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IERO KYO' SEI

von M-i-k-u
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Eiko Carol Freia Crescent Garnet Till Alexandors XVII / Lili / Dagger Mahagon Coral / Amarant Vivi Orunitia Zidane Tribal
28.03.2011
19.07.2011
4
24.946
1
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11 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
28.03.2011 4.877
 
Hallöchen liebe Leser! ;D
Ich hoffe sehr, dass es noch ein paar FF9 Leser da draußen gibt, denn ich finde es eine Schande, dass es so wenig FFs zu diesem tollen Game gibt! =(
Diese habe ich seit 1 Jahr nicht mehr weitergeschrieben, doch ich habe mich wieder aufgemuntert weiter zu schreiben. =3
Ich hoffe die Geschichte gefällt euch.

Ich verdiene mit dieser Geschichte nichts, die Charaktere aus FF9 gehören Square Enix, außer die selbst erfundenen Charaktere.
So und jetzt viel Spaß!

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Zu spät!


Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten ihren melodischsten Morgengesang. Der zarte, warme Wind wehte der jungen Königin durchs Haar. Sie schloss ihre Augen und versuchte es zu genießen, doch sie konnte nicht...
Garnet machte sich Sorgen.
Zidane hatte sich vor zwei Wochen mit einer Truppe auf nach Lindblum gemacht, um dort eine Art Mission zu erledigen. Transporte abliefern und neue herholen. Eigentlich war dies gar nicht Zidanes Art, doch er meinte, es würde sich gut anbieten, da er sowieso nochmal vor hatte nach Lindblum zu fliegen, um dort etwas zu besorgen. Was das war, wusste sie nicht.
Er war selbstverständlich mit der Tantalusbande unterwegs. Sie waren einfach unzertrennlich.
Jedoch hätte die Truppe vor zwei Tagen schon eintreffen sollen. Eigentlich war es lächerlich sich Sorgen um die Gruppe zu machen, immerhin hatten sie ja starke Jungs bei sich.
Trotzdem gefiel ihr die Verspätung gar nicht.
"Hmh...", seufzte sie und lehnte sich an den Balkon, von dem sich ein wunderschöner Anblick des morgendlichen Alexandrias bot.
Es klopfte.
"Eure Majestät?", fragte eine bekannte Stimme.
Garnet drehte sich zu ihrem Ritter um: "Guter Morgen, Steiner!"
"Guten Morgen, Königin Garnet."
"Du wünschst?", wollte die Königin freundlich wissen.
"Meine Königin. Wie soll ich euch denn noch sagen, dass ihr mich siezen sollt? Es gehört sich nicht mit mir in einem solch..."
"...freundlichen Ton zu sprechen?", beendete Garnet Steiners Satz.
"Steiner, ich habe dir doch schon oft genug erklärt, dass ich das nicht tun werde. Du bist nicht nur meine Wache, sondern auch ein Freund."
"Trotzdem. Ihr solltet eure höfliche Redensart niemals in den Hintergrund schieben!"
"Das tue ich doch gar nicht.", meinte Garnet.
"Äh...ja. Jedenfalls wollte ich euch Bescheid geben, dass am heutigen Tage die Theaterschauspiele nicht stattfinden können."
Über Garnets Gesicht machte sich wieder Enttäuschung, als auch Sorge breit. Sie drehte sich wieder zum Balkon und schaute den Leuten zu, wie sie ihre Stände aufbauten.
"Ich weiß. Ich hatte es nicht anders erwartet.", antwortete sie in Gedanken.
Sie waren also noch immer nicht zurück gekehrt. Garnet legte sich eine Hand auf ihr Herz, welches in einem traurigen Takt schlug.
"Steiner?", fragte Garnet und drehte sich wieder zu ihm.
"Ihr wünscht?"
"Bitte versprich mir, mich über die Ankunft der Tantalusbande zu informieren. Und wenn du mich nachts wecken musst! Bitte, versprich es mir!", quengelte die junge Königin.
Steiner machte eine tiefe Verbeugung, soweit seine immer klappernde Metallrüstung das zulies, und sprach:
"Ich werde es versprechen! Bei all meinen zehn Fingern und zehn Zehen!"
"Vielen Dank, Steiner.", bedankte sich die junge Königin und nahm sich ihre frischen Klamotten vom Bett, um sich im Bad einzukleiden.
"Königin, soll ich euch Zofen schicken lassen?", erkundigte sich Steiner.
"Nein danke. Ich kann mich selber einkleiden."
"Sicher?", fragte er nach.
