Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Pferdeknecht Prinzessin Runo - das Schicksal meint es gut mit ihr

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alice Gehabich Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro Runo Misaki Shun Kazami
14.05.2011
22.01.2012
22
23.486
 
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.05.2011 1.197
 
Hallo, hier bin ich wieder. Frisch ausgeruht.
genug jetzt, ihr musstet, lange über die Kapis warten,
in denen endlich Runo dabei ist. Ab jetzt ist sie
dabei und sie erlebt eine Menge Überraschungen!
hier das nächste kapi!!!!!!!!!!!!!!!
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Es erwies sich, dass der Diener ein sehr guter Menschenkenner war und dass er auch die Handlungsweise von jungen Menschen völlig richtig einzuschätzen vermochte.

Es vergingen nämlich nur wenige Tage, bis sich eine gewisse junge Dame  auf den Weg nach Südfrankreich machte. Sie hatte ihren Eltern gesagt, ganz dringend eine Freundin besuchen zu müssen, die sie noch aus gemeinsamer Internatszeit kannte und sie hatte allen Einwänden der Eltern zu begegnen gewusst. Eine Begleitung lehnte sie rundweg ab, Sie wollte sich nicht einmal auf eine bestimmte Dauer für ihre Abwesenheit festlegen lassen. Statt dessen beharrte sie darauf, alt und selbstständig genug zu sein, um auch einmal etwas auf eigene Faust unternehmen zu können. Damit setzte sie sich dann auch durch.

Zunächst einmal fuhr die Prinzessin in die Camargue. Sie betrachtete sich Gut St. Clement aus der Ferne und quartierte sich dann in einem nahen Gasthof ein. Durch vorsichtiges Fragen fand sie heraus, dass auf dem Gut im Augenblick niemand eingestellt wurde, nicht einmal als Küchenmädchen würde sie unterkommen können. Also münkunftsste sie einen anderen Weg beschreiten. Prinzessin Runo war durchaus nicht zu schüchtern, das unverzüglich in die Wege zu leiten.

Sie wusste, dass es auf dem Gut einen bestechlichen Verwalter gab, denn wenn er vom Fürsten zu Mont-Barein Geld verlangt hatte für seine Diskretion, dann würde er sich auch gewiss auf einem Handel einlassen, bei dem er persönlich ein gutes Geschäft machen konnte und wo man ihm das Geld von vornhinein bot. Sie schrieb also ein paar Zeilen, füllte ein Scheckformular aus, steckte beides in einen Umschlag, adressierte ihn und bat die Wirtin, einen Boten zum Gut zu schicken.

Prinzessin Runo hatte sich nicht verkalkuliert. Der Verwalter Ace Grenelle, den sie um seinen Besuch gebeten hatte, ließ sie nicht lange warten. Und als er kam und ein so auffallend hübsche junge Dame vorfand, war er sichtlich verblüfft. „Ich bin entzückt, gnädiges Fräulein“, sagte er begeistert. „Wenn ich geahnt hätte, dass mich eine so charmante junge Dame erwartet, hätte ich mich noch mehr beeilt.“

Doch Prinzessin Runo blieb kühl. „ich komme in Geschäften“, sagte sie gelassen, „mein Aussehen tut absolut nicht zur Sache, genauso wenig wie mein Name.“

„Ach, wirklich?“ fragte Ace Grenelle. Mit raschem Blick taxierte er die Unbekannte ab, Obschon sie sich sehr schlicht gab, sah sie doch ganz zweifellos nach Geld aus. Ace Grenelle hatte ein untrügliches Gespür dafür. Und wenn sie von Geschäften sprach, konnte das doch nur bedeuten, dass sie etwas von ihm wollte. Also würde er dabei verdienen können und dagegen hatte er wahrhaftig nicht einzuwenden. Er wurde also auch geschäftsmäßig. „Ich höre“, sagte er knapp.

Prinzessin Runo war zufrieden. Der Mann war ganz so, wie sie es erwartet hatte. Das passte ausgezeichnet zu ihrem Plan.

„Ich komme im Auftrag des Fürsten zu Mont-Barein“, erklärte sie hoheitsvoll und amüsierte sich insgeheim über das Gesicht, das der Verwalter machte. Da spiegelte sich Verblüffung, Verlegenheit, Sensationsgier, aber auch erwartungsvolle Habsucht. Doch Prinzessin Runo fuhr ruhig fort: „Sie haben Seiner Durchlaucht, dem Fürsten, einen Brief geschickt, Herr Grenelle“, erklärte sie in geschäftsmäßigem Ton.

„Ja, ich – das stimmt. Ich hielt es für meine Pflicht.“ Der Verwalter hatte sich noch nicht ganz zu seiner aalglatten Gewandtheit zurückgefunden.

„Sie haben richtig gehandelt“, lobte Prinzessin Runo. „Der Fürst dankt Ihnen Ihre Umsicht und er wird sich Ihnen gegenüber selbstverständlich auch noch erkenntlich zeigen. Ich bin in seinem Auftrag hier, um diesem jungen Mann, von dem Sie schrieben, gewissermaßen auf den Zahn fühlen.“

„Aha, eine Detektivin, also?“ fragte Ace Grenelle interessiert.

„Sie können es so nennen, wenn sie wollen“, meinte Prinzessin Runo gleichgültig. „Wichtig und entscheidend ist nur, dass dieser junge Mann nicht von meiner eigentlichen Aufgabe erfährt und dazu brauche ich ihre Hilfe.“

„Sie können selbstverständlich ganz auf mich zählen, gnädiges Fräulein“, versicherte der Verwalter eifrig.

„Danke, das habe ich auch gehofft. Es wäre möglich, dass meine Beobachtungen längere Zeit in Anspruch nehmen, Tage, Wochen vielleicht. Das hat seine Gründe, die ich Ihnen nicht erklären kann. Und ich möchte in dieser Zeit so viel wie möglich in der Nähe des jungen Mannes sein.“

„Dann wäre es doch das beste, Sie kämen nach Gut St. Clement“, schlug er Verwalter beflissen vor.
„Ja, das war auch meine Idee“, stimmte die Prinzessin zu. „Wenn ich mich aber als Gast dort einquartiere, habe ich verständlicherweise nicht die Möglichkeiten, die ich brauche. Sehen Sie irgendeine Möglichkeit, Herr Grenelle, mich pro forma auf dem Gut anzustellen, vielleicht ebenfalls als bei den Pferden? Sie brauchen keine Sorgen zu haben, ich verstehe etwas davon und bin nebenbei eine ausgezeichnete Reiterin. Auch über ein Gehalt brauchen wir nicht zu reden. Ich verlange selbstverständlich nichts, anderseits sollte es Ihr persönlicher Schaden nicht sein.“

„Ja, das …“ Der Verwalter fuhr sich über das wie immer straff gescheitelte blaue Haar. „Das ist natürlich eine ungewöhnlich Bitte, die wird nicht so leicht zu erfüllen sein.“ Natürlich war Grenelle längst entschlossen, aber er wollte den Preis noch ein bisschen in die Höhe treiben. „Natürlich bin ich als Verwalter der Chef auf dem Gut“, sagte er eitel. „Doch trotzdem muss ich der Gutsherrin gegenüber Rechenschaft ablegen. Sie wird wissen wollen, wieso da noch eine zusätzliche Kraft arbeitet, denn ich nehme doch an, dass sie nicht über die wahren Gründe informiert werden darf.“

„Auf keinen Fall“, sagte Prinzessin Runo rasch. Vielleicht ein wenig zu rasch, aber der Mann machte sich keine Gedanken darüber.

„Dachte ich es mir doch“, nickte er. „Also, ich werde mir etwas einfallen lassen müssen, aber ich denke schon, dass es geht. Und Sie wollten wirklich als Pferdebetreuerin eingestellt werden?“

„Ja, das wäre mir sehr recht“, erklärte Prinzessin Runo. „Und selbstverständlich will ich nicht nur als solche eingestellt werden, sondern ich will auch entsprechende Arbeiten zugewiesen bekommen. Ich möchte mich in keiner Weise von den übrigen Arbeiterinnen auf dem Gut unterscheiden, Herr Grenelle, verstehen Sie? Das ist äusserst wichtig. Sie müssen mich auch so ansprechen und behandeln wie alle anderen. Keinen Unterschied, verstanden?

„Verstanden“, nickte der Verwalter. Aber er dachte, dass einen Unterschied wohl doch gäbe und der ließ sich wohl kaum aus der Welt schaffen. Denn diese junge Dame würde bei weitem die Hübscheste auf dem Gut sein. „Sie – Sie haben mir Ihren Namen nicht genannt?“ fragte er dann zögernd, „ich weiss nicht, wie ich Sie dann ansprechen soll?“

„Runo“, sagte die Prinzessin, nennen Sie mich ganz einfach Runo.“ Sie hatte natürlich darüber nachgedacht, ob sie nicht einen anderen Namen nennen sollte, aber sie wollte es nicht gern.

„Runo“, wiederholte Ace Grenelle, „ein schöner Name für eine schöne Frau.“ Doch ein Blick von Runo brachte ihn gleich zum Verstummen. Diese Frau hatte tatsächlich Format, staunte er, da versagten alle seine sonst so oft erprobten Mätzchen. „Wann wollen Sie Ihre - eh – Ihre Arbeit aufnehmen?“ fragte er.

„Morgen“, entgegnete Prinzessin Runo knapp und bestimmt. „Ich werde morgen in aller Frühe auf dem Gut sein und Sie können mich dann einweisen.“
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das wars mal wieder.
Hinterlässt mir wieder eure kommentare, es ist
egal ob sie kritik oder lob enthalten beides  ist
erlaubt und erwünscht
Bis bald!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast