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My Crying Self

von Lavi-Baka
GeschichteDrama / P16 Slash
Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
16.04.2011
04.06.2011
6
3.588
 
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16.04.2011 956
 
Der Mensch bedarf des Menschen sehr.

Zu seinem großen Ziele,

Nur in dem Ganzen wirkt er.


Friedrich Schiller



Wenn ich genau darüber nachdenke, dann warst du vom ersten Moment an etwas Einzigartiges. Jemand, den ich genauer kennen lernen möchte, den ich durchschauen möchte.

Lass die Hülle, den graun Schleier um dich herum; lass alles fallen und öffne dich mir!


"Yuki."

...

"Yuki!"

Ich schrecke auf.

Ein kalter schauer gleitet mir den Rücken hinab. Meine Nackenhaare stellen sich auf.

Es ist Winter.


"Yuki, du bist so ruhig in letzter Zeit, als ob du dich verschließen möchtest... Sag' doch, was du auf dem Herzen hast!"

Das sagt sie so einfach...

Würde ich es ihr sagen, dann hätte sie noch mehr Sorgen.

Ich schweige.

"Yuki... Ich will dir doch nur helfen und die anderen auch! Du musst dich nur ein wenig öffnen..."

Ich drehe mich nur weg.

"Weißt du was?", flüstert sie leise, etwas enttäuscht, "du...erinnerst mich an Luca... So still und keiner soll an dich heran kommen! Du bist uns allen sehr teuer! Willst du so kalt wie er, wie Luca werden?!" Ihr Flüstern weicht einem schmerzerfüllten Schreien. Eine Träne und sie verschwindet.



"...willst du so kalt wie er, wie Luca werden?!"

Diese Frage wiederholt sich in meinem Kopf.

Einmal, zweimal, immer wieder!

Ich massiere mir die Schläfen.

Geh aus meinem Kopf raus! Verschwinde!

"Nnh-"

Ich klappe zusammen, presse meine Stirn auf den Boden.

"Sie hat Recht!", sagt eine Stimme in meinem Kopf, betont jede einzelne Silbe. Wie Feuer brennen sie die Worte in meine Gedanken.

Mir wird heiß, meinn Atem wir schwer; ich kippe zur Seite.

"Ich...bin kalt. Ich will doch nur..."

Eine Träne.


"Was ist es, was du willst?"

Ein Schock. Für einen kurzen Moment setzen die Körperfunktionen aus. Das Herz bleibt kurz stehen und wird augenblicklich rasend schnell.

Der Druck auf meinen Kopf nimmt zu.

Eine Hand legt sich auf meine Stirn.

Sie ist kalt; eine Erholung.

Ich atme aus und entspanne.

"Du bist ganz heiß. Deine Augen sind rot. Hast du geweint?"

Ich drehe mich weg.

"Yuki..."

Kurzes Schweigen.

"Schwörst du, es keinem zu sagen?"

"Wie könnte ich dich verraten? Ich bin dein Partner, Yuki."

Seine Stimme ist kalt und ausdruckslos.

"Für mich..." ...bist du viel mehr als ein Partner

Er fragt nicht nach, bleibt still.

"Bin...Bin ich kalt?"

Ich halte die Luft an.

Luca rückt ein wenig näher und setzt mich auf. Sein Arm umschließt mich, seine Hand drückt meinen Kopf an seine Schulter.

Mein Puls steigt in höhere Spheren.

"Nein. Du bist ganz warm."

"Du weißt, dass ich das anders meine. Bin ich auffallend ruhiger?"

...

Ich schaue zu ihm hinauf. Sein Blick schweift in die Ferne.

Ein leicht roter Schimmer legt sich auf meine Wangen.

Ich betrachte sein hübsches Gesicht, das kantige, aber wunderschöne Profil. Die langen, schwarzen Haare, die weichen Wimpern. Die kalten Augen und die blasse Haut.

Die weichen Lippen, die immer leicht nach unten neigen.

Die Lippen, die ich schon immer einmal fühlen wollte.


"Warum sagst du mir nicht einfach, was dir auf dem Herzen liegt?"

"Weil...ich Angst habe."

Luca bleibt weiterhin still, als ob er sagen wolle, ich solle weiter sprechen.

"Ich mache mir einfach in letzter Zeit zu viele Gedanken, das ist alles."

Ich weiche seinem kalten Blick aus.

"Es ist nicht alles."

Er hat Recht.

Sein Griff wird fester.

Ich höre sein Herz schlagen, langsam pocht es in seiner Brust.

"Worüber hast du nachgedacht?"

Er will mir helfen...

Über dich!

"Über..."

Sein Griff entspannt sich ein wenig.

Ich blicke in sein Gesicht, doch dieses Mal sieht er mir direkt in die Augen.

Ich blicke reflexartig in eine andere Richtung.

Ich nehme all meinen Mut zusammen, hole tief Luft.

"...dich."


Ich höre, wie sein Herz kurz aufhört zu schlagen und dann wieder in gewohntem Rythmus anfängt zu pochen.

Er lässt mich los, steht auf und verlässt mich.

Ich blicke zum Boden, bin den Tränen nahe.

Schnell halte ich mir die Hände vor das Gesicht.

Mein Schluchzen fährt wie ein Blitz durch die Stille.

Keiner wird mich hören.


Lange Zeit sitze ich an der kalten Mauer gelehnt. Mein Gesicht in den Händen verborgen. Das Schluchzen hat aufgehört. Ich bin müde, will jedoch nicht aufstehen, denn ich könnte ihm begegnen.

Ich bleibe einfach sitzen.


Ich will schlafen.

Ich höre Schritte.

Zu müde, den Kopf zu heben.

Sie kommen auf mich zu.

Bleib einfach stehen und kehr um.

Jemand packt mich an den Armen, zieht meine Hände weg und entblößt mein verweintes Gesicht.

Instinktiv schließe ich die Augen.

Ich versuche mich zu wehren, trete um mich, versuche dem festen Griff zu entkommen.

Ich werde gezogen, hochgehoben und weggetragen.

Nach wenigen Schritten fühlen meine Beine wieder den Boden.

Erleichtert.

Ich fasse Gleichgewicht und flüchte, werde jedoch fest am Handgelenk gehalten.

Ich schreie.

Ich werde am Nacken gezogen.

Arme umschließen meinen Körper, halten mich fest und verhindern jeden Fluchtversuch.

Gewaltsam legt sich etwas auf meine Lippen.

Meine Glieder werden weich, die Muskeln entspannen sich.

Wer-?!

Nicht denken, einfach genießen.

Ich öffne meinen Mund, um nach Luft zu schnappen.

Wenige Minuten vergehen und es ist vorbei.

Sanft werde ich auf den Boden gesetzt. Ich öffne die Augen, um meinen "Angreifer" zu sehen, obwohl ich mir im Unterbewusstsein schon sicher war.

Ich blicke einer großen, schönen Gestalt nach.

Mein Blick folgt seinen großen, maskulinen Schritten, seinem grazilen Gang, seinen schwarzen Haaren, die wie Seide im Wind wehten.

Ein Lächeln zieht sich zufrieden über meine Lippen.
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