Garnet musste grinsen.
"Ja, Steiner. Ganz sicher."
Damit verschwand sie im Bad. Währenddessen verließ Steiner das Gemach der Königin und machte sich auf zum größten Vorhof des Schlosses. Dort war das Luftschiff der Tantalusbande vor 16 Tagen abgeflogen...und sollte vor zwei Tagen bereits wieder gelandet sein. Die Königin machte sich große Sorgen, wenn auch zu große Sorgen, wie dem Ritter schien. Immerhin waren sie eine Gruppe starker Jungs, denen nicht so schnell das Wasser zu reichen war. Und zwei Tage waren nicht die Welt.
Aber man soll ja nicht den Teufel an die Wand malen, also beschloss Steiner nicht mehr darüber nachzudenken und konzentrierte sich lieber auf seinen Weg.
Am größten Vorhof des Schlosses traf er auf Eiko, die sich gerade mit Beatrix unterhielt oder ihr besser etwas ins Ohr flüsterte. Und das, obwohl sonst keiner bei ihnen war, außer die Wachen, die aber weit genaug weg standen, um nichts verstehen zu können.
Die Frauen sollte einer verstehen...wobei...
Plötzlich bekam Steiner einen Lichtblitz. Ja, genau! Eiko besprach den morgigen Ablauf mit der obersten Generälin. Morgen war ein großer Tag.
Es fand eine Feierlichkeit zu Ehren Alexandrias statt.
Jedoch wussten Steiner und auch alle anderen, dass die Königin sich nicht auf den morgigen Tag freute. Nicht ohne die Tantalusbande, nicht ohne Zidane.
Zidane...dieser freche, kleine Räuber. Nun, Steiner hatte bei deren letzter Reise festgestellt, dass Zidane ein ehrlicher, netter und mutiger Mensch...oder auch Wesen war, aber trotzdem reizte ihn die Vorstellung, dass die Königin in einen Räuber verliebt war.
Ob sie jemals zusammen kommen würden? Vor dieser Vorstellung schauderte es ihn ein bisschen. Na ja...gutaussehend war er ja eigentlich und ein guter Kämpfer im Prinzip ja auch, aber der Ursprung...ein Räuber. Ein Verletzer des Gesetzes, ein Dieb. Und das zusammen mit der Königin Alexandrias! Oh je...
Steiner seufzte, als er bei den beiden Frauen ankam.
"Meine Damen. Habt ihr etwas neues gehört?", fragte der Ritter.
Die zwei Frauen schauten auf, obwohl sie ihn bereits von weitem kommen hörten. Und sie brauchten nicht zu fragen, worum es ging. Sie wussten es bereits.
"Nein.", antwortete Beatrix. "Noch nichts neues."
"Die Königin macht sich langsam verrückt. Dabei  sind morgen die Feierlichkeiten zu Ehren Alexandrias!", prottestierte Steiner.
"Ja, das mag sein. Aber sollen wir denn tun?", wollte die Obergenerälin wissen.
"Tja, momentan werden wir erst noch warten. Ich denke es ist noch etwas zu früh, um ein Luftschiff mit Suchtruppen lozuschicken.", erklärte Steiner.
"Eiko passt es aber auch nicht!", jammerte die Kleine und verschränkte beleidigt ihre Arme vor der Brust.
"Keine Sorge.", meinte Beatrix und legte dem kleinen Blauschopf eine Hand auf ihre Schulter.
"Die werden schon noch kommen. Es sind bloß zwei Tage. Vielleicht sind sie ja in den nächsten fünf Minuten schon da? Wer weiß...?"
"Ja...", nickte Eiko.
"Ich werde jetzt die letzten Vorbereitungen für den letzten Tag erledigen.", begann Steiner.
"Beatrix? Übernimmst du den großen Saal?"
"Okay.", sagte die Generälin und erhob sich von der kleinen, steinernen Mauer, auf der sie sich zuvor mit Eiko unterhalten hatte.
"Ich werde mich um den Saal kümmern."
"Schön.", sprach Steiner. "Ich mache mich an die Arbeit."
"Eiko?", fragte Beatrix sanft.
Eiko sprang von der kleinen Mauer.
"Ja?"
"Vielleicht kann es nicht schaden, wenn du mal bei der Königin vorbeischaust. Sie kann momentan gut jemanden an ihrer Seite gebrauchen."
"Okay!", lächelte sie und lief kurz darauf in den Palast.
