Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Happy New Year!

von Saekki
DrabbleLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Mio Akiyama Ritsu Tainaka
17.05.2011
17.05.2011
1
2.202
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
 
17.05.2011 2.202
 
Viel Spaß beim Lesen!

----
Müde schlurfte Mio zu ihrem Bett und ließ sich darauf fallen. Sie war hundemüde und wollte nur noch schlafen. Träge kroch sie unter die Decke und wollte gerade zufrieden ihre Augen schließen, als sie plötzlich zusammenschrak. Entnervt griff sie nach ihrem vibrierendes Handy, das auf dem Boden neben ihrem Bett lag.
„Wehe es ist nicht wichtig“, murmelte sie genervt und warf einen flüchtigen Blick auf das Display. Ritsu.
Wenn Mio die Kraft gehabt hätte, würden ihre Augen wahrscheinlich eine gekonnte dreihundertsechzig Grad Drehung vollführen. Stattdessen öffnete sie aber nur die Nachricht. Das war mal wieder typisch Ritsu: Mitten in der Nacht ihre beste Freundin vom Schlafen abzuhalten.

Hast du Lust morgen mit mir auf das Neujahrsfest zu gehen? Ich würde gerne was Wichtiges mit dir besprechen …

Nun war Mio doch bei der Sache. Ritsu fragte sonst nie so förmlich um etwas, schon gar nicht sie. Sie verlangte es normalerweise einfach. Grübelnd besah sich Mio die Nachricht noch etwas länger. Etwas Wichtiges. Ihre Neugierde war geweckt.
Eigentlich sprach nichts gegen Ritsus Idee, abgesehen von dem Punkt, dass ihre beste Freundin eigentlich ganz genau wusste, dass Mio Neujahr einfach nicht leiden konnte. Es war schon immer so gewesen: Es war zu laut; zu viele Betrunkene. Es war ein Tag wie jeder andere. Aber im Anbetracht auf Ritsus Einladung … Außerdem feierte sowohl ihre als auch Ritsus Familie Neujahr nicht wirklich, so dürfte es also kein Problem sein, wenn sie dieses Jahr nicht zu Hause sein würde.
Rasch tippte Mio eine Antwort, konnte sich aber den Zusatz Ich werde jetzt schlafen! doch nicht verkneifen.
Achtlos legte sie ihr Handy auf den Boden und kuschelte sich abermals in ihre weiche Decke. Irgendwie freute sie sich nun doch ein kleines bisschen auf Neujahr.

Unzufrieden besah sich Mio im Spiegel. Seit mehr als einer Stunde versuchte sie nun schon etwas zum Anziehen zu finden, aber es wollte ihr partout nicht gelingen. Egal, was sie auch anzog, es gefiel ihr nicht. Und Mio fragte sich bereits schon zum dritten Mal, warum sie so einen Aufstand fabrizierte, sie würde sowieso ihren Wintermantel anziehen müssen, es waren immerhin Null Grad draußen.
Erneut warf Mio nun einen Blick auf die kleine Uhr an ihrer Wand und stellte gestresst fest, dass Ritsu sie in weniger als einer halben Stunde abholen würde. Alle Zweifel nun über Bord werfend, beließ sie es bei ihrer jetzigen Kleidungsauswahl und huschte ins Bad.
Gerade als es an der Tür klingelte, schlüpfte Mio in ihre Stiefel und öffnete mit leichtem Herzklopfen die Tür. Sie freute sich auf den Abend, dennoch hatte sie nicht vergessen, dass Ritsu ja anscheinend über etwas Wichtiges mit ihr sprechen wollte. Und das verursachte diese lästige Nervosität.
Mit dem gewöhnlichen schiefen Grinsen wurde sie von Ritsu begrüßt und eine kurze Umarmung folgte.
„Hübsch siehst du aus.“ Unerwartet errötete Mio und boxte Ritsu als Antwort nur wortlos in die Seite. Ein lautes Lachen folgte, dann hakte Ritsu sich bei Mio ein und sie schlugen den Weg zum Stadtzentrum ein, wo das Neujahrsfest stattfinden sollte.

