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Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
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14.05.2011 2.247
 
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viiel spass damit

Über das, was sich dann innerhalb der nächsten halben Stunde im Arbeitszimmer seiner Durchlaucht, des Fürsten Leonhard zu Mont-Barein, abspielte, wurde nicht gesprochen. Nicht einmal seiner Frau gegenüber ließ Erbprinz Shun ein Wort verlauten., so sehr Prinzessin Alice auch fragte und drängte. Erbprinz Shun blieb in dieser Beziehung fest, was wohl sonst nicht sehr oft vorkam. In der Regel behielt seine energische Frau die Oberhand.
Es wurde nicht gesprochen, statt dessen wurde gehandelt! Unverzüglich!

Fürst Leonhard ließ den Haushofmeister zu sich kommen und erklärte ihm, sein Sohn Daniel sei plötzlich erkrankt. Man habe ihn auf Anraten des Arztes noch in der Nacht in eine Klnik einliefern müssen. Die erwarteten Gäste würden jedoch wie vorgesehen empfangen, und auch die Festlichkeiten sollten wie geplant ablaufen.

Auch die Vorbereitungen für den großen Ball gingen weiter. Lediglich die Hauptakttraktion, die für diesen festlichen Rahmen vorgesehene Verkündigung der Verlobung zwischen den Prinzen Daniel zu Mont-Barein und Prinzessin Runo von Soraterni würde notgedrungen ausfallen müssen.

Prinz Paolo von Soraterni und seine Gattin, Prinzessin Carlotta von Soraterni, hatten Mühe, sich ihre Verstimmung nicht anmerken zu lassen. Natürlich wäre es taktvoll gewesen, die Krankheit des Prinzen Daniel anzuzweifeln, aber immerhin ein solcher Verdacht ja nicht von der Hand zu weisen. Und wenn er zutreffen sollte, so wäre das schon eine höchst ärgerliche, um nicht zusagen, beleidigende Geschichte. Man kam sich ziemlich albern, ja brüskiert vor.

Nur Prinzessin Runo nahm die Sache recht gelassen. Es war nämlich wirklich so, wie Prinz Daniel es schon vermutet hatte, man hatte die Verlobung auch über ihren Kopf hinweg beschlossen. Sie war genauso wenig gefragt worden wie er selbst und auch sie stand der ganzen Angelegenheit mehr oder weniger ablehnend gegenüber. Sie hatte sich zwar nicht weigern können, an dieser Reise teilzunehmen, aber sie war durchaus nicht gewillt gewesen treu und brav die Wünsche ihrer Eltern zu erfüllen, einfach ja zusagen und sich damit für ihr ganzes weiteres Leben zu binden. Denn auch sie stand der Standpunkt, dass es um ihr Leben um ihre Zukunft ginge und niemand, auch niemand, auch nicht ihre Eltern hatten das Recht, da von sich aus zu verfügen.

Unangemeldet erschien Prinzessin Runo in Prinz Daniels Gemächern, zur größten Verblüffung und auch Bestürzung von Marucho. Doch Prinzessin Runo tat so, als merke sie es nicht.
„Darf ich hereinkommen, Herr Marucho?“ fragte sie freundlich.
„Aber gewiss, Durchlaucht“, beeilte Marucho sich zu versichern. „Bitte, treten Sie näher. Haben Sie einen besonderen Grund für Ihr Kommen?“
„Ob ich einen Grund für meinen Besuch habe?“ fragte Prinzessin Runo nun. „Den habe ich allerdings. Ich wollte mich bei Ihnen nach Prinz Daniel erkundigen, denn man hat mir gesagt, dass Sie gewissermaßen sein vertrauter sind. Das stimmt doch, oder?“

„Nun ja.“ Diese direkte Frage machte den Diener ein wenig verlegen. „Seine Durchlaucht, der Prinz, zeichnet mich durch besonderes Wohlwollen aus“, beschränkte er schließlich ein, „was sicher mit darin begründet ist, dass ich ihn bereits als Kind gekannt habe.“
„Ja, das verstehe ich“, nickte Prinzessin Runo. „Ich habe zu Hause meine gute Julie, die ich auch zärtlich liebem denn sie ist bei mir, solange ich denken kann. Julie weiß einfach alles von mir, ich kann alles mit ihr besprechen und sie ist meine allerbeste Freundin und Vertraute. Sicher sind Sie das gleiche auch für Prinz Daniel.“
„Es wäre schön, wenn seine Durchlaucht es so sehen würde“, antwortete Marucho ruhig.
„Ach, das tut er sicher. Jedenfalls möchte ich Sie herzlich bitten, Herr Marucho, mir zu sagen. Wie es dem Prinzen geht. Hat er sich sehr unter seiner Krankheit zu leiden, hat er Schmerzen? Wie lange wird er sich wohl in der Klinik aufhalten müssen? In welcher Klinik ist er überhaupt?“

Das waren viele Fragen auf einmal, und sie brachten den Diener in ziemliche Verlegenheit. Er war ein durch und durch ehrlicher, aufrichtiger Mann und jetzt lügen zu müssen, auch wenn es auf Befehl und im Interesse seines Herren geschah, fiel es ihm doch außerordentlich schwer.

„Sie sollten lieber seine Durchlaucht den Fürsten fragen, Durchlaucht“, versuchte Marucho sich aus der Affäre zu ziehen. „Gewiss ist seine Durchlaucht wesentlich besser informiert als ich.“
„Wirklich?“ fragte die Prinzessin. „Ich bin da gar nicht so sicher. Jedenfalls ist vom Fürsten nichts zu erfahren. Von Prinzessin Alice übrigens auch nicht. Und soll ich Ihnen verraten, was ich glaube, Herr Marucho? Ich glaube nämlich, dass die beiden überhaupt nichts wissen.“
„Wie bitte? Wie soll ich das verstehen, Durchlaucht?
„Genauso wie ich es gesagt habe. Ich glaube nicht einmal, dass der Prinz krank ist und Sie wissen es ganz genau.“
„Aber das ist doch … Ich bitte Sie, Durchlaucht, wie könne Sie so etwas sagen? Das ist … nein, nein, Sie irren sich.“

Die Prinzessin lachte leise. „Ich irre mich ganz bestimmt nicht, Herr Marucho“, sagte sie vergnügt. „Wenn ich bisher noch einen Zweifel gehabt haben sollte, so hat Ihre Reaktion mich jetzt ganz sicher gemacht. Versuchen Sie doch nicht zu lügen, Herr Marucho, ich bin überzeugt, das können Sie gar nicht.“

Prinzessin Saskia kam auf ihn zu, legte ihre Hand leicht au seinen Arm und sagte herzlich nett: „Machen Sie sich keine Gedanken, Herr Marucho, von mir erfährt ganz gewiss niemand etwas. Da können Sie sicher sein. Aber nur, wenn Sie mir wirklich die ganze Wahrheit sagen“, fügte sie mit spitzbübischen Blick hinzu.

„Das kann ich doch nicht, Durchlaucht“, wehrte Marucho sich verzweifelt, aber sein Widerstand schmolz wie Schnee unter der Sonne. Das war ja ein ganz tolles Frauenzimmer! Sie konnte ihn bereits jetzt um den Finger wickeln und im Grunde genommen gefiel Marucho das nicht einmal schlecht. Wer konnte denn schon diesen strahlenden blauen Augen widerstehen? Wer sollte sich dem Charme und der Hartnäckigkeit dieser bezaubernden Prinzessin entziehen können? Sie sah wirklich ganz reizend aus, wie sie da so vor ihm stand. Das himmelblaue Haar fiel wie ein duftiger Schleier über ihre Schultern hinweg und umschmeichelte ihr Gesicht. Ihre blauen Augen ließen ihn nicht los, so, als wollten sie seine mögliche Flucht verhindern. Der rote Mund lächelte und Marucho musste unfreiwillig an seinen jungen Herrn, den Prinzen Daniel, denken.

Prinzessin Runo, die ihn ganz genau beobachtete, schien seine Gedanken zu erraten. „ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Marucho“, sagte sie freundlich. „Ich werde Ihnen jetzt erzählen, was ich mir vorstelle, wie ich mir denke, dass es gewesen ist und Sie brauchen nur zuzuhören. Wenn es stimmt, was ich sage, brauchen Sie gar nichts zu antworten. Ist das ein Vorschlag? Damit haben Sie doch Ihr Versprechen, das Sie dem Prinzen gegeben haben, in keiner Weise gebrochen.“

Das war natürlich eine recht spitzfindige Auslegung, aber Marucho bemühte sich, nicht zu widersprechen. Er wusste, dass er dieser jungen Dame gegenüber doch nur den kürzeren ziehen würde. Und im Grunde genommen, war es ihm ja auch ganz recht so.

„Beginnen wir also“, sagte sie, während sie mit auf dem Rücken verschränkten Händen durch das Zimmer ging. „Prinz Daniel ist von seinem Vater gewissermaßen vor vollendeten Tatsachen gestellt worden, genauso wie ich übrigens von meinen Eltern. Er hat zur Kenntnis nehmen müssen, dass unsere Verlobung beschlossene Sache sei und dass die ihm völlig unbekannte Braut, samt ihren Eltern, bereits im Anmarsch wäre. Selbstverständlich war Prinz Daniel empört, denn er ist ein moderner junger Mann und möchte die Freiheit haben, selbst entscheiden zu können, welche Frau er heiraten will. Es kommt deshalb zu Auseinandersetzungen mit seinem Vater, dem Fürsten. Prinz Daniel zieht den Kürzeren. Er kann seinem Vater kein Zugeständnis und nicht einmal einen Aufschub der vorgesehenen Verlobungsfeierlichkeiten abbringen.“

Prinzessin Runo unterbrach sich kurz und wandte sich dem Diener zu: „Sie denken ja an unsere Abmachung, Herr Marucho, nicht wahr? Wenn ich etwas Falsches sage, unterbrechen Sie mich.“

Marucho gab zwar nicht direkt eine Antwort, aber er nickte leicht und das genügte Runo schon. „Gut, also weiter“, sagte sie zufrieden. „Prinz Daniel sah sich also in die Enge getrieben. Für ihn gab es nur 2 Möglichkeiten: Er konnte nur gehorchen und in die Verlobung einwilligen, wie es sein Vater offenbar als Selbstverständlichkeit voraussetzte oder er konnte sich weigern. Eine Weigerung aber im Beisein der bereits anrollenden Gäste und der in Aussicht genommenen Braut hätte Peinlichkeiten auf allen Seiten bedeutet und dazu wollte es Prinz Daniel vermutlich auch im Interesse seiner Familie nicht kommen lassen. Also gab es nur einen Ausweg: Er musste abreisen.“

Sie stockte, schaute den Diener Marucho an wartete auf dessen Einwand und als dieser nicht kam, nickte sie. „Das habe ich mir gedacht.“

Ganz plötzlich begann sie zu lachen. „Schade, dass Prinz Daniel nicht hier ist“, meinte sie vergnügt, „ich hätte ihm nämlich zu gern gesagt, dass mir sein Verhalten imponiert und dass ich ihm dankbar bin, dass er gewissermaßen für uns beide die Initiative ergriffen hat. Ich habe auch an etwas Ähnliches gedacht, habe aber offengestanden nicht den Mut gehabt, meine Fluchtgedanken in die Tat umzusetzen. Daniel war glücklicherweise nicht so ängstlich. Ja, das würde ich ihm wirklich gern sagen. Und auch, dass ich keineswegs entrüstet oder empört über seinen Schritt bin. Denn ich bin der Meinung, dass auch Fürsten nicht einfach das Leben ihrer Kinder entscheiden dürfen. Nun, der Prinz ist nicht hier, ich kann es ihm nicht selbst sagen, Herr Marucho, aber ich kann Sie bitten, ihm meine Grüße auszurichten und ihm zusagen, wie ich zu seiner Entscheidung stehe. Wollen Sie das tun, Herr Marucho?“
„Das kann ich leider nicht“, sagte der Diener Marucho mit ehrlichem Bedauern in der Stimme.
„Das könne Sie nicht, wieso? Sind Sie auch in der Beziehung an ein Versprechen gebunden?“

Marucho schüttelte den Kopf. „Nein, nein, das natürlich nicht“, sagte er zögernd, „aber ich weiß nicht, wo Prinz Daniel sich aufhält.“
„Ach, ist er also ohne festes Ziel abgereist? Nun, sein Aufenthaltsort dürfte sich doch unschwer feststellen lassen. Außerdem eilt meine Botschaft an den Prinzen ja auch nicht so sehr. Sie können ruhig warten, bis er sich von sich aus meldet.“
„So einfach. Wird das nicht sein, Durchlaucht.“ Marucho zögerte noch immer. „Prinz Daniel hat nämlich keine gewöhnliche Reise angetreten.“
„Keine gewöhnliche Reise? Wie soll ich das verstehen?“

Der alte Diener schien noch mit sich zu kämpfen, doch dann sah es so aus, als gäbe er sich innerlich einen Ruck. Hatte diese Prinzessin, die ihm so außerordentlich gut gefiel, die Wahrheit soweit aus ihm herausgebracht, so sollte sie die ganze Geschichte erfahren. Marucho hatte auf einmal das Gefühl, als hätte die junge Frau sogar ein Recht darauf, die Wahrheit zu wissen.

So sagte er ruhig: „Nein, es war keine gewöhnliche Abreise, Durchlaucht. Prinz Daniel hat vielmehr vorgezogen, Schloss Mont-Barein heimlich zu verlassen. Er ist ohne Gepäck und ohne Geld gegangen. Und er wollte, wie er mir versicherte, zumindest symbolisch auch seinen Prinzentitel hier im Schloss zurücklassen. Er ist gegangen, um draußen irgendwo in der Welt zu sich selbst zu finden. Vermutlich lebt er auch unter einem anderen Namen. Er beabsichtigte, sich von seiner eigenen Händen Arbeit zu ernähren. Er wollte sich selbst beweisen, dass er das kann.“

Prinzessin Runo hatte verblüfft zugehört und jetzt stiess sie voller Bewunderung hervor: „Aber das ist ja fantastisch, so etwas imponiert mir! Jetzt tut es mir noch mehr leid, dass ich den Prinzen nicht kennengelernt habe. Er hätte mir bestimmt gefallen. Einfach so in die Welt ziehen, alles hinter sich lassen, man muss wohl ein Mann sein, um das zu können. Für eine Frau wäre das ungleich schwerer, zumal man ja auch so leicht in einen schlechten Ruf kommt. Ich wünschte, ich wäre auch ein Mann.“
„Nun, ganz so leicht dürfte es auch für einen Mann nicht sein“, gab Marucho zu bedenken. „Wenn ich daran erinnern darf, welches Leben Prinz Daniel bisher gewohnt war, dass er so vieles als selbstverständlich ansah und was er im Augenblick dafür alles auf sich nehmen muss … Es wird ganz gewiss hart sein.“
„Hm, das denke ich auch“, gab Prinzessin Runo zu. „Und er hat noch kein Lebenszeichen gegeben?“
„Nein, nicht das geringste“, gab Marucho bekümmert zu, „ich mache mit ernstlich Sorgen.“

„Ach, das wird nicht nötig sein“, tröstete Prinzessin Runo. „Ein junger, unternehmungslustiger Mann versteht es schon, sich durchzusetzen, auch wenn er dabei vielleicht mal Schwielen an den Händen bekommt oder etwas hinunterschlucken muss, was ihm in seinem Leben als Prinz nicht geboten wurde. Nein, nein, Marucho, machen Sie sich keine Sorgen um Ihren Schützling. Er wird eines Tages munter und vergnügt wieder auftauchen und sicher ein ganzer Mann aus ihm geworden. Darf ich Sie um etwas bitten, Herr Marucho?“
„Aber natürlich, Durchlaucht! Sofern das in meinen Kräften steht werde ich Ihnen gern jeden Wunsch erfüllen.“

„Meine Eltern und ich werden in den nächsten tagen wieder abreisen. Werden Sie mir schreiben, Herr Marucho? Werden Sie mir Nachricht geben, wenn Sie etwas vom Prinzen Daniel hören? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich fühle mich in keiner Weise als sitzengelassene Braut und ich denke auch nicht, dass aus dem Beschluss unserer Eltern jemals etwas werden wird. Aber es würde mich doch wirklich interessiert, was Prinz Daniel aus seinem Leben und aus der Freiheit, die er sich genommen hat, zu machen versteht. Wie gesagt, sein Mut imponiert mir ganz ungemein. Können Sie verstehen, dass ich dann auch gern wissen möchte, was daraus geworden ist?“

Marucho, der Diener mit blondem Haar, lächelte verständnisvoll. Er nickte: „Ja, ja, Prinzessin, das kann ich sehr gut verstehen. Und ich verspreche Ihnen auch gern, Ihnen zuschreiben, wenn ich selbst etwas erfahre.“
„Fein, Herr Marucho, ich nehme Sie beim Wort. Wir sind ja jetzt in gewisser Beziehung Bundesgenossen geworden.“


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danke fürs lesen und die rewvies
geben mir anregungen was ich schreiben soll
wenn anrungen, bitten schreiben
danke
"verbeug"
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