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Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
22
23.486
 
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14.05.2011 847
 
Trotz Prinz Daniels Widerspruch gingen die Vorbereitungen zu seiner geplanten Verlobung weiter.

Nachdem Daniel noch immer einmal versucht hatte, vergeblich versucht hatte, mit seinem Vater, dem Fürsten Leonhard zu Mont-Barein, in aller Ruhe darüber zu sprechen und ihn bitten, von seinem Plan Abstand zu nehmen, fasste er einen Entschluss. Einen Tag vor der Ankunft der erwarteten fürstlichen Gäste verliess er Schloss Mont-Barein.

Er hatte sich niemanden anvertraut, hatte lediglich seinen alten Freund Marucho ins Vertrauen gezogen und dessen erschrockene Einwände in keiner Weise gelten lassen.

Prinz Daniel verliess Schloss Mont-Barein im Morgengrauen. Er verstand es so einzurichten, dass er von niemanden gesehen wurde du natürlich hatte er sich auch von niemandem verabschiedet.

Der Prinz stand am Waldrand, im Schatten der Bäume und schaute die vorbeifahrenden Autos sehr genau an. Mit einem Personenauto wollte er nicht fahren vor allem nicht mit einem Wagen aus der hiesigen Gegend. Die Gefahr, das man ihn erkennen würde war zu groß und auch bei späteren Nachfragen würde man sich vielleicht erinnern.


Da kam ein schwerer Lastzug mit Anhänger. Ein Blick auf das Nummerschild überzeugte Prinz Daniel davon, dass der Laster schon eine beträchtlich Strecke zurückgelegt hatte. Sein Standort lag 300 oder 400 km weiter nördlich. Das war genau das, was er brauchte.

Prinz Daniel trat vom Waldrand hervor und winkte. Es war wirklich ein eigenartiges Gefühl für ihn, denn selbstverständlich hatte er noch nie in seinem Leben diese typische Handbewegung mit ausgestrecktem Daumen gemacht. Ob er Erfolg hatte? Würde er ein Fahrzeug stoppen können? Es erschien ihm peinlich, lange hier zu stehen und vielen Autos winken zu müssen. Die Gefahr, dabei dann doch erkannt zu werden, war groß. Das aber machte das Warten zusätzlich lästig.

Aber Prinz Daniels Start in das neue Leben ließ sich gut an. Bereits der erste Fernfahrer, dem er winkte, hielt an. Er öffnete bereitwillig die Tür zu Fahrerkabine von innen und bedeutete ihm freundlich einzusteigen. Aufzusteigen, sollte man besser sagen, denn Prinz Daniel staunte, wie hoch diese Fahrerkabinen waren. Er hatte noch nie auf dergleichen geachtet. Er hielt sich am Türgriff fest und zog sich mit Schwung hoch. In diesem Start sah Daniel ein gutes Omen. Sein neues Leben begann mit Schwung und dabei sollte es auch bleiben.

„Wohin des Wegs, Kumpel?“ fragte der Fahrer gemütlich.

Tatsächlich hatte Prinz Daniel sich über das Ziel seiner Reise noch nicht die geringste Gedanken gemacht. Trotzdem brachte ihm die Frage keineswegs in Verlegenheit. „Nach Süden“, sagte er heiter, „immer nach Süden, wenn es recht ist.“

Der Fahrer grinste, während er seinen schweren Lastzug wieder in Bewegung setzte. „Süden ist immer gut“, meinte er, „vor allem wenn die Sonne scheint. Ich muss übrigens nach Marseille.“
„Marseille?“ fragte Daniel interessiert. „In Südfrankreich?“
„Nun, ich kenne nur das eine Marseille“, erklärt der Fahrer, „die große Hafenstadt am Mittelmeer. Da muss meine Ware hin. Ich habe Industriegüter geladen, die werden in Marseille nach Nordafrika verschifft.“
„Marseille wäre nicht schlecht“, sagte Prinz Daniel wie zu sich selbst. „Könnte ich vielleicht wohl so weit mitfahren?“
Der Fahrer war ein gemütlicher Bursche. Er mochte so um die 20 sein und sicher hatte er schon viel von der Welt gesehen. Jetzt schaute er seinen neuen Mitfahrer von der Seite an, musterte ihn ungeniert. Was er sah, schien ihm zu gefallen, denn ersagte schließlich: „Ich habe nichts dagegen. Im Grund passt es mir sogar ganz gut. Mein Beifahrer ist ausgefallen, ich bin allein auf der Strecke. Das sollte nicht sein. Ist auch ein bisschen eintönig. Also, wenn du willst, fahr mit. Ich heiße übrigens Keith.“

Prinz Daniel war beeindruckt von dieser raschen, unkomplizierten Art. Sie gefiel ihm. „Prima“, sagte er. Es fiel ihm zwar noch ein wenig schwer, diesen neuen Bekannten gleich zu duzen, aber er würde sich wohl bald an diese ungezwungene Art gewöhnt haben. „Ich heiße … mein Name ist“, dann zögerte er ein bisschen, aber dann sagte er fest: „Dan. Ich heiße Dan.“

Der Fahrer lachte. „Dan heißt der Name meines Nachbarn. Eine unmögliche Promenadenmischung. So eine Kreuzung zwischen Pudel und Dackel. Könnte man also Dadel der Puckel nennen. Ist sonst aber ein liebes Viech.“
„Wie tröstlich“, lachte Prinz Daniel, „wäre ja schlimm wenn ich einen bissigen Köter als Namensvetter hätte.“
„Jedenfalls habe ich keine Schwierigkeiten, mir deinen Namen zu merken, Dan“, grinste Keith. „Kannst deine Sachen hinten in die Koje werden, wir haben ja jetzt noch ein ganzes Stück gemeinsamen Weg vor uns.“

„Danke, Keith“, sagte der Prinz, der sich von nun an Dan heißen wollte. Er warf seine Flugtasche mit Schwung hinter sich in die Koje, zog seine Jacke aus, warf sie hinterher und krempelte die Ärmel seines karierten Hemdes hoch. Sein neues Leben begann großartig. Am liebsten hätte er gesungen. Er schaute auf die Uhr. Ob man auf Schloss Mont-Barein sein Verschwinden schon bemerkt hatte? Wohl kaum, es war immer noch ziemlich früh am Tag. Prinz Daniel, nein, Dan stellte sich vor, wie heute die erwarteten Gäste eintreffen würden. Ob diese Prinzessin Runo wohl ein dummes Gesicht machen würde, wenn der für sie vorgesehene Bräutigam einfach nicht da wäre?
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hoffe es ist jetzt besser gelungen
feue mich eure reviews
bye
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