Auf ihrem Weg redeten die beiden Mädchen über Dies und Das, fielen in einstimmiges Gelächter ein und Mio hatte nach wenigen Augenblicken schon vergessen, sich Gedanken darüber zu machen, was Ritsu denn nun eigentlich mit ihr besprechen wollte.
Nach kurzer Zeit gelangten sie an den großen Stadtplatz und Mios Gesicht hellte sich bei dem Anblick der vielen Lichter und Ständen noch mehr auf.
Gemütlich schlenderten sie durch die Reihen, der Duft von verschiedenen Süßigkeiten und gebranntem Fleisch lagen in der Luft und man konnte Ritsu schon deutlich ansehen, dass sie sich nach etwas Essbarem verzehrte. Keine Sekunde später wurde Mio auch schon zu einem Stand gezogen, der ganz nach Ritsus Geschmack zu sein schien. Bei dem Anblick der Auslagen knurrte sogar Mio der Magen und sie kramte rasch ihr Geld aus der Tasche um sich ebenfalls etwas zu bestellen.
Kurz darauf schlenderten sie weiter über den Platz, in der Hand jeweils einen kleinen Pappteller mit dampfendem Inhalt.
„Und wie schmeckt es?“ Mio wartete noch ungeduldig darauf, dass ihr Essen ein wenig abkühlte, während Ritsu schon ihren zweiten Bissen nahm.
„Hmmm!“ Ein hoch gestreckter Daumen sollten Mio anscheinend symbolisieren, dass es unheimlich gut schmeckte. Mio lächelte sanft.
Es war schön mit ihrer besten Freundin mal wieder etwas Zeit zu verbringen. In den vergangenen Wochen war jegliche Freizeit für die Band und fürs Lernen draufgegangen. Die Prüfungen standen an und sie alle waren gestresst. Mio wollte Mugi und Yui als ihre Freunde keineswegs missen, aber mit Ritsu verband sie doch noch etwas anderes. Sie waren so unterschiedlich und doch schätzte Mio die Anwesenheit der etwas zu Kurzgeratenen am meisten. Vielleicht lag es gerade daran, dass sie so unterschiedlich waren oder weil sie so lange schon befreundet waren. Mio wusste es nicht, sie einfach nur froh, denn sie war sich auf unerklärliche Weise einfach sicher, dass es für immer so sein würde. Und das gefiel ihr.
„Mio!“ Unsanft wurde Mio aus ihren Gedanken geholt und mit einem leicht verwirrten Blick sah sie ihre Freundin an.
„Mio, ich will das machen!“ Voller Euphorie zeigte Ritsu auf den Stand neben ihnen. Es war einer dieser Stände, an denen man Gummienten angeln konnte und mit ein wenig Glück zog man einen Gewinn. Definitiv nichts für Mio.
„Hier.“ Ritsu drückte Mio eine kleine Plastikangel in die Hand.
„Hä, nein … nein, Ritsu, ich will nicht.“ Peinlich berührt drückte sie die Angel wieder von sich.
„Och komm schon, Mio! Für mich, okay? Vielleicht gewinnst du ja was Tolles!“ Und schon setzte Ritsu ihre gekonnte Schnute auf und der konnte Mio einfach nicht widerstehen. Mist. Mit einem Seufzen nahm sie die Angel wieder entgegen. „Na gut, gib schon her“, murmelte sie ergeben. Mit einem dunkelroten Schimmer auf den Wangen tauchte sie die Angel in das kleine Becken vor ihr und versuchte so schnell wie möglich fünf dieser dämlichen gelben Dinger aus dem Wasser zu fischen.
Kaum war sie fertig, hörte sie schon ein enttäuschtes Seufzen zu ihrer Linken und sie sah, wie Ritsus Enten alle ein großes schwarzes X an ihrem Bauch befestigt hatten.
„Und, hast du was gewonnen?“ Neugierig untersuchte Ritsu nun Mios geangelte Beute, die sie gewähren ließ und bei Ritsus darauf folgenden freudigen Quietschen erschrocken zusammenzuckte.
„Mio, Mio, Mio, du hast was gewonnen!“ Freudig strahlte Ritsu und wandte sich rasch an den Standbesitzer, der sich sogleich daran machte, den Preis zu suchen. Mio musste ungewollt grinsen. Ritsus Freudensausbruch war einfach goldig.
Belustigt sah sie mit an wie der Besitzer Ritsu eine Tüte reichte und diese sich nun zu Mio wandte.
„Los, mach schon auf!“ Ungeduldig blickte Ritsu zwischen Mio und der weißen Tüte hin und her.
„Später, jetzt lass uns lieber noch ein bisschen rumlaufen, okay?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, ging Mio den Weg weiter und ließ Ritsu ein wenig perplex an Ort und Stelle stehen. Was wenn etwas Peinliches in der Tüte war? Sie wollte sie lieber öffnen, wenn sie wieder zu Hause war.
„Du bist gemein!“, nörgelte Ritsu, als sie zu ihr aufholte, musste aber dennoch grinsen.
Zufrieden hakte sich Mio wieder bei Ritsu ein und zusammen erkundeten sie weiter den Festplatz.

