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The story of the light and the sea

von Saekki
OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
18.05.2011
18.05.2011
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Viel Spaß beim Lesen!

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Eilig huschten die Lichter an den Fenstern vorbei. Sie waren das einzige, was bei dieser dunklen Nacht zu erkennen war. Große Lichter, die wohl von Werbeplakaten oder Gebäudebeleuchtungen stammten und kleinere, die von Straßenlaternen oder Wohnungsfenstern zu kommen schienen. Es waren matte Lichter, die eine gewisse Wärme ausstrahlten, eine gewisse Behaglichkeit.
Das grelle Licht, welches aber Mios Gestalt erhellte, wirkte eher kalt und abweisend.
Der gesamte Wagon war in dieses Licht getaucht und beleuchtete die in ihm sitzenden Gestalten. Außer Mio saßen nur noch drei weiter Gäste in dem Wagon und es war vollkommen still, abgesehen von den Geräuschen des Zuges.
Die Räder quietschten leise auf den Schienen und das Wackeln des Zuges verursachte ein Ruckeln, sodass Mio sich ungewollt in ihrem Sitz leicht hin und her bewegte.
Fröstelnd schlang die junge Frau ihre Arme enger um sich, darauf bedacht, die kleine, schlafende Gestalt an ihrer Schulter nicht zu wecken.
Es war Mitte Dezember und es wurde von Tag zu Tag kälter, die Menschen klagten über die niedrigen Temperaturen und über all die Probleme, die die Winterzeit in ihren Augen brachte.
Mio mochte die Winterzeit. Sie hatte etwas Beruhigendes an sich, etwas stilles, unaufdringliches.
Es war ruhiger auf den Straßen und gegen Abend wurden sie leerer als im Sommer, sodass es beinahe ein Gefühl von Einsamkeit mit sich brachte, wenn man um diese Zeit durch die Stadt wanderte.
Vorsichtig warf Mio einen Blick auf ihr Handy. 22:19 Uhr.
Die Bandprobe hatte doch länger gedauert als erwartet und natürlich hatten sie mal wieder viel weniger geprobt, als dass sie irgendeinen anderen Unsinn gemacht hatten.
Bei dem Gedanken an die vergangenen Stunden musste die Schwarzhaarige lächeln. Sie genoss die Zeit, die sie mit ihren besten Freunden verbringen konnte, auch wenn sie häufig nur dummes Zeug im Kopf hatten.
Da spürte Mio plötzlich, wie sich an ihrer Schulter etwas regte.
„Mio, es ist kalt.“
„Ich hab dir gesagt, du sollst dir Handschuhe mitnehmen“, erwiderte die Schwarzhaarige.
Zwei große Augen blickten zu ihr auf. „Mio-oh“, quengelte Ritsu auch schon los und Mio seufzte.
„Komm her.“ Rasch zog sie ihren rechten Handschuh aus, zog ihn Ritsu über und nahm ihre freie Hand in ihre eigene.
„Besser?“, fragte sie und zufrieden kuschelte sich Ritsu wieder an sie.
„Manchmal bist du echt wie ein kleines Kind. Kaum zu glauben, dass du bald auf die Uni gehst“, bemerkte Mio und ihre Mundwinkel wanderten leicht nach oben.
„Sei leise, ich geh‘ da nur wegen dir hin“, grummelte es an ihrer Schulter.
„Ritsu!“ Empört drehte sich Mio zu der Blonden, die sich nun widerwillig aufrichtete. „Das ist deine Zukunft! Du musst die Sache ernstnehmen, sonst wirst du es ziemlich schwer haben. Ich dachte, wir hätten darüber gesprochen!“ Sie wollte noch mehr nachsetzen, doch da grinste Ritsu sie frech an.
„Jetzt beruhig‘ dich mal wieder. Natürlich will ich Musik studieren, sonst hätte ich mich doch nicht auf dieser Uni eingeschrieben.“ Ritsu rutschte ganz nah an Mios Ohr heran und setzte flüsternd nach: „Aber ich hätte alles studiert, um in deiner Nähe zu sein.“
Die Schwarzhaarige wurde augenblicklich rot und wandte rasch ihren Kopf zur Seite. „Idiot.“
Trotz dieser Aussage drückte sie Ritsus Hand ein wenig fester und die Blonde musste noch breiter grinsen.
Der Zug ruckelte stetig vor sich hin und noch immer zogen die Lichter an den Fenstern vorbei. Es war beinahe so, als würde der Zug an einem Meer voller Lichter vorbei fahren, die dem Betrachter vertraut entgegen leuchten.
Von ihnen beiden war Mio das Licht und Ritsu das Meer. Das Meer war immer in Bewegung und Aufruhr, kam selten zum Stillstand. Das Meer brachte mit seinen Wellen immer wieder etwas Neues zum Vorschein und ab und an brachte es sogar Sturm. Aber dann gab es auch Zeiten, in denen dieses wilde Meer auch ganz leise sein konnte. Dann war es rundum zufrieden und ließ sich nicht von der Welt um es herum beeinflussen und trieb sorglos vor sich hin. In diesen Augenblicken wirkte es beinahe friedlich und entspannt.
Das Licht hingegen war meist stetig. Es strahlte und verbreitete sein Licht in alle Ecken. Es war beständig, aber es genügte ein leichter Windstoß, um das Licht zum Flackern zu bringen. Es war schnell aus dem Gleichgewicht zu bringen und seine Balance wieder zu erlangen war nicht leicht. Doch niemals erlosch das Licht, denn dafür war es zu stolz, als dass es sich von etwas vollkommen unterdrücken lassen würde.
„Mio?“, unterbrach Ritsu die Stille.
Die Schwarzhaarige wandte ihren Kopf zu der Kleineren.
„Bist du böse?“ Die Blonde setzte ihren Hundeblick auf und schob die Unterlippe leicht vor. Mio musste ungewollt grinsen.
„Ach was.“ Vorsichtig strich sie Ritsu über die Stirn und drückte ihre Lippen leicht gegen den Haaransatz. Zufrieden schnurrte die Blonde, vergrub ihren Kopf schon wieder an dem Hals der Größeren und schlang ihre Arme um deren Taille.
„Ich wünschte, wir könnten ewig so hier sitzen“, murmelte Ritsu leise.
Mio errötete erneut und nuschelte eine Antwort in ihren Schal. „Ich auch.“
Mio ließ erneut ihren Blick durch den Wagon schweifen, darauf bedacht, nicht in Ritsus Richtung zu schauen. Dort hätte sie nur ein breites Grinsen erwartet.
„Mio, guck mal schnell!“
Sofort schnellte Mios Kopf in besagte Richtung.
Sie sah Ritsus Gesicht dicht vor sich und spürte dann, wie sich ihre Lippen berührten.
Peinlich berührt wollte sie schon wieder zurückweichen, doch die Blonde hatte sie sanft am Kragen gepackt, sodass sie an Ort und Stelle verhaaren musste.
Mios Gesicht glühte förmlich, dennoch schloss sie die Augen und erwiderte zaghaft den Kuss.
Als sie sich wieder voneinander lösten, schenkte Ritsu Mio ein breites Grinsen und die Schwarzhaarige streckte ihr die Zunge raus. „Das hast du mit Absicht gemacht.“
Die Blonde lachte leise. „Du kennst mich einfach zu gut.“
Abermals legte Ritsu ihren Kopf auf die Schulter der Größeren und gemeinsam blickten sie hinaus in die dunkle Nacht und betrachteten die vorbeiziehenden Lichter.
Im Grunde waren sich Meer und Licht gar nicht so unähnlich. Beide waren auf ihre eigene Art besonders und je nach Situation passten sie ihr Verhalten an ihre Umgebung an.
Aber wenn es etwas gibt, das von ihnen begehrt wird, können sie völlig neue Formen annehmen.
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Ich würde mich über eine kurze Rückmeldung freuen =)
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