Darufhin machte sich Steiner ebenfalls auf in den Palast. Am Balkon stand Garnet und schaute in die Ferne. Sie trug bereits ihr Kleid. Es trug ein zartes, schwaches Grün, beschmückt mit Blumen und Perlen. Passend zum Sommerbeginn. Doch irgendwie schien sie etwas angespannt zu sein.
"Königin Garnet!", rief Steiner zur jungen Frau hinauf. Als er näher kam, sah er, dass sie guckte, als hätte sie einen Geist gesehen. Ob es ihr nicht gut ging?
"Königin Garnet!!", versuchte es der Ritte erneut, doch diesmal lauter. Doch die Königin reagierte nicht. Wo sah sie denn überhaupt hin?
Steiner drehte sich um und folgte ihrem Blick in die Ferne. Zuerst konnte er nichts außer weitem, blauem Himmel erkennen. Doch beim Augenzusammenkneifen erkannte er etwas in der Luft. Eine Art Schiff...ein Luftschiff.
Er kniff erneut die Augen zusammen und erkannt diesmal das Objekt: Das Das Luftschiff der Tantalusbande! Die Tantalusbande war endlich wieder in Alexandria! Um Himmel sei Dank! Da war die morgendliche Feier der Königin ja doch noch gerettet!
Steiner lief so schnell er konnte zur Königin, jedenfalls so schnell es seine klappernde Rüstung zuließ. Die junge Königin kam ihm bereits auf halbem Wege entgegen und ließ sich nicht mehr zurück bringen, also begleitete der Ritter Garnet zum Landeplatz, auf dem bereits einige Wachen standen. Eiko hüpfte bereits im Kreis.
Als Steiner und die junge Königin ankamen, waren sie außer sich und atmeten zunächst schwer. Die Propeller des Luftschiffes erzeugten einen starken Wind und wehten sämtliche Haare und Kleider in die Luft.
Das Luftschiff war bereits über dem Landeplatz und näherte sich dem Boden. Nach einer Weile stand es bereits auf festem Untergrund und die Propeller wurden langsamer, bis sie schließlich ganz stehen blieben. Doch es geschah nichts weiter. Niemand kam vom Schiff herunter und es waren keine Stimmen zu vernehmen.
"Hey!", rief ein Wachmann. "Alles in Ordnung? Ihr könnt runter kommen!"
Dann hörten sie oben ein lautes Gerumpel. Daraufhin kam ein kleiner, alter Mann an den Rand des Schiffes.
"Oh, Entschuldigung!", rief er hinunter. "Ich bin der Einzige hier an Board!"
"Was soll das heißen, du bist der Einzige an Board?!", wollte Steiner wissen.
"Nun ja! Ich gab Probleme am Schiff, deshalb mussten wer es kurzfristig reparieren lassen. Der Rest der Crew ist zu Fuß weiter gegangen, aber sie werden gleich hier eintreffen!!"
"Ist das Schiff nun wieder ganz?", wollte Eiko wissen.
"Ja! Bis auf ein paar Kleinigkeiten, die die Leute für mich in der Stadt besorgen!!", erklärte der Alte.
"Einverstanden! Dann kommen Sie herunter!"
Der alte Mann verschwand wieder und lief auf dem Deck rum.
Die Königin seufzte beruhigt.
"Seht ihr? Es wird alles gut!", beruhigte Steiner die junge Königin.
Als Antwort lächelte sie.
"Meine Königin!", kam es von Beatrix. "Bitte macht euch wieder auf den Weg in den Palast. Ihr solltet euch besser auf den morgigen Tag vorbereiten, anstatt hier zu sein."
"Und ich werde euch Bescheid geben, wenn der Rest der Truppe hier eintrifft. Oder nur Zidane, wie dem auch sein mag.", versprach Steiner.
"Vielen Dank für eure Hilfe!", sagte Garnet und ging daraufhin wieder in den Palast zurück, in ihr Gemach. Dort angekommen setzte sie sich direkt an ihren kleinen Tisch und unterzeichnete einige Manuskripte. Nun hatte sie wieder Motivation für diese Arbeit und auch für einige andere, da sie nun beruhigt sein konnte, dass ihren Freunden nichts passiert war.
Dass Zidane nichts passiert war.
Ein Lächeln schlich sich über das schöne Gesicht der Königin. Sie arbeitete fleißig bis in den Nachmittag. Es begann zu Dämmern und noch immer kam keine Nachricht von Steiner. Ob er es vergessen hatte?
Nein, das konnte nicht sein. Er hatte es ihr versprochen und das mehrere male.
Die junge Königin seufzte gehörig. So langsam bekam sie doch bammel. Warum hatte sie sich so sehr den Kopf darüber zerbrochen, dass der Truppe etwas hätte passiert sein können? Sie waren sehr verlässlich, wenn auch etwas verrückt.
Erneut seufzte Garnet und legte die Feder bei Seite. Sie war nun mit ihrer Arbeit fertig und wickelte die Papierrollen zusammen, um sie an einen Dienstboten weiter zu geben.
Einige Minuten später, als auch diese Aufgabe getan war, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Sie setzte sich auf ihr großes, mit vielen weißen Stoffen bezogenes Bett zu strich mit ihrer rechten Hand über das oberste Satinlaken.
Morgen war ihr Geburtstag. Und wie jedes Jahr zu besonderen Anlässen des königlichen Hauses wurden große Feierlichkeiten veranstaltet, zu denen immer ein Theaterstück gehörte. Aufgeführt von der Tantalusbande. Garnet musste grinsen. Das würde sicherlich amüsant werden.
Nach einigen Minuten des Nachdenkens war Garnet bereits unmerklich eingeschlafen.


Gekleidet in orangem Anzug und weißer Spitzenbluse stand Garnet, bewaffnet mit ihrem Magiestab, in einer puren Leere. Sie konnte nichts anderes als weiß sehen.
"Wo bin ich hier?", fragte sie sich selbst und sah sich weiterhin um, in der Hoffnung doch noch irgendetwas erblicken zu können. Dann sah sie an sich selber herab.
"Warum habe ich diese Sachen an?", fragte sie erneut in die Luft.
Ob das ein Traum war? Plötzlich hörte sie hinter sich ein Geräusch. Sie drehte sich um und erblickte Zidane.
"Zidane!", rief Garnet erleichtert, doch Zidane reagierte nicht.
"Zidane!", versuchte sie es erneut. "Zidane!!"
Dieser reagierte nicht, sondern drehte ihr den Rücken zu und ging fort.
"Zidane!", rief sie erneut und rannte ihm hinter her. Als sie seine Hand fassen wollte, fiel sie auf auf einmal durch ihn durch und fiel zu Boden.
"Zidane...", wimmerte sie und erhoffte eine helfende Hand von ihm zu bekommen. Doch als sie nach oben blickte, war dieser auf einmal nicht mehr da.
"Zidane?" Garnet verstand die Welt nicht mehr. Was sollte das? Wo war er bloß hin?
"Zidane!!", schrie sie, als sie auf einmal einen Ruck an ihrer linken Schulter spürte.
"...net? Garnet!"
Plötzlich riss Garnet die Augen auf und blickte einem besorgten Zidane in die Augen.
"Garnet! Alles in Ordnung?"
Ungläubig starrte Garnet ihrem Gegenüber in die Augen und warf sich einen Augenblick später in seine Arme.
"Garnet? Hast du schlecht geträumt?", wollte Zidane wissen.
"...ja..."
"Schon okay. Es war nur ein Traum.", beruhigte er sie.
"Es tut mir leid, dass wir so spät sind.", entschuldigte er sich kurz darauf.
Mit einem Ruck löste sich Garnet aus seinen Armen und horchte auf.
"Was?"
"Na ja...es gab ein kleines Problem mit dem Luftschiff. Wir mussten landen und nachsehen. Das hat einen Tag lang gedauert. Außerdem musste ich mit Blank einige Ersatzteile besorgen. Das hat ganz schön lange gedauert die zu bekommen. Die waren so verdammt teuer.", erklärte Zidane mit einer Spur Verständnislosigkeit in seinem Gesicht. Vermutlich wegen der Preise, wobei die Königin das Kaufen von Erstzteilen für ein Luftschiff bei einer Räuberbande eh für unglaubwürdig hielt.
"Aber wir haben es ja noch rechtzeitig geschafft.", meinte er erleichtert.
"Ja, zum Glück.", lächelte die junge Königin.
Daraufhin erhob sich der blonde Junge und hielt Garnet ein kleines, weißes Tuch hin.
"Hier."
"Wofür denn?", wollte die junge Königin wissen.
Zidane lächelte. "Du hast Tränen im Gesicht."
"Was?", erschrak Garnet und riss Zidane das Taschentuch mit einem Ruck aus der Hand und trocknete blitzschnell ihre Augen.
"Du hast wohl schlecht geträumt.", meinte Zidane.
"Ja, das habe ich."
"Es war ja nur ein Traum.", sagte Zidane und lächelte.
Ja, das war es. Aber trotzdem hinterließ er bei Garnet einige Fragen.
