Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Nemesis

von ami1
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Dante Vale Lok Lambert Sophie Casterwill Zhalia Moon
02.04.2011
30.04.2011
2
2.334
 
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
02.04.2011 1.629
 
1. Kapitel: Rhamnous

„Guck mal Sophie! Jetzt guck doch mal. In meiner Lehne ist ein Fernseher!“
„Lok…“, genervt rieb seine Sitznachberin sich die Stirn, „In allen Sitzlehnen ist so einer.“
„Nicht wahr! Warum hat mir das keiner vorher gesagt? Seit einer Stunde muss ich diese ätzende Buch lesen!“
„Abgesehen davon, dass es dir zur Abwechslung mal ganz gut tun würde etwas anderes als Comics, oder die Rückseite von Shampoo Flaschen zu lesen, hättest du am Anfang einfach der Stewardess zuhören müssen.“
Lok gab einen gequälten Laut von sich, während er immer noch versuchte den schmalen weißen Bildschirm aus seiner Armlehne zu friemeln.
„Außerdem könntest du ruhig mal ein bisschen dankbar sein, dass ich euch mit meinem Geld den Erste Klasse Flug ermögliche.“
„Jaja. Jetzt hilf mir lieber. Das.blöde.Ding.steckt.fest.“ Mit jedem Wort rüttelte er wütender an seiner Armlehne.
„Gott...Lass mich mal!“
„Nein! Ich kann das.“
„Kannst du nicht!“
„Halt die Klappe!“
„Halt du die Klappe!“

„Bitte sag mir, dass das nicht den ganzen Flug so weiter geht...“ Verzweifelt blickte Zhalia von Dante neben ihr zu Loks Hinterkopf vor ihr.
„Tut mir Leid, aber gegen die Beiden bin selbst ich machtlos.“
„Du vielleicht…“ Ein gefährlich ruhiges Lächeln schlich sich auf Zhalias Gesicht, als sie sich elegant vorbeugte, so dass ihr Kopf genau zwischen Sophies und Loks Sitz passte.
„Hört mir gut zu ihr beiden, denn ich sage das nur ein einziges Mal. Wenn ihr nicht auf der Stelle ruhig seid, werde ich eure Köpfe nehmen und sie solange gegen einander hauen bis ihr nicht mal mehr den Unterschied zwischen den angebotenen Käse und Schinken Sandwiches machen könnt.“
Immer noch mit einem permanenten Lächeln im Gesicht lehnte sie sich wieder zurück und ließ ihren Blick entspannt aus dem Fenster schweifen. „Hübsche Aussicht, nicht wahr?“

Zwei Stunden später erreichten sie den Flughafen von Attika. Nach ein paar Problemen am Kofferband und einigen wütenden Schimpftiraden seitens Cherit, der für die Flugdauer in den Frachtraum abgeschoben worden war, betraten die Fünf endlich die staubigen Straßen der Stadt.
„Und wohin jetzt?“, fragte Sophie. Dante deutete auf einen der am Rand stehenden Lieferwagen. „Direkt weiter zur Fundstelle.“
Doch bevor sie sich auch nur in Bewegung setzten konnten, eilte ein untersetzter Grieche auf sie zu. Wild gestikulierend redete er unverständlich auf Dante ein, während er immer wieder einzelne verschwitze Locken aus seinem Gesicht strich. Mit beschwichtigend erhobenen Händen antwortete Dante in derselben Sprache.
„Was will der Typ von Dante?“ „Psst. Sei still Lok.“ „Du verstehst doch eh nicht was die sagen.“ „Ach ja?! Woher willst du das bitte wissen?“ „Weil du-“
„Still jetzt, alle Beide!“, zischte Zhalia und unterbrach damit Loks und Sophies Diskussion.
Dante hatte sein Gespräch inzwischen beendet und wandte sich an die Anderen. „Unser Freund Sáwas hier sagt, dass er uns eine Mitfahrgelegenheit zum Rhamnous besorgen könnte.“
„Ich wusste gar nicht, dass du Griechisch sprichst.“, bemerkte Zhalia, während ein beeindruckte Lächeln um ihre Mundwinkel spielte. Leicht verlegen rieb Angesprochener sich den Nacken und murmelte etwas von Abendkursen.
Cherit, der bisher beleidigt geschwiegen hatte, meldete sich zu Wort: „Können wir dann los?“
„Sicher.“, sagte Dante, bevor er sich wieder an Sáwas wandte, „Πότε μπορούμε να ξεκινήσουμε την οδήγηση;“

