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It's Blues, Brother

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P12 / Gen
19.04.2011
02.06.2015
9
15.426
 
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19.04.2011 2.178
 
"Ein Glück, dass wir die los sind", spricht Mack erleichtert zu Jerry. Elwood und Candy sind noch hinter der Bühne. Auch Lou Marini ist dort und putzt gerade sein Saxophon. "Überraschender Weise hast du ja doch mitgemacht", spricht der Blues Brother zu ihm. Marini schaut ihn an und fängt an zu schmunzeln. "Die Wege des Herrn sind unergründlich!", lacht Candy. "Mein Gott, von wem hast du denn den Spruch?", fragt Elwood überrascht. "Aus der Pinguin-Anstalt", antwort ihm das Mädchen. "Pinguin-Anstalt? Du meinst doch nicht etwa St. Helen?", fragt er nun weiter. "Oh doch, sehr wohl meine ich das! Und woher kennst du diesen Ort?", fragt sie zurück. "Ich bin dort groß geworden. Dank Curtis wurden Jake und ich zu dem was wir ...naja... jetzt nur mehr ich, sind", erklärt Elwood. "Curtis? Du meinst doch nicht etwa den Curtis, der bei UNS in St. Helen war?", Candy ist nun sehr verblüfft. "Bei uns in St. Helen... klingt ziemlich egoistisch für so einen geistlichen Ort", Elwood schmunzelt. "Das nennst du einen geistlichen Ort?", Sarkasmus liegt in der Stimme des Mädchens, "Sechzehn Jahre meines Lebens habe ich in Zucht und Ordnung gelebt. Wer nicht gehorcht, kriegt einen auf den Deckel. Wie oft habe ich für Buster hinhalten müssen... Willst du sehen, was ich von diesem raviaten Pinguin habe?" "Ist doch halb so schlimm. Aber das ist auf jeden Fall die Lehre des Lebens. Kein Bestsellautor wird je so ein Buch rausbringen, wo das drinnen steht, was du in St. Helen je lernen wirst", Elwood verspricht ihr das Blaue vom Himmel, was das Waisenhaus anbelangt. "Du machst ja richtig Werbung für diesen Ort", sie kann es einfach nicht fassen, was der Blues Brother da von sich gibt. "Wenn du glaubst allein zu sein. Wenn du denkst, dass du sowieso überschüssig in dieser Welt bist - ja sogar nicht einmal vorhanden - und dann so ein Mensch wie Curtis dich die Dinge des Lebens und du den Stil des Blues lernt, dann kannst du dir sicher sein, dass St. Helen ein guter Ort ist. Vor allem für so eine junge Dame wie dich. Denn dieser Ort hat mir gezeigt, wer meine Familie ist", erklärt Elwood. Candy ist sprachlos. Solch berührende Worte hätte sie sich nie von ihm gedacht. "Ach ja, bevor ichs vergesse, braucht ihr noch nen Saxophonisten?", fragt Lou etwas beschämt und hat damit die Stimmung wieder aufwärts gebracht. Candy grinst ihn an und wirft Elwood einen fragenden Blick zu, der so etwas, wie "Und? Was sagst du dazu?" sagen soll. "Für dich doch immer!", lautet seine offenherzige Antwort. Der Saxophonist freut sich, wieder dabei sein zu dürfen, obwohl er sich ja so strikt dagegen gesträubt hatte. "Da fällt mir ein... Du hast vorher Buster erwähnt... Woher kennst du ihn?", fragt der Blues Brother. "Er war zwar nicht mein Bruder, weil wir beide Einzelkinder sind, aber er hat sich wie einer verhalten. Wie ein nerviger, kleiner Bruder, der mit zehn schon auf nächtlichen Ausflügen war. Ich weiß bis heute nicht, wo er sich damals immer herumgetrieben hat, aber Mutter Mary meint, dass ihn sein Mentor entführt habe...", antwortet sie ihm. "Oh ja, das weiß ich nur zu gut", spricht Elwood nachdenklich. "Das klingt so, als ob du Buster kennen würdest!", Candy ist überrascht und noch überraschender ist die kopfnickende Antwort. "Aber warum hat er mir nie was davon erzählt?" "Nun, ich denke, weil bis jetzt keine Frauen in der Blues Brothers Band mitgemacht haben", versucht er es mit einer möglichst glaubwürdigen Erklärung. "Das ist sexistisch!", beleidigt rennt sie in ihr Zimmer hinauf. "Candy, warte doch!", ruft Mack ihr noch hinterher - vergebens.
Voll Frust nimmt sie das Bild, das sie von Mutter Mary bekommen hat, auf dem sie und Buster zu sehen sind, und wirft es mit voller Wucht gegen die Wand. Ein lautes Klirren ertönt im Raum und als Candy die Scherben auf dem Boden liegen sieht, reißt sie plötzlich ihre Augen weit auf. In dem Bilderrahmen war doch tatsächlich etwas versteckt und dank ihres Frustes ist dieses geheimnisvolle Teil nun gelüftet. Gut, so großartig sieht es auf dem ersten Blick nicht aus, aber dieses Blatt Papier, was darin versteckt war, ist der Schlüssel, nach dem Candy die ganze Zeit gesucht hat.
"1409 North Dearborn Street", liest Mack von dem Blatt ab. "Hey Leute, worauf wartet ihr noch? Wird Zeit, dass wir Buster besuchen!", verlangt Candy, nachdem nun Elwood und Mack den Zettel mit der Adresse gesehen haben. "Sie hat Recht", antwortet der Blues Brother, "Es wird an der Zeit, dass wir uns Buster Blues zurückholen!" "Aber wie willst du das anstellen?", fragt Mack. "Auf St. Helen's-Art natürlich!", wendet Candy ein. Über den Gesichtern von Mack und Elwood zieht eine fragende Miene her, doch zu dritt machen sie sich augenblicklichst auf dem Weg in die 1409 North Dearborn Street.