Es war halb zwölf, als die Beiden zu dem Flussufer kamen, an welchem der Platz lag und gemütlich spazierten sie die Promenade entlang. Es waren nur vereinzelt Menschen hier unterwegs, das große Feuerwerk sollte in der Mitte des Platzes gezündet werden.
Plötzlich sprang Ritsu von Mios Seite und ließ sich auf die nahegelegene Bank fallen. „Bin ich kaputt!“ Demonstrativ ließ sie ihren Kopf über die Rückenlehne der Bank hängen.
Mio setzte sich neben sie und lächelte. „Ja, essen und laufen ist schließlich sehr anstrengend.“
„Ja!“ Ein leises Lachen erhellte das dunkle Flussufer.
Eine beruhigende Stille machte sich breit und Mios Blick wanderte umher.
Der Himmel war klar, perfektes Wetter für diese besondere Nacht im Jahr und der Mond spiegelte sich sanft auf der Wasseroberfläche des breiten Flusses vor ihnen. Das Wasser war kaum in Bewegung, herrschte ja doch nur die Strömung zu dieser Zeit; tagsüber fuhren hier in regelmäßigen Abständen Containerschiffe rauf und runter. Die Luft war kühl, aber durch das Herumlaufen hatte Mios Körper eine konstante Temperatur aufgebaut, die sie nicht allzu sehr frieren ließ. Aus dem Augenwinkel warf sie einen Blick auf Ritsu neben sich und betrachtete sie für ein paar Sekunden.
Ihr fiel erst jetzt auf, dass Ritsu sich ihre Haare ein wenig angelockt hatte und diese sanft um ihr Gesicht fielen. Ihre Augen waren vor sie gerichtet und das Licht der Laternen gab ihrem Gesicht einen glühenden Schimmer.
„Hübsch siehst du heute aus“, murmelte Mio abwesend.
Sofort wandte sich die Angesprochene zu ihrer Freundin und legte den Kopf schief. „Danke.“
Mio spürte, wie ihre behandschuhten Finger vorsichtig ergriffen wurden und mit leicht geröteten Wangen erwiderte sie den Druck, den Ritsu auf ihre Hand ausübte. Da fiel es Mio wieder ein. „Du, Ritsu“, druckste sie ein wenig herum.
„Hmm?“
„Du wolltest doch … etwas Wichtiges mit mir … besprechen, nicht wahr?“ Mio wusste nicht, warum sie auf einmal so stammelte oder warum ihr die Situation ein wenig unangenehm war. Nun ja, ihr war vieles unangenehm, also war es nicht sonderlich verwunderlich. Mio bemerkte ein kleines Lächeln auf dem Gesicht der Anderen. Ritsu ließ ihre Hand los und rutschte ein wenig näher.
„Ja, das wollte ich.“ Stille.
Mios Herz schlug schneller, sie war neugierig was dieses Wichtige Etwas nun war, aber sie schwieg und wartete, bis Ritsu wieder zum Sprechen ansetzte.
Doch dazu kam es nicht. In diesem Augenblick gab es ein ohrenbetäubendes Zischen und ein lauter Knall folgte wenige Sekunden darauf. Nun ertönten unzählige weitere Geräusche und der Himmel leuchtete in den unterschiedlichsten Farben. Stimmen und Jubel erklangen und Mio richtete ihren Blick gen Himmel.
„Mio“, erklang plötzlich die Stimme Ritsus an ihrer Seite und rasch drehte sie den Kopf. Sie spürte zwei weiche Handschuhe an ihren Wangen, sah Ritsus Gesicht unmittelbar vor sich und dann spürte sie ein weiches Lippenpaar auf den eigenen. Erschrocken weiteten sich Mios Augen und sie war unfähig sich zu bewegen. Sie spürte, wie ihre Wangen heiß wurden und sie konnte erkennen, dass Ritsu ihre Augen geschlossen hatte. So sehr Mio auch überfordert mit der Situation war, es fühlte sich gut an.
