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Die unfreiwillige Ehefrau

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Salim
01.04.2011
29.12.2015
26
55.633
8
Alle Kapitel
64 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 
01.04.2011 2.251
 
Hallo, schön das du vorbeischaust bei meiner FF. Die Kapitel werden spontan geschrieben und kommen deshalb in unregelmäßigen Abständen, was auch bedeutet das ein Kapitel mal etwas länger auf sich warten lassen kann.^^
Über Reviews freue ich mich immer.
Wie gesagt spielt die FF in der Welt von Wolfgang Hohlbein´s Die Templerin. Alle Charaktere außer meinen erfundenen gehören ihm. Ich werde einige Stellen der Bücher nehmen und etwas abwandeln, damit sie in die FF passen. Der rest der Story entspringt meinem Kopf =).

Viel Spaß.



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Kapitel 1 - Regenwetter




Der dichte Nebel lag schwer auf der noch schlafenden Kleinstadt. Grau und öde wirkte der Ort, während der Nebel es zusehends schwerer machte durch ihn hindurch zu schauen. Dunkle Wolken zogen sich schon am frühen Morgen am Horizont zusammen. Die Bäume verbogen sich im Wind, während der Regen auf die Erde nieder prasselte. Unaufhaltsam schlug der Regen auf den Boden nieder. Prasselte gegen die Fensterscheiben der Wohnhäuser. In einer dieser Häuser lag sie. Die Decke hatte sie sich über den Kopf gezogen, damit sie das prasseln des Regens nicht mehr hören musste. Sie hasste den Regen. Es gab ihn in dieser beschissenen Kleinstadt viel zu häufig wie sie fand. Murrend drehte sie sich auf die andere Seite, leider dämpfte die Decke das Regengeräusch lediglich, anstatt ihn vollends von ihr abzuschirmen. Kurz lugte sie unter der Bettdecke hervor und warf einen Blick auf ihren Wecker. 04.54h. Na super, dachte sie. Seufzend strich sie sich eine Strähne ihres blonden Haares aus dem Gesicht, ehe ihr Blick zum Fenster wanderte und sich verfinsterte. Rote Vorhänge verhangen das Fenster und doch konnte sie dahinter die Regentropfen auf ihrem Fenster ausmachen. Grummelnd verschwand sie wieder unter der warmen Decke. Nur noch ein bisschen schlaf, flehte sie innerlich. So lange schon hatte sie nicht mehr richtig schlafen können. Und der Regen trug nicht gerade zu einem für sie erholsamen Schlaf dazu. Die nächsten Minuten verbrachte sie damit, sich von links nach rechts und wieder hinüber zu drehen. Irgendwann gab sie es auf und schlug mit einem frustrierenden Stöhnen die Bettdecke zurück. Ihre blauen Irden huschten in dem viel zu kleinen Zimmer umher. Ihr Bett stand in einer Ecke des Zimmers und war nicht wirklich bequem. Die Matratze war durchgelegen und eigentlich bräuchte sie dringend eine neue. Gegenüber ihrem Bett stand eine kleine Kommode mit einem Spiegel an der Wand. Etwas daneben stand ihr Kleiderschrank. Neben ihrem Bett stand der kleine Nachttisch auf dem der Wecker war. Daneben befand sich ein kleiner Schreibtisch, der direkt am Fenster stand. Ein kleines Regal stand hinter ihrer Zimmertür. Seufzend blickte sie an die Zimmerdecke, als sie daran dachte wie lange sie gespart hatte um sich die Möbel leisten zu können. Zuvor hatte sie nichts weiter als die Matratze auf dem Boden gehabt. Ihre Eltern, mit denen sie hier in der recht großen Wohnung lebte, hatten ihr keine neuen Möbel kaufen wollen. Generell wollten sie nicht viel von ihr wissen, sie seufzte abermals, das war ein anderes Thema. Ein Thema an das sie nicht wirklich gerne dachte. Grollender Donner ließ sie sich im Bett aufrichten und zum Fenster schauen. Blitze durchzogen in unregelmäßigen Abständen den Himmel. Ein weiterer Blick auf den Wecker erfolgte. 