Cilia

von britta
GeschichteDrama / P12
CC Capwell sophia Capwell
05.05.2011
10.09.2011
5
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05.05.2011 1.158
 
Der Sonnenstaat Kalifornien machte an diesem Freitag Nachmittag seinem Namen wieder alle Ehre. Unermüdlich prallte die strahlende Sonne vom Himmel herab und ihre Wärme spornte das Thermometer zu Höchstleistungen an. Die Menschen belagerten die Strände, als wären sie Wassergeschöpfe, die Wochen in der Wüste verbringen mußten. Wem die direkte Sonne zu heiß war, suchte sich ein schattiges Plätzchen und genoß in aller Stille und Zufriedenheit eine frische, kühle Limonade. Arbeiten? Aber
doch nicht bei diesem Wetter. Das Wochenende wurde einfach etwas vorverlegt und so war es, das in
Santa Barbara ein friedliches, gemütliches, erholsames „Dahinsein" ausgebrochen war.
Vorausgesetzt, man konnte sich diesen Luxus leisten.
Denn wenn man eine Familie zu ernähren, eine Wohnung zu bezahlen und festgesetzte Arbeitszeiten hatte, konnte man sich diese Freiheiten natürlich nicht so einfach herausnehmen. Man konnte dies selbstverständlich auch nicht tun, wenn man strebsames Firmenoberhaupt eines Imperiums und Oberhaupt einer der reichsten, wenn nicht der reichsten Familien der Stadt war. Und schon gar nicht wenn man C.C. Capwell hieß.
Die große Tür des Capwell Anwesens öffnete sich nur schwer und mit Widerwillen. Als sie nun doch endlich Einlaß zum wohl klimatisierten Artrium des Hauses zu ließ, stand in ihr ein völlig erschöpfter
C.C. Capwell. Das Jacket leger über das aufgeknöpfte Hemd gehängt, die Krawatte zum Einstecktuch umgewandelt betrat er sein zu Hause.
„Irgend jemand zu Hause, den dieses Wetter auch nicht die Bohne stört?" , maulte er erschöpft die Halle an. Kurz wartete er auf Antwort. „Wie konnte ich auch erwarten, das es in dieser Familie auch
nur einen mir ebenbürtigen gibt." „Also ich habe auch genug zu tun. Und wenn das heißt, das ich Ihnen damit ebenbürtig bin, sollten wir uns über eine Gehaltserhöhung unterhalten.„ Erwiderte ihm doch noch eine freundliche Stimme. Es war Rosa, langjährige Hausangestellte im Dienste der Capwell, mittlerweile schon fast zur Familie dazu gehörend. Sie kam aus der Küche und hielt in ihren Händen genau das, wonach sich C.C. schon den ganzen Tag lang gesehnt hatte. „Wie wäre es mit einem Glas eisgekühlter, frisch gemachter Limonade?", fragte sie ihn und goß ein ohne seine Antwort abzuwarten. Sie kannte sie ohnehin schon. „Rosa ! " erwiderte er sichtlich besser gelaunt „Wie immer meine Rettung in letzter Sekunde."
Er nahm ihr das Glas aus der Hand und trank es in einem Zug leer. Dann hielt er sich das gekühlte
Glas an die Stirn und genoß die Abkühlung, die es ihm brachte. „Ich darf wohl annehmen, das meine Familie bei diesem Wetter nicht im Hause ist, sondern sich mit den Tausenden von anderen Verrückten irgendwo in die Sonne verdrückt haben. Meine Yacht wird sicher auch nicht an ihrem Platz liegen, so
wie ich Kelly kenne." „Nein, das tut sie nicht" , stimmte Rosa ihm zu. Die Kinder, ich meine Kelly, Ted, Lilly und Connor sind heute morgen los und wollten mit der Yacht hinaus. Mason war vorhin hier; er
und Julia werden den Nachmittag mit Samantha am Strand verbringen und ein kleines „Burgen-
imperium„ errichten, wie er sich ausdrückte."
C.C. amüsierte Rosa´s Ausdrucksweise, doch noch mehr gefiel ihm der Gedanke, dass seine Kinder
glücklich waren. Er gab Rosa das Glas zurück und wandte sich der Treppe zu, um nach oben zu gehen.
„Ihre Frau, Sophia, ist allerdings im Hause. Sie sonnt sich im Garten" rief Rosa ihm mit einem leicht ironischen Unterton zu. C.C. drehte sich fast geistesabwesend um.
„Sophia" sagte er leise zu sich selbst.
Ja, Sophia war zurück. Zurück in das Haus, zurück in sein Leben gekehrt. Nachdem sie ihn auf B.J.
und Warren´s Hochzeit mit ihrem Liebesgeständnis so überrascht hatte und er es als ein Geschenk Gottes von Herzen annahm, wurde sie wieder offiziell ein Teil seines Lebens. Er erinnerte sich daran,
das sie am späteren Abend, als die jüngeren Paare die Tanzfläche eroberten auf einmal verschwunden war. Gesucht und gefunden hatte er sie auf der Terrasse, wo sie nachdenklich in den Abendhimmel schaute. Zuerst traute er sich nicht sie anzusprechen, hatte er doch Angst, sie würde bereits wieder bereuen, was sie vorhin gesagt hatte. Dann faßte er sich doch ein Herz und stellte sich einfach neben
sie ohne ein Wort zu sagen. Ohne auch nur eine Andeutung, das sie bemerkt hatte, das er gekommen
war fing sie an mit ihm zu sprechen.
„Ich habe das, was ich dir vorhin am Brunnen gesagt habe ernst gemeint", sie dreht sich zu ihm hin.
„Aber du zweifelst schon wieder daran, nicht war? " C.C. fühlte sich angegriffen und unsicher.
„Was heißt hier zweifeln? Ich meine .... ich möchte ...„ Irgendwie fielen ihm nicht die richtigen
Worte ein und er mußte schmunzeln, dass das gerade einem sonst so wortgewandten Mann wie ihm passierte. Sophia ging auf sein Schmunzeln aber nicht ein. Ihr Gesicht schien ernst und um ihrer Ernsthaftigkeit noch mehr Ausdruck zu geben stellte sie aufrecht vor ihm hin.
„Ich möchte das nur ein für alle Mal feststellen„ begann sie „Ich habe erkannt, das ich mich noch so gegen dich wehren kann, es hilft einfach nichts. Ich gehöre zu dir. Und da ich noch nie gerne Geld in Unsinnigkeiten investiert habe, werde ich in keine weitere Scheidung einwilligen. Also überleg es dir gründlich – diesmal bekommst du mich für immer - unter allen Konsequenzen und Umständen."
C.C. konnte nicht glauben, was er dort gehört hatte. Natürlich hatten sie sich in ihren Hochzeits-
gelöbnissen immer auf „Immer und ewig"„ verschworen, aber diesmal .... irgend etwas war anders. Langsam nahm er ihre Hände in die seinen. „Sophia" Seinen Stimme klang ernst und gefestigt. „Ich versprechen dir, nein, ich werde es dir vertraglich mit Unterschrift und Siegel geben: Nichts und niemand wird uns trennen können. Und sollte der Teufel persönlich vor mir stehen und meine Seele fordern. Ich verspreche dir keine Situation aufzugeben, keinem idiotischen Drang zu folgen, mag
er mir in dem Moment auch noch so logisch klingen. Ich verspreche auf einen Berg zu steigen und
dort so lange in Kälte und Einsamkeit in einer Höhle zu hausen, bis ich wieder erkenne, welch wundervollen Menschen ich an meiner Seite habe. Ich werde..."
Sophia legte ihm die Hand auf den Mund. In ihren Augen standen Tränen, doch um ihre Lippen
spiegelte sich ein Lächeln. „Dito" sagte sie, bevor sie ihre Arme um seinen Hals schlang und ihre
Lippen fest auf seine preßte.
In der folgenden Woche hatten sie in aller Stille erneut geheiratet.
Es störte sie nicht, das die Leute immer wieder erwähnten, das Ken Mathis noch nicht ganz begraben
war, als sie schon wieder ein Bett teilten. Sie ignorierten die Bemerkungen über ihren vierten Anlauf
und die Spekulationen, wie lange es diesmal dauern würde. Zum ersten Mal mußte nicht ausgesprochen werden, was zwei Liebende wie sie seit Jahren wußten.
„Mr. Capwell?„ Rosa riß ihn aus seinen Tagträumen „Soll ich die Limonade im Garten servieren? "
C.C. lächelte sie an und nahm ihr die Karaffe aus der Hand. „Danke. Ich nehme sie direkt mit."