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Gegen jede Vernunft

von Steffix3
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alicia Spinnet Angelina Johnson Fred Weasley Katie Bell Marcus Flint Oliver Wood
02.05.2011
28.09.2016
79
148.405
86
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Dieses Kapitel
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02.05.2011 1.602
 
Gegen jede Vernunft


1. Kapitel

„Was soll denn das werden, Bell ?“
Erschrocken fuhr die Angesprochene herum.
„Flint“, keuchte sie und ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen.
Marcus Flint hatte gerade unter die Dusche gehen wollen, als er feststellen musste, dass er sein Duschgel vergessen hatte. Deswegen war er noch einmal zurück in die Umkleidekabine der Slytherins gegangen, wo sich ihm ein seltsamer Anblick bot. Katie Bell, eine Jägerin der Gryffindors, stand über den kleinen Tisch gebeugt, der in einer Ecke des Raumes stand.
„Wolltest du zu mir, Bell ?“
Während er lässig im Türrahmen lehnte – die Arme vor der Brust verschränkt und nur mit einem Handtuch um den Hüften – und anzüglich grinsend das erschrockene Mädchen musterte, fiel sein Blick auf die Pergamentblätter, die sie in ihrer zitternden Hand hielt. Schlagartig verschwand das Grinsen aus seinem Gesicht. Das waren doch seine Notizen zu den neuen Spielzügen und Täuschungsmanövern, die er gerade eben im Training mit seinem Team für das bevorstehende Spiel gegen Gryffindor einstudiert hatte !
„Was zum Teufel soll das ?!“, schrie er das Mädchen an und stieß sich vom Türrahmen ab. Ein wütendes Funkeln lag in seinen Augen, während er bedrohlich auf sie zu kam.
„I-ich ..“, Katie schluckte. Verdammt, er würde ihr sämtliche Knochen einzeln brechen.
„Antworte gefälligst, bevor ich mich vergesse !“, brüllte er und schritt weiter auf sie zu. Katie wich zurück, bis sie mit dem Rücken gegen die Wand der Umkleidekabine stieß.
„Ich .. Wood ..“, stotterte sie verstört, „Also, Wood wollte, dass ich die Notizen klaue. I-ich hab ihm gleich gesagt, d-dass das keine gute Idee ist -“
„Und warum bist du dann hier, wenn du es für 'keine gute Idee' hältst ?“, fuhr er sie weiterhin an. Mittlerweile war er nur noch einen halben Meter von ihr entfernt.
„Er hat gedroht mich aus dem Team zu werfen“, rief Katie verzweifelt. Sie würde Wood dafür umbringen, dass er sie hierher geschickt hatte. Falls sie dieses Treffen mit Flint überleben würde. Der wütende Gesichtsausdruck ihres Gegenüber sprach jedoch eher für einen grausamen Tod.
„Hast du die Notizen gelesen ?“, fragte er sie und blieb endlich stehen.
„Nein !“, antwortete Katie eine Spur zu schnell.
„Du lügst, Bell“, knurrte er, „Ich warne dich, wage es nicht mich anzulügen! Du machst es nur noch schlimmer.“
„Okay, ja, ich hab die Notizen gelesen“, antwortete Katie schließlich. Er machte einen weiteren Schritt auf sie zu, sodass sein – zugegeben sehr durchtrainierter – Oberkörper fast ihren berührte.
„Du bist .. zu nah“, sie schluckte und fühlte sich deutlich unwohl in seiner Nähe.
„Hast du Angst, Bell ?“, er grinste plötzlich, als er die Panik in ihren Augen sah, doch in seinen eigenen lag noch immer dieses bedrohliche Funkeln.
„Nein“, log sie. Niemals würde sie zugeben, dass er ihr tatsächlich Angst machte.
„Du lügst schon wieder“, stellte er amüsiert fest, „Ich hab dir doch gesagt, ich mag es nicht, wenn du mich anlügst.“
Ihr Atem beschleunigte sich. Konnte er sie nicht einfach in Ruhe lassen ?
„Geh weg von mir!“, fauchte sie. Flint grinste erneut und tat genau das Gegenteil; er presste sie mit seinem Körper gegen die Wand. Katie blieb für einen Moment das Herz stehen, dann stieß sie ihn mit voller Kraft von sich, sodass er nach hinten und gegen den kleinen Tisch taumelte.
„Treib es nicht zu weit, Bell“, knurrte er. Seine Augen waren mittlerweile so dunkel, dass Katie sich sicher war, er würde sich jeden Moment auf sie stürzen.
„Willst du mir etwa drohen ?“, fragte sie mutig.
Nur nicht einschüchtern lassen, Katie !
„Ich will dich lediglich warnen“, antwortete er und kam erneut auf sie zu, blieb jedoch diesmal nicht direkt vor ihr stehen, sondern ließ ihr ihren Freiraum, „Was mach ich jetzt nur mit dir ?“
Er seufzte theatralisch und blickte sie belustigt an.
„Bitte verrate mich nicht !“, flehte Katie, „Ich werde sonst aus dem Team geworfen, oder vielleicht noch schlimmer, von der Schule !“
Sie sah ihn verzweifelt an. Ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.
„Das wäre doch ein ziemlicher Vorteil für mich, wenn du nicht mehr im Team wärst“, sagte er und hätte beinahe laut losgelacht, als ihr sämtliche Gesichtszüge entglitten, „Aber schön. Ich werde dich nicht verraten.“
Sie sah ihn überrascht an. Er würde sie nicht auffliegen lassen ?
„Allerdings“, sagte er dann gedehnt und Katie stöhnte innerlich auf. Natürlich, wie konnte sie auch annehmen, dass er einfach mal nett war und keine Gegenleistung forderte ?
„Was willst du, Flint ?“, fragte sie genervt und versuchte, ihre Nervosität zu überspielen.
Er grinste. Sie hatte ihn also verstanden.
„Du wirst mir Woods Skizzen bringen“, sagte er und beobachtete voller Genuss, wie sie ihre Augen weit aufriss.
„Was ?“, rief sie entsetzt, „Das .. das kann ich nicht, er wird mich umbringen !“
„Das ist nicht mein Problem, Bell“, fuhr er sie an, „Du kennst jetzt unsere Taktik und wirst sie mit Sicherheit auch deinen Teamkollegen verraten. Da ist es doch nur fair, wenn wir auch eure Taktik kennen, findest du nicht?“
Er grinste wieder. Oh, wie sie dieses selbstgefällige Grinsen hasste !
„Vergiss es !“, keuchte sie und schüttelte den Kopf.
„Na schön, Bell“, das Grinsen verschwand wieder und binnen Sekunden drängte er sie wieder an die Wand, sein Gesicht nahe an ihrem. Als er seinen Kopf dann auch noch in ihre Richtung neigte, quietschte sie entsetzt auf. Er würde doch nicht - ?
Dann spürte sie seinen heißen Atem an ihrem Ohr und ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken.
„Also entweder, du tust was ich sage“, flüsterte er, wobei seine Lippen ihre Ohrmuschel berührten und ihr eine Gänsehaut verursachten, „Oder ich werde dir einen Gedächtniszauber verpassen und dich dann zu Snape bringen. Und noch ehe du 'Quidditch' sagen kannst, hat er dich der Schule verwiesen.“
Sie konnte sein Grinsen deutlich heraushören.
„Das .. das würdest du nicht wagen!“, sagte sie zittrig, wusste jedoch genau, dass er es tatsächlich wagen würde.
„Oh doch, Bell“, sagte er amüsiert, „Ich würde, glaub mir.“
Er sah ihr wieder ins Gesicht und im nächsten Moment hob er seine Hand und strich über ihre Wange.
„Fass mich nicht an !“, fauchte sie und schlug seine Hand beiseite. Er grinste nur und trat dann einen Schritt zurück.
„Na los, verschwinde!“, sagte er dann. Das ließ sich Katie nicht zweimal sagen und stürmte an ihm vorbei aus der Umkleide.

» ῶ «


Katie schlich durch den Gemeinschaftsraum und hatte schon fast die Treppe zu den Schlafsälen erreicht, als jemand nach ihr rief.
„Katie !“
Katie stöhnte innerlich auf und drehte sich dann zu Oliver Wood, ihrem Kapitän um, der mittlerweile bei ihr angekommen war. Nervös blickte er nach links und rechts, um sich zu vergewissern, dass ihn niemand hören konnte.
„Hast du die Pläne ?“, flüsterte er dann.
„Nein“, zischte Katie wütend, „Weil Flint mich dabei erwischt hat !“
„Oh, verdammt !“, Oliver verzog gequält das Gesicht, „Hättest du dich denn nicht etwas geschickter anstellen können ?“
„Bitte ?“, rief Katie empört, „Weißt du, was für ein Glück ich habe, dass ich überhaupt hier vor dir stehe ? Flint hätte mich am liebsten an Ort und Stelle verhext !“
Sie kochte vor Wut. Das durfte ja wohl nicht wahr sein !
„Im übrigen, hab ich die Pläne gelesen, bevor er mich erwischt hat“, fuhr sie dann fort.
„Tatsächlich ?“, Oliver begann zu strahlen.
„Ja. Nur leider weiß Flint das auch“, seufzte Katie. Sein Gesicht verdunkelte sich wieder.
„Na wundervoll. Ich hätte Fred und George schicken sollen, die hätten sich wenigstens nicht erwischen lassen“, sagte er verärgert.
„Also das ist ja wohl das aller letzte !“, rief Katie außer sich vor Wut.
„Beruhige dich, Katie“, herrschte er sie an, „Und sag mir lieber, was diese Schlangen planen.“
„Das könnte dir so passen !“, Katie wirbelte herum und stapfte wütend in ihren Schlafsaal, einen verwirrt drein blickenden Oliver im Gemeinschaftsraum zurücklassend.

» ῶ «


Am nächsten Morgen saß Katie nervös zwischen Angelina und Oliver am Gryffindortisch. Sie hatte letzte Nacht lange nachgedacht und war zu dem Entschluss gekommen, Flints Bedingungen zu erfüllen. Aus mehreren Gründen. Zum einen, war sie wütend auf Oliver, der sie überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht und danach auch noch zusammengestaucht hatte. Zum anderen, war sie Flint ja auch einen Gefallen schuldig, immerhin hatte er sie nicht verraten.
„Oliver ?“, wandte sie sich schließlich lächelnd an ihren Kapitän.
„Hm ?“, fragte dieser und biss von seinem Toast ab.
„Kann ich mir nachher deine Aufzeichnungen für das Spiel gegen Slytherin ausleihen ?“, fragte sie, „Ich würde sie mir gern nochmal ansehen vorm Training.“
„Tut mir leid, Katie“, antwortete Oliver, nachdem er seinen Toast geschluckt hatte, „Aber ich verleihe meine Aufzeichnungen grundsätzlich nicht. Zu riskant. Du könntest sie verlieren, oder jemand könnte sie dir stehlen oder dir über die Schulter blicken, während du sie liest.“
Katie verdrehte die Augen. Man konnte es wirklich übertreiben. Doch auch nach einigen „Bitte, Oliver“ ließ er sich nicht erweichen. Einerseits war sie sogar froh darüber, dass er ihr die Notizen nicht gab, so musste sie immerhin ihr Team nicht verraten. Aber andererseits wusste sie auch, dass mit Flint nicht zu spaßen war. Um ehrlich zu sein, hatte sie sogar etwas Angst vor seiner Reaktion darauf.
„Aber Katie“, begann Oliver, „Jetzt erzähl mir mal, was die Slytherins geplant haben für unser Spiel.“
„Du hast die Pläne ?“, mischte sich Angelina neugierig ein. Auch sie war gestern nicht gerade begeistert gewesen von Olivers Idee, aber er ließ nun mal keine Widerrede zu.
„Nein, sie hat sich von Flint erwischen lassen“, seufzte Oliver und blickte verärgert drein. Katie verdrehte erneut ihre Augen.
„Ich erzähl es dir später“, raunte sie ihrer Freundin zu und nahm sich vor, ihr und Alicia die ganze Wahrheit zu erzählen. Die beiden würden sie verstehen, da war sie sich sicher.
„Aber sie hat anscheinend die Notizen gelesen“, fuhr Oliver fort und Katie erzählte ihm daraufhin alles, was sie auf den Pergamenten gelesen hatte.
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