„Da sollen wir rauf?“ Skeptisch beäugte Sophie die schmutzige Ladefläche des klapprigen, alten Lieferwagens vor Ihnen.
„Sáwas hat mir versichert, dass diese Art des Transsports absolut sicher ist. Allerdings…bin ich mir nicht sicher wie viel man auf die Worte eines Touristenführers geben kann.“
„Jetzt stellt euch nicht so an.“ Zhalia schwang sich ohne zu zögern auf die Ladefläche. Nach kurzen zaudern folgten die Anderen. Cherit ließ sich auf Loks Schulter nieder und krallte sich ängstlich in sein T-shirt. „Wenn das mal nicht schief geht…Oh nein, oh nein!“
Aber bevor sie es sich nochmal anders überlegen konnten, setzte sich der Wagen auch schon rumpelnd und quietschend in Bewegung.
Aufgrund der plötzlichen Bewegung verlor Sophie ihr Gleichgewicht, stolperte und prallte gegen Lok, der zum Glück geistesgegenwärtig genug reagierte und sie auffing.  Doch von der plötzlichen Gewichtsverlagerung verlor auch er den Halt und fiel unsanft auf den Hintern, Sophie landete auf seinem Schoß.
„Au. Kannst du nicht aufpassen?“, grummelte Lok, während er sich mit schmerzverzerrter Miene den Rücken rieb.
„Äh..ähm…t-tschuldige“ Sophie, die immer noch auf ihm saß, drehte verlegen den Kopf zur Seite, um die deutliche Rötung ihrer Wangen zu verbergen. Auch Lok wurde sich jetzt der Situation bewusst in der sie steckten, oder besser saßen und sein Gesicht nahm eine rote Farbe an.
„Wenn ihr zwei dahinten fertig mit kuscheln seid, wär es nett wenn ihr uns auch ein bisschen Platz machen könntet.“, unterbrach Zhalia sie trocken. Hastig rappelte Sophie sich auf, während Lok so tat, als wäre er voll auf damit beschäftigt seine Kleidung sauber zu klopfen.