"Nicht von schlechten Eltern!", staunt der Barkeeper nicht schlecht, als er die schöne Wohngegend sieht, in der sie zu Buster wollen. "Da hat er doch wirklich gutes Los gezogen", meint das Mädchen, "Aber nicht gut genug, denn ohne UNS ist das Ganze nicht mal halb so viel wert!" "Ziemlich selbstsicher", spricht Elwood nur kurz und trocken. Ein eigenartiges Gefühl für ihn, Beifahrer zu sein.
Kurz darauf halten sie vor der angegebenen Adresse an. Beim Klingeln der Türklingel ertönt die Melodie des Big Ben's. Die drei sehen sich nur erwatend an. Wenige Momente später öffnet sich die Tür. Eine schlanke Frau mittleren Alters in einem lachsfarbenen Kostüm öffnet diese. "Guten Tag, wie kann ich Ihnen behilflich sein?", fragt die Frau. "Ist Buster zu Hause?", fragt Candy. "Ja, und wer sind Sie?", antwortet die Frau. "Guten Tag, Miss. Wenn ich mich Ihnen vorstellen darf: mein Name ist Elwood Blues", stellt sich Elwood vor und Mack gleich dazu, "Und das ist mein Kollege Mighty Mack Teer." Introventiert grinsend schüttelt dieser ihr die Hand. "Ich bin Candy", fängt nun auch das Mädchen an, "Sind Sie Mrs Fletcher?" "Ja, aber woher wisst ihr das?", fragt die Frau verwundert. "Die Wege des Herrn sind unergründlich", antwortet Candy monoton. "Oh, das klingt sehr nach einer Freundin von Buster. Kommt doch rein. Ich werde ihn holen!", Mrs Fletcher führt die drei ins Wohnzimmer und geht hinauf in den ersten Stock. Wenig später erscheint auch schon Buster. Der Anblick ist ungewohnt. In einem Poloshirt und einer passenden Hose steht er vor den dreien wie ein Junge aus gutem Hause. Ist das nun auch so?
"Buster! Warum hast du mir nie erzählt, wo du dich rumtreibst?", so viel zu einer Begrüßung. Candy ist etwas außer sich. "Warum spioniert ihr mir hinterher?", fragt dieser etwas negativ überrascht. "Spionieren würde ich das nicht nennen. Candy hat per Zufall deine Adresse entdeckt", spricht nun auch Elwood. "Aber was wollt ihr von mir?", fragt Buster nun weiter. "Du gehörst nicht hierher...", versucht es das Mädchen nun etwas sanfter. "Und wieso nicht? Nur, weil ich jetzt eine Familie hab?", fragt der Junge etwas empört. "Du siehst aus, wie ein verschnöselter Staubsaugervertreter!", meint Candy mit erhobener Stimme. "Ja und? Wo liegt da das Problem?", nun wird auch Buster etwas lauer. "Das bist nicht du!", das Mädchen ist nun noch etwas lauter als er. "Ja, du bist Buster Blues!", meint nun auch Mack. "Bin ich nicht! Mein Name ist nun Buster Fletcher!", wehrt der Junge ab. "Aber was ist mit der Band? Du weißt doch, dass kein pharmazeutisches Produkt dir jemals den Kick geben kann, den du kriegst, wenn die Band voll abgeht, wenn die Leute tanzen, schreien und jubeln und die Hütte total auf dem Kopf steht!", versucht es nun Elwood. "Nein, es ist nun vorbei. Ich führe ein anständiges Leben, ohne von der Polizei verfolgt zu werden und wer weiß, vielleicht werde ich ja später Präsident der schönen USA...?", meint der Junge. Candy ist außer sich. "Verdammt! Wir haben den ganzen Weg umsonst hierher gemacht - nur um zu sehen, was für ein Schleimer aus dir geworden ist?!", fragt sie voller Empörung. "Ich bin keineswegs ein Schleimer. Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet. Ich muss in meinen Lernkurs. Ihr wisst ja wo die Türe ist...", verabschiedet sich Buster leicht hochnäsig. "Wenn das so ist... Sei froh, dass ich dein dämliches Hinterteil mit einem Achter tätowiere, wenn wir schon bei blöden Sprüche klopfen sind!", brüllt Candy den Jungen an. "Komm schon, wir gehen", versucht es Mack mit ruhiger Stimme.
Nur noch Elwood und Buster stehen im Wohnzimmer. Schweigend stehen sie gegenüber und starren sich einige Momente an. Dann schüttelt der Blues Brother betrübt den Kopf und verlässt so auch das Haus.

