Bis du meine Trauer trinkst

von LumCheng
GeschichteDrama / P18 Slash
21.05.2011
21.05.2011
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Bis du meine Trauer trinkst

Author: LumCheng
Beta: Umi, my precious awesome sexy Wifey <3
Part: 1/1 (oneshot)
Fandom: Togainu no Chi
Disclaimer: Die Charas gehören nich mir!
Pairing: Keisuke/Akira, Motomi/Akira
Rating: MA
Warnings: yaoi, lemon, dark, drama, non-con, violence
Summary/Note: Keisuke und Akira zerbrechen aneinander.
Contact: Batdriven[at]googlemail[dot]com

~*~


Da is der Spinner wieder. Der, der nie Emotionen zeigt, mit Worten stets sparsam ist.

Er kommt jeden Abend, auf die Sekunde genau, sieht aus, als wenn er nicht in diesen Teil der Stadt gehört, als wenn jemand ihn zwingt etwas zu tun, was er nicht will. Er hat immer diesen gewissen Gesichtsausdruck, selbst wenn er seinen Blick gesenkt hält.

Du fragst dich, was er mit all dem Line macht, das er eintauscht. Er nimmt sicher nicht alles selbst und er vertickt es auch nicht weiter - dafür sorgen wir schon.

Aber der Große mit den braunen Haaren kommt manchmal mit. Der Kerl ist 'n Junkie. Er versteckt es gut, aber... wenn man so lange dabei ist wie ich, dann realisiert man so was schnell. Dieser hungrige, irre Blick in seinen Augen, den alle Süchtigen haben. Egal ob es Alkohol, Rachsucht oder Line ist. Zur Hölle, sogar Liebe - tief in ihren Augen haben sie alle den gleichen Ausdruck.


Da ist der Spinner wieder und sieht aus als wenn er das, was er tut, hasst. Du fragst dich, warum er es überhaupt tut. Fragst dich, was er mit dem Junkie zu schaffen hat.

...fragst dich, ob er vielleicht auch süchtig ist.


***


„Ich will dein Mitleid nicht“, schreit Keisuke.

Sein Messer blitzt im schwachen Licht der Nachttischlampe und der Bastard ist verrückt genug, das Ding nach ihm zu werfen.
Akira bleibt dort stehen wo er ist, seine Wangen färben sich dunkler. Sein Dogtag und die Kette fallen klirrend zu Boden, die einzelnen Kugeln hüpfen über das Holz.

„Ich wollte nicht---“

„Halt endlich die Fresse!“

Keisuke hat wieder schlechte Laune, die Art schlechter Laune, die mit Fleischwunden und oft auch mit Gunji's hyänenhafter Lache enden.
Akira zuckt mit den Schultern und dreht sich um. Mach nur, töte mich; denkt er, aber sagt nichts.

Keisuke knurrt und ballt die Fäuste.

„Fick dich!“, ruft er und stürmt zur Tür um erneut daran zu rütteln. Nach wie vor abgeschlossen.

Akira geht zum Bett und legt sich schweigend hin.


***


August. Neun Uhr abends. Saurer Regen fällt auf die Stadt. Heißer Nebel steigt auf, zieht durch die dunklen Gassen, hüllt die Straßen in Schweigen.

Ein junger Mann steht am Fenster, starrt hinaus in die Dunkelheit. Seine Haltung ist gekrümmt, zeugt von Erschöpfung, seine rechte Hand berührt das kalte Glas.

Ein Junge nähert sich ihm, das graue Haar wirkt stumpf und glanzlos im Licht des Kerzenscheins. Er trägt eine kleine Flasche Wasser bei sich, bietet sie dem anderen an, und jener nimmt sie schweigend entgegen.

August. Neun Uhr abends. Bald haben sie es geschafft.


***


Keisuke ist wieder high.

„Komm schon, Akira, lass uns ficken“, sagt er. Er reibt seinen Schritt an Akiras Bein, und seine rechte Hand macht sich am Reißverschluss des anderen zu schaffen, während die Finger seiner linken Hand sich um Akiras Kehle schließen, immer fester zudrücken.
„Akira…“, raunt er.

Das warme Braun ist gänzlich aus seinen Augen verschwunden.

Akira wischt sich mit der Hand über das Gesicht, bevor er gewaltsam die Finger von seinem Hals löst.

„Ich sollte nein sagen. Weißt du das? Ich sollte dich verdammt noch mal davon abhalten!“

Keisuke lacht und lässt sich auf den Boden fallen, zieht den anderen mit sich.

„Aber du tust es nicht, Akira“, säuselt er. „Du tust es nicht, nicht, nicht. Und du liebst mich, du törichter Narr!“

„Ich hasse dich“, flüstert Akira. Er küsst Keisuke hinterm Ohr, dann seinen Hals. „Du stinkst widerlich. Dein Körper ist im Arsch. Wie hältst du das nur aus?“

Er streicht über den Oberkörper und beißt ihm in die linke Brustwarze. „Du isst nichts mehr, bist nur noch Haut und Knochen“, murmelt er gegen schweißnasse Haut.

