Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Klippenspringen

von Jiao
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Anko Mitarashi Genma Shiranui Ino Yamanaka Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
13.04.2011
12.02.2015
21
98.328
15
Alle Kapitel
70 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
13.04.2011 1.087
 
Es hatte mal eine Zeit des Grauens gegeben, doch die Ninjawelt erinnerte sich nicht gerne und deshalb eben auch nicht oft daran. Der Tag eines Ninjas bestand aus Krieg, doch niemand sagte, dass Krieg war, jeder sagte, dies sei der Alltag. Der Alltag eines Ninjas war Krieg. Wie viel Krieg musste also herrschen, bis ihn ein Ninja auch wirklich so nannte?

Sakura hatte sich das schon oft gefragt. Und auch jetzt, als sie an der Bar saß, ihre Hände das Glas fest umklammerten und ihr Blick irgendwo im nirgendwo war, fragte sie sich unendlich tiefgründige Fragen. Sie war so tief in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, wie sich jemand schwungvoll neben sie setzte – schwungvoll und weniger elegant, denn wer auch immer es war, er schmiss sie dabei fast von ihrem Hocker.

Als Sakura sich verärgert umdrehte, sah Ino sie – mit hochroten Wangen – kichernd an.

„Sssakura trinkt Sssake!“, lallte sie und kicherte wieder. „Und trotzdem siehst du traurig aus. Du musst lachen oder du wirst niiiiiiemals einen Freund finden.“ Um ihre Worte zu unterstreichen nickte sie heftig mit dem Kopf. Dann griff sie sich an die Stirn: „Hui! Es dreht sich.“

Sakura seufzte. „Ino, wie viel hast du schon getrunken?“

Ino sah ihre Hände an und versuchte ihre Getränke daran ab zuzählen, nach kurzem Versuch, zuckte sie mit den Schultern. Sakura betete inständig zu jedem Gott der sie hier raus holen würde. Es war Inos Idee gewesen in einen der vier Pubs in Konoha zu gehen. Natürlich nicht irgendeinen, dass war Sakura sofort aufgefallen, denn hier tummelten sich vorwiegend 'ältere Männer'. Das hieß über 25.  Ino schien das gar nichts auszumachen, ganz im Gegenteil.

Sie sprang wieder von dem Barhocker runter und zog Sakura mit sich, diese konnte gerade noch ihren Sake herunter schlucken, bevor sie durch die Gegend gezogen wurde. Beim Gehen spürte sie das leichte Schwindelgefühl, dass sich bereits bei Ino dezent bemerkbar machte. Die Kunoichi schwankte auf einen Tisch zu und winkte den Personen an ihm freundlich. Als sie näher kamen wurde Sakura zögerlich langsam. An dem Tisch saßen nur Jonin, wenn nicht sogar ANBU, alle viel, viel älter als sie. Sie hielten sie bestimmt für ein naives, kleines Mädchen. Sie hatte immerhin pinkes Haar. Wer konnte sie schon ernst nehmen? Für das hier hatte sie eindeutig noch nicht genug getrunken.

Doch in dem Moment fiel ihr ein Gesicht auf und ihre unbewusst angespannten Muskeln entspannten sich wieder. In der Jonin Uniform, wie sie alle am Tisch trugen, hatte sie Neji gar nicht erkannt. Er sah sie an und lächelte aufmunternd. Ino hatte ihre Hand schon losgelassen und hatte sich neben irgendeinen Ninja gesetzt, den sie zu bequatschen schien. Sakura hatte es gar nicht bemerkt. Hatte sie doch etwas zu viel getrunken? Sie setzte sich auf eine Stuhl neben das einzig vertraute Gesicht.

Neji lächelte, stützte sich mit einem Arm nach vorne und bemerkte leise: „Bei Genma würde ich ein bisschen Acht auf Ino geben.“ Er schmunzelte und nickte zu der blonden Kunoichi.

Sakura warf einen Blick hinüber. Ino sah Genma mit ihren blauen, großen Augen naiv an. Sakura wusste ganz genau, dass Ino alles andere als naiv war. Sie mochte so tun als wäre sie naiv, weil sie daraus oft einen persönlichen Nutzen zog, aber das war sie auf keinen Fall.

