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Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
22
23.486
 
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14.05.2011 904
 
Neus Kapi!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Ace Grenelle, der Verwalter, täuschte sich. So einfach war das, was sich da gleich am ersten Tag angebahnt hatte, nicht aus der Welt zu schaffen.

Mira versuchte nur spöttisch, als er versuchte ihr Vorbehaltungen zu machen. „Was willst du, Ace“, sagte sie hochmütig, „willst du mir die Freude nehmen, mit einem gutaussehenden jungen Mann auszureiten, der ein hervorragender, ungewöhnlich eleganter Reiter ist und außerdem auch noch ausgezeichnet zu benehmen und zu unterhalten versteht? Wenn ich nicht wusste, als was er nach St. Clement gekommen ist, würde ich ihn für den perfekten Gentleman halten. Aber auch so imponiert er mir. Schon allein, wie er mit dem Hengst fertig geworden ist.“

„Aber es ist unmöglich, dass du, die Herrin von St. Clement, mit ausreitest“, entgegnete Ace Grenelle heftig.

Mira Minotte machte ein abweisendes, beinahe unerträglich stolzes Gesicht. „Wieso?“ fragte sie hochmütig. „Immerhin bin ich ja auch mit dir ausgeritten, mein lieber Ace.“

Da machte der Verwalter auf dem Absatz kehrt und verliess den Salon der Gutsherrin, wo dieses Gespräch stattgefunden hatte. Er war nicht nur maßlos wütend, sondern auch zutiefst in seiner Ehre verletzt, in seiner Mannesehre. Dass Mira ihn mit diesem hergelaufenen Pferdeknecht auf eine Stute stellte, war unerträglich. Dass sie ihm auch gleichzeitig zu verstehen gab, dass er ihr als Mann durchaus nicht so viel bedeuteten wie er bisher immer angenommen hatte, war für ihn geradezu ein Tiefschlag. Er war sich seiner Sache so sicher gewesen! Er hatte sich schon als den Herrn von St. Clement gesehen und nun kam da so ein windiger Bursche, unerträglich eingebildet obendrein und brachte alles in Gefahr, was er sich so hartnäckig erobert hatte. Das Schlimmste an der ganzen Geschichte war seine eigene Machtlosigkeit. Er konnte nur in ohnmächtigem Zorn die Fäuste in der Tasche ballen und darauf hoffen, dass es sich nur um eine vorübergehende Laune von Madame handelte.

Die Chefin bevorzugte den neuen Mann auf St. Clement ganz unverhohlen. Sie ordnete an, dass er sie täglich auf ihren Morgenritten begleitete und sie räumte ihn Rechte und Vorrechte ein, die ihn sofort den anderen Pferdeknechten heraushoben. So durfte er sich auch gleich als Reitlehrer betätigen. Denn auf Gut St. Clement gab es auch einige Logiergäste, ausgesuchte, sehr gut zahlende Leute natürlich, und ihnen stand Dan Kuso nun auch zur Verfügung.

Man war allgemein sehr angetan von seiner charmanten, liebenswürdigen Art und wenn er eigentlich auch nur als Begleiter oder Lehrer fungieren sollte, so vergaß man das im allgemeinen sehr schnell. Denn dieser Dan Kuso hatte eine Art, die einen glauben machen konnte, sich in erstklassiger, hervorragender Gesellschaft zu befinden.

Das alles musste Ace Grenelle, der Verwalter, mit ohnmächtiger Verzweiflung erleben!
Sein Zorn, den er doch nicht zeigen durfte, steigerte sich von Tag zu Tag. Er entwickelte allmählich auch einen Hass auf den Neuen, den er kaum noch zu beherrschen wusste.

So kam es auch, dass er sich eines Tages dazu herabließ, die Kammer dieses Pferdeknechtes zu durchsuchen, während dieser wieder einmal mit Madame unterwegs war. Trotz der vielen Vorzüge, die Dan Kuso auf Gut St. Clement inzwischen genoss, hatte man ihm doch noch kein anderes Quartier angewiesen. Er lebte immer noch in der Kammer über dem Stall.

Madame hatte zwar schon entsprechende Andeutungen gemacht, dass man nach einer anderen Lösung suchen müsse. Für den Verwalter war das ein Signal gewesen, nun nicht mehr länger untätig zuzusehen, wenn er nicht riskieren wollte, wirklich alles zu verlieren. Er musste etwas tun, musste dieser Entwicklung vorbeugen. Leider hatte er nicht die geringste Ahnung, was er tun konnte.

So machte er sich in die Kammer des vermeintlichen Pferdeknechtes den Anfang. Er wusste nicht,  wonach er suchte und was er zu finden hoffte, aber irgendwo musste er ja schließlich den Hebel ansetzen. Nur darum ließ er sich zu dieser unwürdigen Tätigkeit herab. Er verachtete sich selbst deswegen. Dennoch durchschaute er diese erbärmliche Unterkunft mit allergrößter Gründlichkeit.

Und er fand tatsächlich etwas! Etwas, das ihm beinahe den Atem verschlug und mit dem er trotzdem nicht anzufangen wusste.

Da waren nämlich Ausweispapiere und die lauteten nicht auf den schlichten Namen Dan Kuso, sondern da stand Daniel Prinz zu Mont-Barein. Und außerdem gab es da noch eine ganze Reihe anderer Namen und Titel, die alle zu dieser einen einzigen Person zu gehören schienen.

Ace Grenelle frohlockte, Das war ja ungeheuerlich! Dieser Mensch war ja noch ein viel gefährlicher, als er ohnehin schon geglaubt hatte, Er besaß solche Papiere!

Auf die Idee, dass diese Dokumente echt sein konnten, kam Ace Grenelle überhaupt nicht. Und das war zugegebenermaßen ja auch ziemlich unwahrscheinlich.
Er zuckte sein Notizbuch, machte sich die erforderlichen Eintragungen. Dann räumte er die Papiere wieder an den Platz, wo er sie gefunden hatte und richtete in der Kammer auch alles wieder so her, dass man nach Möglichkeit nichts merkte von dem, was hier geschehen war. An der Tür blickte der Verwalter sich noch einmal prüfend um. Er war mit seinem Werk zufrieden.

Dann begab er sich sofort in sein eigenes Büro. Dort schrieb er unverzüglich einen Brief. Einen langen, sehr ausführlichen Brief. Er las ihn zweimal durch, verschloss und frankierte ihn und ließ dann die Gutssekretärin wissen, dass er in Arles zu tun habe. Er müsse also in die Stadt fahren. Der Verwalter Ace Grenelle setzte sich in sein kleines Auto und so ging der Brief, den er geschrieben hatte, nich am gleichen Tag auf die Reise…

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So das war es mal wieder hoffe es gefällt euch.
Bis nächstes Mal!
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