Keisuke befördert Akira mit einem plötzlichen Ruck unter sich, zieht seine Hose weiter runter und streift sie schließlich vom rechten Bein, lässt sie achtlos am linken Knöchel hängen.

„Du bist widerlich. Ich hasse dich abgrundtief.“

Keisuke lacht, redet unzusammenhängendes Zeug, kichert und zieht an Akiras grauem Haarschopf. Kurze Nägel bohren sich in seine Oberarme.

„Ich hasse dich“, sagt Akira. Er will ihn schlagen.

Keisukes Schwanz ist schon hart und streift seinen Oberschenkel, als der sich wieder runterbeugt, „Ich hasse dich.“ Akira rutscht ungeduldig auf dem harten Boden hin und her. Sein Körper ist angespannt, zittert. „Mach schon!“

Keisuke spreizt Akiras Schenkel noch weiter und dringt ein. Unter ihm; Akira drückt den Rücken durch und stöhnt, bevor sein Körper wieder zurück auf den harten Holzboden fällt.

„Akira, Akira... ngh-“

Akira schließt seine Augen. Er will es nicht sehen. „Ich hasse dich, ich hasse dich, verfickt noch mal“, keucht er.

Und dann.

„Keisuke, du musst damit aufhören, bitte, ich hasse dich, oh Gott...“

Er kommt.

Und Keisukes irres Gelächter erfüllt das Zimmer.


***


„Entscheide dich, verdammt noch mal“, knurrt Keisuke, „und wage es nicht mich anzulügen!“

Akira ist gegen die Wand gepresst, Keisukes Messer an seine Kehle. Als hätte ich eine Wahl; denkt er.

„Ja“, sagt er. „Sorry, wusste nicht, dass du auch scharf auf Rin bist.“

Keisuke schlägt ihn daraufhin, die Faust kollidiert mit seinem Kiefer.

„Du verfickter Scheißkerl!“, schreit er. Das Messer schliddert über die Holzdielen.

Akira spuckt Blut. „Du Arsch, du bist doch bloß eifersüchtig.“

Er lacht, hässlich und höhnisch, wie jemand, der es nicht gewohnt ist; und rammt seine Schulter in Keisukes Magen. Sie stolpern beide zu Boden.

„Ich werde dich umbringen“, zischt Keisuke. Er greift nach Akiras Haar und zerrt seinen Kopf zurück, leckt ihm über die Wange, darauf bedacht nicht mit dem Blut in Berührung zu kommen.

„Fick dich.“

„Du gehörst mir, verdammt noch mal.“

Keisuke ist so wütend, dass er sich selbst auf die Zunge beißt. Rot läuft es aus seinem Mundwinkel - hinab bis zum Kinn, als er Akiras Hose ruckartig nach unten zieht. Seine Finger schließen sich um Akiras Kehle und er dringt ein; hart.

Akira fühlt, wie das empfindliche Gewebe einreißt, der Muskelring sich spannt und verkrampft; ein heiserer Schrei dringt aus seiner Kehle.
Er bebt, und wird dennoch hart als er kämpft um sich zu befreien.

Keisuke holt ihm mit seiner freien Hand einen runter. „Komm schon, Schlampe“, zischt er. "Du machst für jeden hier die Beine breit, hn?!"

Akira zappelt unter ihm, seine Muskeln verspannen sich noch mehr, sein ganzer Körper erzittert in einem letzten Versuch Luft zu erringen. Seine Nägel haben sich durch Keisukes Haut gebohrt; feuchte rote Linien zieren dessen Arm, das Gesicht.

Hinter seinem grauen Pony verdrehen sich Akiras Augen. Nur noch zehn Sekunden und er ist tot.
Keisuke nimmt die Hand weg und dringt erneut ein.

So eng. So heiß. Der Orgasmus bricht über beide herein wie eine Flutwelle, obwohl Akira hyperventiliert, obwohl Keisuke blutet.

Keisuke bricht auf dem Boden zusammen. Er lauscht dem Geräusch von Akiras Husten, seinem pfeifenden Atem.

Morgen werden sie beide erledigt sein.


***


Keisuke, er ist so überzeugend.
Du schaust auf sein strahlendes, albern-süßes Lächeln und seinen Eifer, dir zu gefallen, und denkst: Nur ein weiterer fröhlicher Idiot. Keine Tiefe, keine Schichten, kein Gehirn, lediglich diese optimistische Einstellung und das niedlich Gesicht.

So überzeugend.

