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Hermines Entscheidung

von - Ela -
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Albus Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Rubeus Hagrid Severus Snape
16.04.2011
22.04.2012
20
40.446
 
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.04.2011 1.354
 
Ich sollte mich schämen, keine Ahnung wann ich überhaupt das letzte Mal etwas hochgeladen habe, aber jetzt erst mal viel Spaß mit dem Kapitel :)


Kapitel 19: Wasserdichte Alibis und abgebrochene Gespräche

Ich erwachte mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Einerseits war ich immer noch erleichtert darüber, dass Harry und Ron zu mir standen und mich decken würden. Aber andererseits überlegte ich, ob ich nicht überreagiert hatte. Nein, überreagiert hatte ich nicht, ich hatte vielleicht etwas zu hart durchgegriffen. Aber was sollte ich machen? Wenn ich es einmal durchließ dass sie meine Familie in Gefahr brachten, dann würde es jeder tun. Lieber hatte ich einmal zu viel gehandelt als einmal zu wenig. Mein Nachdenken über den vorigen Tag brachte mich zu meiner Familie. Ich musste heute noch das Haus meiner Tante und meines Onkels sichern. Hoffentlich war es nicht schon zu spät.

Ich wollte heute auch noch zu Snape. Auch wenn mir noch nichts eingefallen war, was ich ihm als Gegenleistung geben konnte. So ein Mist aber auch! Das einzige, was für ihn vielleicht interessant sein könnte, wäre das Verwandeln des Zauberstabes in einen Ring. Den Zauber den ich entwickelt hatte. Vielleicht wäre ihm das genug. Zumindest den Crutius wollte ich lernen. Mit fiesem Grinsen im Gesicht dachte ich daran, wie ich mich bei Bellatrix rächen würde. Das Grinsen verschwand nicht, auch nicht als ich die Große Halle betrat und zum Lehrertisch huschte. Auf meinem Teller lag mein Tagesprophet, den ich mir schnell aufklappte, mal wieder interessierte mich nur die Titelseite. Mein Gesicht wurde vollkommen ausdruckslos als ich die Schlagzeile las. Sollte ja niemand behaupten ich hätte bei Snape nichts gelernt. >> Hauptsitz des Tagespropheten überfallen, im Auftrag von Dumbledore?<< Ich versteckte mich regelrecht hinter der Zeitung, damit niemand das belustigte Aufblitzen meiner Augen sehen konnte.

Der folgende Artikel handelte von meinem „Einbruch“ in Cuffe’s Haus und mein Wüten im Hauptsitz. Nirgends stand mein Name, was ich zufrieden zur Kenntnis nahm. Barnabas hatte gelernt, gut für ihn. Fertig mit lesen, legte ich meinen Propheten zur Seite und begann seelenruhig mit meinem Frühstück. Albus neben mir musterte mich. Natürlich wusste er, dass ich das gewesen war, zumindest vermutete er es. Nachdem ich einen Bissen von meinem Brot geschluckt hatte, wandte ich mich ihm zu. „Was ist Albus?“ Seine Augenbrauen huschten nach oben. Erst nachdem er einen Blick auf den Propheten geworfen hatte, glitt sein Blick über die Große Halle. „Nichts, ich fragte mich nur gerade, dass es ein großer Zufall ist, dass du gestern Abend erst wieder kamst. Und heut morgen dieser Artikel…“ Mhh, er konnte also eins und eins zusammen zählen. So ein Mist aber auch, dass dieser Schutz bestand, der es mir unmöglich machte unbemerkt wieder ins Schloss zu kommen! „Ja, wirklich, ein Zufall! Ich mache mir einmal einen schönen Abend mit Harry und Ron, erst werde ich von der Kellnerin eine Stunde lang auf dem Trockenen sitzen gelassen und dann bringst du mich jetzt auch noch mit dem Überfall in Verbindung. Nur weil irgendjemand ihn überfallen hat!“ Spielte ich die Beleidigte, vergaß aber nicht, auch hier mein Alibi zu bestätigen. Sein Kopf ruckte in meine Richtung, unsere Blicke trafen sich.

Das was Albus in meinen Augen sah, musste ihn überzeugt haben, denn er wandte sich seinem Essen zu. „ Ich wollte dich nicht mit dem Überfall in Verbindung bringen. Ist wahrscheinlich wirklich einfach Zufall. Was ich dich gestern schon Fragen wollte, aber leider ist uns unsere… Meinungsverschiedenheit im Weg gewesen. Wo ging Severus hin, er verschwand mitten im Training?“ Entweder McGonagall hatte gequatscht, oder er hatte uns beobachtet. Ich vermutete das zweite, weil er keinen Grund wusste. Wieso hatte er Snape nicht selbst gefragt? Und meine größte Frage: Wieso hatte Snape ihm nichts von dem Todesser Treffen erzählt? Aber gut, wegen mir sollte Dumbledore nichts erfahren. „Professor Snape war so nett, etwas für mich zu erledigen.“ Ich wusste selbst nicht so genau, wieso ich Snape deckte. Aber meine Gedanken schweiften für einen Moment schnell in die Richtung, dass ich ihn vielleicht sogar erpressen könnte. Andererseits war es für mich eine Genugtuung Albus zu belügen. Meine Rache war endlos! Wir beendeten unser Frühstück und ich begab mich in die Kerker.

