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Hermines Entscheidung

von - Ela -
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Albus Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Rubeus Hagrid Severus Snape
16.04.2011
22.04.2012
20
40.446
 
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.04.2011 2.355
 
Mein Dank gilt meiner Beta 22Verena1988 , die mich unterstützt und mir hilft

Kapitel 16: Verteidigungslehre und ein unerwarteter Ruf


Als ich die Große Halle betrat, war noch fast kein Schüler und auch nur vereinzelt Lehrer zu sehen. Trotzdem ging ich an meinen Platz und ließ  mich neben dem leeren Stuhl von Dumbledore nieder. Abwartend saß ich nun hier und wartete. Ich hätte echt nicht so früh aufstehen müssen! Doch ich dachte, einige Schüler würden zumindest früh aufstehen, da hatte ich mich wohl geirrt. Doch nun ergab sich mir die Möglichkeit sofort die Ringe für die Schüler zu besorgen, dann hätte ich mir diesen Gang schon mal gespart und müsste nicht später noch einmal nach Hogsmead.

So verließ ich den Lehrertisch wieder und eilte in zügigem Tempo aus der Halle. Ich stieß mit Schwung das Portal auf, das zu den Ländereien führte und huschte zu dem großen Tor, das die Appariergrenze markierte. Auch diese Türe öffnete ich wuchtig und kümmerte mich nicht darum, ob sie zu fallen würde oder nicht. Zum Frühstück wollte ich ja pünktlich zurück sein, das jedenfalls gab mir mein grummelnder Magen zu verstehen. Mit meinem Galleonensäckchen in der Hand betrat ich schließlich einen Laden, indem es Ringe gab. Der Laden war voll mit Regalen, die bis an die Decke reichten und die auch bis oben hin mit Ringen voll bepackt waren. Im vorderen Teil des Ladens befand sich ein Tresen, hinter dem eine Frau mittleren Alters mit blonden Haaren, die sie zu einem Zopf geflochten hatte, stand. Hier wurden hauptsächlich Verlobungs- oder Eheringe verkauft, aber ich würde hier auch normale finden.

So war es auch und ich entdeckte einen großen Korb in der Mitte des Ladens, in welchem haufenweise Ringe lagen. Als ich sie mir näher ansah, konnte ich viele verschiedene Farben sehen. Doch ich entschied mich für einfache silberne, also pflückte ich mir eine Handvoll Ringe heraus und trug sie zu dem Tresen. Klirrend fielen die silbernen Ringe auf das dunkle Holz. Als mir die Verkäuferin den Preis sagte, schnaubte ich, holte aber die besagte Anzahl von Münzen aus meinem Geldsäckchen und legte sie vor die grinsende Verkäuferin. Seufzend stopfte ich nun die Ringe in das purpurne Samtsäckchen und verließ den Laden. Nun wollte ich aber wirklich erst mal was essen.

Also beeilte ich mich, um schnell ins Schloss zurückzukommen - immerhin musste ich rechtzeitig kommen, da ich die Erstklässler noch von dem Treffen informieren musste. Als ich also diesmal die Große Halle betrat, war sie bedeutend voller als beim ersten Mal. Ohne zu zögern ging ich weiter und stellte mich nach kurzem Überlegen an das Rednerpult. Es war Albus Rednerpult, aber das war mir im Moment ziemlich egal. Mit einem nonverbalen „Sonorus“ ließ ich meine Stimme dröhnend durch die Halle gleiten. „Die Erstklässler werden heute ihren ersten Unterricht bekommen.“ Nach einem Blick an die Decke, die einen klaren blauen Himmel anzeigte, beschloss ich, dass der Unterricht draußen abgehalten werden würde. „Findet euch um 10 Uhr vor dem Schloss ein.“ Schloss ich nun meinen Vortrag mit dem nonverbalen „Quietos- Zauber“ und meine Stimme war wieder normal. Noch während mich die Schüler ansahen, glitt ich auf meinen Stuhl neben Dumbledore, der mich aufmerksam beobachtete. „Du warst heute Morgen schon außer Haus?“ Er wusste es natürlich, da er mich wieder rein lassen musste. „Ja, ich musste noch etwas erledigen.“ Mehr würde er aus mir nicht rausbekommen. Die Tatsache, dass ich gerade sein Redepult benutzt hatte, sprach er nicht an, was mich beinahe lächeln ließ.

