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American Dragon - Rot & Grün

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Arthur "Spud" P. Spudinski Fu Dog Jacob "Jake" Long / American Dragon Luong Lao Shi OC (Own Character) Trixie Carter
18.05.2011
29.09.2013
19
16.199
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18.05.2011 892
 
Weinrot, Elfenbein & ein Gegenangriff

Ein heller Schrei gellte durch die verlassenen Gassen an der Schule. Knurren war zu hören, erneute Schreie, weiteres tiefes Grollen.
“Hilfe!!”, kreischte ein junges Mädchen aus Leibeskräften, zerrte an ihrer Handtasche, in deren Stoff die spitzen Zähne eines grauen Hundes verkeilt waren.

Das Mädchen war dunkelhäutig und sah sich immer wieder um, blickte in den wolkenverhangenen Himmel, und auch der seltsame, faltige Hund schien nicht ganz bei der Sache zu sein. Plötzlich war ein Rauschen zu hören, ein Schatten glitt die Mauern der Häuser entlang. Immer und immer wieder umkreiste das schlangenartige Wesen den Hund und das Mädchen aus sicherer Entfernung.

Jake und Lao Shi reagierten blitzschnell. Mit aller Kraft schleuderten sie das mit Eisenkugeln beschwerte Fangnetz auf das Wesen, das von der unerwarteten Kraft der Falle nach unten gerissen wurde. Hart kam es auf dem dreckigen, feuchten Teer der Gasse auf. Benommen blinzelte es noch ein paar Mal, bis es das Bewusstsein verlor.

Trixie pfiff lautstark durch die Finger und die zwei Drachen kamen hinter den Schornsteinen vom Dach geflogen, sahen sich ihre Beute stolz an. Fu seufzte erleichtert. Lange hätte er die Rolle des gemeingefährlichen Hundes nicht mehr durchgehalten.
“Da ist uns aber ein dicker Fisch ins Netz gegangen, was?”, grinste Jake selbstzufrieden, als Spud wie besprochen mit einem Eimer Wasser um die Ecke kam.
“Oh, darf ich, darf ich? Darf ich bitte?”, bettelte er und hibbelte mit dem Eimer und Jake nickte schnell, bevor noch das ganze Wasser draufging. Mit ordentlichem Schwung entleerte Spud den Eimer über dem länglichen, weinroten Kopf des Drachen am Boden, der daraufhin aufschreckte und panisch im Netz zu zappeln begann.

Grinsend traten Jake, Trixie und Spud an das Tier, das sie nun aus tiefblauen Augen wütend ansah.
“Na, Leon, hat es sich ausgerettet?”, feixte Jake und beobachtete die Züge des Drachen. Dieser knurrte leise und spie Feuer gegen das Netz.
“Vergiss es!”, meldete sich Fu, “Das Teil ist vollkommen Drachenkraft-resistent!”
Erschrocken sah der Drache den sprechenden Hund an. Trixie kicherte über den Ausdruck und auch Spud konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen.

Auf einmal zogen sich die Wolken vor dem Mond zurück und sein kaltes Licht erhellte die dunkle Gasse. Jetzt sahen die Drachenfänger die ganze Schönheit des Gefangenen. Seine königsblauen Augen glänzten im Mondlicht wie Diamanten, sein weinroter Körper war dünn und muskulös, die Krallen waren von einem seltsamen Elfenbein, wirkten fast durchsichtig. Eigenartige, wellenähnliche, bernsteinfarbene Ornamente zogen sich die Flanken des Drachen entlang, endeten in der dreieckförmigen Schwanzspitze. Die Ohren waren lang und zugespitzt wie die eines Rehs, ragten aus wuschligen, dunkelroten, an einen Irokesen erinnernden Haaren heraus. Die Flügel waren groß, bernsteinfarben, fast wie die einer Fledermaus.

Mit den Vorderpranken versuchte der Drache, sich aus dem Netz zu befreien, während der Schwanz hin und her schwang.
“Okay, hey, hör mal her, du Superman!”, sagte Jake und versuchte, die aufkeimende Bewunderung zu unterdrücken.
“Ich bin ganz Ohr, Jake Long!”, fauchte der Drache und sah ihn aus den zu Schlitzen verengten Augen an.

“Es kann ja sein, dass der Rat der Meinung war, dass ich das mit den Nymphen nicht hinkriege, aber da hat er sich geschnitten, klar?! Du kannst deinem dummen Rat ausrichten, dass ich das schon geschaukelt kriege!”, wetterte Jake und hielt dem Blick des Drachen stand.
“Aber bevor du abzischst, gibst du mir noch deine Handynummer, okay?”, grinste Trixie und zückte ihr Handy. Auf das Gesicht des Drachen legte sich ein charmantes Lächeln, doch hätten die Fänger genau hingesehen, hätten sie die List gesehen, die in den Mundwinkeln lauerte.
“Klar, komm her. Ich speichere sie dir ein, Trix”, sagte er sanft und streckte die Drachenpranke durchs Netz. Trixie kicherte aufgeregt und wurde rot aufgrund der Tatsache, dass Leon ihren Spitznamen kannte, und ging ihm entgegen.

Jake stöhnte entnervt und als er den Sinn der plötzlichen Freundlichkeit des Drachen verstand, war es bereits zu spät.

Der Drache griff mit einer Pranke nach Trixies Arm, zog sie zu sich, legte eine spitze Elfenbeinklaue an ihre Kehle. Mit einem Aufschrei ließ das Mädchen das Handy fallen, das mit einem Klirren auf den Boden fiel und sich zweiteilte.
“So, jetzt hörst du mir mal zu, Jake Long!”, grollte der Drache und festigte seinen Griff um Trixies Arm.
“Der Rat hat mich geschickt, um dich zu unterstützen, da hast du recht! Aber sie haben dir niemals unterstellt, etwas nicht auf die Reihe zu kriegen! Und der andere Grund für mein Auftauchen ist, dass bei mir gerade tote Hose ist! Ich habe nichts zu tun!”
Jake sah ihn an.

“Das ist aber keine Erklärung dafür, mir meine Arbeit zu klauen!”, konterte er dann.
“Ich bin nur gekommen, weil du nicht da warst!”, gab der Drache zurück.
“Ich war wohl da! Da oben!”, knurrte Jake und deutete mit dem Finger auf den Schornstein hoch über ihnen.
Schnaubend sah der Drache ihn an, hektisch huschten die Pupillen hin und her.
“Lass mich raus!”, sagte er dann scharf und deutete mit der Schnauze auf Trixie.

Jake schob die Brauen zusammen und studierte die Züge des Drachen, dann grinste er.
“Du würdest ihr eh nichts tun!”, sagte Jake triumphierend.
“Du kennst mich nicht!”, entgegnete der Drache und grinste fies.
“Ach! Du bluffst nur!”, meinte Jake fest.
“Riskierst du´s?”, fragte der Drache nach und hob herausfordernd die Brauen.
Jake hielt den Atem an. Spud suchte in seiner Hosentasche krampfhaft nach einem Bonbonpapier.
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