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Die Drachenkämpferin - Oarfs Sicht

von Diamant1
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
23.03.2011
07.07.2011
5
2.773
1
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
23.03.2011 506
 
danke, danke, danke PrimroseEverdeen! <3 <3

Es ist totenstill.
Und doch gebe ich keine Ruhe, bis ich mich vergewissert habe, dass sich wirklich nichts mehr regt. Schließlich entspanne ich mich ein wenig und wende mich Dhuval zu. Er atmet noch, wenn auch schwach. Behutsam stupse ich ihn an. Seine Augen flimmern schwach, als er versucht mich anzublicken. Ich weiß nicht was ich tun soll. Wie soll ich ihn mitnehmen, so verletzt wie er ist. Ich muss Hilfe holen.
Doch ich weißt nicht wie weit wir uns entfernt haben. Entschlossen spanne ich meine erschöpften Muskeln ein weiteres Mal und wenige Sekunden später schwebe ich wieder in der Luft. Aber das Gefühl hat sich verändert. Von Freiheit ist nichts mehr zu spüren, mit jedem Flügelschlag brennen meine verkrampften Muskeln. Nur die Angst Dhuval zu verlieren, treibt mich vorwärts. Eine Ewigkeit scheine ich schon über die trostlose Steppe hinwegzugleiten, doch alsich meinen Blick zurückrichte, kann ich die toten Fammins noch sehen. Mein Atem geht keuchend, die Sicht verschleiert sich. Urplötzlich schnelle ich herum, gerate ins Schlingern und für einen Moment verliere ich den Halt. Dann fang ich mich wieder und strebe dem Geräusch zu. Einem Geräusch das Hilfe verspricht. Oder den Tod.

Langsam zeichnen sich zwei große Silhouetten vor dem braunen Hintergrund ab. Mit einem Blick zurück vergewissere ich mich, dass Dhuval noch nicht außer Sichtweite ist, dann lasse ich mich tiefer sinken, wodurch ich dem Erdboden immer schneller näher komme. Als mich schließlich nur noch wenige Meter von den ausgewachsenen Drachen trennen, versuche ich zu landen. Es gelingt mir nicht ganz. Meine Hinterbeine berühren den Boden als der Schwung mich weiterträgt und ich mich überschlage. Ich verliere keine Zeit mit dem Inspizieren meiner Wunden. Das Fauchen das ich ausstoße ist eindeutig: Gefahr und Tod. Die Drachen reagieren nicht. Da bemerke ich die Reiter, die auf ihren Rücken sitzen. Ich versuche meine Abscheu zu unterdrücken und mir ein Beispiel an Dhuval zu nehmen. Nicht alle sind böse, davon wollte er mich immer überzeugen.
Als ich deutlicher werde, reagieren die Drachen schließlich. Ein weiteres Mal fliegen wir los, auf Dhuval zu. Wir werden ihn retten. Er darf nicht sterben. Ich werde nicht noch einmal zu langsam sein.

Tage vergehen. Ich bin wieder eingesperrt und meine Wunden pochen, mein Kopf dröhnt. Doch das spüre ich kaum, denn ich kann nur noch an Dhuval denken. Wenn ich nur wüsste, dass er noch lebt.
Die Zweibeiner haben mich behandelt wie einen Helden, aber das bin ich nicht. Ich seufze und schließe die Augen. Langsam schlafe ich ein. Das Quietschen der Tür lässt mich aufwachen. Sie öffnet sich schwerfällig und ein mir nur zu gut bekannter Kopf erscheint in der Öffnung. Es ist Dhuval. Einen Moment lang bleibe ich fassungslos liegen, dann springe ich auf ihn zu und stoße ihm freudig die Nase gegen die Brust. Er taumelt leicht, dann tätschelt er mich und zeigt mir so stumm seinen Dank. Ich kann spüren, wie schwach er noch ist, doch dass er lebt ist das Wichtigste. Drache und Reiter sind wieder vereint.
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