Vor mir lag der Tagesprophet. Die Post musste gekommen sein, während ich in Hogsmead gewesen war. Das Titelblatt schmückte ein riesiges Foto von Bellatrix Lestrange mit der Schlagzeile: GEFANGENE TODESSER WIEDER AUS ASKABAN AUSGEBROCHEN. In dem folgenden Artikel waren alle Einzelheiten, wie und wann die Todesser gefangen wurden. Solche Idioten, sie benannten meine Tante und meinen Onkel namentlich! Die Dummheit mancher Leute nervte mich, besonders wenn es um die Sicherheit meiner Familie ging! Vielleicht müsste ich jetzt auch ihr Haus mit einem Blutschutz belegen. Mein Name wurde auch genannt. Das gab es ja wohl nicht! Sogar die Information, dass ich gefoltert wurde, hatten die Reporter aufgetrieben. Während ich den Artikel las, sah ich vor meinen Augen wieder Bellatrix, wie sie den Crucio auf mich sprach. Ohja ich würde mich rächen! Das Problem war, dass ich es ihr nicht mit gleicher Münze heimzahlen konnte, da ich die drei unverzeihlichen Flüche nicht beherrschte. Zu ärgerlich aber auch. Nicht das ich aufs Töten oder Foltern stand, aber es würde mir in einer Schlacht sehr nützlich sein.

 Es musste doch jemand geben, der sie mir beibringen konnte. Doch wer beherrschte sie hier in der Schule… Snape! Gab es einen besseren Lehrer als einen Todesser? Die Frage war nur, was er als Gegenleistung von mir verlangte. Wenn ich wenigstens etwas von ihm wusste um ihn vielleicht erpressen zu können, aber ich wusste rein gar nichts. Ich hob meinen Kopf und blickte durch die Halle. Sehr viele, zu viele Blicke lagen auf mir. Die Schüler beobachteten meine Reaktion auf den Artikel. Besonders von den Gryffindors wurde ich genau betrachtet, schließlich fanden sie mich in einem nicht sehr eleganten Zustand einen Tag nach der Hochzeit in ihrem Gemeinschaftsraum! Gefasst aber doch wütend klatschte ich nun Dumbledore die Zeitung auf den Teller und zischte. „Was soll das! Du gibst dem Tagespropheten  Informationen, die meine Familie und mich gefährden!“ Gleichgültig sah er mich an, nachdem er einen kurzen Blick auf das Titelbild geworfen hatte.

„Die Menschen sollten wissen, was passiert, wer auf der guten Seite steht und wer sich dafür einsetzt.“ „Und dafür setzt du das Leben meiner Familie aufs Spiel? Albus, das geht zu weit! Du bringst meine Familie absichtlich in Gefahr, nur um der Welt zu zeigen, dass ich auf der guten Seite stehe und mich dafür einsetze? Ich bitte dich! Der einzige Grund, wieso ich die Leute auf der Hochzeit beschützte, war, weil mein Onkel heiratete. Sieh dich doch mal um, wie viele Blicke liegen gerade auf mir? Fast alle, was glaubst du, was die Slytherinkids ihren Eltern erzählen werden?“ Albus Augen hatten einen kalten Ausdruck angenommen, den ich bei ihm nur selten erlebt hatte. „Vielleicht muss man so etwas in der jetzigen Zeit in Kauf nehmen.“ Mein Ausdruck wurde vollkommen ausdruckslos, nur meine Augen zeigten ihm den Hass, den ich verspürte. „Was würdest du tun, wenn es um deine Familie gehen würde, Albus?“ Als ein verletztes Aufblitzen in seinem Blick erschien, wusste ich, dass ich einen Nerv bei ihm getroffen hatte und sprach unbarmherzig weiter.

„Ach da fällt mir ein, niemand weiß etwas über deine Familie und deine Vergangenheit. Du bist nicht der gute Mann, den du der Welt zeigst. Dein Leben ist nicht so gut, wie es sein sollte, oder?“ Er saß nur noch da und starrte auf seinen Teller. Hier hatte ich wohl einen wunden Punkt bei ihm getroffen, doch es war mir egal. Mich machte seine Vergangenheit eher neugierig. Es herrschte Stille zwischen uns. Ich hatte alles gesagt und er, er sah so aus, als ob er nicht in der Lage wäre, irgendetwas zu sagen. Der sonst so souverän auftretende Dumbledore wurde weich und verletzlich, wenn man ihn auf seine Vergangenheit oder seine Familie ansprach, das war interessant, vielleicht sollte ich hier mal nachforschen. Also setzte ich Dumbledore auf meine Liste ganz unten hin, so wichtig war er sicher nicht. In der Zeit, in der wir schwiegen, glitt mein Blick am Lehrertisch entlang.

Viele Lehrer hatten unseren Streit mitbekommen, senkten aber nun schnell die Blicke wenn sie meinem begegneten. Alle außer zwei. Severus und McGonnagal, die sich nun erhob und auf uns zukam. Sie stellte sich hinter Albus, bezog eindeutig Partei für ihn, was mich aber nicht überraschte und auch nicht wirklich störte. „Ist hier alles in Ordnung?“ Ich drehte mich zu ihr um und lächelte sie mit einem bezaubernden Lächeln an. „Natürlich, Minerva. Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich den Termin des Unterrichts vorher nicht mit dir ausgemacht habe, aber ich dachte, dir würde das nichts ausmachen, du hast doch Zeit oder?“ Ich sprach sie mit ihrem Vornamen an, als wäre es die natürlichste Sache der Welt. Sie hingegen schien es ganz und gar nicht toll zu finden. Zuerst rümpfte sie die Nase und als ich sie nach ihrer Zeit mir zu helfen fragte, verengte sie die Augen zu Schlitzen. Ich konnte ihre Gedanken gerade zu hören, wie sie mir vorwarf, sie nicht früher gefragt zu haben. Oder was ich mir anmaß, sie mit ihrem Vornamen an zu sprechen. Doch es war mir egal, so sah ich sie fragend an. „Ja, ich habe Zeit!“ Bevor sie geantwortet hatte, war ihr Blick für einen Moment zu Dumbledore gehuscht, der ihr ein Zeichen gegeben hatte. Ich lächelte, nicht dankbar darüber, dass sie mir helfen würde, sondern darüber, dass sie sich erst mit Albus absprach.

Ich schnappte mir das Brötchen, das auf meinen Wunsch hin auf meinem Teller erschien und stand wortlos auf. Mit einem letzten kalten Blick zu Albus ging ich an der wütend aussehenden Minerva vorbei und auch den restlichen Lehrertisch brachte ich ohne einen Blick der Lehrer zu erwidern hinter mich. Nur als ich an Snape vorbei ging und er aufsah, zeigte ich Reaktion und nickte ihm minimal zu. Mich aufmerksam umsehend glitt ich durch die Reihe der Schüler, die still geworden waren, als ich an ihnen vorbei ging. Doch gleich nachdem ich sie passiert hatte, fingen sie hinter meinem Rücken an zu tuscheln. Das würde ja ein super Start mit den Erstklässlern werden, dachte ich, während ich an meinem Brötchen knabberte und die Stufen der Haupttüre zu den Ländereien hinunter ging.

Jetzt würde ich mal ein bisschen mit den Ringen herumexperimentieren. Doch da ich keine Lust auf einen vollen Gemeinschaftsraum hatte, setzte ich mich ins Gras und lehnte mich an einen Baum am Rande des Verbotenen Waldes. Von meinem Platz aus konnte ich erkennen, falls jemand aus der Schule kommt. Aber die Schüler würden nicht genau erkennen, an was ich hier herumzauberte. Also verzauberte ich nun einen Ring nach dem anderen, wie ich es schon mit den Galleonen getan hatte. Noch während ich mit den letzten Ringen beschäftigt war, öffnete sich die Haupttüre und die ersten Schüler kamen heraus. Nachdem sie sich suchend umgesehen und festgestellt hatten, dass noch niemand da war, setzten sie sich ins Gras und redeten miteinander. Ich ließ mich nicht stören und zauberte weiter, während sich immer mehr Schüler vor dem Schloss einfanden. Auch ältere Schüler kamen, wollten wohl zusehen.

