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Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
22
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14.05.2011 710
 
Dann wurde der Verwalter nämlich zurückgerissen und zwar mit solcher Kraft, dass an Gegenwehr zunächst nicht zu denken war. Er flog förmlich gegen die nächst Pferdebox, dass es nur so krachte.

„Elender Schuft“, hörte er eine Stimme, „da bin ich ja wohl zur rechten Zeit gekommen.“

Es war Prinz Daniel. Er hatte zu dieser Stunde eigentlich einen Logiergast auf dessen Ausritt begleiten sollen, doch der Mann hatte Rückenschmerzen, wie er sagte und verzichtete auf die Reitstunde.
Daniel wollte die Pferde in den Stall zurückbringen und wurde so zeuge dieser unschönen Szene. Ein unbändiger Zorn erfasste ihn. Er überlegte nicht, handelte augenblicklich.

Allerdings war auch Ace Grenelle auch reaktionsschnell.

Nachdem er sich von seiner ersten Überraschung erholt hatte, schnellte er sich von der Wand los und stürzte sich voller Wut auf seinen Widersacher. „Was erlaubst du dir, du schmutziger Pferdeknecht?“, brüllte er und wollte auf Dan einschlagen. Doch das hätte er besser nicht tun sollen, denn natürlich hielt Dan nicht still.

Der Prinz hätte sich vielleicht damit begnügt gehabt, die beiden lediglich auseinanderzureißen, doch nun nahm sein Zorn überhand. Er war stärker als der Verwalter. Es dauerte nicht lange, dann kauerte Grenelle am Boden. Er gab jeden Widerstand auf und hielt sich den schmerzenden Kopf.

Prinz Daniel beachtete ihn nicht mehr. Er wandte sich Runo zu, die immer noch an der Wand lehnte und leise vor sich hin schluchzte. „Alles in Ordnung, Runo?“ fragte er weich und zärtlich.

Runo nickte unter Tränen. Sie versuchte ihn anzulächeln, was ihr aber nicht ganz gelang, denn der Schock des gerade Erlebten saß noch zu tief.

Sie sah rührend hilflos aus in diesem Augenblick, aber auch so süß und so bezaubernd schön, dass Prinz Daniel sich nicht von dem Anblick losreißen konnte. Ihm würde ganz warm ums Herz und er hatte das Gefühl, als wenn ringsum alles hell und strahlend würde. Er selbst kam sich wie verzaubert vor in diesem Pferdestall, wo er und dieses Mädchen für andere Leute gearbeitet hatten und in dieser Sekunde gab es auf der ganzen Welt keinen schöneren Platz für ihn.

„Runo“, sagte er leise und wie staunend. „Runo, ich liebe dich. Ich glaube, ich habe dich vom ersten Augenblick geliebt, aber jetzt weiss ich es.“

Er schaute sie nur an. Es schien ausser ihnen beiden überhaupt nichts anderes mehr zu geben und Runo fühlte wie er. An ihren dunklen, dichten Wimpern schimmerten noch immer Tränen, aber ihre schönen blauen Augen leuchteten wie zwei Sterne und der rote Mund lächelte.

„Runo“, flüsterte Prinz Daniel, „ meine Runo! Jetzt weiss ich, dass du die Frau bist, nach der ich gesucht habe.“ Er nahm ihren Kopf in beide Hände, schaute sie an und es war, als könnte er es immer noch nicht fassen, dass er nun seine Glück gefunden hatte. „Runo“, sagte er noch einmal ganz leise und innig. Es klang wie eine Frage, die unendlich viel bedeutete. Eine Antwort brauchte er darauf nicht. Jedenfalls keine Antwort, die aus Worten geformt wird. Runos schöne blaue Augen sagte ihm genug. Ganz langsam näherte sich ihm ihr Mund, so wie sein Kopf sich ihren ganz langsam näherte und dann fanden sich ihre Lippen. Es war gerade so, als hätte sie beide nichts dazu getan, als müsste es ganz einfach so sein.

Es kümmerte sie nicht, wo sie sich befanden. Nicht einmal die Gegenwart des Verwalters störte sie, der immer noch benommen am Boden. Hockte und im Augenblick wohl auch kaum ein Interesse daran hatte, as um ihn her vorging. Er hatte mit sich selbst genug zu tun.

„Komm, Runo“, sagte Prinz Daniel nach einer ganzen Weile, „komm, wir gehen fort von hier. Das hier ist kein Ort für uns.“

Und er nahm Runo bei der Hand und führte sie hinaus aus dem Stall.

Strahlender Sonnenschein begrüsste sie und beiden sahen wohl so etwas wie ein gutes Vorzeichen darin für die Zukunft. Prinz Daniel sah Runo ernst an. „Wollen wir fortgehen? Fragte er. „Mich leidet es hier nicht mehr.“
Runo nickte. „Ich möchte keinen Tag länger hierbleiben.“
„Gut“, sagte Prinz Daniel, „dann gehe jetzt in deine Unterkunft und packe deine Sachen. Ich werden inzwischen mit Madame reden. Kannst du in einer Stunde fertig sein?“
Runo nickte. „Natürlich.“
„Sehr gut. Ich werde uns einen Wagen bestellen. Wir wollen nicht wie zwei arme Wanderburschen von hier fortziehen.“
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