicht helfen.“, sagte der Alte.
Da fing die Königin ganz bitterlich zu weinen an und der Zauberer bekam großes Mitleid.
„Nun gut.“, sagte er und griff nach seinem Zauberstab.
„Folge mir, Königin.“
Zusammen gingen die Beiden zum Ufer zurück und der Zauberer nahm die Königin bei der Hand.
„Ich werde diese Monster verscheuchen und sie werden niemals wiederkehren, aber dafür brauche ich deine Energie. Und wenn ich deine Energie benutzt habe, wirst du keine Nymphe mehr sein können. Du wirst dann nie wieder zurück ins Meer können.“
Die Königin bekam schreckliche Angst, sie wollte eine Nymphe bleiben und zurück zu ihrem Volk können. Aber sie musste den anderen Nymphen helfen.
Tapfer nickte sie und der Zauberer begann mit dem Zauberspruch. Als er fertig war, fühlte sich die Königin auf einmal sehr schwach und rasch ging sie Richtung Wasser.
„Königin! Ihr seid jetzt keine Nymphe mehr, Ihr könnt nicht schwimmen.“, rief der Zauberer besorgt.
Doch die Königin hörte nicht auf den Zauberer und sprang ins Wasser. Als sie den ersten Atemzug unter Wasser tat, bekam sie keine Luft mehr und würgte und hustete. Verzweifelt versuchte sie an die Wasseroberfläche zu gelangen, aber ihre Arme und Beine gehorchten ihr nicht.
Traurig musste der Zauberer mit ansehen, wie die Königin langsam unterging und niemals wieder sah jemand ihr Gesicht.“

Der kleine Junge hatte sich die Bettdecke bis zur Nasenspitze gezogen und seine Augen waren weit aufgerissen.
„Ist die Königin wirklich tot, Mama?“, seine Stimme klang dumpf unter der Decke hervor.
„Ja, weil sie nicht auf den Zauberer gehört hat.“, antwortete seine Mutter müde.
„Ab … Aber die anderen Nymphen sind gerettet, oder?“
„Ja, das sind sie. Die Monster treiben nun wo anderes ihr Unwesen.“
Der kleine Junge verkroch sie nun gänzlich unter der Bettdecke.
„Ich werde niemals schwimmen gehen, sonst fressen mich bestimmt die Monster.“, ein leises Schluchzen füllte den Raum.
„Wenn du meinst.“, und ohne ein weiteres Wort ging die Schwarzhaarige zur Tür, knipste das Licht aus und verließ den Raum.
„Mama, ich hab Angst …“

~~~

Mit einem lauten Gähnen rieb sich Hotsuma über die Augen und blinzelte dann vorsichtig gegen die Helligkeit an. Sein karges weißes Zimmer wurde von der morgendlichen Sonne geflutete und Hotsuma wollte sich gerade aufsetzen, da bemerkte er die Gestalt neben sich und ein sanftes Lächeln schlich sich auf sein Gesicht.
„Guten Morgen, du Schlafmütze.“, flüsterte der Blonde vorsichtig in Shusei Ohr, der daraufhin ein lautes Murren von sich gab.
„Ich schlafe noch.“
Leise lachte der Blonde und umschlang den Oberkörper seines Freundes. Dieser kuschelte sich auf der Stelle an ihn und ließ ein wohliges Seufzen erklingen.
„Viel besser.“
Nach weiteren fünf Minuten versuchte es Hotsuma noch einmal.
„Jetzt komm schon, du kleiner Morgenmuffel, oder willst du etwa den ganzen Tag verpennen?“, Hotsuma hatte den Griff um den Braunhaarigen gelöst und saß nun aufrecht im Bett.
Unerwartet schnell stützte sich Shusei auf seine Arme, den Rest seines Körpers in Bauchlage und sah seinen Freund mit halb zugekniffenen Augen an.
„Ich bin nicht klein.“
Hotsuma musste bei diesem Anblick einfach lachen.
Shuseis Haare standen in alle Richtungen ab und sein verschlafener Blick wurde noch gekrönt von den zwei riesigen Schlaffalten, die sich quer über seine rechte Backe zierten.
Liebevoll fuhr der Blonde durch die verwuschelten Haare seines Freundes.
„Du siehst zum Anbeißen aus.“, flüsterte er und küsste Shusei vorsichtig.
Shusei versuchte gegen die Versuchung anzukämpfen, scheiterte aber auf ganzer Linie. Hungrig erwiderte er den Kuss und fuhr dabei mit einer Hand über Hotsumas Wange.
