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Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
22
23.486
 
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14.05.2011 731
 
nach den revwies habe ich beschlossen, doch weiter zuschreiben.
hier ist das neue kapi, viel spass
(danke für die unterstützung
"verbeug  und  küsschen")
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Die Erdbeersaison in der Provence neigte sich dem Ende zu und die Pflücker mussten sich nach einem neuen Job umsehen.

„Anschließend geht es in die Kirschen“, sagte der alte Gaston zu seinem Kameraden Dan Kuso. Sie hatten in ihrer Schlafbaracke nebeneinander stehende Betten und es hatte sich fast so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden Männern entwickelt. Schon im Hafen von Marseille, als Ladearbeiter, hatten sie ja oft nebeneinander gearbeitet und dann waren sie gemeinsam hierher zur Erdbeerernte gekommen.

Dan Kuso fragte sich manchmal, ob er es ohne den alten Gaston überhaupt geschafft hätte. Natürlich hatte der Mann ihm nicht direkt helfen können, die Anforderungen waren groß genug und jeder musste sehen, wie er zurecht kam, aber Gaston hatte ihm doch manchen Rat und manchen Tipp gegeben. Er stellte keine neugierigen Fragen, obschon es ihm doch bald klar geworden sein musste, dass Dan fremd in dieser Arbeitswelt war und dass er gewiss noch nie auf diese Art und Weise sein Brot verdient hatte. Doch man war nicht neugierig hier, wo jeder mit sich selbst genug zu tun hatte. Man war kameradschaftlich und hilfsbereit untereinander. Jedenfalls zum vorwiegenden Teil. Selbstverständlich gab es auch Feindschaften und Rivalität, wie wohl überall. Wenn man sich aus den Streitereien jedoch heraushielt, konnte man sehr wohl auch Freunde finden.

„Dann wären jetzt also Kirschen an der Reihe?“ fragte Dan. Es war Feierabend. Sie hatten in der Essensbaracke bereits ihre gemeinsame Mahlzeit eingenommen und saßen jetzt noch vor dem Schlafengehen auf der roh zusammengehauenen Bank vor ihrem Quartier. Sie waren vie oder fünf Männer, einer von ihnen hatte eine Flasche billigen Landwein gekauft, die jetzt die Rund machte und sie genossen den Feierabend, die Stille ringsum. Sie unterhielten sich über das, was sie am brennendsten interessierte, nämlich über den nächsten Job.
„Ja, Kirschen“, sagte Gaston. „Nächste Woche geht’s los. Heute haben wir es erfahren. Kommst du wieder mit, Dan?“

Dan zuckte die Achseln. „ich weiß nicht“, sagte er unschlüssig, „ich habe noch nicht darüber nachgedacht.“
„Du warst wohl noch nicht in den Kirschen?“ fragte einer.
„Nein“, sagte Dan.
„Das ist nich so schlimm wie die Erdbeeren“, erklärte Gaston sachlich. „man kriecht nicht den ganzen Tag auf dem Boden herum.“
„Dafür wird’s auch schlechter bezahlt“, warf ein anderer ein. „Aber was willst du machen? Reiten müsste man können.“
„Reiten?“ fragte Dan aufmerksam.

„ja“, nickte der andere, „wenn ich reiten könnte und was von Pferden verstände, dann könntet ihr eure Kirschen allein pflücken, dann würde ich mich nämlich aufmachen in die Camargue. Da werden immer Reiter und Pferdebetreuer gesucht. Ich war mal dort, habe bei einem Stierzüchter gearbeitet. Aber das war auch nichts für mich, zu schwere Arbeit und mit diesen schwarzen Teufeln von Stieren bin ich einfach nicht fertig geworden. Da lobe ich mir eher die weißen Pferde der Camargue. Das ist wirklich etwas Feines, aber leider nichts für mich. Ja, wenn ich reiten könnte…“

Dan Kuso beteiligte sich nicht weiter an dem Gespräch. Er dachte nach. „Wenn reiten könnte“, hatte der Mann gesagt. Du lieber Himmel, reiten konnte er. Sogar ganz ausgezeichnet. Seit frühester Kindheit hatte er auf Pferderücken gesessen, das hatte einfach zu seiner prinzlichen Erziehung gehört. Später hatte er es regelrecht als Leistungssport getrieben. Er hatte an so manchem Turnier teilgenommen. Nicht selten war er daraus als Sieger hervorgegangen. Das war übrigens auch das einzige gewesen, was ihm den Abschied von Schloss Mont-Barein ein wenig erschwert hatte: dass er nämlich seine Pferde zurückgelassen, auf sein geliebtes Reiten verzichte musste. Aber daran, dass man mit Reiten auch seinen Lebensunterhalt verdienen konnte, hatte er wahrhaftig noch nicht gedacht. Und nun würde er hier darauf aufmerksam gemacht! Bei den Obstpflückern! Er fand eine solch Möglichkeit höchst verlockend.

Wäre das wohl ein job für ihn? Prinz Daniel schmunzelte insgeheim. Er würde nur aufpassen müssen, nicht dem französischen Grafen zu begegnen, dessen Gast er seinerzeit gewesen war. Im übrigen würde es aber sicher besser sein, als Obst zu pflücken. Denn die Kirschen reizten ihn nun ganz und gar nicht mehr.

So ließ sich Dan Kuso sich also wieder einmal seinen Lohn auszahlen. Er verabschiedete sich von Gaston und seinen anderen Kameraden und machte sich zu Fuß und per Anhalter auf dem Weg in die Camargue.


bitte wieder um viele rewvies
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