05.27h. Langsam sollte sie aufstehen und sich für die Schule fertig machen und das sollte sie tun, bevor ihr Bruder und ihre Eltern wach wurden. Denn ansonsten war sie die letzte im Bad und kam dann auch noch zu spät. Murrend schob sie ihre Beine vom Bett und setzte ihre Füße auf den flauschigen Teppich neben dem Bett auf. Müde strich sie sich die Haare zurück und fuhr sich mit der Hand über die Augen. Erst dann erhob sie sich wankend, nahm sich ihre Kleider und schlenderte ins Bad.
Kurz nach Sechs trat sie fertig wieder raus. Die warme Dusche hatte gut getan. Ihre Haare fielen ihr in langen blonden Wellen über Schulter und Rücken. Eine blaue Jeans, schwarze Stiefel und ein einfacher roter Pullover trug sie am Körper. Seufzend strich sie sich über ihr Oberteil. Wie lange schon hatte sie sich nichts neues mehr gekauft? Sie schüttelte den Kopf. Das war lange her. Seit ihre Eltern von ihrem Nebenjob erfahren haben, musste sie alles was sie verdiente abgeben, obwohl es nun wirklich nicht schlecht stand im finanziellen. Ihr Vater arbeitete als Anwalt in einer angesehenen Firma, ihr Bruder würde seinen Platz irgendwann einnehmen. Ihre Mutter arbeitete als seine Sekretärin. Abermals seufzte sie. Seit dem einen Tag vor Zehn Jahren hatte sich einiges verändert. Einen Blick auf den Kalender, in der Küche ließ sie traurig lächeln. 23.09.2010. Ihr Geburtstag und gleichzeitig auch…nein daran wollte sie jetzt nicht denken. Rasch schmierte sie sich ein Brötchen und nahm sich eine Wasserflasche und verschwand wieder nach oben. Gerade rechtzeitig hatte sie ihre Tür geschlossen, denn kurz darauf wurde eine andere geöffnet. Ihre blauen Irden blickten zum Wecker. 06.17h. Bald würde sie los müssen und sie war froh darüber. Hier wollte sie nicht sein. Warum auch? Es nahm eh niemand Notiz von ihr. Nicht ihr Bruder, nicht ihr Vater und erst recht nicht ihre Mutter. Alles hatte sie damals geändert. Sie verfluchte dieses Datum. Dieses Ereignis. Ohne das sie es bemerkte hatten sich ihre Hände zu Fäusten geballt. Tief amtete sie mehrmals durch um sich zu beruhigen und die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Sie würde nicht weinen. Nie! Sie war nicht schwach. Kopfschüttelnd nahm sie sich ihren schwarzen Schal und band ihn sich um, wie oft hatte sie daran gedacht ihn einfach so lange festzuziehen bis es endlich vorbei war, doch diesen Gedanken verwarf sie immer schnell. Sie sollte dankbar sein für das Leben das sie hatte, obwohl sie sich öfters wünschte einfach zu verschwinden. Schnell schlüpfte sie in ihren lila Mantel und knöpfte ihn zu, ehe sie ihre schwarze Tasche nahm und nach unten ging. Sie hörte ihre Familie in der Küche, sie unterhielten sich. „Tüss!“, rief sie aus Gewohnheit, eine Antwort bekam sie jedoch nicht.

Draußen schlug ihr der kalte Wind entgegen, sodass sie ihren Mantel enger um sich schlang. Regen prasselte auf sie herab, wurde dann jedoch von einem lila Regenschirm daran gehindert, denn sie aus ihrer Tasche gezogen hatte. Mit einem letzten mürrischen Blick in den dunklen Himmel ging sie dann los. Schule. Wie sehr sie diesen Ort hasste und gleichzeitig mochte. Sie schnaubte. Es brachte alles nichts. Zum Glück war der Weg nicht weit, sodass sie in Ruhe sich zu ihrem Klassenzimmer auf machen konnte und dort die Jacke ausziehen konnte. Dann erst ließ sie sich in der hintersten Reihe auf ihren Platz sinken und verschränkte die Arme auf dem Tisch um ihren Kopf darauf zu legen. Gähnend sah sie zur Uhr auf. Fünf Minuten könnte sie sicherlich noch einmal die Augen zu machen.
Poltern ließ sie aufschrecken, ehe ihrem Mund ein kleines, flüchtiges Lächeln zierte. Ein Mädchen mit braunem Haar, das sie zu einem Zopf gebunden hatte kam auf sie zu. Ihre ebenfalls braunen Augen funkelten. „Alles Gute zum Geburtstag!“, lachend fiel sie der Blonden um den Hals. „Oh man, und wie fühlt man sich mit 17?“, fragend ließ sie sich auf dem Platz neben dem Mädchen nieder. „Danke. – Naja nicht wirklich anders als zuvor.“, die Blonde zuckte mit den Schultern. Sie würde ihren Geburtstag ja eh nicht feiern. „Das ist vielleicht ein beschi…bescheidenes Wetter.“ „Wem sagst du das.“, die Blonde warf einen Blick aus dem Klassenfenster. Scheiß Regen! Die Braunhaarige lächelte der anderen traurig zu. „Wie geht es dir?“ „Gut.“, log sie prompt. „Wirklich Laura es geht mir gut.“, beteuerte sie noch einmal als sie die Braunhaarige – mit dem Namen Laura, nur misstrauisch eine Augenbraue empor zog. „Wenn du meinst.“, sie ließ das Thema fallen. Nicht nur weil ihrer Freundin dieses unangenehm war, sondern auch weil die restlichen Schüler gefolgt vom Lehrer das Zimmer betraten. „Ruhe!“, der Lehrer ließ seine Bücher auf das Pult fallen. „Heute verteile ich euch Arbeitsblätter mit den verschiedensten Aufgaben die auch in der Arbeit vorkommen können.“, damit begann er Reihe für Reihe die Blätter zu verteilen. Einige der Schüler stöhnten auf, als sie die Papiere überflogen hatten. Laura beugte sich zu ihrer Freundin hinüber. „Ich verstehe gar nichts. Du?“, fragend sah sie zu der anderen auf. Diese schüttelte nach kurzen zögern den Kopf. In Mathe war sie nie wirklich gut gewesen, dennoch nahm sie Heft und Stift und versuchte mindestens einige der Aufgaben zu lösen. „Ich hab eure Test fertig bewertet.“, der Lehrer hielt einen Stapel Zettel in der Hand und begann die Namen der Schüler aufzurufen. „Laura Ernst.“ „Das bin ich.“, lächelnd sah sie ihr hinterher. Natürlich war sie das. Wer auch sonst. „Und?“, fragte sie als Laura sich anscheinend nicht wirklich über das Ergebnis freute. „Eine Fünf.“, deprimiert nahm sie wieder Platz. „Das wir…“ „Sophia Kram.“, die Blonde sah auf, ehe sie rasch nach vorne schritt um den Zettel entgegen zu nehmen. Ein Blick darauf ließ sie seufzen. „Auch eine Fünf.“ Laura lächelte. „Naja wir sollten vielleicht  nicht beieinander abschreiben.“ „Stimmt.“, Sophia verstaute den Test rasch in ihrer Tasche. Die rote Fünf schien sie anzugrinsen und das machte sie verrückt. Die restlichen Fünf Stunden Schule brachte sie erstaunlich schnell hinter sich. Leider regnete es noch immer, als sie am Mittag das Gebäude wieder verließ. „Sophia kommst du mit zu mir?“, Laura war neben der Blonden  erschienen, doch diese schüttelte den Kopf. „Entschuldige ich muss noch einiges erledigen.“ „Oookay.“ Laura umarmte Sophia zur Verabschiedung. „Wir sehen uns morgen, ja?“ „Ja.“, Sophia sah Laura einen Moment hinter her. Sie hatte nun wirklich keine Lust in Gesellschaft zu sein. Nicht heute.

Ihre Füße trugen sie nicht wieder nach Hause. Zuerst wollte sie noch etwas erledigen. In einem kleinen Blumenladen kaufte sie Zehn weiße Rosen, ehe sie durch das gegenüberliegende eiserne Schmiedetor trat. Zielstrebig schritt sie zur letzten Reihe, blieb dann stehen und ließ sich in die Hocke sinken. Ihre Augen ruhten auf dem Stein, immer wieder las sie sich die Zeilen durch. Anna Kram, geb. 03.07.1988, gest. 23.09. 2000. Geliebte Schwester und Tochter. Sophia legte die Zehn Rosen auf das Grab. Anna, dachte sie. Warum nur hast du das getan? Hättest du mich nur gehen lassen. Sie interessieren sich eh nicht für mich, du warst immer ihr Mittelpunkt gewesen und wirst es wohl auch immer bleiben. Regentropfen prasselten an dem Grabstein ab und rutschten daran zu Boden. Damals hatte es ebenfalls geregnet, weißt du noch? Warum nur muss mein Geburtstag dein Todestag sein? Sophia seufzte. Alles jammern half ja doch nicht.
Zu Hause zog sie sich rasch den Mantel auf und hing ihn über die Heizung in ihrem Zimmer. Bis zum Abendessen machte sie ihre Hausaufgaben und lernte etwas für die anstehende Mathearbeit. „Phillip kommst du?“, rief ihre Mutter von unten nach ihrem Bruder. Nur sie, sie wurde nicht gerufen, dennoch begab sie sich nach kurzen zögern ebenfalls nach unten. Ihr Vater saß bereits am Tisch, ebenso wie ihr Bruder. Ihre Mutter goss die Kartoffel ab. „Kann ich helfen?“, Sophia blieb unschlüssig in der Tür stehen. Die Blicke ihrer Mutter ließen sie zu Boden sehen. „Nerve nicht Sophia! Setz dich und sei leise!“ „Entschuldige.“, flüsterte sie und nahm auf einem der freien Stühle platz. Dabei wollte sie doch nur helfen. Ihre Mutter währenddessen nahm einen Teller nach dem anderen und füllte diesen mit Kartoffeln und Fisch. Zuerst bekam ihr Vater, dann ihr Bruder, dann sie und dann nahm sich ihre Mutter selbst etwas. Eine Zeitlang war es still am Tisch, bis ihr Bruder anfing von dem Studium zu reden. Vater und Mutter hörten ihm aufmerksam zu, nur Sophia aß schweigend weiter. Die drei begannen über belanglose Dinge zu reden, über das was sie den Tag gemacht hatten, nur sie wurde nicht gefragt. Sophias Hand verkrampfte sich um die Gabel. Kurz schloss sie die Augen. „Könntet ihr aufhören mich zu ignorieren!“, sie blickte zu den Gesichtern ihrer Familie. „Anna ist gestorben und nicht ich, auch wenn ihr euch das wünscht!“ „Schweig!“, donnerte ihr Vater. „Bereite deiner Mutter nicht noch mehr schmerzen!“ Sophia schüttelte den Kopf. „Ihr nehmt doch auch keine Rücksicht auf mich!“, ehe ihr Vater etwas sagen konnte erhob ihre Mutter die Stimme. „Anna ist deinetwegen gestorben…“ „Nein! Das stimmt nicht!“, sie sprang auf. Das ließ sie sich nicht einreden! „Ich hasse euch!“, sie schmiss die Gabel auf den Tisch und rannte nach oben. Hastig verschloss sie ihre Tür. Weinend landete sie auf dem Bett.
Ihre Hand umklammerte die Kette die sie immer um den Hals trug. Annas Kette. Die Kette die sie von ihren Großeltern bekommen hatte. Eine goldene Kette mit schwarzem Stein auf einem ebenso goldenen Plättchen. Donner dämpfte ihre Schluchzer. Tränen die sie vergoss wurden von dem Kissen aufgesogen. Sie hasste sie alle! Anna war nicht ihretwegen gestorben! Nein, das ließ sie sich nicht einreden! Sie konnte nichts dafür. Sie war selbst noch ein Kind gewesen. Wieder wünschte sie sich zu verschwinden. Sie wollte ihre Familie nie wieder sehen! Ohne diese wäre sie besser aufgehoben! Weg, sie wollte nur weg! Egal wohin. Warum nur konnte sich dieser Wunsch nicht erfüllen? Nie wieder würde sie sich was wünschen. Wenn es Gott gab, warum erfüllte er ihr diesen einen Wunsch nicht? Ihre andere Hand krallte sich in die Bettdecke. Ihre Lunge brannte nach kurzer Zeit, doch sie bemerkte es nicht. Irgendwann war sie unter Tränen eingeschlafen. Die Kette noch immer fest umklammert. Der schwarze Stein glühte auf, Schwarz wurde zu weiß, doch das bekam sie nicht mehr mit. Ihr Wunsch sollte sich erfüllen auch wenn sie es in diesem Moment noch nicht wusste. Sie würde es erfahren, bemerken wenn sie aufwachte.
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