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Deep Silent Complete

von Saekki
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
23.05.2011
08.06.2011
18
30.662
4
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23.05.2011 1.333
 
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Nervös ging Shusei vor dem Zimmer mit der Nummer 738 auf und ab. Seine Schritte hallten durch den weißen, sterilen Flur und grelle, weiße Lampen tränkten seine Gestalt in ein kaltes Licht.
Er wartete zwar erst seit zehn Minuten vor besagtem Zimmer, aber da er nicht bei der Untersuchung zugelassen war und somit draußen warten musste, vergingen diese zehn Minuten in einem quälend langsamen Tempo.
Ein Klicken ließ den Braunhaarigen seinen nervösen Lauf unterbrechen und hastig blickte er zu der sich gerade öffnenden Tür des Behandlungszimmers.
„Sagen Sie, Herr Doktor, wie geht es ihm?“, Shusei sah den Mann händeringend an.
Der schwarzhaarige Mann lachte freundlich.
„Machen Sie sich keine Sorgen, es ist nichts Ernstes. Er hat nur ein paar Prellungen und Schürfwunden, aber ansonsten fehlt ihm nichts.“, aufmunternd legte der Mann, den Shusei auf Mitte vierzig schätzte, eine Hand auf die Schulter des Braunhaarigen.
Shusei nickte nur und verkniff sich seinen Kommentar, dem ihm angesichts der Äußerung des Arztes auf der Zunge lag und lächelte nur freundlich.
„Danke. Kann ich zu ihm?“
„Selbstverständlich.“, der Arzt verabschiedete sich mit einem kurzen Kopfnicken und ging den langen Flur hinunter.
Kaum war der Arzt um die nächste Ecke verschwunden, öffnete Shusei ruckartig die weiße Holztür zum Behandlungszimmer.
„Hotsuma, wie geht es …“, er stockte mitten im Satz, als sein Blick auf Hotsuma fiel, der mit freiem Oberkörper auf dem Behandlungstisch saß und gerade anscheinend von einer Krankenschwester einen Verband angelegt bekam. Shuseis Blick fiel ungezügelt auf die dunklen Flecke auf der Seite seines Freundes und ebenfalls konnte er eins-zwei rote Striemen erkennen, die sich quer über seine Brust zogen.
Eine peinliche Stille legte sich in dem Raum nieder.
„Ent … entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht bei Ihrer Arbeit stören.“, diese gestammelte Entschuldigung galt der Krankenschwester, aber diese ließ sich gar nicht großartig von ihm stören, sondern konzentrierte sich auf den Verband.
„Es sieht viel schlimmer aus, als es ist.“, die Stimme des Blonden hallte durch den stillen Raum und der Braunhaarige wandte seinen immer noch schockierten Blick von dem geschundenen Körper zu den Augen des Blonden.
„Jetzt lüg mich nicht an.“, Shusei versuchte ein Lächeln, scheiterte aber kläglich.
Er fühlte sich furchtbar. Sein Freund hatte die Konsequenzen für seine Probleme tragen müssen und saß nun in diesem Raum, wegen ihm. Ja, wegen ihm. Es war nun mal seine Schuld, dass er es war, der Haruka heiraten sollte und er war es, der sich lieber dazu entschlossen hatte, für Hotsumas und seine Liebe zu kämpfen. Und das hier sah alles andere als nach einem Sieg aus.
„Shusei?“, riss ihn die Stimme Hotsumas aus seinen Gedanken.
Erst jetzt bemerkte der Braunhaarige, dass er noch immer in der Tür stand, eine Hand auf der Klinke und Hotsuma vermutlich mit einem schmerzenden Blick ansah. Langsam trat er ganz in den Raum und stellte sich stumm neben den Blonden.
„So“, die Krankenschwester verknotete den Verband sorgfältig und wandte sich dann an Hotsuma, „in zwei Tagen kommen Sie bitte wieder, dann wechseln wir Ihren Verband noch einmal. Für die nächsten zwei Wochen meiden Sie bitte jegliche körperliche Anstrengung, verstanden?“
Hotsuma nickte und bedankte sich bei der Krankenschwester, die kurz darauf auch den Behandlungsraum verließ.
Sobald die Frau den Raum endgültig verlassen hatte, trat Shusei vor seinen Freund und ergriff seine Hand.
„Es tut mir so Leid.“, leise murmelte er diese Worte und sah dem Blonden dabei fest in die Augen.
Hotsumas Blick wurde ungewohnt ernst.
„Hör auf damit, Shusei. Es gibt nichts, für das du dich entschuldigen musst.“
„Doch, und das …“, setzte der Braunhaarige an, aber sofort legte der Blonde ihm einen Finger auf die Lippen.
„Nein. Hör auf damit, bitte … Shusei, es ist wirklich alles in Ordnung. Der Arzt hat gesagt, dass ich nur Prellungen habe und Schürfwunden, die werden mich schon nicht umbringen.“
Ein breites Grinsen entstand auf dem Gesicht des Blonden.
„Und natürlich dieses kleine Geschenk hier.“, mit seiner Rechten berührte er leicht sein bereits nun stark geschwollenes Auge, das dunkel umrandet in seinem Gesicht prangte.
Shusei konnte es nicht verhindern, dass seine Mundwinkel doch ein wenig nach oben wanderten.
„Selbst mit diesem Ding bist du immer noch wunderschön.“, flüsterte er und flink stahl er dem Blonden einen flüchtigen Kuss.
Hotsumas Lachen drang durch den Raum.
„So gefällst du mir schon besser.“
Rasch zog er den Braunhaarigen an seinem Kragen zu sich und legte seine Lippen verlangend auf Shuseis. Leidenschaftlich tauschten sie mehrere Küsse und ließen vorsichtig ihre Zungen miteinander Bekanntschaft machen.
Shusei unterbrach ihre Nähe abrupt und schenkte seinem Freund einen gespielten tadelnden Blick.
„Also Hotsuma, die Schwester hat doch gesagt, keine körperlichen Aktivitäten!“, er grinste breit.
Der Blonde lächelte belustigt.
„Aber das ist doch die einzige Medizin, die mir hilft, schnell wieder gesund zu werden.“
Vorsichtig ergriff er Shuseis Hand und drückte sie leicht. Shusei erwiderte den Druck augenblicklich.