Erst einmal würde ich Snape beim Unterricht helfen, dann würde ich mit ihm das heikle Gespräch um die Unverzeihlichen Flüche führen. Es würde kein angenehmes Gespräch werden, soviel war sicher. Vor der Unterrichtstüre angekommen, zögerte ich nicht und trat nach einem Klopfen ein. Er unterrichtete gerade Julius Klasse. „Miss Granger. Sie sind spät!“ Ich nickte. „Ja Entschuldigung Sir, ich hatte noch ein wichtiges Gespräch mit Professor Dumbledore.“ Ich stellte mich schräg hinter sein Pult. Er nahm es still nickend zur Kenntnis, auch wenn ich ja gerade zu erwartete, dass er mich nachher zusammenstauchen würde. Nahtlos nahm er seinen Unterricht wieder auf. Die Klasse hatte den Irrwicht hinter sich gelassen und Snape begann mit dem Patronus. Ich wunderte mich sehr. Traute er der Klasse soviel zu? Der Patronus gehörte zu den schwierigen Zaubern und bis man ihn beherrschte, brauchte es viel Zeit. Meiner Ansicht nach, waren die Schüler noch zu jung. Selbst Harry hatte viele Versuche gebraucht und es geschafft weil er ein starker Zauberer war.

Vor mir saßen aber nur Schüler mit Durchschnittskönnen. Wieso also, wollte Snape den Patronus durcharbeiten, wenn die gesamte Klasse versagen wird? Es war ziemlich langweilig. Sie arbeiteten sich durch den theoretischen Teil und ich stand nur rum. Snape nahm keinerlei Notiz von mir. Also stand ich mir bis zum Rest der Stunde die Beine in den Bauch und atmete erleichtert aus, als die Schüler den Kerker verließen. „Erst lassen sie sich nicht mehr hier blicken und dann platzen sie unangemeldet in meinen Unterricht?!“ Ich nickte. „Ich hatte wirklich noch ein wichtiges Gespräch mit Dumbledore…-“ In seinen Augen funkelte Wut. „Ja, ist er dir auf die Schliche gekommen? Du lässt dich immer noch von deinen Gefühlen leiten. Erst der Artikel über dich und im nächsten Moment greift jemand Cuffe an. Hast du wenigstens ein Alibi.“ „Natürlich habe ich eins. Ihnen hab ich übrigens auch eins gegeben. Wieso haben sie Dumbledore nichts von dem Todessertreffen erzählt?“ Sein Blick wurde kalt. „Es geht sie nicht das Geringste an, wem ich etwas erzähle oder nicht.“Es wurde zu heikel. Ich musste jetzt umschwenken.

Also wechselte ich abrupt das Thema. „Können sie mir die unverzeihlichen Flüche beibringen?“ Falls er von dem Themawechsel überrascht war, merkte man es ihm nicht an. „Wieso sollte ich das tun?“ Weil ich ihn darum bat? Ich musste mich entscheiden, es wäre wirklich töricht ihn zu erpressen. Naja, einen Versuch war es wert, dazu war mir die Angelegenheit zu wichtig. „Weil Dumbledore nicht erfahren soll, dass sie mehr auf Voldemorts Seite stehen, als auf seiner?“ Natürlich war es ein Fehler, ich merkte ihn noch während ich sprach. Snape kam auf mich zu, bedrängte mich mit seinem Körper, bis ich die Wand in meinem Rücken spürte. Er war mir so nah, dass sich unsere Nasen fast berührten. Ich sah ihm in die Augen, obwohl er jetzt richtig sauer aus sah. Er hatte nicht mal seinen Zauberstab gezogen und doch spürte ich seine Magie. Das sagte mir zumindest, dass er auf keinem Fall wollte, dass seine Tarnung aufflog. Mich aber auch darin bestätigte, dass er mehr auf der dunklen Seite stand. „Glaubst du, du könntest mich erpressen? Glaubst du das wirklich? Wenn du willst, dann geh zu Dumbledore, los sag ihm alles!“ Er packte mich am Arm und stieß mich Richtung Tür.

Ich ging ein paar Schritte, drehte mich dann aber wieder zu ihm um. „Ich würde ihnen den Zauber beibringen.“ Langsam berührte ich meinen Ring, hielt meinen Zauberstab in der Hand und steckte ihn dann aber wieder an den Finger. In Snapes Augen loderte immer noch Wut auf. „Raus!“ Innerlich seufzend drehte ich mich um und verließ die Kerker. Blöder hätte es aber auch nicht laufen können! Ich hatte zuletzt auch noch meinen letzten Trumpf gezogen, jetzt musste ich warten, bis sich seine Wut gelegt hatte und bis er darüber nach gedacht hatte. Aber es war nicht so gelaufen wie ich es mir vorgestellt hatte, überhaupt nicht! Schlecht gelaunt stapfte ich die Treppen aus dem Kerker hoch.
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