"Ich muss jetzt leider wieder zum Luftschiff, um ein paar Vorbereitungen für heute Abend zu erledigen."
"Okay..."
Daraufhin sprang Zidane auch schon vom Balkon und machte sich auf zum Luftschiff. Garnet folgte auf den Balkon und sah ihm nach.
Dieser Traum ließ sie nicht in Ruhe. Offen gestanden hatte sie schon des öfteren von Zidane geträumt, aber noch nicht in dieser Art und Weise. So ignorant...so eigenartig...
"Ach....", sagte sie sich selbst und beschloss nicht mehr darüber nach zu denken. Es war ja nur ein Traum.
Jetzt würde eine Dusche gut tun, dachte sie sich und holte sich bereits die Kleidung zu den heutigen Feierlichkeiten, die bereits einige Wochen zuvor bereit gelegt wurden. Dabei fiel ihr auf, dass sie noch Zidanes Tuch in ihrer Hand hatte...und noch etwas anderes?
Sie wickelte das kleine Tuch auf und enthüllte einen kleinen Anhänger in Form eines gelben Vogels. Blitzschnell schlich sich ein kleines Lächeln auf das Gesicht der jungen Königin.


Es war bereits früher Abend, als sich hunderte Leute im Hofe des Schlosses eingefunden hatten. Die Wachen hatten alle Hände voll zu tun.
Die Königin wurde bereits von den Besuchern erwartet. Ebenso konnten diese nicht auf den Beginn des Schauspiels der Tantalusbande erwarten. Vor einigen Wochen war das Volk schockiert, zu erfahren, dass die Schuspielgruppe, die nur kurze Zeit zuvor die Prinzessin entführt hatte, zu den Feierlichkeiten ein Schauspiel veranstalten sollte. Wobei das Schauspiel der Theaterbande vor einem Jahr grandios war. Dass diese Bande jedoch in Wirklichkeit eine Bande voll Räuber war, hatten sie selbstverständlich nicht erfahren.
Nach einer langen Rede, die Steiner tagelang Lampenfieber gekostet hatte, wurde die Königin empfangen und stolz bejubelt. Kurz darauf wurde der rote Vorhang auf der Bühne aufgezogen und es erbrach erneut ein großes Gejubel aus.
Die Zahl der Zuschauer war dieses Jahr um ein hohes gestiegen, nachdem Garnet ihren Wunsch, die Preise für die Eintrittskarten zu senken, durchsetzen konnte. Unter den Zuschauern fanden sich auch Mahagon, Freya und tatsächlich auch deren Geliebter, als auch Vivi, Eiko und selbstverständlich Steiner, wieder.
Das Schauspiel begann und Garnet folgte dem Schauspiel mit einem zufriedenen Lächeln. Doch irgendwie kamen die erwarteten Schauspieler nicht zum Einstatz.
Wo waren Blank, der komisch aussehende Cinna und Markus? Und wo war Zidane schon wieder? Aber nach kurzem Nachdenken beschloss Garnet endlich mit diesen übertribenen Sorgegedanken Schluss zu machen.
Nach zwei Stunden wundervoller Aufführung hatte sich ihr Verdacht jedoch bestätigt und die erwarteten Schauspieler waren nicht aufgetreten. Selbstverstöndlich applaudierte sie der Gruppe mit dem Publikum und hielt ihre Dankensrede. Doch die gewünschten Personen erschienen einfach nicht.
Während den allgemeinen Feierlichkeiten kämpfte sie sich zur Tantalusbande durch und traf nach langer Suche endlich den Anführer: Bark.
"Oh, die junge Königin höchstpersönlich? Hat Ihnen unser Schauspiel gefallen?"
"Ja, es war einfach brilliant."
"Hahahaha!", bellte der Kater. "Das freut mich zu hören!"
"Ähm, Bark. Können Sie mir sagen wo Zidane ist?", fragte die junge Königin höflich.
Darauf erstickte Barks Lachen augenblicklich und blickte sie ernst an.
"Oh, hat das dir noch keiner erzählt?", fragte er mit gewandelter Ansprache.
"Nein. Ist etwas passiert?"
"Nun, es gab ein kleines Problem bei den Vorbereitungen und ich musste jemanden wegschicken, um das mit einem alten Herren zu klären. Ich habe Zidane fort geschickt, um das zu erledigen. Allerdings ist er schon ganz schön lange weg. Er hätte innerhalb zwei Minuten wieder da sein müssen."
"Warum haben Sie denn Zidane geschickt?", wollte Garnet ungeduldig wissen.
"Na ja, er hatte sich freiwillig gemeldet. Da kann ich doch nicht "Nein" sagen, oder?", grinste der Kater. Garnet jedoch war gar nicht zum Lachen zu Mute. Er war freiwillig weg gegangen? Er hatte es vor gezogen lieber mit einem alten Herren zu sprechen, anstatt bei der, ihr lang versprochenen, Aufführung dabei zu sein?
"Alles in Ordnung?", wollte Bark wissen, als er sich gerade mit seinem linken Stiefel angelegt hatte.
"Ja....ich gehe dann. Vielen Dank.", meinte Garnet mit gespielt freundlichem Ton und drängelte sich erneut durch die Zuschauer, was sich diesmal als viel schwerer erwies, da sie dieses mal auch noch gegen ihre Tränen zu kämpfen hatte.
Augenblicklich rannte sie an ihren Wachen vorbei, hoch in ihr Gemach, schloss die Türen und ließ sich mit tränen überströhmten Gesicht in ihr großes Bett fallen.
Warum war er nicht hier? Er hatte es ihr versprochen! Vor Wochen schon! Warum war er nicht hier? Das passte überhaupt nicht zu Zidane!
Schluchzend versank sie ihr Gesicht in einem Kissen und schlief bald darauf ein.


Es war noch früh am Morgen und schon musste er sich wieder aufregen. 'Hach, was musste Feuerwerk denn auch immer für einen Dreck hinterlassen?', fragte sich Steiner und kehrte den ganzen Hof, mit Hilfe vieler anderer Bediensteten, sauber. Eigentlich gehörte das überhaupt nicht zu seinen Aufgaben, aber Beatrix hatte ihn dazu verurteilt, als Strafe, dass er gestern Abend nicht rechtzeitig zu ihr kam, um ihr bei den letzten Vorbereitungen zu helfen.
Während der Arbeit kam Eiko angerannt.
"Hey, Steiner!", schrie sie mit greller Stimme.
"Was? Oh, Eiko!"
"Uff!...Wieso kehrst du?", wollte sie verblüfft wissen.
"Ist ne lange Geschichte.", meinte dieser nur und wich ihrem Blick aus. "Ist etwas Besonderes?"
"Nein. Eiko will nur plaudern!"
Steiner sah sie mit einem prüfenden Blick an.
"....na gut.", gestand das kleine Mädchen. "Eiko kann die anderen grad' nicht finden. Eiko braucht jemanden zum Plaudern!"
"Uff, such doch mal nach Zidane! Der war gestern nähmlich nicht während der Feierlichkeiten dabei!", brummte der Wachmann.
"Was? ....Oh ja, das hat Eiko auch schon mitbekommen! Wirklich unverschämt! Der bekommt von Eiko eine Kopfnuss!", sagte sie leicht verspielt.
"Tse, von mir bekommt der mehr, als nur ne Kopfnuss!", knurrte Steiner und kehrte weiter.


Vivi saß am königlichen Frühstückstisch im Schlosse Alexandrias und machte so zimelich gar keine Anstalten etwas zu essen.
"Vivi! Iss doch mal etwas!", versuchte Freya es verzweifelt. Doch der kleine Schwarzmagier weigerte sich noch immer etwas von dem köstlichen Essen zu speisen, an dem sie sich seit einem Jahr bedienen durften. Garnet hatte ihnen erlaubt im Schloss zu wohnen, solange sie sich in Alexandria aufhielten.
"Ich möchte, dass Zidane hier ist!" jammerte Vivi.
"Er wird sicherlich bald hier eintreffen.", beruhigte ihn Freya.
"Vielleicht aber auch nicht.", meinte Mahagon.
"Warum denn das?", wollte Freya wissen.
"Nun, so ein Verhalten passt nicht zu Zidane. Vielleicht ist ihm was passiert?"
"Das glaube isch nischt! Der is' doch wonft wo stark, mampf!", maulte Quina rum, welcher sich förnlich auf das Essen niederließ.
"Nun macht euch doch nicht alle so einen großen Kopf!", schlug Freya ab.
"Tun' wir nicht. Nur ausschließen sollten wir dies auch nicht.", meinte Mahagon und schenkte sich noch eine Tasse Käfersuppe ein.


Garnet ignorierte das Klopfen ihrer Wachen und kämmte ihr langes, dunkelbraunes Haar. Sie hatte keinen Appetit und weigerte sich etwas zu essen, auch wenn dies kindisch war. Sie hatte einfach keine Lust. Die anderen würden sicherlich wissen wollen, weshalb sie so traurig war und sie hatte einfach keine Lust darüber zu reden. Sie würde dann sicherlich wieder weinen müssen.
"Hmmmh...", seufzte die junge Königin und legte ihre Bürste bei Seite. Plötzlich hörte sie, wie jemand auf ihrem Balkon sprang. Konnte das etwa...?
Mit einem Ruck stand sie auf und lief zum Balkon, um sich zu vergewissern, wer sich dort aufhielt. Und tatsächlich, ihre Vermutung hatte sich bestätigt:
Es war Zidane!
"Zidane!", sagte die junge Königin überrascht.
Dieser sah sie mit einem entschildigenden Bilck an. Er sah mitgenommen aus. Er war blass und seine Augen schienen schwer zu sein.
"Zidane! Wo warst du gestern Abend?!", fragte Garnet beinahe vorwuffsvoll.
"Es tut mir leid, Garnet! Ich musste für die Aufführung noch etwas mit einem alten Mann klären. Finanzielle Dinge eben. Aber der alte Mann wollte mich zuerst nicht gehen lassen, weil er sich die ganze Zeit verrechnet hat und der Meinung war, er hätte Recht."
"Und deshalb bist du gestern nicht gekommen?", wollte Garnet entsetzt über diese billige Tatsache, die sie gerade gehört hatte, wissen.
"Nein. Da kamen plötzlich noch so zwei Typen, die den alten Mann auf einmal entführt hatten. Ich habe versucht sie aufzuhalten, aber ich habe es nicht geschafft!", erklärte Zidane entschuldigend.
Garnet dachte nach.
"Nun, dem alten Mann zu helfen war sicherlich die richtige Entscheidung. Aber du hast mir versprochen bei dem Theaterstück dabei zu sein. Jeder war dabei, nur du nicht! Ich dachte, du könntest wenigstens zum Theaterstück pünktlich sein! Du bist freiwillig gegangen!"
"Was? Garnet, ich..."
"Nein, Zidane! Ich weiß, dass du sehr verlässlich bist. Aber ich habe mich so sehr darauf gefreut! Ich habe mich so sehr auf dein Versprechen, dein Geschenk gefreut!", jammerte Garnet und rieb sich ihre Tränen aus dem Gesicht.
Zidane wollte sie trösten, doch diese schlug mit einem Ruck seine Hand von ihr weg.
"Garnet!", meinte Zidane erschrocken.
"Tut mir leid...ich....ich will meine Ruhe haben."
Garnet wollte ihm gerade den Rücken zu drehen, doch Zidane hielt sie an einem Arm fest.
"Garnet, ich..."
PATSCH!
Geschockt ließ er sie loß und blieb wie angewurzelt stehen, während Garnet weinend wegrannte. Sie hatte ihm eine Backpfeife gegeben! Aber warum? Wieso hatte sie so übertrieben reagiert? Das verstand Zidane nicht wirklich. Mit einem Blick nach unten sah er eine goldene Kette mit einem Vogelanhänger auf dem Boden liegen. Der goldene Vogelanhänger, den er ihr geschenkt hatte. Sie musste die Kette wohl verloren haben?
Er hob sie auf und verstaute sie gut in einer Hosentasche, um sie ihr später wieder zu geben. Erstmal würde Garnet wohl eine Pause brauchen. Aber wie lange? Hoffentlich würde sie ihm verzeihen...und zwar schnell.
"Hm....", seufzte er. In den letzten Tagen hatte sich so viel ereignet.
Mit diesem Gedanken und vielen weiteren sprang Zidane vom Balkon und machte sich auf in die Innenstadt. Er würde morgen wieder kommen. Auch wenn ihm dieser eine Tag sicherlich wie eine Ewigkeit vorkommen würde.


Und so war es auch: Der Tag hatte sich gezogen wie Kaugummi.
Noch bevor die Menschen in Alexandrias Straßen ihre Stände eröffnet hatten, hatte Zidane sich auf den Weg zum königlichen Schloss gemacht. Er konnte es einfach nicht mehr länger aushalten. Dieses schlechte Gewissen hatte ihn schon lange genug gequält.
An dem großen Haupthof angekommen, herrschte ein riesen Tumult. Hunderte von Wachen unterhielten sich. Einige waren hektisch unterwegs. Es herrschte eine angespannte Atmosphäre. 'Was war hier bloß los?', dachte sich der junge Räuber und wollte an den Wachen vorbei, welche sich ihm plötzlich in den Weg stellten.
"Hey, Junge! Du kannst hier nicht vorbei!"
"Was? Wieso nicht?", wollte Zidane wissen.
"Geheime Arbeiten!", antwortete einer der Wachen.
"Ist etwas passiert?", drängte Zidane weiterhin.
"Junge, das geht dich nichts an!"
"Doch, das tut es!", befahl eine dominante, weibliche Stimme.
Beatrix gesellte sich zu den Wachen und gab ihnen ein Zeichen, weiter zu arbeiten.
"Danke. Was ist denn hier los?!", fragte Zidane etwas ungeduldig.
Beatrix seufzte.
"Zidane..."
"Was?!"
"Königin Garnet...sie ist fort. Wir können sie nicht finden! Wir vermuten, dass sie entführt worden ist."
"WAS?", erschrak Zidane.
"Ja...heute morgen haben wir sie kurz schreien gehört, als sie plötzlich verschwunden war. Steiner und der Rest eurer Truppe ist kurz darauf ebenfalls verschwunden. Ich meinte von Steiner etwas von einer Entführung gehört zu haben."
Zidane starrte sie wie versteinert an.
"Ich wollte ihnen eigentlich folgen, aber vor lauter Hektik bin ich gefallen und habe mir meinen Fuß umgeknickt.", ergänzte Beatrix. Dabei deutete sie auf ihren linken Fuß, welcher von einem dicken Verband gehalten wurde.
"Dadurch, dass wir ihre Supr verloren haben, wissen wir nicht genau, wo wir anfangen sollen zu suchen, aber ich habe bereits einige Suchtrupps raus geschickt. In die Stadt, nach Lindblum, nach Bumercia und viele weitere Städte."
Als Zidane nichts sagen wollte, fuhr Beatrix fort:
"Zidane. Kennst du jemanden, der Königin Garnet möglicherweise entführt haben könnte?"
Zidane sah sie mit einem leeren Blick an.
"Nein."
"Wir werden weiterhin nach ihr und deinen Freunden suchen, das verspreche ich dir!", ermutigte ihn Beatrix und wahrscheinlich auch sich selbst und ging zu einer Gruppe von Wachen, die sie wohl die ganze Zeit zu rufen versucht haben. Doch das hatte er wohl nicht mitbekommen. Ebenso wenig wie das Ereignis, von dem er so eben erfahren hatte.
Seine Freunde....seine Freunde? Sie sind einfach los gezogen, ohne ihm Bescheid zu geben. Ohne ihn mit zu nehmen. Okay, er hatte einen Fehler gemacht. Er hätte bei dem Schauspiel dabei sein müssen, aber das hätte er nicht von ihnen erwartet.
Sie wussten doch, wie wichtig ihm das Wohlergehen Garnets war! Er würde alles für ihre Sicherheit geben! Alles! Auch sich selbst...
Zidane seufzte.
War sein Fehler so schwerwiegend? War er so ein schlechter Kumpel?
Zidane schüttelte den Kopf.
Plötzlich drang ihm ein Satz in den Kopf, den einer der beiden Kerle ihm vorgstern Abend gesagt hatte. Einer der beiden Jungs, die den alten Mann entführen hatten, zu dessen Zeitpunkt er eigentlich hätte wo anders sein sollen:
"Zu viele Gedanken machen dich blind und schwach!" Als wenn dieser Kerl es voraus gesehen hätte.
Zidane seufzte erneut. Gernet... seine Freunde.... dass sie dermaßen sauer auf ihn waren?
Darufhin legte er sein Gesicht in seine Hände. Was sollte er bloß tun? Wo sollte er anfangen zu suchen? Sie konnten überall sein! Leute konnte er schlecht befragen, weil dies sich in der Nacht erhandelt hatte. Es müsste Spuren geben, denen er folgen könnte. Spuren folgen, Spuren folgen, Spuren folgen....
Plötzlich hatte Zidane einen Lichtblitz. Natürlich! Wer konnte besser Spuren folgen als ein Hund? .... Nein, das war auch schlecht.
Plötzlich wehte ein kühler Wind und Zidane lief ein Schauer über den Rücken.
Zidane drehte sich in die Richtung, aus der der eisige Wind kam. Irgendwas hatte er im Gefühl. Ja, er würde seinem Gefühl folgen. Das hatte doch sonst auch immer geklappt!
Daraufhin rannte er los, raus aus Alexandria, immer weiter in Richtung des kühlen Windes, welcher ihm wohl etwas sagen wollte.
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