Das würde ich aber nicht erlauben, der Unterricht war keine Vorstellung, selbst wenn er draußen stattfand. Als alle, sogar McGonagal, die sich ungeduldig umsah, da waren, erhob ich mich. Während ich die fertigen Ringe wieder zurück in das Geldsäckchen steckte, ging ich zu den Schülern, die mir neugierig entgegen sahen. Das wunderte mich nicht, schließlich sah es für jeden so aus, als hätte ich noch einen Abstecher in den Verbotenen Wald gemacht. Doch ich ließ mich nicht ablenken und stellte mich vor die älteren Schüler. „Ihr verschwindet! Wir sind keine Vorstellung hier!“ Widerstrebend drehten sie sich um und gingen ins Schloss, aus dem gerade Snape geeilt kam und sich weiter hinten zurückzog. Der Unterricht begann. Wir machten einfache Grundzauber. Stupor, Protego und Expelliamus. Immer wieder gingen McGonnagal, Snape und ich durch die Reihen und kontrollierten die Schüler.

Doch nun stand ich vor allen und betrachtete die gesamte Menge. Mein Blick huschte zu Snape, der gerade einen Schüler zusammenstauchte und ihn belehrte, weil er irgendetwas falsch gemacht hatte. Gerade als ich meinen Blick von ihm abwenden wollte, zuckte er minimal und fast nicht wahrnehmbar zusammen. Seine rechte Hand zuckte zu seinem linken Unteerarm und ab da wusste ich, was Sache war. Der Lord rief ihn zu sich. Ich reagierte schnell und drückte mich an den Schülern vorbei zu ihm durch. Als er mich entdeckte, drehte er sich zu mir um. „Professor Snape? Könnte ich kurz mit Ihnen reden?“ Er folgte mir durch die Schüler, denen ich befahl weiter zu üben und wir entfernten uns ein Stück von ihnen. „Was willst du!“ In seiner Stimme schwang ein Hauch von Ungeduld mit.

„Sie werden gerufen, gehen Sie. Ich sage den anderen, sie würden etwas für mich erledigen.“ „Glaubst du ich bin dein Bote, der Dinge für dich erledigt?!“ Ich schüttelte schnell den Kopf. „Natürlich nicht, Sir, aber wir müssen den anderen etwas erzählen, damit sie keine Fragen stellen.“ „Es ist nicht deine Sache, es geht dich nichts an. Aber gut, erzähle ihnen, was du willst.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und rauschte in Richtung Appariergrenze, während ich zurück ging und zu McGonnagal sagte:
„Professor Snape erledigt etwas, worum ich ihn gebeten habe. Ich denke wir schaffen das auch alleine.“ Es war nicht besonders schwer mit den Erstklässlern umzugehen. Sie setzten die Tipps um, die wir ihnen gaben, und keiner von ihnen tanzte aus der Reihe. So kamen wir gut voran und nach zwei Stunden beendete ich den Unterricht fürs erste.

Als ich mich von den Schülern wegdrehte, sah ich Hagrid aus seiner Hütte kommen. Als er mich sah, fing er an zu rennen und riss mich in eine stürmische Umarmung. „HERMINE! Ich bin so froh, dass es dir gut geht. Du hättest mir das ruhig erzählen können, was da auf der Hochzeit passiert ist. Ich meine, du wurdest gefoltert und…“ „Hagrid! Lass mich sofort los!“ Unterbrach ich seinen Vortrag schnell, indem ich mich von ihm wegdrückte. Natürlich waren die Schüler neugierig stehen geblieben und lauschten. Ich hatte echt keine Lust, mit Hagrid nun Tee zu trinken und mir vorwerfen zu lassen, wieso ich ihm nicht gleich alles erzählt hatte. Also suchte ich die Ausrede im Unterricht. „Hagrid, tut mir leid, aber ich habe gerade überhaupt keine Zeit. Ich muss noch den Unterricht für die älteren Klassen vorbereiten. Aber wir können ein anderes Mal darüber reden, in Ordnung?“ Er sah verletzt aus, weil ich ihn so abwies, doch ich drehte mich um, ging an den Schülern vorbei und betrat das Schloss, um die Ringe und mein Geld in mein Zimmer im Gemeinschaftsraum zu bringen.

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Heute gilt mein Dank auch Phoenix Tochter, durch deren Kritik ich erst auf die Idee mit den drei unverzeihlichen Flüchen gekommen bin, ich werde deinen Kritikpunkt in ein paar Kapiteln umsetzen :)
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