„Sag mal,“, fragte Hotsuma plötzlich, als sie sich wieder getrennt hatten, „wie geht es dir eigentlich? Kopfschmerzen, Halsschmerzen?“
Shusei blickte verwirrt seinen Freund an, aber dann dämmerte es ihm langsam.
„Jetzt wo du es sagst … nein.“
„Na, da haben wir beide ja wohl riesiges Glück gehabt.“, grinste der Blonde und schwang sich übermütig aus dem Bett.
„Bleib hier!“, Shuseis Nörgeln brachte Hotsuma schon wieder zum Lachen.
„Jetzt komm schon, Shusei. Du willst doch wohl nicht etwa wirklich den ganzen Tag im Bett rumliegen, oder?“
Shusei vergrub seinen Kopf in dem Kopfkissen und nuschelte eine Antwort.
„Nicht, wenn ich hier alleine rumliegen muss.“
„Tja, dann würde ich vorschlagen, dass du deinen Hintern bewegst.“, konterte der Blonde und machte keine Anstalten wieder ins Bett zu kommen.
„Ach, du bist gemein.“, und beinahe in Zeitlupe schälte sich der Braunhaarige langsam aus der Bettdecke und stand, sich streckend, auf.
„Denkst du meine Sachen sind schon trocken?“, Shusei rieb sich seine Augen und machte sich, ohne eine Antwort abzuwarten, auf den Weg ins Badezimmer.

Als er wieder in Hotsumas Zimmer trat, sah er seinen Freund auf dem Bettrand sitzen, die Arme auf die Knie gestützt. Shusei runzelte die Stirn, als Hotsuma nicht einmal aufsah, als er den Raum komplett betreten hatte.
„Hotsuma? Alles in Ordnung?“
Der Blick des Blonden traf den Braunhaarigen.
„Warum hast du gestern so lange gebraucht, um hierher zu kommen?“
Shuseis Stirn zog noch größere Falten, dann weiteten sich seine Augen und er seufzte erschöpft.
„Dir kann man aber auch nichts verheimlichen …“, schon sah er, dass Hotsumas aufbegehren wollte, doch rasch besänftigte er ihn.
„Keine Sorge, ich wollte es dir nicht verheimlichen, nur gestern hat es sich irgendwie … nicht ergeben.“
Der Blonde sah ihn aufmerksam an und Shusei setzte sich neben ihn.
„Sie hat es ihnen erzählt.“
„Wer hat wem was erzählt?“, sein Freund konnte ihm offensichtlich nicht folgen.
„Haruka hat es meinen Eltern erzählt. Das von uns.“
„Oh.“
„Ja, genau.“
Hotsuma ergriff Shuseis Hand.
„Und?“
„Sagen wir, Begeisterung war es nicht gerade. Ich hab überreagiert und bin abgehauen. Ich will gar nicht wissen, was jetzt passiert, wenn ich nach Hause komme.“
„Was ist denn genau passiert?“, Hotsuma sah seinem Freund fest in die Augen.
„Haruka ist gestern einfach bei uns zu Hause aufgetaucht und hat meinen Eltern von uns erzählt. Meine Eltern haben mich damit konfrontiert, ich habe nicht mal versucht es abzustreiten. Mein Vater hat mir verboten dich wieder zu sehen. Aber das letzte Wort wurde gestern definitiv noch nicht gesprochen, da kannst du Gift drauf nehmen.“, Shusei vergrub sein Gesicht in seinen Händen und Hotsuma fuhr ihm liebevoll durch die Haare.
„Lass uns zusammen mit ihnen reden, okay?“, murmelte der Blonde.
Shuseis Kopf fuhr in die Höhe.
„Bist du verrückt? Denkst du denn, das ändert irgendetwas? … Außerdem habe ich Angst, dass mein Vater seine Wut an dir auslässt.“, die Stimme des Braunhaarigen wurde immer leiser, doch Hotsuma verstand.
„Shusei, was gibt es jetzt noch zu verlieren? Wir wissen nicht was passiert, wenn wir es nicht versuchen. Sie wissen es jetzt eh schon, was kostet es uns, wenn wir versuchen ihnen die Sache vernünftig zu erklären. Bitte, Shusei.“
Der Braunhaarige suchte den Blick seines Freundes und sah ihn für wenige Augenblicke stumm in die Augen.
Dann nickte er und Hotsuma schenkte ihm ein liebvolles Lächeln und einen langen Kuss.
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*Kleine Anmerkung* Die Geschichte von Hotsumas Mutter ist mit Absicht so furchtbar geschrieben, ich wollte vermitteln, dass sie keinerlei Einfühlvermögen besitzt und Hotsuma damit noch mehr verschreckt.
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