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American Dragon - Rot & Grün

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Arthur "Spud" P. Spudinski Fu Dog Jacob "Jake" Long / American Dragon Luong Lao Shi OC (Own Character) Trixie Carter
18.05.2011
29.09.2013
19
16.199
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18.05.2011 1.216
 
Geschenk

„Und ihr müsst echt schon wieder weg …?“, fragte Fu mit traurigen, schimmernden Augen. Leon und Emili nickten und das Mädchen beugte sich zu dem Hund hinunter, nahm ihn in den Arm und drückte ihn an sich.
„Vielleicht kommen wir ja nochmal wieder“, sagte Leon mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und strich über Fus faltigen Kopf.

Der Hund schnaufte und leckte Emili über die Wange, ehe sie ihn losließ.
Jake, Trixie, Spud und Lao Shi standen neben dem Hund am Flughafen, von dem aus die beiden Iren zurück in ihre Heimat fliegen würden.
Ihre Arbeit hier war getan, sie hatten den American Dragon unterstützt, New York zu retten, jetzt hatten sie hier nichts mehr zu suchen und mussten sich wieder um ihr eigenes Land, Irland, kümmern.

„Na los, beeilt euch, euer Flug wurde schon zwei Mal aufgerufen, nicht, dass der Flieger noch ohne euch zurückfliegt!“, drängelte Lao Shi und nahm die beiden schnell und hastig in den Arm. Abschiede waren nicht seine Stärke. Waren es nie gewesen. Er hatte es lieber kurz und schmerzlos.
Die beiden Rothaarigen nickten, umarmten Jake, Trixie und Spud fest, ehe sie sich ihre Koffer griffen und Richtung Gepäckabgabe schlurften.

Kurz bevor sie sich in die Schlange anderer Reisender einreihten, drehte Leon sich nochmal um, ließ seinen Koffer los und kam auf Trixie zu.
Röte trat auf ihre Wangen, ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht, als er vor ihr stand und sie mit traurigen Augen anlächelte.

„Du bist die beste Drachenreitern, die ich je getroffen habe, Trixie Carter“, flüsterte er in ihr Ohr, bevor er flüchtig mit seinen Lippen ihre berührte, ihr übers Haar strich und zurück zu seiner Schwester ging, welche mit einer Hand den Riemen ihres schwarzen Rucksacks festkrallte und mit der anderen mit einer Perlenkette spielte.
Sie warf Jake einen letzten, lächelnden Blick zu, ehe sie ihrem großen Bruder in die Reihe von Menschen und Koffern folgte, um die Heimreise anzutreten.

Während Leon neben ihr in seinem Sitz schlief, sah Emili aus dem Fenster des Flugzeugs. Die Abenddämmerung war hereingebrochen, unter ihr wurde das Gebirge aus dunkelblauen Wolken von Zeit zu Zeit zerrissen und sie konnte bis auf die Erde sehen. Städte leuchteten ihr als helle Punktansammlungen entgegen, Seen waren tiefschwarze Flecken in der dunkelgrauen Landschaft, eingeschneite Bergspitzen strahlten hellgrau hervor.

Ein trauriges Lächeln legte sich auf Emilis Lippen. Viel zu kurz waren sie in Amerika gewesen, viel zu kurz war ihre Zeit in New York und bei Jake.
Sie lachte, als sie sich an sein dümmliches Gesicht erinnerte, als sie ihn gefragt hatte, ob er es wirklich sei – der American Dragon.
Und dann sammelten sich Tränen in ihren Augen, als sie an ihre Haustiere dachte. An Gin, Kara, Sunny und Rambo, die alle tot waren. Tot und begraben.

Wie sie es an der alten Fabrik beschlossen hatten, hatten Jake, Leon und sie ihre geliebten Tiere mitten in einem unerschlossenen, dichten Wald beerdigt. Für jedes Tier hatte Emili einen Blumenstrauß gekauft, und Leon hatte die Lieblingsleckerlis erworben, um sie den Tieren mit ins Grab, ins Jenseits zu geben.
Niemand hatte etwas gesagt, nur Jake hatte, ganz am Ende, gewispert: „Danke, dass ihr Emili so lang begleitet habt.“

Emili schluckte und wischte die Erinnerung fort. Sie atmete aus, packte die blaue Wolldecke aus der Plastikfolie aus, die jeder Fluggast bekommen hatte, lehnte sich an ihren schlafenden Bruder an, deckte sich zu und schloss die Augen.

„Emili, aufwachen, wir landen in 10 Minuten, anschnallen!“
Die neckende Stimme ihres großen Bruders holte Emili aus ihren Träumen zurück ins Flugzeug. Sie blickte aus dem Fenster, doch – was sollte man in Irland großartig anderes erwarten – außer dicke, graue Wolken sah sie nicht viel.
Sie schälte sich auch der blauen Decke und schnallte sich an. Dann nahm sie von Leon einen Kaugummi, der gegen den Ohrendruck helfen sollte.

