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Know why the nightingale sings

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Anette Olzon Emppu Vuorinen Jukka "Julius" Nevalainen Marco Hietala Tarja Turunen Tuomas Holopainen
10.04.2011
27.03.2013
20
66.112
3
Alle Kapitel
73 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
10.04.2011 5.121
 
So, ihr lieben, hier ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk :)
Wie immer bin ich spät dran, aber nach der Sache mit Anette, der Selbstzerstörung
meines Computers und dem Verlust des halb fertiges Kapitels war ich ein bisschen
unmotiviert. Aber jetzt bin ich über meinen Schatten gesprungen und hier ist es,
Kapitel 18:

We are, we are chasing a shadow
We are, we are lost in the shame
You try to hide only to reach out
It's too late
(Tarja - We are)



Tarja konnte nicht sagen, ob sie dieses Lied zum zwanzigsten, zweihundertsten oder gar zweitausendsten Mal hörte. Zahlen waren bedeutungslos, Zeit ebenfalls. Sie hatte den Song oft genug gehört, um einige Passagen auswendig zu können, jedoch nicht oft genug, um ihn vollends zu entschlüsseln. Es gab noch immer Textstellen, die sie nicht verstand, die nichtssagend waren. Es gab Verse, deren Bedeutung ihr schleierhaft war. Eins jedoch konnte die Sopranistin sagen: Ihr war selten ein Musikstück so nahe gegangen, wie es die Werke auf diesem Band taten.
„Die Musik ist wie ein Spiegel: Entweder du schaust hinein und erkennst dich selbst darin, oder du schreitest hindurch und findest dich in deiner Fantasie wieder. Im Reich deiner Träume dort, wo Wünsche noch wahr werden. Ob du willst oder nicht, deine Musik verrät viel mehr über dich, als du dir wirklich bewusst bist, denn sie ist dein Spiegelbild“
Eine Definition, die Tuomas schon vor Jahren gegeben hatte. Vor dem Splitt, vor dem Erfolg, lang bevor Nightwish überhaupt gegründet worden war. Trotzdem gab es keine Worte, die seine Musik besser erfasst, als diejenigen, die schon vor so langer Zeit verklungen waren. Sie hatten nichts an Wahrheit einbüßen müssen, das musste Tarja zum wiederholten Male feststellen. Was sie dort zu hören bekam, war quasi der Soundtrack zum Leben des Keyboarders. Der Themesong. Eine Sinfonie aus Gefühlen, Wünschen und Träumen. Herzblut. Lebenswerk. Schwanengesang.
Sie hörte seine Stimme nicht nur auf dem Band, vor allem hörte sie seine Worte in ihrer Erinnerung, denn die Musik brachte Letzteres mit sich. Sequenzen, Bilder, Worte, ganze Dialoge und Empfindungen, die Tarja gar nicht haben wollte. Die Tonqualität war schlecht, Tuomas‘ Gesang teilweise unsauber, aber diese Aufnahmen machten Tarja aufs Neue bewusst, wie viel ihr die Musik bedeutete und was diese in Menschen auslösen konnte. Gelegentlich musste sie lächeln, dann erstarrte sie, weinte vor Freude oder vor Trauer. Eine Achterbahnfahrt. Das Dasein in all seinen Facetten. Pures Leben.
Und genau dies waren, was der Sopranistin so zusetzte. Sie war immer noch wütend, vor allem aber enttäuscht und verletzt, doch trotzdem tat ihr Tuomas leid. Sie fühlte mit ihm. Die Höhen und Tiefen seines Lebens waren plötzlich die ihren. In den Songs erkannte sie die ein oder andere Situation aus der Vergangenheit wieder. Dieses Mal bekam sie Tuomas Sicht der Dinge zu hören – nicht nur zu hören, sie spürte, was er spürte. Tarja sah die Geschehnisse durch Tuomas Augen.
Sie sah sich durch seine Augen. Schöner als sie wirklich war, abweisender als sie sich selbst jemals empfunden hatte. Heaven Queen – kühl und unerreichbar in dem einen, fröhlich und herzlich im nächsten Moment. Sie wurde aus sich selbst eben so wenig schlau, wie Tuomas es wurde. Warum verhielt sie sich so? War sie wirklich so, wie der Keyboarder es sah? Wie viel Wahres war daran?
Nichts! Sie war nicht so! So wollte sie nicht sein! Sie wollte sich nicht aus Tuomas Augen sehen. Es macht ihr Angst. Wenn Tarja seinen Lieder lauschte verstand sie den Keyboarder. Sie fühlte mit ihm wusste, warum er wann welches Wort wählte. Sie kannte seine Gedanken, seine Gefühle, seine Gründe für bestimmte Handlungen. Sie verlor sich in Gedanken, die sie nicht als ihre eigenen erkannte. Sie fühlte seine Reue spürte, wie leid ihm alles tat, wie sehr er Wort und Tat bereute, wie er sich selbst dafür verteufelte. Sein Leid war das ihre. Er tat ihr leid. Das wollte sie nicht! Er hatte ihr Mitleid nicht verdient! Sie wollte nicht mit ihm fühlen! Er hatte sie sehr verletzt. Hatte sie belogen und mit ihr gespielt! Ein schlechtes Gewissen, war da ja wohl das mindeste, was Tuomas erdulden sollte. Bluten sollte er! - Nein, sollte er nicht! Es fiel der Sopranistin schwer wütend auf Tuomas zu sein. Viel eher verspürte Tarja den Drang Tuomas in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass sie ihm verziehen hatte. Nein, dass würde sie nicht tun! Sie wollte nicht einfach Vergangenes vergangen sein lassen und so tun, als wäre zwischen ihnen nie etwas vorgefallen. Dazu hatten seine Launen, seine Worte, seine Entscheidungen zu schwere Folgen für ihr Leben gehabt. Sie hatten ihre Welt auf den Kopf gestellt, ihr Leben war aus den Fugen geraten, plötzlich war alles anders gewesen. Die Sopranistin war aus allen Wolken gefallen und es hatte sein Zeit gedauert, bis sie wieder auf eigenen Beinen stand. Sie hatte es geschafft! Sie machte wieder Musik, war wieder auf der Bühne, war wieder zurück! Trotzdem konnte sie ihm das nicht einfach vergessen. Ein paar mitleiderregende Zeilen reichten nicht aus, um es ungeschehen zu machen. Eben jene Zeilen waren es jedoch, die Tarja verunsicherten. Sie wusste nicht, wo ihr der Kopf stand. Hin und hergerissen zwischen Mitleid für Tuomas und Selbstmitleid, zwischen Bedauern und Wut, zwischen Herz und Verstand.

Es war gemein von Tuomas, sie auf diese Art und Weise beeinflussen zu wollen. Noch viel gemeiner war die Tatsache, dass dieser Versuch Früchte zu tragen schien. Es berührte sie. Seine Musik hatte sie schon immer berührt. Nicht nur schöne Worte, sondern auch aufrichtige Gefühle. Gefühle, die offenkundig ihr galten.Wahre Gefühle? „Die Musik ist unfähig zu lügen. Sie ist die schönste und aufrichtigste, aber gleichzeitig auch schmerzvollste Form der Wahrheit“ hatte Tuomas einmal gesagt. Wahre Gefühle! Es verwirrte sie, warf sie beinahe so sehr aus der Bahn, wie es sein Brief getan hatte. Es war der Grund, warum sie die Kassette nicht einfach ausschaltete, warum sie jedes Lied wieder und wieder hörte. Sie fühlte sich überrumpelt, obwohl sie es vermutet, vielleicht sogar bereits gewusst hatte. Es hatte immer Gerüchte gegeben. Die Menschen lieben diese Art kitschig, dramatischer Liebesgeschichten. War es der Öffentlichkeit aufgefallen, oder einfach nur eine Traumvorstellung der breiten Masse? Und wenn es wirklich Indizien dafür gegeben hatte, warum hatte sie es nie bemerkt? Weil Tuomas jeglichen Vorwurf derartiger Gefühlte stets mit einem Lächeln von sich gewiesen und betont hatte, sie seien lediglich gute Freunde. Hätte sie nicht genau das stutzig machen sollen? Ein Schauspiel für die Kamera, oder ein Schauspiel für sie? Für Tuomas selbst vielleicht? Wollte sie es nicht sehen, oder wollte er selbst es nicht glauben? Tarja war verwirrt.
Als sie die Kassette in den Rekorder schob, hatte Tarja nicht gewusst, was sie erwartete. Das hatte sie nicht erwartet. Wie sollte sie jetzt reagieren? Die Situation verwirrte, überforderte sie, aber kalt lies sie das Ganze keinesfalls. Tuomas‘ Worte schmeichelten ihr, seine Bewunderung ehrte sie. Sein Leid weckte Mitleid, sein Schmerz schmerzte auch sie. Es tat ihr in der Seele weh.
Und plötzlich waren sie da ... Worte in ihrem Kopf ...Worte, die er gesprochen, sie jedoch nicht gehört hatte ... Worte des Bedauerns, Beteuerungen der Liebe ... Du weißt gar nicht, wie Leid mir das alles tut. Ich wollte dir nie wehtun und das weißt du auch. Du kennst mich doch. Ich wollte das wirklich nicht.Im Krankenhaus:Irgendwo zwischen Traum und Realität verloren gegangen ... Ich habe dich geliebt, Tarja! Schon immer und ich werde es vermutlich auch immer tun. Am See: Aus Enttäuschung ignoriert ...