Shusei zog die Tür hinter sich zu und ließ seiner Kehle einen tiefen Seufzer entweichen.
Er hatte Hotsuma nach Hause gebracht, er hatte es dem Blonden strikt verboten heute in die Uni zu gehen und nach einigem hin- und herdiskutieren, hatte dieser resigniert. Shusei hatte sich in Hotsumas Haus versichert, dass sich sonst niemand in den Räumen aufhielt und alle Fenster geschlossen waren. Hotsuma hatte ihn zwar als paranoid betitelt, aber Shusei war es egal. So etwa sollte - durfte nicht noch einmal geschehen.
Nachdem sich der Braunhaarige versichert hatte, dass es seinem Freund an nichts fehlte und dieser ihm mehrmals hoch und heilig versprochen hatte, das Haus heute nicht mehr zu verlassen, entschied Shusei sich Hotsuma seine Ruhe zu lassen und sich wieder auf den Weg zur Universität zu machen. So würde er wenigstens nicht den ganzen Unterricht an diesem Tag verpassen.
Langsam schlug der Braunhaarige, nun schon zum zweiten Mal, für diesen Tag besagten Weg ein und kramte in seiner Tasche nach seinem Handy. Darauf hatte er schon den ganzen Tag hingefiebert.
Rasch rief er in seinem Anrufspeicher die letzten Anrufe der letzten vierundzwanzig Stunden auf und lächelte triumphierend, als er fand was er suchte.
Sein Herz ging aufgrund seines inneren Gefühlschaos schneller und ein monotones Tuten klang an sein Ohr, während er die engen Gassen entlang lief.
„Hallo?“, erklang auf einmal eine helle Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Bist du vollkommen bescheuert?“, wütend keifte Shusei in sein Handy.
„Shusei? Bist du das?“
„Wer würde sonst allen Grund dazu haben, dich das zu fragen?“
„Aber warum bist du denn so …“, doch der Braunhaarige konnte sich nicht mehr zusammenreißen, seine Geduld riss mit einem leisen Knall.
„Jetzt hör auf das Unschuldlamm zu spielen, Haruka! Du weißt ganz genau, was ich meine und ich frage dich, wie du nur so etwas tun konntest. Er hätte sterben können, verdammt noch mal! Denkst du etwa, du bekommst so das, was du willst, denkst du, ich könnte mich jetzt eher damit anfreunden, dich zu heiraten? Sag es mir!“, Shuseis Stimme war immer lauter geworden und die vereinzelten Passanten, die ihm entgegen kamen, sahen ihn stirnrunzelnd an.
„Du hast es also herausgefunden.“, Harukas Stimme klang ernst.
„Allzu schwer war es ja nicht!“, spottete der Braunhaarige trocken.
„Shusei … ich habe es dir schon mehrmals gesagt, ich bekomme immer was ich will, also warum gibst du nicht einfach auf? Es würde dir und vor allem deinem Freund viel Leid ersparen. Du weißt, dass das alles deine Schuld ist, nicht wahr?“
Shuseis Gesicht versteinerte. Sie hatte mitten ins Schwarze getroffen.
„Dein Schweigen verrät mir, dass ich Recht habe. Also, du willst doch bestimmt nicht, dass so etwas noch einmal passiert, oder?“
Shusei erwachte aus seiner Starre und spürte, wie ihn schlagartig die Wut übermannte.
„Du bist einfach das Letzte, Haruka. Ich habe noch nie einen so rücksichtslosen und egoistischen Menschen wie dich kennen gelernt. Du widerst mich an. Und ich schwöre dir, wenn du es auch nur noch einmal wagst, dich Hotsuma auch nur zu nähern, werde ich …“
„Ja? Was dann Shusei, wirst du mich etwa schlagen? Ich glaube kaum, dass du eine Frau schlagen könntest!“, ihr Lachen triefte nur so vor Häme.
„Glaub’ mir, bei dir könnte ich sofort eine Ausnahme machen.“
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