Dass statt Mack nun Candy das Steuer übernimmt, ist wohl doch keine so gute Idee gewesen. "Ich dachte du weißt, wie man Auto fährt", meint Mack luftanhaltend auf der Rückbank. "Tu ich auch. Jerry hat's mir beigebracht", antwortet das Mädchen wutentbrannt während sie rasant durch die Straßen Chicagos fahren. "Davon merke ich aber nichts", das hätte er nicht mehr dranhängen dürfen. Prompt steigt Candy auf die Bremse und mit quietschenden Reifen Reifen kommt der Wagen schneller zur Ruhe, als die anderen "Rawhide" sagen können. Hastig schnallt sie sich ab und dreht sich zu Mack nach hinten. "Verdammt! Wer hätte bloß gedacht, dass mir der eigene Bro so in den Rücken fällt!", schreit sie ihn an, "Ich habe ihn immer den meinen frei gehalten und dann zieht er so ne miese Show ab. Bei den Glocken Marias GEHTS NOCH?!" "Candy, du musst ihn aber auch verstehen", meldet sich nun Elwood zu Wort. Das wutentbrannte Gesicht des Mädchens wendet sich nun zum Beifahrersitz hinüber und Elwood setzt fort: "Ich weiß, dass es schwer ist, das zu verstehen, aber Buster hat in den letzten Monaten mehr mitgemacht, als du in deinem ganzen bisherigen Leben." "Das ist keine Entschuldigung!", schnauzt sie den Blues Brother an. Plötzlich zieht sie ihr Oberteil aus und die beiden Männer sind entsetzt. "Den hier habe ich bekommen, als mir Mutter Mary eins mit der Bibel übergezogen hat...", präsentiert sie ihnen einen großen blauen Fleck, "Die Narbe habe ich bekommen, als Buster aus Versehen Mutter Mary's Armbanduhr in den nächstgelegenen Dornenbusch verschossen hatte. Es hat mich sehr viel Überwindungskraft gekostet - nur, damit er damit aus dem Schneider war." Die beiden können Candy nun wesentlich besser verstehen, doch diese ist noch nicht fertig mit ihren Verletzungen und anderen Bestrafungen, die sie Buster zu verdanken hatte: "Und ne Vorstrafe hab ich ihm auch zu verdanken." "Ja, dass er ein kleiner Dieb ist, das wissen wir auch", spricht nun Elwood. "Schön, dass es alle wissen und ich dafür grade stehen muss!", schnauzt das Mädchen weiter.
Plötzlich kommt ein Polizist vorbei, denn die drei stehen mit ihrem Wagen schon seit etwa fünf Minuten verbotener Weise in einer Wiese, gleich neben der Straße. Er klopft an die Scheibe: "Ihre Papiere bitte!" Plötzlich fällt Elwood etwas auf: "Moment mal! Cab, bist du es?" Der Polizist schaut nun genauer in das Auto hinein: "Elwood?" Der besagte grinst erfreut, doch Cab scheut keine Miene: "Trotzdem, die Papiere bitte!" "Einen Augenblick, bitte", antwortet Candy ihm und tut so, als ob sie ihre Papiere suchen würde, als sie plötzlich Gas gibt und abhaut. "Hey!", ruft Cab empört den dreien hinterher, doch was nutzt dies schon.
"Warum hast du nicht gesagt, dass du keinen Führerschein hast?", fragt Mack entsetzt. "Wozu soll ich Geld für einen Lehrer ausgeben, der mir das beibringt, was mir Jerry bereits vor vier Jahren beigebracht hat?", meint Candy auf einmal ganz locker. Wortlos denkt sich Mack seinen Teil. "In Jerry's Club gibt es genug Leute, die mir nen Führerschein fälschen können, doch ich brauch das Geld, um nach New Orleans zu gelangen", erklärt sie nun weiter. "Nicht übel, der Gedanke. Du erinnerst mich da an jemanden!", spricht Elwood schmunzelnd. Anstatt nachzufragen, wer dieser Jemand sei, muss Candy ebenfalls schmunzeln und wechselt prompt das Thema, "Ich bin in göttlicher Mission. Im Auftrag des Herrn werde ich Buster aus den Klauen dieser Spießer retten!" Elwood muss lachen, "Schön, dass du wieder da bist." Die Worte lassen Candys ganzen Körper beben, denn diese geben ihr das richtige Feeling.
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