Nun wünscht sich Tarja, nicht so kalt und abweisend reagiert zu haben. Hätte sie ihm zugehört, sein Geständnis vernommen, hätte sie mit Sicherheit anders reagiert. Wie konnte sie nicht sagen. Auf jeden Fall verständnisvoller, rücksichtsvoller. Sie hätte es vermieden, ihm absichtlich Leid zu zufügen. Aber sie hatte seine Worte nicht vernommen, hatte ihn herzlos von sich gewiesen. Er hatte es verdient. Er hatte sie verletzt, sie hatte ihn verletzt. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Sie waren quitt! Aber wie sollte es weiter gehen? Was sollte sie tun? Sollte sie sich bei Tuomas melden? Sollt sie ihm verzeihen, sich vielleicht sogar entschuldigen? Oder sollte sie alles beim Alten belassen? Vielleicht könnte sie jetzt Frieden finden, einfach alles vergessen, Nightwish hinter sich lassen ...
Die Sopranistin wusste es nicht. Vielleicht würde sie die Antwort in der Musik finden. Tarja konnte nicht sagen, ob sie dieses Lied noch zwanzig, zweihundert oder gar zweitausend Mal hörten, musste, um endlich zu begreifen.


Zeit war bedeutungslos. Zwei Monate gingen ins Land.
Marcelo Cabuli stellte die Kaffeetasse vor seine Gattin auf den Wohnzimmertisch, bevor er sich neben dieser niederließ. „Danke“, murmelte Tarja abwesend. Sie saß in eine Decke gehüllt auf dem Sofa und beobachtete das prasselnde Kaminfeuer, während sie zum wiederholten Male diese fürchterliche Kassette hörte. Der Argentinier konnte dieses wehleidige Gedudel nicht mehr hören. Nicht, dass die Tatsache, sich Holopainens grottige Singstimme den ganzen Tag lang anhören zu müssen, schon schlimm genug war, inzwischen konnte er diese schmachtenden Texte fast schon auswendig. Für Tarja musste solch ein „musikalischer“ Abfall eine Zumutung sein, doch sie wurde nicht müde das Band wieder und wieder zu hören. Währenddessen saß sie lediglich schweigend da oder vergoss im Stillen einen paar Tränen.
Marcelo konnte das Elend nicht länger mit ansehen. Er hatte versucht Tarja davon abzubringen, sich selbst durch das Hören Leid zu zufügen, doch sie hatte seinen Rat in den Wind geschlagen. In letzter Zeit war sie so oder so nur noch in Ausnahmefällen gewillt einen gutgemeinten Rat anzunehmen. Tarja verließ das Haus nur noch, um zu ihren Auftritten zu gehen. Nach ihrer Rückkehr hatte sie kein Konzert ausfallen lassen und sogar die verpassten Auftritte nachgeholt. Auf der Bühne blühte sie wie für gewöhnlich voll auf, doch außerhalb des Rampenlichts war sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Argentinier hatte alles in seiner Macht stehende versucht, um sie aufzuheitern, sie zu trösten oder ihr wenigstens ein kleines Lächeln abzuringen. Tarja wehrte sich jedoch konsequent dagegen, wieder glücklich zu sein. Den Grund für ihren Gemütszustand wollte sie ihm nicht verraten, doch das musste sie auch nicht. Marcelo verstand schon und er konnte es nicht ertragen.
„Das kann so nicht weiter gehen“, seufzte er. „Ich kann das nicht länger mit ansehen“
Tarja erwiderte nichts, sie sah ihn lediglich an. „Ich habe alles versucht, ich tue alles für dich -Alles- und das weißt du auch, aber zu würdigen weißt du es nicht. In der Zeit, in der du fort warst, in der alles ungewiss war, ist mir erst richtig bewusst geworden, wie sehr ich dich liebe. Ohne dich zu sein schmerzte, du hast mir so sehr gefehlt, dass ich fürchtete, den Verstand zu verlieren. Ich war außer mir vor Angst. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, denn die Sorge um dich beherrschte mich. Als ich deine Stimme am Telefon hörte, war ich so froh, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Gut, ich bin so oder so kein Mann großer Worte, bin ja nicht Holopainen, aber ich denke, du weißt was ich damit sagen will. Ich dachte alles würde wieder gut werden. Ich wollte mich wegen dem Streit bei dir entschuldigen und mich noch mehr um dich bemühen, damit ich dich nie wieder vermissen muss, weil ich mir nicht vorstellen konnte ohne dich zu sein. Jetzt vermiss ich dich noch immer. Du sitzt neben mir, doch du bist nicht mehr die Frau, auf deren Rückkehr ich so sehnsüchtig gewartet habe. Es fehlt etwas. Du bist so verändert, ich erkenne dich kaum mehr wieder. Das Lächeln, das ich so sehr liebe, will sich nicht mehr sehen lassen. Du bist unglücklich und ich kann nichts dagegen tun. Ich kann dich nicht glücklich machen und ich zerbreche daran.“ Marcelo legte eine Atempause ein. „Und darum ... Darum ... Ich weiß, das ist jetzt gerade ein extrem schlechter Zeitpunkt dafür, aber ich weiß weder dir noch mir selbst anders zu helfen ... I .. Ich ... Ich halte es für das Beste, wenn wir uns trennen“, gestand Marcelo sichtlich bedröppelt.