Sakura sah zurück zu Neji. „Ich würde eher auf Genma acht geben.“, murrte sie. Neji zog verwundert die Augenbrauen hoch, beließ es aber dabei. Es herrschte für eine lange Zeit Schweigen, in der Sakura die anderen Ninjas musterte. Auf der anderen Seite von Genma saß Anko, neben ihr Raido, der schon ziemlich betrunken und müde aussah, daneben saß Shizune, die scheinbar nichts getrunken hatte und dementsprechend fest ihr Schweinchen umklammerte. Anko schien ihren Spaß mit Shizune und Raido zu haben. Immer wieder machte sie Anspielungen, die Shizune erröten und ihr Schwein noch fester umklammern ließen – es sah mittlerweile schon arg mitgenommen aus.

Dann sagte jemand neben ihr: „Wir sind gerade von einer Mission zurück. Jetzt mit Danzou ...“ Sakura wandte sich wieder Neji zu, der verstummt war und erblickte neben ihm eine Gestalt, die dort gerade nicht gestanden hatte. Als sie aufblickte, sah sie Kakashi. Er sah ein wenig geschafft aus und war anscheinend auch nicht mehr allzu nüchtern.

„Kakashi-sensei!“, entfuhr es Sakura erschrocken. Sie hatte nicht mit ihm gerechnet. Es war außerdem nicht nur ungewöhnlich ihn hier zu treffen, sondern auch nicht ganz legal. Immerhin war sie erst sechzehn und noch nicht volljährig. Sein Blick blieb einen Moment an ihr hängen, dann setzte er sich elegant in den noch freien Stuhl zwischen ihr und Ino.

„Sakura, was machst du hier?“, fragte er ernst. Er war wütend, Sakura hatte es schon erkannt als er ihren Namen ausgesprochen hatte. Und er war müde. Sie wandte sich besorgt und gleichsam ängstlich zu ihm um. Seine Augen waren dunkel und sahen sie durchdringend an, als wollte er ihre Gedanken lesen und sie ihr danach vorhalten. Einige silberne Haare waren über die eine Seite seines Gesichts gefallen, sie waren mittlerweile zu lang.

„Ich ...“, fing Sakura an, doch sie hatte beim besten Willen keine Ahnung wie sie aus der Geschichte heraus kommen sollte, vor alldem nicht, wenn Kakashi sie so ansah, als könnte sie nicht einmal etwas richtiges sagen. Hilflos drehte sie sich zu Ino um, die mittlerweile verschwunden war. Ungläubig sah Sakura zu den leeren Plätzen. Natürlich war Ino nicht alleine verschwunden. Das machte die ganze Sache noch schwieriger.

„Äh … ich ...“, stammelte Sakura weiter und sah sich suchend in der Bar um.
„Ino ist gegangen.“

Sakura sah Kakashi überrascht blinzelnd an. Doch auf ihren fragend Blick sah er sie nur weiterhin ziemlich finster an.

„Dann werde ich jetzt auch mal ...“, murmelte sie und gab sich ganz gezielte Mühe nicht zu lallen. Als Kakashi nichts sagte, stand sie etwas unbeholfen auf. Neji wurde aufmerksam. Er schien nun ebenfalls nicht gerade gut gelaunt und bemerkte etwas düster: „Ich werde dich ein Stück bringen, ich wollte ohnehin nach Hause.“

„Ich werde sie nach Hause begleiten.“

Sakura drehte sich zu ihrem Sensei um und schluckte, als sie seinen Blick sah. Irgendetwas lag in diesen dunklen Augen, die sie beobachteten. Sie erinnerten sie an die eines Raubtiers. Scharf berechnend, durch dringlich. Sie wollte nicht wissen, was passieren würde, wenn sie alleine waren.
„Schon gut, ich schaff's auch allein!“, entgegnete sie hastig. So hastig, dass sie nicht auf ihre Zunge achtete und man ihr den Sake doch anmerkte.

Neji sah unentschlossen von Sakura zu Kakashi, doch er schien sich nicht mit dem Kopierninja anlegen zu wollen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast