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Hermines Entscheidung

von - Ela -
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Albus Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Rubeus Hagrid Severus Snape
16.04.2011
22.04.2012
20
40.446
 
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16.04.2011 1.533
 
Kapitel 14: Ein Schutz der kein Schutz ist, aber doch schützt

Ungesehen kam ich aus dem Schloss. Überlegend ging ich über die Ländereien. Ich zweifelte nicht daran, dass es Firenze gut gehen würde. Die Zentauren hielten sich an ihr Wort. Schon allein, weil es ihr Stolz nicht zuließ. Ein leichtes Kribbeln in meinem Nacken ließ mich spüren, dass jemand mir folgte. Was nun? Es könnte Julius sein, der mich doch aus dem Schloss gehen sehen hatte.

Oder es war Albus, der mir zu den Zentauren folgen wollte. So oder so ich hatte keine Lust das mir jemand in den Wald folgte. Vor mir lag Hagrids Hütte und ich entschloss mich spontan dazu, ihm einen Besuch ab zu statten. Also bog ich zu seiner Türe ein und klopfte an. Sobald er die Tür öffnete stürmte ich hinein und linste aus dem Fenster. „Hermine, was machst du denn hier? Nicht das ich mich nicht freue dich zu sehen.“

Ich ignorierte ihn vollkommen und starrte auf meinen Verfolger, als es auch schon an Hagrids Türe klopfte. Geistesabwesend zog ich mir meine Kapuze vom Kopf, zauberte 2 Teetassen auf den Tisch, setzte mich und nippte sogleich bequem daran. „Wie geht es dir Hagrid?“ Verdutzt und vollkommen überfordert sah er mich an, als es noch einmal klopfte. Nun gab er sich einen Ruck und öffnete die Türe. „G… Guten Tag Professor Snape, was wollen sie von mir?“ Über Hagrid sah Snape zu mir. Unschuldig überschlug ich meine Beine und nippte noch mal an meinem Tee. „ Hallo Professor Snape. Wollen sie mit uns Tee trinken? Ich hab mich dazu entschlossen Hagrid zu besuchen.“ Streckte ich ihm nun schon meine Teetasse entgegen, zog sie nach einem zornigen Blick von ihm aber wieder zurück. „ Miss Granger ich will mit ihnen über den Verteidigungsunterricht sprechen.“

Widerstrebend erhob ich mich. Stellte dann jedoch lächelnd meine Tasse zurück auf den Tisch und umarmte Hagrid fröhlich. „Wir können ja noch mal einen Termin ausmachen. Hat mich gefreut.“ So ließ ich einen sehr verwirrten Hagrid hinter mich und folgte Snape hinaus in den späten Nachmittag. Nachdem wir uns in Richtung Wald ein paar Meter von Hagrids Hütte entfernt hatten, wirbelte er auch schon herum. „Wieso sagst du mir nicht Bescheid wenn du in den Wald gehst! Glaubst du ich habe Lust dir hinterher zu spionieren?“ Fauchte er los. „Ich will den Zentauren nur einen Besuch abstatten und Kontrollieren ob es Firenze gut geht. Ich wüsste nicht wieso ich ihnen da Bescheid geben müsste.“ Ausdruckslos sah er mich an, doch auch ich verzog keine Miene, soviel hatte ich immerhin gelernt. „Weil ich derjenige bin, der dich wieder zusammenflicken muss! Und ich werde dich nicht wieder auf dem Korridor aufsammeln.“

„Sie werden mir nichts tun, ich habe nicht vor noch einmal den Stolz der Zentauren zu verletzen.“ Schnaubend sah er mich an, drehte sich dann jedoch unvermittelt um und ging. „Du hast eine hohe Meinung von dir. Ich werde dir nicht wieder das Leben retten, weil du einen Fehler machst.“ Mühsam verkniff ich mir ein Lachen. Das klang ja fast, als wäre er eingeschnappt, wie ein trotziges Kind. Wieder ernst betrat ich nun wieder mit Kapuze den Wald und ging tief hinein, bis ich das Donnern der Hufe hören konnte. Als ich stehen blieb, dauerte es nicht lange und sie waren aufgestellt. Doch dieses Mal ließ sich nur Magorian blicken, die anderen blieben im Hintergrund. „Was willst du?! Unser Vertrag steht!“ Er hatte mich also erkannt. Ich sparte mir dir Mühe die Kapuze runter zu ziehen oder meinen Schulzauberstab ab zu legen. Meine nächsten Worte wählte ich mit Bedacht und hoffte nicht wieder einen Pfeil ab zu bekommen.

„ Ich vertraue auf eure Einhaltung und zweifle nicht daran, dass ihr euch daran halten werdet. Doch ich müsste Firenze sprechen, und dass nicht wegen des Vertrags.“ Magorian schnaubte abfällig, sah meine Bitte jedoch ein und auf seinen Wink hin trat Firenze vor. „Komm.“ Wir verließen den Kreis der Zentauren und gingen ein paar Meter weiter in den Wald hinein. „Was wünschen sie Miss Granger?“ Ich sah ihn an, musterte ihn, doch ich entdeckte nichts Ungewöhnliches.

„ Wie geht es ihnen, Firenze?“ Er hielt an und sah mir in die Augen. „Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mir geholfen haben. Der Anfang für ein Verräter ist schwer, aber ich werde gerecht behandelt.“ Gerecht behandelt, dass war wohl alles was ich erwarten konnte, auch wenn ich auf besseres gehofft hatte. „Gut. Firenze, was  sagen dir die Sterne?“ Sein Blick wurde ernst. „ Ihr Vorhaben wird gelingen…“ Hier wurde er unterbrochen. Die Zentauren stürzten wütend auf uns zu. „Er hast unsere Kunst verraten!“ „Schon wieder verrät er uns!“ Ich schluckte. Die ganze Herde kam auf uns zu gedonnert. Wenn ich nun zaubern würde, dann wären sie noch wütender. So blieb mir nichts anderes übrig, als zurückzuweichen. „Wartet!“ Doch niemand kam auf die Idee anzuhalten.

Ich war soweit zurückgewichen, dass die meisten Zentauren an mir vorbei rannten, doch bevor ich auch noch den anderen ausweichen konnte, spürte ich einen Baum in meinem Rücken. Schon rempelten mich die ersten Zentauren an und ich wurde an dem Baum vorbei katapultiert. Hart kam ich auf dem Boden an und zog nun gleich meine Arme über den Kopf um ihn zu schützen, als die Zentauren über mich donnerten. Einige Hufe trafen mich schmerzhaft am ganzen Körper, doch meine Sorge galt Firenze auf den sie zusteuerten. Als endlich alle an mir vorbei waren rappelte ich mich mühsam auf und sah zu den Zentauren die sich in einem Kreis um Firenze gescharrt hatten. Zwei Pfeile steckten schon in seinem Körper und die wilden Pferde legten weitere in ihre Bögen. Meine Schmerzen waren vergessen, als ein dritter Pfeil Firenze traf, der nun fast auf den Boden sackte. Ich rannte zu dem Kreis, drückte mich an zwei Zentauren vorbei hinein und stellte mich vor Firenze. Fieberhaft überlegte ich, was ich tun konnte. Das es sie abschrecken würde, wenn ich zauberte war mir nun völlig egal.

Und so tat ich was, was sie nicht aufhalten konnte, mir aber wenigstens ein wenig Zeit geben würde um mit ihnen zu sprechen. Ich ließ eine Blase aus meinem Zauberstab schweben, vergrößerte sie und spannte sie um Firenze und mich. Um noch einen drauf zu setzen gab ich der Blase, die nichts für unseren Schutz tun konnte, eine rote Färbung. Sofort hielten die Zentauren inne. „Jetzt hört mal auf, ständig aufeinander zu schießen. Glaubt ihr es hilft euch, wenn Firenze stirbt? Wir haben einen Vertrag und damit eure Hälfte erfüllt wird muss er leben! Ich übrigens auch! Ihr werdet ihm nichts mehr tun, habt ihr verstanden? Ich verstehe, dass ich euren Stolz verletzt habe, indem ich Firenze nach der Zukunft fragte, aber er kann dafür nichts! Ihr verspracht ihn gut zu behandeln, ihr habt euren Teil nicht gehalten! Das sollte euren Stolz verletzen, nicht unsere Taten!“

Magorian trat vor. Viele der Zentauren hatten ihre Bögen sinken lassen, was mich bestärkte, dass meine Worte die richtigen gewesen waren. Oder aber sie glaubten die Blase könnte uns schützen, wenn das so war sollte ich dafür sorgen, dass sie nicht erfuhren das sie es nicht tat. „Wir werden nichts weiter tun, lass deinen Zauber sinken.“ Dann würde ich ihnen wohl mal mein Vertrauen schenken müssen. So ließ ich die Blase platzen und wartete darauf, dass Magorian weiter sprach.

„ Es stand dir nicht zu einen von uns nach der Zukunft zu fragen, die Kunst aus den Sternen zu lesen wurde dir nicht zuteil und wir werden sie nicht verraten. Frage nie wieder einen von uns nach der Zukunft oder der Vertrag ist gebrochen.“ Wenn sie Ansprüche stellten, fühlte ich mich auch in der Situation ihnen etwas zu verbieten. „ Gut, ich werde nicht wieder fragen, wenn ihr Firenze ab sofort WIRKLICH gut behandelt, und mich nicht bei jedem Besuch attackiert!“ Er nickte und viele der anderen nickten mit. Ein paar sahen mich nur wütend an, sagten jedoch nichts. So drehte ich mich zu dem Verletzen Firenze um, der sich nur noch mit Mühe auf den Beinen halten konnte. „Wir kümmern uns darum.“ War dass nun ein Entgegenkommen von Magorian, dafür dass sie ihn so zugerichtet hatten. So nickte ich und verließ den Kreis. Noch im Wald begann ich die schlimmsten Prellungen und Hufabdrücke zu heilen und ging dann durch die Nacht.

Ich hatte nicht bemerkt, wie lange ich in dem Wald gewesen war. Meine Gedanken glitten zum Anfang des Gespräches mit Firenze. „Ihr Vorhaben wird gelingen!“ hatte er gesagt, bevor wir unterbrochen wurden. Die Frage hierbei war nur, welches meiner Vorhaben er meinte. Am wahrscheinlichsten war noch, dass er meine Aufgabe meinte, den  Schülern Verteidigungsunterricht zu geben. Heute würde ich bei Snape aber auch das Thema mit meinen Eltern anschneiden. Dann gab es da noch die Suche der Horkruxe. Oder meinte er generell unser Ziel Voldemort zu vernichten? Es war egal welches meiner Vorhaben er meinte, zumindest konnte ich mich nun darauf verlassen, dass eines gelingen würde. Auch wenn ich nicht davon ausging dass meine Pläne scheiterten, so war ich doch beruhigt zu wissen, dass sie es nicht tun würden. So ging ich durch die Nacht auf das Schloss zu und schließlich in die Kerker. In denen mich ein Snape erwarten würde, der wahrscheinlich genauso gut gelaunt wäre wie die Zentauren.
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