Tarja sah ihn aus weit aufgerissenen Augen an. Sie schwieg. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Du verlässt mich?“, fragte sie tonlos. „Das klingt jetzt irgendwie so, als wäre ich der Buhmann“, merkte der Argentinier unzufrieden an. „Und ob du hier der Buhmann bist! Und ja, das ist ein extrem schlechter Zeitpunkt! Und hoffentlich ist das ganze nur ein schlechter Scherz! Du kannst mich jetzt nicht wirklich alleine lassen! Fast 10 Jahre und von heute auf Morgen aus und vorbei?! Das kann unmöglich dein ernst sein!“, fuhr Tarja ihn an. „Bitte sag mir, dass das nur ein schlechter Scherz ist. Bitte sag mir, dass du mir damit lediglich zeigen willst, dass alles noch viel schlimmer sein könnte, als es momentan ist“ fügte sie leise und beinahe flehentlich hinzu.
„Das ist kein Scherz, tut mir leid. Ich will doch nur, dass du glücklich bist. Ich kann dicht nicht länger glücklich machen. Das habe ich jetzt begriffen“, gestand Marcello traurig. Tarja vergrub das Gesicht in den Händen. Sie konnte es nicht glauben. Das war alles nur ein böser Traum. „D ... du kannst mich doch nicht alleine lassen. Ich brauch dich doch“, schluchzte sie. „Alles wird wieder wie früher, versprochen. Du musst mir nur ein wenig Zeit geben. Die Sache mit dem Gedächtnisverlust und vor allem diese Geschichte mit Tuomas und den anderen setzt mir noch immer ganz schön zu. Ich ... ich brauche nur Zeit, um das alles zu verarbeiten. Gib mir die Zeit und alles wird wieder wie früher“ „Die Zeit wird unsere Beziehung nicht retten können“, prophezeite ihr Ehemann. „Die Jahre mit dir waren wundervoll. Wir waren glücklich, zumindest war ich glücklich mit dir und ich kann dir versprechen, es gab keinen Tag, an dem ich nicht froh war, dich an meiner Seite zu haben, aber ich glaube,dass die Frist für unser gemeinsames Glück nun endgültig abgelaufen ist“  „Das kann nicht dein Ernst sein! Das kannst du nicht machen!“, flehte die Sopranistin. „Du vermisst mein Lächeln? Ich habe das Lächeln nicht verlernt“ Tarja versucht zu lächeln, doch es gelang ihr nicht. Ihr Versuch endete in einem Heulkrampf.
Marcelo konnte es nicht ertragen, seine Gattin so traurig zu sehen. Es tat ihm unglaublich leid, doch er sah einfach keine andere Möglichkeit. Kurz und schmerzlos – das war der Plan. Sein Plan scheiterte kläglich. Aber war eine kurze Phase des Unglücks und der Trauer nicht besser als eine unglückliche Zukunft hinter der Maske einer heilen Welt? Er wollte doch nur das Beste für Tarja. Weinen sehen konnte er sie trotzdem nicht. Vorsichtig tat er einen Schritt auf seine Frau zu und versuchte sie in den Arm zu nehmen. Tarja schob ihn jedoch von sich. „Fass mich nicht an!“, zischte sie erbost, bevor sie ein weiteres Meer an Tränen vergoss. „Hör zu, es fällt mir nicht leicht ...“, startete der Argentinier einen Versuch sein Gattin wieder ein wenig zu beruhigen. Er schlug fehl. Tarja unterbrach ihn: „Wenn du es nicht willst, warum tust du es dann?“, fuhr sie ihn verständnislos an. „Weil ich muss ... Ich muss dich verlassen, damit du wieder glücklich werden kannst“, erläuterte Marcelo betont ruhig und versuchte seinerseits die Tränen zurückzuhalten. „Ohne dich kann ich nicht glücklich werden“, entgegnete die Finnin traurig. „Das stimmt nicht.Wenn ich fort bin, stehst du deinem Glück nur noch selbst im Wege“, versprach ihr Ehemann. „Bitte lass mich jetzt nicht allein. Bitte geh nicht!“, fleht die Sopranistin.
Es tat Marcelo in der Seele weh Tarja so verzweifelt zu sehen, doch er wusste, dass er das Richtige tat. „Warum willst du mich nicht verstehen?“, fragte der Argentinier bedrückt. „Warum willst du gehen, obwohl du mich noch liebst?“, stellte die Finnin eine Gegenfrage. „Schließlich hast du nichts Gegenteiliges gesagt“ Ihr Gatte schwieg. „Liebst du mich?“, präzisierte Tarja ihre Frage. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme zitterte. Erneut verweigerte der Argentinier eine Antwort. „Marcelo?!“ bat die Sopranistin. „Sag mir die Wahrheit egal, wie sie lautet.“ Marcelo sah zu Boden. „Du hast dich über die Jahre verändert und ich mich ebenfalls. Unsere Liebe wurde des Öfteren auf die Probe gestellt und trotzdem kann sich mit gutem Gewissen sagen, dass ich dich all die Jahre aus vollem Herzen geliebt habe ... Aber seit diesem Unfall fehlt etwas. Als du fort warst habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als die wieder bei mir zu haben. Jetzt habe ich dich wieder, doch vermissen tue ich dich noch immer. Ich kenne keinen Ausdruck für dieses Gefühl, aber vielleicht verstehst du es ja trotzdem“, erklärte er.
Tarja schluchzte wortlos vor sich hin und Marcelo nahm sie tröstend in den Arm. Dieses Mal ließ sie es geschehen. „Erst trennst du dich von mir und dann versuchst du mich darüber hinweg zu trösten“, merkte die Sopranistin in einem Anflug von Galgenhumor an. „Diesem Kerl solltest du wirklich nicht hinterher trauern. Betrachte das alles doch Mal von der positiven Seite: Jetzt kannst du endlich wieder friedlich schlafen, weil neben die niemand schnarcht. Du brauchst dich auch nicht mehr darüber aufregen, dass dieser jemand seine Socken immer überall liegen lässt und Fußball gucken musst du auch nicht mehr“, witzelte der Argentinier. „Du bist doof“, grummelte Tarja, bevor sie weiter in Marcelos T-Shirt schluchzte. „Ich weiß“, entgegnete dieser und strich ihr tröstend über den Kopf. „Ich bin ein Idiot“ Beide schwiegen. Es verstrich einige Zeit, eine Vielzahl an Minuten, vielleicht sogar eine Stunde. Zeit war bedeutungslos. Dann legte Marcelo seiner Gattin seine weiteren Pläne da: „Ich lasse mich jetzt erstmal in einem Hotel nieder und regle das mit den Scheidungspapieren, bevor ich nach Argentinien zurückkehre. Ich schlage vor, du behältst die Wohnung hier und ich übernehme die in Buenos Aires. Deine persönlichen Sachen lasse ich dir natürlich zukommen“ Der Argentinier war sich durchaus darüber im Klaren, dass es ziemlich taktlos war, so mit der Tür ins Haus zu fallen, dennoch hielt er es für die richtige Vorgehensweise. Kurz und schmerzlos.
„Du meinst das also wirklich ernst?“, fragte Tarja ungläubig. „Ja“ lautete  die knappe Antwort ihres Noch-Ehemannes. „Und egal was ich tue oder sage. Du wirst gehen?“, wollte die Finnin wissen. „Ja“ entgegnete der Argentinier erneut. „Es endet hier?“, formulierte Tarja eine letzte Frage, obwohl sie die Antwort bereits kannte. Marcelo nickte. Er hielt den Blick gesenkt, um Tarja nicht in die Augen sehen zu müssen. Er hatte sich geschworen ihr niemals weh zu tun und ihr in guten wie in schlechten Tagen beizustehen. Ein Versprechen, welches der Argentinier durchaus ernst genommen hatte. Deshalb widerstrebte es ihm Tarja allein zu lassen, zumal er selbst die Ursache der bitteren Tränen war, die sie vergoss. Dennoch ging er.

Es war schon fast zur Routine geworden. Beinahe jeden Abend saß Tuomas in irgendeiner Bar in der Fußgängerzone von Helsinki. Von Zeit zu Zeit genoss er es, auf einer Bank in der Stadt zu sitzen und die vorbeigehenden Leute zu beobachten. Wenn es Abend wurde, kehrte er in eine Bar ein, um dort ein Bier oder ein Glas Wein zu trinken, bevor er wieder ins Studio fuhr. So sollte es auch an diesem Tag sein. Tuomas bog in eine Straße und gelangte in die von Passagen gesäumte Fußgängerzone. Hier gab es an jeder Ecke eine Bar. Der Keyboarder betrat kurzer Hand den erst besten Pub. Die Bar war gut besucht und es spielte sogar eine Band. Tuomas erinnerte sich noch gut an die Zeit, in der Emppu, Tarja und er noch in Bars gespielt hatten. Für ‚nen Appel und ‚nen Ei, wie man so schön sagt. Es war nie viel, aber ein Auftritt war ein Auftritt. Und ein Auftritt brachte eben jenes unbeschreibliche Gefühl der Glückseligkeit mit sich, welches er auch heute noch bei jedem Konzert verspürte. Es dauerte eine Weile, bis sich der Keyboarder zum Tresen durchgekämpft hatte. Er bestellte sich ein Bier, legte das Geld passend auf den Tresen und wollte sich auf die Suche nach einem etwas abgelegeneren Tisch machen, dabei rempelte er jedoch einen dunkelhaarigen Mann an, der auf einem der Barhocker saß.
„Ey!“, grölte dieser erbost und wandte sich zu Tuomas um. Dieser Mann besaß eine sehr große Ähnlichkeit zu jemandem, den der Keyboarder kannte. Um Marcelo Cabuli zu erkennen musste er jedoch zwei Mal hinsehen. Auch der Argentinier brauchte eine Weile, um sein Gegenüber zu erkennen. „Holopainen?! Was treibst du denn hier?“, wollte der sichtlich verwirrte Argentinier wissen. „Was tut man wohl in einer Bar?“, fragte Tuomas mit einem spöttischen Unterton. Er hatte keine besonders große Lust, sich mit dem Ehemann seiner großen Liebe zu unterhalten. „Seinen Kummer ertränken!“, mutmaßte dieser zur großen Verwunderung des Songwriters. „Ja, das ist eine sehr treffende Beschreibung“, stimmte der Keyboarder zu. Er selbst war nicht hergekommen, um sich zu betrinken. Er war hier, weil er unter Menschen sein, nicht alleine sein wollte. Marco, Jukka, Emppu und Anette, waren nach Hause gefahren, um den Dezember bei ihren Familien zu verbringen, am vergangenen Tag waren sie wegen der anstehenden Aufnahmen zurückgekehrt.Tuomas war immer noch in Helsinki. Natürlich hatte er die Feiertage mit seiner Familie verbracht und auch seinen Geburtstag mit Freunden und Familie begangen, doch dann war er wieder ins Studio zurück gekehrt. Nichts hielt in in Kitee. In Helsinki wusste er Tarja noch immer in der Nähe, er wartete noch immer auf eine Reaktion auf die Kassette. Aber seine Beweggründe für den Besuch der Bar waren irrelevant. Es interessierte ihn viel mehr, was Marcelo herunterzuspülen hatte. War etwas mit Tarja? Ging es ihr nicht gut? Waren ihre Kopfschmerzen wieder schlimmer geworden?
„Unser Kummer trägt denselben Namen“, bestätigte der Argentinier, den der Alkohol zum Philosophen machte, Tuomas Vorahnung. „Tarja“, wisperte Marcelo tonlos, bevor er sein Schnapsglas leerte. „Noch Einen!“, nuschelte er und hob die Hand. Er blickte zu Tuomas und verbesserte sich: „Noch Zwei!“, dann deutete er auf den Hocker neben sich. „Setzt‘ dich, Holopainen“ Der Keyboarder leistete der Aufforderung folge, schwieg jedoch. Die Freundlichkeit des Argentiniers verwunderte ihn. „Trink mit mir, Holopainen! Geteiltes Leid ist halbes Leid!“, grölte Marcelo und prostete Tuomas zu. Die beiden Männer leerten ihre Gläser in einem Zug und der Argentinier orderte direkt die nächste Runde. „Wir sind beide abgeschrieben, du und ich“, erklärte er wild gestikulierend. Plötzlich hielt er inne, als würde ihm etwas einfallen: „Nein, du noch nicht ganz so sehr wie ich, obwohl du es ziemlich versaut hast“ Der Keyboarder sah sein Gegenüber nur verständnislos an.
„Aufs Abgeschriebensein!“, prostete er Marcelo zu, um sein Unverständnis zu überspielen. Zwei leere Gläser, eine neue Bestellung. „Vielleicht hast du noch eine Chance“, stellte der Argentinier fest. „Ich nicht mehr ... aber ich wollte es ja so. Verstehst du? Ich wollte es nicht, ich musste es. Ich hatte keine Wahl“ Tuomas sah ihn immer noch an, als spräche er Spanisch. „Keine andere Wahl als?“, harkte er schließlich nach. „Eigentlich will ich da ja nicht drüber reden und schon gar nicht mir dir, aber ich bin es ja selbst in Schuld“, erklärte der Argentinier. „Es ist aus und vorbei“ „Wie jetzt?“ Tuomas verstand nicht. Es dauerte eine Zeit, bis die Information zu seinem Verstand durchgedrungen war und es brauchte weitere Sekunden, bis Tuomas es realisiert hatte. Marcelo präzisierte seine Aussage: „Aus und vorbei! Verlassen habe ich sie ...“ „Bist du wahnsinnig?!“, entfuhr es dem Keyboarder. „Nein, da war ich noch im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. Mit dem Trinken habe ich erst danach angefangen“, klärte der Argentinier seinen Leidensgenossen auf. Wie zur Bestätigung leerte er sein Glas in einem einzigen Zug und orderte Nachschub. „Es wäre übrigens besser, wenn du jetzt damit aufhören würdest“, riet der Songwriter. „Es wäre nämlich von Vorteil, wenn du deine letzte Mahlzeit drinnen behalten würdest. Ansonsten wird sich Tarjas Wiedersehensfreude sicher in Grenzen halten“ „Wie Wiedersehensfreude?“ Der Argentinier konnte nicht ganz folgen.
