Bad Hit

von v4mpy
GeschichteAbenteuer / P18
Benny Dutch Eda Revy Roberta aka Rosarita Cisneros Rock
07.05.2011
10.10.2013
11
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07.05.2011 814
 
Eine kurze Bemerkung vorab: es werden OC's in der Geschichte vorkommen, aber keine Hauptrollen übernehmen!

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Langsam schob sich der Metallkasten nach oben. Er sah in eine der drei verspiegelten Wände des Fahrstuhls und stellte fest, dass ihm sein Gesicht heute gar nicht gefiel.

„Vier Uhr morgens... verdammt! Nur weil die nicht pennen können, müssen die mich doch nicht wecken! Und dann auch noch jedes Mal diese Scheißkiste!“ fluchte er halblaut vor sich hin.

Dass ihm Fahrstühle nicht behagten, war zu seinem Leidwesen kein Geheimnis in diesem Gebäude. Bling. Endlich das erlösende Geräusch. Immer wieder musste er sich fragen, ob wirklich jeder gottverdammte Fahrstuhl das gleiche Geräusch machte und sich irgendwo irgendwer den Arsch darüber abfreute. So verquer wie diese Welt ist, bekommt er wahrscheinlich sogar jedes  mal auch noch Kohle wie so’n verschissener Popstar. Der Flur, in den er trat, war weiß und von Neonlicht erhellt.

Krankenhaus, schoss ihm durch den Kopf, nein, Anstalt passt besser!

Wie jedes Mal endete sein Weg im Vorzimmer. Der Innenarchitekt hatte eindeutig zu viele James Bond Filme gesehen. Die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Frau hinterm Schreibtisch sah ihn traurig an.

„Tja Jim, sieht nicht gut aus...“

„Ich weiß Sophie, bin noch etwas zerknautscht.“ ,erwiderte er mit einem leichten Grinsen.

Sie schob ihm einen Umschlag entgegen.

„Diesmal sind es zwei Ziele und einer der Namen sagt mir was. Die alten Herrschaften da drin vergessen gern, wie lange ich schon hier sitze. Und wenn ich das lese, glaube ich eher, die wollen dich loswerden und nicht die beiden.“

„Keine Sorge, du gibst mir diese Umschläge seit fast acht Jahren und dieser hier wird nicht der letzte sein.“

„Naja, wenn doch musst du zumindest nie wieder mit diesem Fahrstuhl fahren.“ Mit einem Lächeln zwinkerte sie ihm zu.

Genau deshalb hasste er es! Auf dem Weg zurück zum Fahrstuhl schoss ihm die Möglichkeit durch den Kopf, die Treppe zu nehmen. Doch die leuchtende 16 über der Fahrstuhltür, als dieser erneut bling machte, vertrieb die Idee schnell wieder.

Verdammt, meine Faulheit ist stärker als meine Angst, fluchte er in Gedanken vor sich hin.

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„Zwei Bacardi, aber auf getrennte Rechnung.“ Genervt lies sich Revy auf den Barhocker sinken.

„Ich krieg noch 12000 vom letzten Mal, als deine Kumpels meine Bar zertrümmert haben. Also entweder bezahlst du oder du bekommst nur zwei Kugeln die dein Hirn vom Schädel trennen...“, fauchte Boa über die Bar zurück.

„Balalaika wollte sich um den Schaden kümmern, immerhin waren die Typen wegen ihr hinter uns her. Also schieb den Rum rüber, bevor ich meine Cutlass in deinen Arsch schieb und dir von unten in den Schädel schieß.“ Revy würdigte Bao keines Blickes, sondern behielt Eda permanent fixiert.

„Okay, okay, war’n Versuch wert. Hier eure Drinks.“

Die beiden setzten die Gläser an und leerten sie in einem Zug.

„So Eda noch mal langsam, wie viel sagtest du?“

„50000 bei Lieferung... Noch mal 2 Bacardi.“

„Klingt zu einfach, wo ist der Haken?“

„Du brauchst mehr Vertrauen, Two-Hands.“

„Ich vertrau dir soweit, wie meine Knarre schießt!“

„Wir nehmen denen die Waffen kurz vor Basilahn ab. Die wollen keine Aufmerksamkeit erregen, das heißt keine Begleitschiffe. Das is als würde man Uncle Sam Junior seinen Lolli klauen.“

„Und wenn was schief läuft, hängt uns sein Papi am Arsch...“

„Seit wann zieht die große Revy denn so schnell den Schwanz ein?“

„Spar dir das, du miese Kanonenschlampe, die Entscheidung trifft Dutch.“

„Na dann, auf Dutch.“ Revy erwiderte nichts, sie nahm einfach ihr Glas, leerte es in einem Zug und stellte es krachend auf den Tresen zurück.

-/-

„Ein Kaffee, extra stark.“ Jim liebte dieses kleine Café im 50er Jahre Stil. Und das beste daran war, dass man hier seine Ruhe hatte. Die penetrant roten Ledersitzmöbel und die altmodischen Uniformen der Bedienung sorgten nicht grade für viele Kunden. Er setzte sich in seine Lieblingsecke und legte den Umschlag auf den Tisch. Er betrachtete ihn abwesend, bis die Kellnerin, eine kleine blonde Studentin mit Kaugummi im Mund, wortlos seinen Kaffee brachte. Sie würde ihn die nächste halbe Stunde hartnäckig ignorieren. Wieder ein Umstand, der die Kunden fern hielt und ihm gefiel.

Zwei Ziele... Sieht so aus, als wollten sie dich loswerden, schoss ihm noch einmal Sophies Stimme durch den Kopf. Immer noch in Gedanken öffnete er den Umschlag. Zwei Akten. Wirklich etwas ungewöhnlich. Er sah sich die beiden Fotos an. Zwei Frauen. Die erste mit dunklem Haar und in einer Militäruniform. Die andere Blond und, nach dem Hintergrund des Fotos zu schließen, Teil der Familie.

„Welche Sophie wohl kannte? Scheiße, ich hätte fragen sollen!“ murmelte er vor sich hin, ohne es zu merken. Es würde gut vier Stunden dauern, sich durch die Akten zu kämpfen.
Hoffentlich wenigstens kein Termin, ich hasse es, nicht nach meinem Tempo arbeiten zu können, dachte er sich beim Aufschlagen der ersten Akte mit dem Foto der blonden Frau. Jim sollte auf Seite 43 enttäuscht werden.
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