Wenn Blicke sich treffen.

von Mina-Kim
GeschichteRomanze / P18
Benni Fabi Jo Mäx
04.05.2011
22.11.2011
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Hey :)

Dies ist meine erste Killerpilze FF, da ich eigentlich in diesem Bereich nie eine schreiben wollte/konnte. Aber irgendwie haben mich die Konzerte der Komm Komm Com - Tour dann doch inspiriert.
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und würde mich sehr über Reviews freuen.
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Titel: Wenn Blicke sich treffen
Autor: Little Secret
Genre: Romanze/ Lemon.
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Es war mitten in der Nacht als ich mich mit meinem Auto auf den Weg nach München machte. Vor mir lagen ca. 4 Stunden fahrt, aber das war es mir Wert. Immerhin war dies meine letzte Chance meine Lieblingsband noch einmal live zu sehen, da ich in der nächsten Zeit keinen Urlaub mehr hatte.

Begleitung hatte ich leider keine mehr gefunden, aber ich würde es allein schon überleben, mal abgesehen davon, das ich mich sicher 10 Mal verfahren werde, da ich einen Orientierungssinn wie eine Fliege hatte.
Ich war froh nach dem Wien Konzert gestern, überhaupt wieder auf die Autobahn gefunden zu haben.

Nach guten 4 Stunden war ich in München angekommen und suchte mir erstmals einen Parkplatz, was leichter gesagt war als getan. Ich kannte mich in der Großstadt immerhin so gut wie überhaupt nicht aus und selbst das war schon übertrieben.
Aber gut, mir war auch egal wo ich parkte, irgendwie würde ich mit der U- Bahn dann schon zum Club finden.
Hoffte ich.
Von meinem Orientierungssinn hatte ich euch ja schon erzählt.

Nach guten 10 Runden, in denen ich im Kreis gefahren bin, entschied ich mich mein Auto in einem Parkhaus abzustellen. Das kostete zwar Unmengen für die Zeit, in der ich dort parken würde, aber das war mir egal. Einmal konnte man sich so was ja leisten.
So ließ ich mein Baby, welches übrigens ein roter Audi A4 war, in dem 3 Stöckigen Parkhaus zurück und suchte die nächstbeste U- Bahn.

Dort angekommen  versuchte ich die Karte von München zu verstehen, was ich allerdings nicht tat und stieg deswegen einfach in die U- Bahn ein die als nächstes kam. Hauptsache ich kam mal ins Zentrum und somit auch zu meinem Hotel.
Um den Club zu finden hatte ich immerhin dann am Nachmittag noch Zeit.

Die U- Bahn fuhr zum Glück bis zum Hauptbahnhof, das heißt, ich hatte es laut Internet nicht mehr weit bis zu meinem Hotel.
Ich holte die ausgedruckte Weg Beschreibung aus meiner Tasche und ging einfach mal drauf los.
München war echt ne schöne Stadt, jedenfalls gefiel mir das, was ich bis jetzt gesehen hatte.
Aber ich war sowieso ein Fan von Großstädten, auch wenn ich in keiner wohnen würde.
Nach ca. 15 Minuten Fußmarsch, kam ich auf einen kleinen Supermarkt zu, und mein knurrender Magen verriet mir, dass eine Wurstsemmel jetzt genau das richtige wäre.
Hier waren zwar auch genügend Fast Food Ketten, aber mir lüstete es gerade nach einer schönen Semmel mit Schinken.
Und eventuell Gurken.
Ich verstaute also den Plan in meiner Tasche und betrat das Geschäft.
Sofort kam mir die kühle Luft der Klimaanlage entgegen und ich beschloss mir für meinen Einkauf ganz viel Zeit zu lassen. Hatte ich schon erwähnt, dass es draußen 24 Grad hatte?
Und das waren bei Gott nicht meine Temperaturen.

Ich stöberte mich also durch die Regale, da ich ja vielleicht außer der Wurstsemmel noch etwas anderes interessantes fand und ehe ich mich versah, spürte ich schon wie ich gegen etwas oder jemanden lief und unsanft auf meinen Hintern auf den Boden fiel.
,,Aua, sag mal kannst du nicht aufpassen!“, schnauzte ich die große Person an, die vor mir stand und mich musterte.
Jedenfalls glaubte ich das. Die Augen der Person waren nämlich hinter einer Sonnenbrille versteckt und die Kapuze der Weste die er anhatte war tief ins Gesicht gezogen.
Der musste doch total schwitzen bei den Temperaturen, aber naja, wenns Spaß macht..
,,Du bist doch in mich gerannt und nicht ich in dich.“, sagte der, wonach ich nach der Stimme schließen konnte, junge Mann und irgendwie kam mir seine Stimme auch bekannt vor, ich wusste nur nicht woher.
,,Pff..“, machte ich nur und stand auf um mir den imaginären Staub von der Hose zu wischen.
Der Tag hier fing ja richtig gut an.
,,Möchtest du dich nicht entschuldigen?“, fragte der Mann und irgendwie hörte ich leichte Belustigung aus seiner Stimme.
,,Nö.“, schnaubte ich und zog schnurstracks an ihm vorbei Richtung Wursttheke.
Wieso sollte ICH mich entschuldigen?
Soll er doch gucken, wo er hin läuft.

Ich bestellte mir also mein Mittagessen und machte mich auf den Weg zur Kassa wo ich mir nur einen Kaugummi mit aufs Fließband legte.
,,Ob du mit Kaugummi im Mund weniger frech bist?“, hörte ich hinter mir eine Stimme lachen.
Als ich mich umdrehte blickte ich in das Gesicht, bzw. in die Sonnenbrille, von vorhin.
Verfolgte der mich jetzt oder wie?
Ich warf ihn den bösesten Blick zu, den ich drauf hatte, weswegen er wieder kurz lachte.
,,Ich muss auch bezahlen.“, sagte er Schulter zuckend und legte eine Packung Zigaretten, einen Playboy und Kaugummi auf das Fließband.
Playboy?
Alles klar.
Was war der denn für ein Perverser?
Aber trotzdem kam mir seine Stimme von irgendwo her bekannt vor. Vielleicht ähnelte sie aber auch nur jemanden den ich kannte.

Ohne ihn weiter zu beachten zahlte ich und packte schnell alles in ein Sackerl ehe ich den Laden verließ.
Als ich meinen Blick auf die andere Straßenseite schweifen ließ, entwich meinen Lippen ein leises „Oh!“.
War ja klar, das mir davor nicht aufgefallen war das sich mein Hotel hier befand.
Ich wette, wenn ich nicht in dieses Geschäft gegangen wäre, wäre ich beinhart daran vorbei gelaufen.
Naja, aber jetzt hatte ich es gefunden und etwas zu essen hatte ich auch.
Ich betrat die Rezeption und war sofort überwältigt wie schön und einladend es hier aussah. Auch die Rezeptionistin lächelte mich sofort freundlich an und ließ mich als erstes einen Zettel mit meinen Daten ausfüllen ehe sie mir meinen Zimmerschlüssel gab.
Ich hatte zwar keinen Koffer mit, da ich morgen sowieso wieder heim fahren würde, aber ich hatte in meine Tasche ein frisches T- Shirt hinein gestopft, welches ich nach einer ausgiebigen Dusche fürs Konzert anziehen werde.

Mein Zimmer befand sich im 4 Stock, weshalb ich einen wunderbaren Ausblick hatte, jedoch würde ich davon sowieso nicht viel haben, da ich das Zimmer, wie eben gesagt, nur zum Duschen und zum schlafen benutzen werde.
Ich legte meine Tasche und das Einkaufssackerl mit meiner Wurstsemmel auf mein Bett und begab mich in die Brause um mich wieder frisch zu machen.
Nach ca. 2 Stunden Duschen, Haare waschen, föhnen und schminken zog ich mir mein frisches T- Shirt an und war somit fertig. Wurde ja eigentlich auch Zeit, aber ich brauchte immer so lange. Selbst wenn ich mich beeilen würde, würde es nichts ändern.
Aber heute wollte ich auch besonders gut aussehen.
Erst jetzt fiel mir auf, das mein Magen noch immer knurrte. Aber war klar, immerhin wusste er, das ich mir eine leckere Wurstsemmel gekauft hatte und diese nun schon seit Stunden auf den Verzehr wartete.
Ich war so Sadistisch. Gegenüber der Wurstsemmel. Sie musste so lange auf ihr Ende warten.
Wobei es ihr glaub ich relativ egal war.
Boah, was ich wieder dachte. Das konnte nur am Hunger liegen.
Deswegen setzte ich mich auf mein Bett und aß endlich meine Jause. Es fühlte sich richtig gut an, endlich etwas im Magen zu haben.
Das heißt ich konnte mich nun gut gestärkt und frisch gestylt auf den Weg zum Club machen.
Ein Blick auf meine Armbanduhr zeigte mir auch, dass dies auch schon dringend nötig war.
Wir hatten es bereits 16 Uhr und um 19 Uhr war Einlass. Ich wusste immerhin nicht, wie lange ich überhaupt brauchen würde um dort hin zu finden.
Aber die U- Bahnen würden mich schon irgendwie an mein gewünschtes Ziel bringen, solang ich auch mit den richtigen fuhr.


Um ca. 18 Uhr hatte ich es dann auch endlich zum Club geschafft.
Ihr wollt glaub ich gar nicht wissen, wie oft ich mich verfahre habe, deswegen erzähle ich es auch lieber nicht.
Faktum war, das ich nun endlich beim Club war.
Ich stellte mich also ans Ende der Schlange, die momentan aus ca. 30 Leuten bestand, und fischte mein Handy aus meiner Tasche.
Doch gegen mein Erwarten hatte ich weder eine Sms noch einen Anruf. Gut, man musste sich ja auch nicht bei mir melden.
Ich ließ es wieder zurück in meine Tasche gleiten und blickte mich um.
Die meisten Mädels hier waren jünger als ich, was mit meinen 20 Jahren nicht sonderlich schwer sein sollte.
Der Security des Clubs, der hier ein wenig herum geisterte machte einen sehr freundlichen Eindruck und quatschte hier und da auch mit ein paar Fans die ihn anredeten.
Um Punkt 19 Uhr, öffnete er dann die kleine Türe die in den Club führte und langsam und gesittet gingen die Fans, inklusive ich, in den Club.
Die Location sah cooler aus als auf den Fotos die ich kannte. Die Wände waren in einem dunklen Rot gehalten, die Bühne war klein aber dennoch groß genug um eine gute Show hin zu legen, und an der linken Seite befand sich eine kleine Bar mit einigen Barhockern.
Dorthin führte mich auch mein erster Weg. Ich bestellte mir ein Bacardi- Cola und setzte mich auf einen freien Barhocker.
Bis die Jungs die Bühne betreten würden, dauerte es sicher noch eine Weile, also wieso sollte ich mir die Beine in den Bauch stehen?

Als ich mein Glas fast leer getrunken hatte, verdunkelte sich plötzlich der Raum und ich sah wie vier Personen an mir vorbei auf die Bühne huschten.
Es waren die Killerpilze.
Ein Lächeln schlich sich in mein Gesicht und ich kippte den letzten Schluck meines Getränkes in mich hinein um mich zu den restlichen Fans zu stellen.
Dies war mein letztes Konzert für diese Tour, das hieß, ich würde noch mal alles geben. Einfach so richtig abgehen. Einfach die Gedanken abschalten.
Die ersten Töne von Boom erklangen und die Jungs machten schon jetzt eine Hammer Show.
Jo hüpfte wild herum während er nebenbei in sein Mikrofon sang und auch ich sprang wie wild umher und pogte.
Manchmal bildete ich mir sogar ein, dass Jo mich ansah, aber ich war mir nicht sicher. Immerhin stand ich mitten in der Fanmasse, und wahrscheinlich dachten in dem Moment alle er würde sie ansehen.
Ich wollte mir darüber jetzt auch nicht meinen Kopf zerbrechen, sondern einfach meinen Spaß haben.
Es war schön zu sehen, wie viel Spaß die Jungs an der Musik hatten.

Nach 2 Stunden totalen Abfeierns und unzähligen Muskeln die schmerzten, war das Konzert zu Ende und Jo verließ die Bühne mit den Worten „Wir werden nachher noch beim Merchandise Stand Autogramme geben. Bis gleich!“
Ich quiekte fröhlich und machte mich gleich auf den Weg zum Stand. Ich hatte für das Autogramm zwar lediglich meine Konzertkarte, aber immerhin.
Die Tatsache das ich total scheiße aussah, weil ich total verschwitzt war und zudem den Inhalt von Mäx Wasserflasche auf meine Haare bekam, ignorierte ich.
Würde auch nichts bringen sich jetzt darüber aufzuregen, das machte mich auch nicht mehr schöner.
Leider.

Nach ca. 10 Minuten warten kamen die Jungs auch schon und schrieben fleißig Autogramme. Brav wartete ich bis sie bei mir waren und bedankte mich bei ihnen für das Autogramm.
Als Jo, als letzter von den dreien, zu mir kam, sahen wir uns kurz in die Augen und ich weiß nicht warum, aber irgendwie machte sich ein komisches Kribbeln in mir breit.
Ein Lächeln schlich sich auf die Lippen des Sängers und ich konnte nicht anders als zurück zu lächeln.
Er war aber auch echt süß..
,,Wo willst du dein Autogramm hin haben?“
,,Hier, bitte.“, flüsterte ich und tippte auf eine freie Stelle auf meiner Konzertkarte.
Nachdem Jo unterschrieben hatte, zwinkerte er mir noch einmal zu und verschwand dann zusammen mit seinen Bandkollegen wieder hinter die Bühne.
Ich packte die Karte in meine Tasche und war noch etwas perplex über das, was gerade passiert war.
Wieso hatte Jo so ein Dauergrinsen drauf?
Sah ich so amüsant aus?
Ich hoffe nicht.

Langsam machte sich auch wieder mein Magen bemerkbar und ich hatte dunkel in Erinnerung dass sich hier in der Nähe ein Burger King befand.
Da sich hier sowieso nicht mehr viel tun würde, werde ich mich auch auf den Weg dorthin machen.
So ein leckerer Burger mit einer großen Cola wäre jetzt genau das richtige.


Gut, das „In der Nähe“ hat sich dann als Fehl- Information heraus gestellt, denn es war eine halbe Stunde Fußmarsch, aber dafür hatte ich jetzt noch mehr Hunger und somit konnte ich mir erst Recht einen Burger gönnen.

,,Guten Abend!“, begrüßte mich der junge Verkäufer hinter der Theke mit einem fröhlichen Lächeln.
Wow um die Uhrzeit so motiviert zu sein, wenn man arbeiten musste, ist echt beachtlich.
,,Abend. Einmal nen Crispy Chicken und eine große Cola bitte.“, bestellte ich.
Der Mann nickte und stellte mir dann nacheinander meinen Burger und meine Cola auf ein Tablett.
Ich zahlte meine Bestellung und nahm beides vom Tablett herunter um es selber tragen zu können.
Jetzt musste ich nur noch einen gemütlichen Platz finden, war ja nicht so, dass um die Uhrzeit alles frei war.
Vielleicht da hinten in der Ecke, oder da am Fenster..
Oder bei der Eingangstüre, da kam frische Luft rein.
>Boom<
Ehe ich irgendwie reagieren konnte, nahm ich wahr, wie ich gegen eine große Person rannte und sich der Inhalt meines Bechers auf diese entleerte.
Schüchtern blickte ich hinauf und sah… in die Augen einer Sonnenbrille.
Hatte ich die nicht heute schon mal gesehen?
Ich ließ meinen Blick weiter hinauf gleiten und sah die Kapuze, die die Haare der Person verdeckte.
Jap, das war doch tatsächlich die gleiche Person wie heute Mittag.
Verfolgte der mich etwa?
Machte es ihm Spaß immer in mich hinein zu laufen?
So ein Idiot..
,,Also das war jetzt nicht nett..“, sagte der Junge plötzlich und zupfte mit seinen Fingern an der nassen Weste.
,,Könntest ja aufpassen wo du hin rennst.“, schnaubte ich und blickte kurz in meinen leeren Becher.
Na ganz toll.
,,Ich? Du bist doch in mich gelaufen.“
,,Wenns so wäre, wieso bist du dann nicht ausgewichen?“
,,Gut. Das ist jetzt ein gutes Argument. Also ich schätze, wir waren einfach beide in Gedanken.“
,,Und weil es so ein gutes Argument war und ich jetzt wegen dir ohne Trinken da stehe, darfst du mir jetzt eine neue Cola besorgen. Mr. Ich renne im Dunkeln mit Sonnenbrille herum.“, zischte ich woraufhin mein Gegenüber zu lachen begann.
Wieso lachte der jetzt?
Es war doch blöd, mitten in der Nacht eine Sonnenbrille zu tragen. Oder hatte ich irgendeinen Trend verpasst?
,,Arschloch..“, murmelte ich.
,,Was hast du gesagt?“, fragte der junge Mann und hob dabei seine Augenbrauen.
,,Nix nix. Also einmal Cola bitte, ja. Ich warte da hinten auf dich.“ Ich zeigte an einen Tisch in einer Ecke des Raumes.
,,Ja und du wäscht in der Zwischenzeit meine Weste oder wie?“
,,Bitte was?“
,,Naja, ich besorg dir ne neue Cola, dafür könntest du mir meine Weste waschen, die du mir versaut hast.“
,,Du wirst es überleben mit ner Cola- Weste rum zu rennen.“, sagte ich Schulter
zuckend.
,,Du wirst es überleben keine Cola zu trinken.“
,,Nein, werde ich nicht. Ich habe ein 2 stündiges Konzert hinter mir, ich brauche jetzt was zum trinken.“
Der Mann grinste wieder woraufhin ich ihn perplex ansah.
Was war daran jetzt wieder so lustig?
,,Gut, ich hol dir deine Cola.“, sagte er, immer noch grinsend, und ging einen Schritt an mir vorbei Richtung Theke. Erst jetzt merkte ich dass zwei weitere Männer bei ihm waren, die ebenfalls Sonnenbrille und Kapuze bzw. eine Mütze aufhatten.
Komische Vögel.

Ich setzte mich also auf den von mir ausgesuchten Platz und fing an meinen Burger zu essen.
Mein Magen wäre nämlich sonst Amok gelaufen und das wollte ich verhindern. Nicht das der noch den Unbekannten umbringt, denn irgendwie war ich neugierig wie er aussah.
Gerade als ich den Burger aufgegessen hatte kam der Typ mit meiner Cola wieder. Er selbst hatte sich scheinbar einen Kaffee gekauft.
,,Danke.“, sagte ich freundlicherweise und nahm meine Cola die er auf den Tisch abgestellt hatte.
,,Machst du das immer so?“
,,Was?“
,,Leute mit Cola anzuschütten damit du Gesellschaft beim Essen hast?“
,,Bitte was?“, fauchte ich woraufhin er wieder auflachte. ,,Das war doch keine Absicht. Außerdem hätte ich auch alleine gegessen.“
,,Jaja.“, wieder grinste.
,,Machst du das denn immer so?“
,,Was?“, fragte nun er perplex.
,,Eine Sonnenbrille in einem Fast Food Restaurant zu tragen während du dich mit jemanden unterhältst. Das ist unhöflich.“
,,Unhöflich, also? Sagt die, die mich heut Mittag beschimpft hat obwohl sie in mich hinein gelaufen ist.“
,,Ich..“, fing ich an doch der Mann unterbrach mich indem er mir ins Wort fiel.
,,Fang jetzt nicht an mit mir zu diskutieren.“
,,Wollt ich nicht. Ich wollte mich nur rechtfertigen.“
,,Und das wäre mit diskutieren geendet.“
Ich zuckte mit den Schultern und trank stumm meine Cola.
Das kühle Getränk fühlte sich an meinem trockenen Hals so angenehm an.
,,Wo sind eigentlich deine zwei Freunde hin gekommen?“, fragte ich beiläufig als meine Cola bereits fast ausgetrunken war.
Der Typ hob zuerst fragend seine Augenbrauen ehe es scheinbar klick bei ihm gemacht hatte.
,,Ach so, die beiden meinst du. Die warten draußen im Auto..“
,,Und wieso nicht hier drinnen?“
,,Weil wir eigentlich gesagt haben, wir holen uns nur schnell was zum essen und fahren dann in meine Wohnung..“
,,Eigentlich. Doch dann kam ich.“, grinste ich.
,,Und hast mir deine Cola drüber gekippt.“, vervollständigte der Unbekannte meinen Satz.
,,Naja, was nicht heißt das du dich zu mir setzen musst.“
,,War das keine Anmache?“
,,Klar, ich mach gern Männer an, deren Gesicht ich nicht mal richtig sehe.“
,,Ich bin aber ein ganz hübscher.“
,,Das kann jeder von sich behaupten.“
,,Ich würds dir ja zeigen.“
,,Aber?“
,,Dann würdest du mir vielleicht wieder deine Cola drüber kippen.“
,,Wieso?“, fragte ich verwirrt, dann schaute ich in meinen Becher. ,,Die ist sowieso fast leer.“
,,Ich geh lieber kein Risiko mehr ein.. Die Weste kann ich zu Hause nämlich gleich in die Wäsche schmeißen, dabei hätte ich sie morgen noch gebraucht.“
,,Och, eine Dose Mitleid.“
,,An deiner Stelle wäre ich nicht so frech.“
,,Wieso?“
,,Na weil du Schuld dran bist.“
Ich zuckte mit den Schultern. ,,Gibt schlimmeres. Sei froh, dass ich dir keinen heißen Kaffee ins Gesicht gekippt habe. Da hättest dich vielleicht verbrennen können.“
,,Ja, das wäre nicht gut gewesen, ich brauch mein Gesicht noch.“, grinste er. Doch nach einem Blick auf seine Armbanduhr seufzte er.
,,Ich sollte gehen, sonst lünchen mich meine Kollegen.“ Er stand auf und nahm seinen Kaffee vom Tisch woraufhin ich ihn verdutzt ansah.
,,Was ist?“
,,Du kannst doch nicht einfach so gehen. Das ist ja wie bei Cinderella.“
,,Hä?“, fragte er verwirrt.
,,Naja bei Cinderella wusste der Prinz ja auch nicht, wer sie ist und sie ist einfach abgehauen.“
,,So kannst du wenigstens behaupten, du hast dich gefühlt wie in einem Märchen.. Das wollen Frauen doch eh immer.“
,,Ja aber nicht so ein Märchen. Wobei es ja romantisch endet.“
,,Vielleicht endet es bei uns ja auch romantisch.“, lachte er.
Was für ein Macho.
,,Solange ich nicht weiß, wie du aussiehst, brauchst du dir da keine Hoffnung machen.“
,,Ich mach mir keine Hoffnunge, ich bin mir sicher, das du auf mich stehen würdest.“
,,Du bist ja sehr von dir überzeugt.“
,,Wärst du an meiner Stelle auch.“
,,Klar, wenn ich mein Gesicht hinter einer Sonnenbrille verstecken muss und meine Kapuze mir tief ins Gesicht hängt… „
,,Du kannst mir ja einfach deine Nummer geben und wenn es mich freuen sollte, melde ich mich. Und vielleicht darfst du mich dann irgendwann auch ohne Sonnenbrille sehen.“
,,Wenn es dich freuen sollte? Soso..“
,,Mich wird es freuen, glaub mir.“
,,So notgeil?“
,,Das hast jetzt du gesagt.“
,,So leicht würdest du mich eh nicht rum bekommen.“
,,Das sagen alle Frauen.“
,,Ich bin nicht wie alle anderen Frauen.“
,,Das merk ich.“
,,Ist das gut?“, nun grinste ich. Irgendwie machte mir das Gespräch mit ihm Spaß. Schade, das er schon gehen musste.
,,Sagen wir mal ja.“, er schaute wieder auf die Uhr. ,,Ich muss jetzt aber echt. Krieg ich deine Nummer?“
,,Hm, aber nur weil du es bist. Du maskierter Held.“
,,Held hört sich gut an.“
,,Dacht ich mir.“
Ich schnappte mir meinen Kugelschreiber aus der Handtasche, nahm die Serviette die ich zum Glück nicht gebraucht hatte und schrieb meine Nummer darauf.
,,Eine Ausländische Nummer?“, fragte er als er die vielen Zahlen sah.
,,Ja, ich bin Österreicherin.“
,,Oh.. Jetzt wo dus sagst, einen anderen Akzent hast du schon… Find ich sexy.“
,,Hm, das hört sich jetzt auch gut an.“
,,Dacht ich mir.“, sprach er mich nach.
Er steckte die Serviette in die Taschen seiner Weste und schaute mich noch ein letztes mal grinsend an.
,,Einen kleinen Vorgeschmack darfst du aber haben.“, sagte er leise und ehe ich fragen konnte was er meinte, hatte er seine Brille herunter genommen.
Perplex sah ich ihn an.
Die Augen kannte ich doch.
,,Also Tschüss. Ich melde mich.“
Und weg war er.
Ich konnte nicht einmal irgendwie reagieren oder irgendetwas sagen.
Wieso hatte ich nicht gemerkt, das er es war?
Seit Jahren hörte ich die Musik seiner Band und dann erkannte ich ihn nicht einmal an seiner Stimme..?
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weiter?:)
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