„Du bist auch ein bisschen schwer von Begriff, oder?“, wollte Tuomas wissen. „Also jetzt sperr die Lauscher auf, Cabuli! Ich werde das nämlich nicht nochmal sagen: Geh zu ihr zurück und gib ihr wenigstens die Möglichkeit dir alles zu erklären“ „Was?“ Marcelo sah den Keyboarder entgeistert an. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich das nicht wiederholen werde“, murrte Tuomas. Es viel ihm unglaublich schwer seinem Konkurrenten diesen Ratschlag zu geben, doch er war lange genug egoistisch und selbstsüchtig gewesen. Dieses Mal ging es darum, was für Tarja das Beste war. Hier ging es nicht um ihn. „Aber weil du nicht mehr ganz nüchtern bist: Beweg deinen Hintern jetzt sofort nach Hause und gib ihr noch eine Chance. Du hast da etwas nämlich irgendwie missverstanden: Es ist nicht ihre Schuld. Sie ist ... sie hat ... Ich habe ihr nicht von dir erzählt. Im Gegenteil: Ich habe mein Möglichstes getan, um deine Existenz vor ihr geheim zu halten. Ja, ich weiß, das war falsch, kindisch und egoistisch von mir ... Sie wusste gar nicht, dass du zu Hause auf sie wartest, also konnte sie nicht so mir nichts dir nichts zu dir zurückkehren. Sie hat sich nicht einfach ein paar schöne Tage mit ein paar alten Freunden gemacht. Sie hatte keine Wahl. Das alles ist einzig und allein meine Schuld. Es tut mir leid“, erklärte Tuomas.
„Du bist wirklich ein Mistkerl!“, brachte der Argentinier hervor. „Danke, darauf wollte ich hinaus“, entgegnete der Keyboarder. „Würdest du jetzt die Freundlichkeit besitzen und nach Hause gehen, um alles wieder geradezubiegen?“ „Du bist ein Mistkerl, Holopainen!“, wiederholte Marcelo. „Aber du kannst keiner sein, weil du tust, was du tust“, schilderte der Argentinier einen seiner inzwischen schwer nachvollziehbaren Gedankengänge. „Warum machst du das überhaupt? Warum kommst du her und sagst, ich soll zu ihr zurückgehen. Davon hast du selbst doch am Wenigsten“ „Weil ...“, begann der Songwriter, hielt jedoch inne, um sich die Worte zurechtzulegen. „Weil was?“, wollte der Argentinier wissen. „Ich bin irgendwie für alles verantwortlich“, erklärte Tuomas. „Hätte ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt und hätte Tarja von Anfang an die Wahrheit gesagt, dann wäre vermutlich alles anders gekommen. Ich fühle mich schuldig und will nicht das Ende eurer Ehe zu verantworten haben. Das könnte ich nicht. Ich sage das zwar nur sehr ungern, aber ihr beiden wart ein Traumpaar. Das war für mich zwar eher ein Albtraum, aber ich habt einander gut getan. Du tust ihr gut. Und falls sie wirklich ein wenig abgehoben ist und das nicht vollkommen meiner Fantasie entsprungen ist, dann ist das sicherlich nicht deine Schuld. Ich war ein Idiot, das zu behaupten. Aber das ist jetzt auch egal. Auf jeden Fall tut es mir Leid, dich in die Sache mit hinein gezogen zu haben und Master Passion Greed bereue ich auch. Geh nach Hause, geh zu Tarja. Sie braucht dich“, redete sich Tuomas alles von der Seele.