Die Landung verlief ruhig, ein bisschen hoppelig, die Fluggäste applaudierten wie es sich gehörte, die Fluggesellschaft verabschiedete sich wie es sich gehörte und dann wollten alle so schnell wie möglich wieder festen Boden unter ihren Füßen spüren.

Emili und Leon warteten an der Gepäckausgabe auf ihre Koffer, als ein Flughafenangestellter mit einer kleinen Transportbox in der Hand von hinten an sie herantrat.
„Entschuldigt, aber sind Sie Emili Mason?“, fragte er höflich und musterte das rothaarige Mädchen. Diese drehte sich erstaunt zu ihm um und nickte.
„Gut, dann habe ich hier etwas für Sie. Mir wurde gesagt, ich sollte es Ihnen persönlich übergeben, damit Sie es nicht vergessen. Da dachte ich, sie wären schon mindestens genauso alt wie der alte Chinese, der es mir gegeben hat – aber dass jetzt ein so junges Mädchen vor mir steht –„ „Dankeschön“, schnitt Emili dem redseligen Mann das Wort ab und musterte die Transportbox, die er ihr entgegenstreckte.
Sie nahm sie ihm ab und stellte sie vorsichtig auf den Boden, ehe sie sie wieder an den Angestellten wandte.

„Ich fürchte, es handelt sich hier um eine Verwechslung … ich habe … ich habe keine Haustiere, die hierher zurückgekommen sind“, informierte sie ihn, während ihr Herz sich bei ihren Worten schmerzhaft zusammenzog und sie spürte, wie Tränen in ihr hochkrochen, doch sie schluckte sie wieder runter und sah den Mann vor ihr an.

„Ich glaube nicht, dass es sich um eine Verwechslung handelt, Em“, sagte Leon, der sich zu der Box hinuntergekniet, sie geöffnet und ihren Inhalt herausgenommen hatte.
Emili drehte sich zu ihm um und zuckte zusammen. Sie griff nach ihren Perlenkette und fuhr mit ihren Fingern daran entlang, während die Tränen jetzt ungehalten aus ihren grünen Augen liefen.

„Oh Gott“, stammelte sie überwältigt und kniete sich zu Leon hinunter. Dieser hielt einen kleinen, grauen, schlafenden Shar-Pei-Welpen auf dem Arm, der eine grüne Perlenkette sowie ein schwarzes Halsband mit ungefährlichen Pyramidennieten um den Hals trug und im Traum leise wuffte.

Leon übergab ihn seiner Schwester, welche ihn sanft an sich drückte und seinen faltigen Kopf küsste.
Der Angestellte lächelte, nickte Leon zu und verschwand.

Leon griff erneut in die Box und zog zwei Fotos heraus. Das eine zeigte ihn, Emili, Jake, Trixie, Spud, Lao Shi und Fu am Flughafen, alle lachend und grinsend, es war kurz vor ihrem Abschied entstanden.
Das andere zeigte Lao Shi, Jake und Fu mit dem kleinen Welpen, der auf Jakes Arm saß und an seinem Ohr zog, wodurch Jake einen schmerzerfüllten Gesichtsausdruck hatte, Fu ihn auslachte und Lao Shi versuchte, den kleinen Welpen vom Hörorgan seines Enkels loszukriegen. Auf der Rückseite stand „Fu-Junior. Für Emili. Pass gut auf ihn auf!“

Leon lächelte und hielt seiner Schwester die Worte vors Gesicht, welche sie las, dabei Fu-Junior kraulte und Tränen des Glücks vergoss.
„Die sind doch alle komplett durch!“, kommentierte sie mit einem schluchzenden Lachen, wovon der Welpe aufwachte, sie aus großen braunen Augen ansah, ehe er sich auf ihrem Arm zusammenrollte, schnaufte und wieder einschlief.

„Na komm! Mom und Dad werden zuhause schon auf uns warten. Wir haben ihnen viel zu erzählen“, sagte Leon, stand auf, steckte die Fotos in seine Hosentasche, stapelte Koffer, Rucksäcke und die Transportbox auf einen Gepäckwagen, streichelte dem kleinen Hund über den Rücken, gab seiner Schwester einen Kuss auf die Wange und ging neben ihr dem Ausgang entgegen.


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DANKE
für die Favoriteneinträge, die Kommentare, die Zugriffe.

DANKE
an alle, die diese Geschichte gelesen und durchgelesen haben, denn hier hat sie nun ihr
~Ende~

Liebe Grüße,
Prinzessin Dracula
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