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American Dragon - Rot & Grün

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Arthur "Spud" P. Spudinski Fu Dog Jacob "Jake" Long / American Dragon Luong Lao Shi OC (Own Character) Trixie Carter
18.05.2011
29.09.2013
19
16.199
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18.05.2011 701
 
Grün

Kurz bevor die Nymphen aus dem Central Park gingen, blieben sie vor dem großen Tor stehen und eine von ihnen erhob die Stimme:
“Heute dürfen wir uns wieder mal New York ansehen! Also benehmt euch! Nicht schreien, nichts Auffälliges tun, nicht singen! Keine Freunde suchen, niemandem irgendwas von euch erzählen! Verstanden? Dann los! Und ach ja - mindestens zu viert! Und ihr wisst, vor Sonnenaufgang seid ihr alle wieder im See, kapiert? Wer das nicht schafft, wird sehen, was er davon hat!”
Dann zogen die Mädchen los.

“Huiuiui! Ganz schön streng, die Lady!”, meinte Jake und schwebte den Wesen nach. Sein Großvater nickte.
“Zu Recht. Jede freie Nymphe ist eine Gefahr für alle anderen. Bis heute ist nur eine Nymphe verschütt gegangen. Aber um das zu verhindern, sind wir ja jetzt hier!”
Jake war hellhörig geworden.
“Denen ist eine verloren gegangen?”

“Ja. Das ist länger her. 16 Jahre oder so. Sie hieß Lori. Sie hatte sich in einen Barmann verguckt und sich die ganze Nacht mit ihm unterhalten, denn wer kann schon der Stimme einer Nymphe widerstehen? Jedenfalls war sie noch nicht sehr alt… 17 ziemlich genau. Du weißt ja, Nymphen werden sehr alt, bis 300 Jahre, sie werden jugendlich und bleiben jugendlich, ihr ganzes Leben lang, sie werden nur älter. Lori aber altert jetzt auch vom Aussehen, weil sie´ s nicht geschafft hat. Wenn sie 300 ist, wird sie entsprechend aussehen. Das da ist sie! Die mit den kurzen Locken!”
Die Krallen des Drachen deuteten auf eine Nymphe, die ein schulterfreies, himmelblaues, leichtes Kleid trug, das ihr bis zu den nackten Knöcheln ragte. An der Taille wurde es von einem weißen Band gehalten. Ihr Haar war wild, schillerte silbrig- blau. Sie sah wirklich älter aus als die anderen, schließlich war sie jetzt 33 Jahre alt.
“Sie ist trotzdem noch wunderhübsch!”, sagte Jake. Der blaue Drache nickte.

“Wer hat einen Monat lang auf sie aufgepasst?”
“Ich”, antwortete Großvater. “Darum lassen sie sich auch von uns helfen. Sie sind dankbar. Lori ist eine wunderbare Nymphe!”
Jake lächelte. “Wer war der Barmann?”
Sein Großvater räusperte sich und deutete schnell auf einen Schlag betrunkener Männer, die aus der U- Bahn kamen.
“Achtung!”

Jake grinste und verschluckte sein Lachen, sah dann zu den Männern, als plötzlich aus dem U- Bahn- Schacht ein helles Licht und ein Fauchen drang, das die volle Aufmerksamkeit der Betrunkenen in Besitz nahm. Jake sah seinen Großvater an und sauste hinter einige Müllcontainer, nahm normale Gestalt an und lief die Treppen hinunter in die Tunnel. Die Männer kamen neugierig hinterher. Oben huschten unbemerkt die Nymphen entlang.

“Hallo?”, rief Jake, um die unheimliche Stille zu vertreiben. Die Männer lallten irgendwas Unverständliches und lachten laut. Jake starrte in den dunklen Tunnel. Nichts. Aber Feuer tauchte nicht einfach so mir nichts-dir nichts auf!

In einem geeigneten Moment verwandelte Jake sich wieder und flog in den Zugtunnel, lauschte. Er hörte ein entferntes Rauschen, das sicherlich nicht von einer Bahn herrührte. Er schnaubte und zischte durch den Tunnel. Das Rauschen kam näher, wurde zu einem taktvollen Schlagen. Mit seinen adlerartigen Drachenaugen erspähte Jake in 200 Meter schwarzer Entfernung etwas Schlangenhaftes. Er stutzte. Konnten Basilisken Feuer speien? Gab es in New Yorks Unterwelt überhaupt noch einen Basilisken?
Er legte noch einen Zahn zu, das Schlagen entpuppte sich langsam als Flügelflattern. Jake wurde immer unruhiger.

“Hey!”, rief er in die Dunkelheit. Ein erschrockenes Keuchen drang an seine Ohren, dann ein scharfes Zischen, das Schlagen wurde wieder ein Rauschen, entfernte sich mehr und mehr, war schließlich nicht mehr zu hören.
“Oah, Mann!”, stöhnte der Drache und hielt an, ließ sich auf die kalten Schienen nieder. Er schnaubte noch mal, dann drehte er um.
Als er seinen Großvater und die Wassermädchen eingeholt hatte, sah sein Opa ihn verwirrt an.

“Warst du nicht eben noch da vorne?”, fragte er und deutete auf einen anderen U-Bahn- Schacht.
“Äh, nee!”
“Oh. Wer war das dann?”
“Was war das dann! Schätze, dasselbe wie im Wald und eben in der U-Bahn!”
Großvater sah Jake an.
“Ich dachte erst, ein Basilisk, aber die gibt’s hier doch gar nicht mehr! Es muss ja auch Feuer speien können…” murmelte Jake.
“Was ist mit dem naheliegensten? Ein Drache!”, meinte Lao Shi. Jake schluckte.
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