„Ja, du bist ein Idiot“, bestätigte Marcelo. „Und es tut verdammt gut, dir das einfach so ins Gesicht sagen zu können“ Der Argentinier lachte auf. „Aber das, was du gerade versuchst, ist voll in Ordnung von dir. Bewirken wird es trotzdem nichts ... Sie braucht nicht mich ...“ Tuomas sah ihn schockiert an. Marcelo lachte erneut. „Jetzt schau mich nicht so an, als wäre ich wahnsinnig geworden“, forderte er. „Das hier ist zwar wirklich nobel von dir und ich hätte ich so viel Mumm gar nicht zugetraut, aber den Gefallen kann ich dir nicht tun. Tarja und ich werden uns nicht wieder zusammenraffen. Soviel steht fest. Ich habe sie wirklich geliebt, aber seit sie wieder zurück ist ist alles anders. Da fehlt irgendetwas wichtiges. Ich kann nicht genau sagen was, aber es hat mit der Tatsache zu tun, dass sie mich einfach so vergessen hat. An jeden von euch hat sie sich erinnert, nur an mich nicht. Wie lange hat sie gebraucht, um zu wissen, wer du bist? 5 Minuten? Und jetzt komm du mir bloß nicht mit „Amnesie“ und „sie kann doch gar nichts dafür“. Das weiß ich wohl, aber … bei Gott, wäre ich derjenige gewesen, der jegliche Erinnerung an die vergangenen Jahre verloren hätte ... Ich hätte eher meinen eigenen Namen vergessen, als den ihren. Wenn sie nicht bei mir ist, habe ich das Gefühl, dass mir ein Teil fehlt und ich maße mir zumindest an, an ihrer Stelle dieses Gefühl gehabt zu haben ... Ich kann mir nicht vorstellen, sie einfach so zu vergessen ... Ich weiß, das klingt jetzt alles ziemlich dumm und überheblich, aber es ist einfach so. Als sie nicht da war hatte ich definitiv das Gefühl, dass ein Teil von mir fehlt. Dieses Gefühl habe ich immer noch. Sie ist da, ohne da zu sein. Vielleicht verstehst du ja, was ich meine ...“
Nachdem Marcelo geendet hatte griff er nach einem weiteren Glas. Tuomas starrte ihn an, nicht wissend, was er sagen sollte. Er konnte Marcelo verstehen. Der Keyboarder hätte nie geglaubt, dass es jemals der Fall sein könnte, aber er verstand Marcelo Cabuli tatsächlich. „Na, hat‘s dir die Sprache verschlagen?“, fragte dieser belustigt. „Ähm ... ja ...“, gestand Tuomas. „Ich habe irgendwie nicht damit gerechnet, dass ...“ „Dass ich dir so offen gefühlsduseliges Zeug erzähle? Tja, Alkohol lockert die Zunge“, fiel Marcelo ihm ins Wort. Er prostete Tuomas zu. „Zum Wohl! Darauf, dass du dich Morgen nicht mehr daran erinnerst, mit mir gesprochen zu haben“ Der Songwriter hob ebenfalls sein Glas. „Zum Wohl“ „Und so schnell sitzt man mit einem Typen, den man eigentlich nicht leiden kann in einer Kneipe und trink Alkohol, den man eigentlich gar nicht mag“, murmelte der Argentinier. „Wozu Liebe alles führt“, seufzte Tuomas. „Auf verlorene Liebe“, rief Marcelo, während er sich das Glas erneut füllen lies. „Auf verlorene Liebe“, erwiderte Tuomas.
„Jetzt ist mir verdammt schlecht“, stellte sein Leidensgenosse nach einer Weile fest. „Dann hör auf zu trinken“, riet der Songwriter. „Nein“, entschied Marcelo. „Das Ganze nimmt dich ziemlich mit, huh?“, fragte Tuomas vorsichtig. „Was hast du erwartet? Im Sommer wären wir 10 Jahre verheiratet gewesen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei“, erklärte Marcelo traurig. „Neun ist eine unglückliche Zahl“, stellte Tuomas fest. „Nach neun Jahren Nightwish aus und vorbei. Nach neun Jahren Ehe aus und vorbei“ „Auf die verteufelte Neun!“, sprach Marcelo einen neuen Tost aus.
Tuomas nahm ihm das Glas weg. „Du hattest genug. Du solltest morgen nochmal mit Tarja reden. Du hast sie bestimmt ziemlich verwirrt zurück gelassen. Sie hat ein Recht darauf dich zu verstehen“, entschied der Keyboarder. Marcelo nickte lediglich. Er hatte ihr alles erklärt, er hatte gesagt, was gesagt werden musste ... trotzdem würde er noch einmal zu ihr gehen.Auch, wenn er nicht die Absicht besaß, den aussichtslosen Versuch zu starten, seine Ehe zu retten. „Du hast Recht“, stimmte er zu. „Wenn ich so weiter mache komme ich morgen nicht aus dem Bett“ „Oder Tarja schmeißt dich direkt wieder raus, wenn sie deine Fahne riecht“, nannte Tuomas eine Alternative. Der Argentinier lachte. „Ja, das würde ihr ähnlich sehen“, bestätigte er, während er sich erhob. Marcelo bezahlte, doch bevor er sich zum Gehen wandte richtete er das Wort noch einmal an Tuomas. „Danke für den Rettungsversuch, Holop – ähm...Tuomas. Auch, wenn es aussichtslos ist.Danke fürs Zuhören“ Dann verließ er die Bar. Tuomas blieb noch immer ein wenig verwundert zurück und verließ den Pub, ohne sein Bier überhaupt angerührt zu haben. Es war ein seltsamer Abend, ein wirklich seltsamer Abend.
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