Alles in Mio begann zu kribbeln und ihr Herz schlug bis zum Hals. Aber ihr gefiel dieses Gefühl, das Gefühl von Ritsus weichen Lippen, von ihren Händen an ihrem Gesicht von dem kleinen Feuerwerk, das gerade in ihrem Inneren veranstaltet wurde. Ritsu so nah zu sein. Aber viel mehr noch, als dass es sich gut anfühlte, fühlte es sich richtig an.
Kaum hatte sie diesen Gedanken zu Ende gebracht, löste sich Ritsu auch schon wieder von ihr.
Mit einem schüchternden Blick, den Mio noch nie zuvor bei ihr gesehen hatte, setzte Ritsu zum Sprechen an. „Frohes Neues Jahr, Mio.“
Mios Herz erwärmte sich bei diesem Satz noch mehr und ihre Wangen mussten nun einen tiefroten Ton angenommen haben. Zaghaft war es nun an ihr Ritsus Hand zu ergreifen. „Dir auch, Ritsu.“
Mehr musste und wollte sie nicht sagen. Ritsu verstand, so wie sie es schon immer getan hatte.
Die Augen der Kleineren leuchteten auf und ein unheimlich glückliches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
Schweigend sahen sie sich noch für einen kurzen Moment stumm an und wandten dann ihren Blick zu dem Feuerwerk, was sich noch immer über ihnen abspielte.
Eine bunte Farbenpracht breitete sich am Himmel aus. Es gab Raketen, die einfach nur in den Himmel stiegen und jene, die auf ihrem Weg nach oben unzählige Male zerplatzen und ein wahres Muster in die Nacht schossen. Die ganze Zeit, während sie das Schauspiel bestaunten, hielten sie ihre Hände vorsichtig umschlossen.
Als die bunten Spuren langsam weniger wurden, erhob Ritsu mit einem Räuspern wieder das Wort:
„Öffnest du jetzt deinen Gewinn?“
Ein wenig widerwillig löste Mio ihre Hand aus der Berührung und machte sich daran die Tüte zu öffnen. Als sie den Inhalt sah, errötete sie zuerst, lachte dann aber leise und griff in die Tüte hinein. „Was ist das denn?“
„Du hast ein Brautkleid gewonnen?“ Ritsu brach in schallendes Gelächter aus, als sie das wallende, weiße Stoffungetüm als solches erkannte. Kichernd griff sie nach dem Plastikdiadem mit dem kurzen Schleier, welche aus der Tüte gefallen war. Vorsichtig setzte sie es Mio auf den Kopf und stülpte den Schleier zurück. „Tadaa!“ Grinsend musterte sie Mio, die peinlich berührt auf ihre Hände knetet.
Eine kurze Stille machte sich breit, dann schluckte Mio schwer und senkte ihren Blick. „Du darfst die Braut jetzt küssen“ murmelte sie kaum hörbar und fragte sich im selben Moment, was in sie gefahren war. Ihre Wangen brannten wie Feuer.
Ritsu war scheinbar für einen Augenblick vollkommen perplex, denn sie antwortete nicht sofort. Vorsichtig schielte Mio nach oben. Dann wurde Ritsus Gesicht weich und behutsam rutschte sie näher.
„Nichts lieber als das“, hauchte sie gegen Mios Lippen und küsste sie sanft. Mio schloss die Augen und legte eine Hand an Ritsus Wange, die sich selbst durch ihren Handschuh hindurch sehr warm anfühlte.
Es bedurfte keiner weiteren Klärung, was das Wichtige gewesen war, das Ritsu hatte besprechen wollen.
Eine vereinzelte Rakete erhellte noch ein letztes Mal für diese Nacht den Himmel und warf einen hellen Schein auf die zwei Silhouetten am Flussufer.
----

Ich würde mich über einen kurzen Kommentar freuen =)
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast