Barton - Ein verkannter Held

GeschichteAbenteuer, Drama / P12
21.04.2011
28.05.2013
18
20206
 
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Ja,ja, ich weis, noch eine Geschichte die ich anfange.. Aber irgendwie muss ich die vielen Ideen ja aus meinem Kopf bekommen. ^^ Und, um erlich zu sein, ich finde Barton iwie niedlich, daher musste ich ihm zumindestens eine Kurzgeschichte witmen. ^^ Viel Spaß damit!

„BARTOOOOOON!“ Der Schrei ließ das ganze Polizeirevier aufschrecken, besonders aber denjenigen, zu dem der gebrüllte Name gehörte. So schnell er konnte, rannte der junge Wachtmeister durch das Gebäude, die Treppe hoch, bis zum Büro seines Vorgesetzten, dem berühmten Inspektor Chelmey. „Sie haben gerufen, Herr Inspektor?“ „Na endlich! Das hat ja eine halbe Ewigkeit gedauert! Wieder am futtern gewesen, was?“ „Also eigentlich war ich…“ „Ach, wenn interessiert’s! Wir haben einen neuen Fall und um den sollten wir uns schleunigst kümmern! Bevor dieser Hobby-Detektiv Layton mit seinem Balg auftaucht… Also los, Barton!“ „Ja… Jawohl Chef!“

Er kannte das schon. Immer wenn der Inspektor einem Fall auf der Spur war, wurde er noch unfreundlicher und launischer, als er es im Normalfall schon war. Und das er, sein Assistent, diese schlechte Laune abbekam, war so sicher wie das Amen in der Kirche. So auch dieses Mal.
„Was fällt diesem Zylinderfutzi eigentlich ein, sich in die Ermittlungen von Scotland Yard einzumischen! Dieser… Dieser…“ „Hobby-Detektiv?“, beendete Barton den Satz. Chelmey wirbelte herum und sah den Wachtmeister mit zornesfunkeln in den Augen an. „Meine Sätze beende ich immer noch selbst, Barton! Außerdem, was stehen sie hier rum und halten Reden? Sind die Akten der letzten Monate schon sortiert?“ Barton schluckte. „Ähm… Nein Sir, ich wollte…“ „Dann aber ab jetzt! Und ich will sie erst wieder am Tageslicht sehen, wenn alles sortiert ist! Und zwar einwandfrei, haben sie verstanden?“ „Ja, Sir!“ Barton salutierte knapp, dann verschwand er so schnell er konnte aus dem Büro.

Er seufzte, rieb sich die inzwischen müden Augen und starrte genervt den anscheinend nicht kleiner werdenden Stapel Akten an. Dann sah er auf die Uhr, die ihn mit ihrem monotonen „Tick-Tack-Tick-Tack“ allmählich in den Wahnsinn trieb. Halb Acht. „Das gibt wieder eine Nachschicht…“ Barton seufzte erneut, ehe er sich die nächste Akte schnappte und weiter arbeitete.
Es war kurz vor Mitternacht, als der Wachtmeister die letzte Akte schloss und sich gähnend streckte. Endlich hatte er es geschafft! Nachdem die Akte auf dem passenden Stapel gelandet war, stand er grinsend auf und ging zur Tür. „In die Kisten packe ich die Morgen. Für heute ist Schluss!“, meinte er noch zu sich selbst, ehe er ein Liedchen pfeifend die Tür hinter sich schloss. Dabei merkte er nicht, wie die letzte Akte vom  Stapel rutschte…

„Aber Inspektor, ich…“ „Ich will keine Ausreden hören, Barton! Sie sollten die Akten sortieren und was musste ich heute hören? Sie haben die Arbeit der letzten Monate vollkommen ruiniert!“ „Aber ich habe doch…“ „Ach! Wissen sie was? Sie sind der nutzloseste Polizist, den ich jemals gesehen habe! Ich frage mich was ich verbrochen habe, dass ich ausgerechnet sie als Assistenten ertragen muss!“ Mit vor Wut hochrotem Kopf, sah Inspektor Chelmey den Wachtmeister an, der sichtlich eingeschüchtert vor im Stand, und keinen Ton mehr hervorbrachte. „Und jetzt sehen sie zu, dass sie in den Keller kommen! Und wagen sie es ja nicht wieder nach oben zu kommen, bevor die Arbeit erledigt ist!“ „Jawohl, Sir…“ Kleinlaut machte sich Barton auf den Weg in den Aktenkeller, gefolgt vom Gespött einiger Kollegen und dem Gefühl, auf ganzer Linie versagt zu haben. Wieder einmal…

Zugegeben, er war nicht unbedingt der beste Polizist von Scotland Yard, aber er gab sich doch alle erdenkliche Mühe, immer alles richtig zu machen. Leider gelang dieses Unterfangen nur in den seltensten Fällen. Und in letzter Zeit schien ihm auch rein gar nichts mehr zu gelingen…
Erst vor kurzem war ihm bei einem Einsatz ein Missgeschick geschehen, so  dass ein Täter letztendlich entkommen konnte… „Der Inspektor hat anscheinend recht…“,  meinte Barton nun zu sich selbst, während er erneut im Keller die Akten sortierte, „Ich bin wirklich nutzlos… Wahrscheinlich tauge ich nicht als Polizist…“ „Hey Barti! Wieder was versaut?“ Das hämische Kommentar ließ ihn aufschrecken. An der Tür zum Keller standen ein paar Polizeikollegen und grinsten den Wachtmeister an. „Das wievielte Mal macht’s du jetzt schon Strafdienst diese Woche? Ach nein, ich vergaß, Akten sortieren und Kaffe kochen sind ja deine Hauptaufgaben!“ Die Gruppe lachte, verschwand aber schleunigst, als eine Akte in ihre Richtung flog. Diese traf ins Schwarze… nur leider den Falschen. „BARTOOOON!“
Der Angesprochene schluckte, als er das hochrote Gesicht des Inspektors sah. „Inspektor, ich… Ich wollte nicht, ich meine…“ „Jetzt reicht es mir endgültig mit ihnen! Ich werde beim Oberinspektor einreichen, dass sie in einen anderen Bezirk versetzt werden! Ihre Unfähigkeit und noch dazu ihr unglaubliches Verhalten, sind nicht mehr auszuhalten! Und jetzt verschwinden sie, ich will sie hier nicht mehr sehen, bis eine Endscheidung getroffen ist!“
Geknickt und am Boden zerstört, schlich Barton aus dem Keller, das Gelächter seiner Kollegen auf dem Flur einfach ignorierend.
Jetzt war es also soweit. Er würde den Rest seiner Dienstlaufzeit irgendwo in einer Polizeistation auf dem Land verbringen, vorausgesetzt, er hatte Glück. „Und das hast du ja selten…“
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