Einige sehr unbequeme und staubige Stunden später, hielt das Auto quietschend am Rand einer großen sandigen Fläche. Hier und da konnte man einige verirrte Weißdornbüsche ausmachen, aber ansonsten wehte größtenteils trockener Sand durch die Gegend. Direkt vor ihnen, etwa 20 Meter entfernt, konnte man die Ruinen des ehemals prächtigen Tempels ausmachen, von dem jetzt nur noch die Grundrisse zu erkennen waren.
„Und jetzt?“, ertönte Cherits Stimme über ihren Köpfen.
Sophie holte eine verschlissene Schriftrolle aus ihrem Rucksack, rollte sie auseinander und hielt sie hoch. „Das ist eine Zeichnung des Tempels, wie er vor seiner Zerstörung vermutlich ausgesehen hat.“
„Wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, muss hier irgendwo der Titan versteckt sein. Vermutlich in Form eines Amuletts, oder eines Rings.“, erklärte Dante ruhig, „Am besten wir verteilen uns über das Gelände und suchen alles ab. Dreht jeden Stein um. Wir müssen den Titanen finden und das möglichst bevor die Organisation es tut.“
„Alles klar. Dann los!“, rief Lok enthusiastisch und rannte auf die Ruinen zu.
„Lok! Warte! Mach bloß nichts kaputt! Die Sachen hier sind über 1.000 Jahre alt und sind archäologisch von unschätzbaren Wert…“, rief Sophie und setzte ihm nach, um etwaige Zerstörungen zu verhindern.
Kopfschüttelnd machten sich auch Dante und Zhalia an die Arbeit. Leider schien ihre Suche nicht unter einem sonderlich guten Stern zu stehen. Auch nach mehreren Stunden hatten sie nicht mehr zu Tage gefördert als einige versteckte Eidechsen, die wütend zischend in den nächsten Schatten verschwunden waren.
Ratlos saßen die Fünf auf dem, was wohl früher das Innere des Tempels gewesen war und überlegten, was als nächstes zu tun wäre.
„Wisst ihr was mich am meisten wundert?“, fragte Zhalia in die Runde.
„Das Lok noch nichts kaputt gemacht hat?“, antwortete Sophie.
„Man Sophie! Das war eine rhetorische Frage!“
„Du weißt doch nicht mal was das bedeutet.“
„Klar weiß ich das.“
„Ach ja?! Dann-“
„Lok! Sophie! Wenn ihr nicht bald mit dieser dauernden Streiterei aufhört…“ Dante ließ den Satz unbeendet, aber der knurrende Unterton hatte die Drohung nur allzu deutlich gemacht, „Zhalia. Bitte fahr fort.“
„Danke. Also was mich am Meisten wundert ist, dass die Organisation noch nicht hier aufgetaucht ist. Laut deinen Informationen, Dante, sollten sie doch schon hier sein und nach dem Titan suchen, bevor wir uns überhaupt auf den Weg gemacht hatten.“
„Sie hat Recht, Dante. Eigentlich hätte die Organisation schon längst hier sein müssen…“, ertönte Cherits Stimme über ihnen.
„Aber…das bedeutet, dass wenn die Organisation nicht hier ist…“, begann Lok.
„Auch der Titan nicht hier sein wird.“, schloss Sophie.
„Fragen wir doch einfach Sáwas. Der müsste doch wissen wo, wenn nicht hier man teile des Tempels finden kann.“ Mit diesen Worten schritt Dante entschlossen zu dem wartenden Sáwas. Er hatte es sich in seinem Wagen gemütlich gemacht und wippte mit dem Kopf zu der lauten Musik, die aus den Lautsprechern des Radios drang.
Um seine Aufmerksamkeit zu erlangen musste Dante an die Scheibe klopfen. „Hey, Sáwas!“
Angesprochener fuhr erschrocken zusammen und kurbelte rasch das Seitenfenster hinunter. Ein Schwall kühler Klimaanlagen Luft streifte kurz Dantes Gesicht, bevor sie sich in der schwülen Wüstenluft verlor.
Während ihr Anführer auf Griechisch mit Sáwas zu diskutieren begann, kickte Lok, der mit den anderen etwas abseits stand, aus purer Langeweile Steine durch die Gegend.
„Was dauert das denn so lange? Er muss ihm doch nur eine einfache Frage stellen…“
Eine Antwort blieb aus und er blickte überrascht zu Sophie. „Was?“, fragte diese genervt.
„Kein: ‚Sei nicht so ungeduldig, Lok!‘, ‚Mach nur nichts kaputt, Lok.‘, oder ‚Lass die Steine in Ruhe, Lok.‘? Nicht die kleinste Ermahnung?“
„Dante hat gesagt wir sollen und vertragen, oder?“
„Ach so. Schon klar. Was der große, tolle Dante Vale sagt wird natürlich sofort gemacht.“, verstimmt drehte er den Kopf zur Seite und starrte wütend die Überreste einer Säule an.
Sophie und Zhalia wechselten einen vielsagenden Blick.
„Weißt du, Lok“, begann Sophie vorsichtig, „eigentlich ging es mir gar nicht darum, dass Dante das gesagt hat. Ich streite mich einfach nur nicht gerne mit dir.“
„Wirklich?“ Lok hob mit hoffnungsvollem Blick den Kopf.
„Klar.“ Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln.
„Ich unterbreche ja nur ungern den seltenen Frieden, aber ich habe interessante Neuigkeiten. Sáwas sagt, dass einige der Fundstücke in das griechische Nationalmuseum gebracht wurden, unter anderem auch das Herzstück des Tempels: Eine Statue der Göttin selbst.“
„Dann wissen wir jetzt zumindest wo die Organisation abgeblieben ist... Sie müssen ebenso erfolglos wie wir das Gebiet abgesucht haben und sich dann aufgemacht zu dem Museum.“, schlussfolgerte Zhalia.
„Vermutlich. Und das ist auch unser nächster Halt. Zum Glück liegt das Museum hier ganz in der Nähe. Sáwas ist so nett und fährt uns dort hin.“
„Och nein!“, stöhnte Lok, „Noch so eine Horror-Fahrt auf der Ladefläche…“
„Keine Sorge. Es sind nur ein paar Kilometer. Wir werden nicht länger als eine halbe Stunde unterwegs sein.“, beruhigte ihn Dante.
„Na dann, nichts wie los! Die Organisation hat schließlich schon genug Vorsprung…“, rief Sophie und machte sich entschlossenen Schrittes auf den Weg zu ihrem Transportmittel.
     
-------------------
So. Ich hoffe es hat euch gefallen^^
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast