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Hermines Entscheidung

von - Ela -
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Albus Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Rubeus Hagrid Severus Snape
16.04.2011
22.04.2012
20
40.446
 
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16.04.2011 1.907
 
Kapitel 11: Gringotts


Mit einer fließenden Bewegung streifte ich mir die Kapuze von meinem Kopf, als ich die Bank betrat. Vor mir erstreckte sich eine fast endlose Reihe mit Hohen Pulten und den passenden Stühlen dazu. Jeder Stuhl wurde von einem kleinen, ziemlich hässlichen Kobold besetzt. Entschlossen ging ich auf einen der hohen Tische zu. „Was kann ich für sie tun Miss?“ Konnte ich die hohe, fast piepsende Stimme eines Kobolds hören. „Ich will Galleonen von meinem Verließ holen. Granger!“ Der Kobold reagierte nicht auf meinen Namen, zuckte nicht mal zusammen. Mit einer kurzen Bewegung winkte er einen kleineren Kobold heran, der mich zu einem großen Tor am Ende des Raumes begleitete.

Ohne zu zögern betrat ich die andere Seite, setzte mich mit dem Kobold in einen Wagen und wir brausten los. Mit einem lächeln erinnerte ich mich an meine erste Fahrt mit den Gringotts Wagen zurück. Ich war damals sehr aufgeregt gewesen. Immerhin war es mein erster Besuch in Gringotts ja überhaupt in der Winkelgasse. Alles war neu und aufregend gewesen, was nun normal ja fast Routine war. Damals hatte ich mich fast übergeben, als ich mit dem Wagen in die Tiefen der Erde sauste. Die Kurven und das Auf-und-Ab war ja schließlich nicht zu unterschätzen. Wie ich mir ausgemahlt hatte, was geschehen würde wenn wir die sowieso schon wenige Kontrolle über den Wagen verloren. Nicht auszudenken was geschah, wenn wir aus der Kurve abkamen, oder mit einem anderen Wagen zusammenstießen. Ich mein, die hatten hier keine Zentrale über die alles gesteuert wurde.

Aber heute genoss ich die Fahrt. Entspannte mich nach dem Streit mit Dumbledore. Er würde mir das nicht durchgehen lassen. Ich hatte ihn vor seiner Schule blamiert. Und doch würde ich mich nicht von ihm eingrenzen lassen. Entweder er schmiss mich raus wenn es ihm zu bunt wurde, oder ich ging. Wobei ich eher das zweite in betracht zog, da ich mich nicht rausjagen lassen würde. Die Fahrt erschien mir endlos und so schweiften meine Gedanken zu meinen restlichen Aufgaben, die ich heute noch erledigen musste. Die Horkruxe, wie viele hatten wir schon? Also da wäre das Tagebuch, das Medallion, der Ring. Wer oder was waren die anderen? Doch bevor ich mir noch mehr Gedanken darüber machen konnte, kam der Wagen mit einem Ruck zum stehen, der uns beide fast heraus katapultierte. Seufzend stand ich auf, richtete meine Kleidung und Haare und stieg aus dem Wagen, der Kobold folgte mir und führte mich in ein Tunnelsystem. Schweigend folgte ich ihm hinein, versuchte mir aber den Weg zu merken, was mir nicht schwer fiel, weil wir nicht weit hinein gingen. Vor einer schweren Holztüre blieb er stehen und steckte einen Schlüssel in das Schloss. Das vertraute Klicken der sich öffnenden Schlösser wurde laut und endete erst nach ein paar Minuten mit dem aufschwingen der Türe. Vor uns erschreckten sich reihen von Münzen. Ich habe nie gesagt, ich hätte im laufe meines Lebens nichts angespart. Mein ganzes früheres Muggelgeld wurde in Zauberermünzen umgewandelt und auch meine Eltern überwiesen mir jeden Monat einen Geldbetrag, der hier her floss. Da ich sparsam mit meinem Geld umging, häufte es sich ziemlich schnell an. Mit einem Lächeln im Gesicht stopfte ich mir ein paar der Münzen in mein Geldsäckchen, das ich danach gewissenhaft in meiner Tasche verstaute. Mit einem Nicken drehte ich mich zu dem Kobold um, der schweigend an der Türe stehen geblieben war. Immer noch ohne ein Wort miteinander gewechselt zu haben, verließen wir mein Verließ und ließen das Geld hinter uns, dass noch auf seine Verwendung wartete. Die Rückfahrt verlief schweigend und schließlich verließ ich Gringotts.

Was musste ich jetzt noch machen? Eigentlich wollte ich nur noch zurück nach Hogwarts und die Bücher lesen, die ich gekauft hatte, vielleicht fand ich in ihnen ja was Neues. Erst wenn ich was Neues in der Hand hatte würde ich Harry und Ron kontaktieren. Ich müsste auch noch mit Snape sprechen. Mit meiner heutigen Leistung sollte er zumindest Zufrieden sein. Gut ich hatte mich gegen Dumbledore aufgelehnt, aber ich hatte mich durchgesetzt und meine Gefühle nicht gezeigt. Lächelnd schlenderte  ich durch die Straßen, entschied mich dann aber endgültig dazu, zurück nach Hogwarts zu gehen. Während ich mir eine Stille und verlassene Gasse suchte, fielen mir die vielen zugenagelten Läden auf. Es war kein Wunder, dass viele Ladenbesitzer ihre Läden schlossen, dass beunruhigende dabei war, dass viele das nicht freiwillig taten. Fast jeder hier wusste, dass Voldemort und seine Todesser ihre Finger im Spiel hatten. Seit dem war das gegenseitige Vertrauen zerstört und jeder wurde mit Misstrauen beäugt. Und wirklich niemand zeigte sich hier offen, jeder hatte zumindest einen Umhang an. Viele liefen auch gleich mit gezücktem Stab herum, was ziemlich lächerlich aussah. Andererseits aber nur vernünftig war. Ich meine wer konnte schon mit Sicherheit sagen, auf welche Seite man gehörte, ganz zu Schweigen von den ehemaligen Nachbarn, Freunden oder sogar der eigenen Familie. Niemand war sich mehr sicher, auf welcher Seite man stand. Meine Meinung dazu war einfach. Ich vertraute niemandem außer meiner Familie. Meine Familie waren Harry, Ron und in gewisser Weise meine Eltern auch wenn das immer mehr abschwächte, da ich fast nicht mehr in der Muggelwelt war. Doch Julius Frechheit hatte mich zum Nachdenken gebracht. Sie waren eindeutig zu wenig geschützt, wenn jeder das Haus einfach finden könnte. Jeder hätte somit die Chance sie umzubringen. Ich musste das irgendwie lösen, die Frage war, wie. Vielleicht konnte ich die Frage mal unauffällig in das Gespräch mit Snape mit einfließen lassen, denn eins war klar, mit Dumbledore würde ich sicher nicht über meine Probleme und Sorgen sprechen.

Leise apparierte ich vor das große Tor von Hogwarts undwollte es öffnen indem ich meine Hand auf die Klinke legte. Zu Beginn des Jahres hatte Albus die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt. Jeder der in das Schloss wollte musste seine Hand auf die Klinke legen. Diese war mit einem Zauber mit Albus verbunden, sodass er immer mitbekam wer das Schloss betreten wollte. Das gab ihm die Entscheidungsmöglichkeit ob der Besuch eingelassen wurde oder nicht. Während meine Hand noch immer auf der Klinke lag, musste ich lachen, es war keine große Überraschung dass Dumbledore mich warten ließ. Das Lachen verklang aber nach ein paar Minuten, als sich die Türe immer noch nicht öffnete. Er würde mich doch nicht wirklich hier draußen stehen lassen?! Doch als weitere Minuten verstrichen ohne das etwas geschah wurde meine Vermutung bestätigt und meine Laune sank. Dann hatte ich ihn eindeutig falsch eingeschätzt, er würde mich hier draußen versauern lassen. Meine Wut auf Dumbledore stieg wieder hoch. Was sollte der Trottel den tun, wenn die Todesser angriffen und ich nicht rein konnte? Der sture Esel würde wahrscheinlich in Würde sterben und sich einreden er hätte alle getan, was in seiner Macht gestanden hatte. Aber das würde ich verhindern, so einfach ließ ich mich nicht aussperren.

Schnell zog ich meinen Ring, der sich in meinen Zauberstab verwandelte und beschwor meinen Otter. Grummelnd schickte ich ihn zu Snape. Einige Minuten später kam er mit seinem bauschenden Umhang in Sicht. Auf seinem Gesicht sah ich ein spöttisches Lächeln, was nicht gerade zu meiner Stimmung beitrug. Diese Demütigung würde er noch bereuen. Wieso kam ich überhaupt zurück um ihn und seine Schule zu beschützen? Er hatte es nicht verdient und ich sollte ihn sich selbst überlassen. Aber dann streiften meine Gedanken zu den Schülern,  die ohne sich Wehren zu können sterben würden und dass nur wegen dem Fehler eines alten Mannes. Nein das hatten sie nicht verdient. Doch das brachte mich doch gleich auf eine neue Idee. Zuerst einmal wurde ich aber von Snape aus meinen Gedanken gerissen, der mir gegenüber auf der anderen Seite stand. „ Na, hat sich da jemand ausgesperrt?“ Ich lächelte nicht. „Sie könnten mich vielleicht erst einmal reinlassen, bevor ich es mir anders überlege und diese Schule sich selbst überlasse!“ Sehr untypisch für ihn, fing Snape an zu lachen. „Das ist doch mal ein verlockendes Angebot.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und machte Anstalten wieder zu gehen. Das brachte meine Wut fast zum überlaufen, doch gerade noch rechtzeitig erinnerte ich mich an Snapes Lektion in Sachen Gefühle. So riss ich mich schwer zusammen und rief ihm mit normaler Stimme hinterher.


„Würden sie mir bitte dieses Tor öffnen!“ Mehr brachte ich nicht heraus, so wütend war ich im Moment und wenn Snape sich nicht umgedreht und das Tor mit einem gemurmelten Spruch aufgezaubert hätte, wäre ich wahrscheinlich so wütend gewesen, dass ich es aufgesprengt hätte. Mit einem gepressten Danke rauschte ich an Snape vorbei auf das Grundstück von Hogwarts. Mit einigen Schritten hatte Snape mich eingeholt und wir gingen zusammen den Weg hoch zum Schloss. „Dein Auftritt in der großen Halle heute, etwas zu übertrieben aber in Ordnung.“ Meine Wut verrauchte mit der Zeit, während wir uns den großen Türen näherten. „Danke Sir, aber Dumbledore der alte dumme Mann macht mich einfach nur noch wütend, da konnte ich mich nicht mehr unter Kontrolle halten.“ Er nickte. „Auch vorhin musstest du dich zusammenreißen nicht wahr? Aber durch dein Verhalten heute Morgen hast du dir vielleicht einige Chancen verbaut.“ Hier entwich mir ein Seufzer. „ Chancen auf was?“ Was sollte Dumbledore mir denn bieten können? „ Auf die Anerkennung der Schüler. Mit deinem Auftritt hast du viele verängstigt.“ Ich schnaubte. „ Wenn sie wegen so was Angst bekommen, sind sie es wirklich nicht Wert dass ich wegen ihnen hier bleibe.“ Jetzt sah ich ihn fragend an. „ Ist schon jemand im Wald gewesen?“ „Bis jetzt hat sich Albus noch nicht entschieden ob er es tun soll. Und von den Schülern würde es sowieso niemand wagen, nicht mal Mr. Winus.“ Ich lachte. „Ja, wahrscheinlich traut selbst er sich nicht. Aber mir kommt da eine andere Idee.“ Zögernd zieht er eine Augenbraue hoch. „Was wäre das für eine Idee?“ „Ich finde wir sollten zumindest den älteren Schülern beibringen wie sie sich richtig verteidigen können. Falls es… Falls es zu einem Krieg kommen sollte, was ich doch ziemlich wahrscheinlich finde.“ Überlegend gingen wir weiter, bis Snape wieder das Wort ergriff.

„Die Schüler können schon alles.“ Mit einem Eifer, den er nicht bremsen konnte sprach ich weiter. „Aber sie sind auf unterschiedlichen Ständen und die älteren würden vielleicht nicht auf die Idee kommen sich mit einem Stupor zu verteidigen. Wir könnten sie alle zusammen unterrichten, wie bei einem Apparierunterricht. Und nach gewisser Zeit könnten wir ihnen schwierigere Zauber beibringen. So wüssten sie sich wenigstens zu verteidigen und würden nicht nur im Weg stehen. Einige ausgewählte Schüler könnten wir dann richtig ausbilden, vielleicht könnten sie den anderen dann Nachhilfe geben…“ Ich verlor mich, vollkommen gefangen in meinen Überlegungen. Und auch Snape schien zu überlegen, schließlich war meine Idee wirklich gut. Wir waren inzwischen am Schloss angekommen und blieben vor den großen Türen stehen. „Ja, dass wäre eine Idee, über die man nachdenken könnte. Ich werde mit Albus drüber reden. Du solltest übrigens auch noch mit ihm sprechen.“ Ich verdrehte die Augen. „Ja dass werde ich wohl tun müssen auch wenn ich nicht möchte.“ Während er die Türe öffnete und ich hinter ihm hineinging murmelte er etwas was sich wie. „Dass müssen wir alle“ anhörte, doch ich war mir nicht sicher ob es für mich bestimmt war, deshalb erwiderte ich nichts darauf. Unsere Wege trennten sich in der Eingangshalle. Während er in seine Kerker ging, nahm ich die Stufen zum Gemeinschaftsraum um mich endlich meinen Büchern zu widmen. Das Thema mit dem Schutz meiner Eltern würde ich wohl ein anderes Mal mit ihm besprechen.
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