Oberflächlich, denkst du. Flach, süß, nix in der Birne. Keine Substanz, keine Fülle, alles ist Oberflächenniveau, ein offenes Buch.

Nur, dass du dich irrst.

Keisuke. Er ist so überzeugend.


***


Erwacht.

Er presst seine Hand gegen sein feuchtes, klebriges Gesicht; seine Brust hebt und senkt sich in wilden, flachen Atemzügen; er ist erwacht.

Er stolpert ins Badezimmer, wo das gelbliche Licht seine Augen blendet. Das Wasser ist kalt auf seiner Haut, und er zittert.

Im Spiegel ist sein Gesicht - bleich - und dunkle Ringe umranden seine Augen. Sein Mund schmeckt nach Krankheit und er spuckt ins Waschbecken.

Diese stillen, namenlosen Alpträume, die seinen Schlaf heimsuchen - er kann sich nicht erinnern.

Keisuke kann sich nicht erinnern, was ihm Angst macht. Er weiß nur, dass er wach ist.


***

Es beginnt beinahe unschuldig.
Gelegentliche Treffs in der Bar, ein Drink, ein Versprechen nach mehr - kleine Dinge.
Zufälle. Glück. Namen, Fragen, Erkenntnisse. Schicksal.

Motomi hat schon früh gelernt, Gelegenheiten nicht auszuschlagen.

Akira sitzt auf dem Hotelbett, bereits halb nackt, als Motomi rauchend das Zimmer betritt.

Mit Bedacht drückt er die Zigarette im Aschenbecher auf dem Nachtschrank aus.

„Was plant Keisuke?“

Akiras Mund verzieht sich, ein zynisches Lächeln, verzerrt in dem Schein der Lampe.

„Vorsicht. Sonst könnte ich noch denken, dass du mich nicht mehr liebst.“

Es ging niemals um Liebe.

Motomi zieht seine Schuhe aus und streift sich die Socken ab, knöpft sein Hemd weiter auf, zieht die Hosenträger von den Schultern. Hemd und Hose sinken zu Boden, bevor er sich bückt und sie ordentlich über die Stuhllehne faltet.
Akira schaut ihm zu, seine Augen undurchschaubar hinter grauen Strähnen.

“Akira”, sagt Motomi leise. Er setzt sich rittlings auf die Beine des Jüngeren und presst ihre Lippen aufeinander. Sein Mund ist heiß und schmeckt nach Rauch. Ihre Zungen berühren sich in einer Verhöhnung von Intimität.

Akiras Hände streichen über Motomis Brust und jener drückt ihn auf das Laken nieder, zwingt Akiras Knie auseinander. Ihre Hüften streifen sich und Akira stöhnt unter ihm.

„Zieh deine Hose aus“, sagt Motomi. Er leckt über eine der Brustwarzen, während Akira mit seinem Reißverschluss kämpft.

„Was wird Keisuke als nächstes tun?“

“Zur Hölle, Motomi”, murrt Akira. Motomi greift nach dem halb harten Schwanz, fühlt den rauen Jeansstoff an seiner Haut.

„F-aah... fuck!“

Der Geruch von Schweiß und Deodorant liegt in der Luft, vermischt sich mit dem Zigarettenqualm.

Motomi dreht ihn um, fickt ihn, Brust an Rücken, die Hand schließt sich um seinen Schwanz.
Es ist hart und kurz und schnell und unerfüllt und leer. Der Orgasmus ist mehr ein Reflex, als ein Empfinden, und anschließend liegen sie nackt auf dem Bett, schnappen nach Luft, fühlen sich ausgebrannt.

Dann fängt Akira an zu reden, erzählt von Keisukes formlosen Plänen und Ideen.
Motomi speichert die Informationen ab, starrt an die Decke, den kaputten Ventilator.

Er zieht sich an, um zu gehen. Akira macht keine Anstalten es ihm gleich zu tun.

„Soll ich das Licht ausmachen?“, fragt Motomi, seine Hand bereits nach dem Schalter der Nachttischlampe ausgestreckt.
Akira greift nach seinem Arm, ein panischer Halbinstinkt.

„Nein, nicht! Ich hasse die Dunkelheit.“


***


Seine Hand zittert.

Muskelkontraktionen, unbeabsichtigt. Ein Unfall. Es war nicht geplant.

Die Nadel dringt tief ein, durchsticht Haut und Muskeln und Adern. Rote Spritzer auf weißen Laken.

Akira bewegt sich nicht.

Keisuke zuckt, zieht hastig die Nadel raus und hemmt den aufkommenden Blutschwall mit seinem Ärmel.

"Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße", flüstert er. Er hat niemals auch nur daran gedacht Arzt zu werden.

Er wirft die Kanüle gegen die Wand, rauft sich die Haare und schließt die Augen.

Die gestohlene Infusion tropft weiter.

Und weiter.

Und weiter.

...