Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

American Dragon - Rot & Grün

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Arthur "Spud" P. Spudinski Fu Dog Jacob "Jake" Long / American Dragon Luong Lao Shi OC (Own Character) Trixie Carter
18.05.2011
29.09.2013
19
16.199
2
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
18.05.2011 741
 
Nymphen

In dieser Nacht erhoben sich aus einem See im Central Park seltsame Gestalten. Sie schimmerten grün, blau, türkis, lila in allen Variationen. Es waren Nymphen. Ihre Haare waren lang, wellig, einige lockig, glänzten im Licht des Mondes. Ihre Augen blitzten alle im selben, wunderschönen marineblau, ihre Lippen schillerten blutrot. Ihre Kleider wehten im kühlen Wind, als sie begannen ihre Lieder zu singen. Ihre Stimmen waren hell, weich, sanft, betörend. Sie schlossen alle die Augen, genossen die Luft, den weiten Klang ihrer seidigen Stimmen. Sie hörten das Rauschen der Blätter, das Knacken der Äste, die Laute der Tiere der Nacht.

Jake sah auf den Wecker. Halb zwölf. Wieso hatte dieses Scheißteil bitte geklingelt?! Er stöhnte, drehte sich auf die Seite, schloss die Augen - und saß sofort wieder aufrecht. Es war der 9. September. Der 9.9.! Und nur an solchen Daten, wie 9.9. oder 10.10., konnten die Nymphen des Central Parks aus dem See steigen. Jake sprang auf, riss das Fenster auf und wisperte: “Drache erwache!”
Ein blaues Feuer umhüllte ihn kurz, dann flog er als roter Drache los, wich den Hochhäuserblocks New Yorks aus und gelang zum Laden seines Großvaters, der auf ihn wartete.

“Da bist du ja endlich!”, sagte dieser ungeduldig und tippte mit dem Finger auf seine Armbanduhr. Dann verwandelte auch er sich in den blauen chinesischen Drachen und sah Fu an, welcher erklärte:

“Die Nymphen bleiben bis punkt 12 bei ihrem See und singen, dann ziehen sie los um einmal im Monat das Stadtleben zu entdecken. Und die Aufgabe des American Dragon ist es, sie in dieser Zeit zu beobachten, denn Nymphen können ziemlich chaotisch werden. Außerdem dürfen sie unter keinen Umständen anfangen zu singen, denn das würde jeder im nahen Umfeld hören und dann wäre es vorbei mit geheimen, magischen Leben! Und das allerwichtigste: Vor Sonnenaufgang müssen sie wieder im See verschwunden sein, denn sonst müssen sie bis zum nächsten Monat draußen rumspuken, ihr auf sie aufpassen. Und ich wette, irgendwem werden diese Hübschen schon auffallen in einem ganzen Monat!”
Der Hund hob verschwörerisch die Brauen.

“Ach, komm schon! Die letzten Male haben wir die Sache auch geschaukelt!”, meinte Jake optimistisch.
“Ja. Die letzten Male sind auch ein Jahr her! Die anderen Male haben andere magische Wesen für das Wohlbefinden der Nymphen gesorgt!”, warf der blaue Drache ein. Jake schwenkte den Kopf.
“Dann machen wir´ s halt heute wieder gut!”, sagte er und grinste. Sein Großvater stöhnte, flog dann los. Jake grinste immer noch und sauste ihm hinterher. Gemeinsam zischten sie durch die Luft, die Sterne glitzerten über ihnen, unter ihnen ein Meer aus Lichtern, dann kam der Central Park in Sicht, mit ihm drang der Gesang der seltsamen Mädchen an die Ohren der Drachen.

“Wow. So schön hatte ich das gar nicht mehr in Erinnerung!”, gestand Jake leise und sah nach unten, wo über einem See mitten in Bäumen ein bläulicher Schimmer schwebte.
“Ja, es ist wirklich wunderbar!”, stimmte Großvater zu und schwang seinen langen Schwanz im Takt zum Singen der Nymphen. Dann verstummten die mystischen Klänge und der Schimmer bewegte sich, verschwand zwischen den Bäumen. Die beiden Drachen ließen sich abfallen bis knapp über die Baumkronen, blieben den Nymphen immer etwas hinterher. Jetzt drangen aufgeregte Stimmen und Kichern durch die Blätter herauf zu den Drachen.

“Mann, freuen die sich!”, flüsterte Jake und grinste.
“Ja. Für sie ist es immer wieder ein Highlight!”, gab der blaue Drache ihm Recht und schmunzelte.
“Ich flieg vor und sehe nach, ob jemand ihren Weg kreuzt!”, sagte Jake dann und sauste los, darauf bedacht, sich nicht von den Mädchen sehen zu lassen. Außer einer Igelfamilie war bis zum Ausgang niemand zu sehen, auch kein Nachtwärter. Zufrieden drehte der rote Drache wieder um. Als er durch die Bäume sauste, sah er parallel zu sich plötzlich irgendwas, das sich ebenso schnell bewegte wie er. Er kniff die Augen zusammen, um genauer sehen zu können, als von vorne der Schimmer herleuchtete. Mit einem Ächzen zischte Jake senkrecht aus dem Blätterdach, direkt neben seinen Großvater. Die Nymphen liefen noch immer kichernd unter ihnen.

“Was ist, junger Drache? Du siehst nachdenklich aus!”, bemerkte der blaue Drache und zupfte an seinem Bart.
“Ja… nein… ich glaube, da unten war irgendwas!”
“Irgendwas?”
“Ja. Irgendwas, direkt neben mir ist  es geflogen...”
“Geflogen??”
“Sicher geflogen! Genauso wie ich!”
“Wer… Was mag das gewesen sein?”
“Wenn ich das wüsste, wäre ich um einiges schlauer!”, zitierte Jake seinen Großvater, den das zum Schmunzeln brachte.
“Wie wahr!”
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast