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Die Drachenkämpferin - Oarfs Sicht

von Diamant1
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
23.03.2011
07.07.2011
5
2.773
1
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16 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
23.03.2011 906
 
Danke Prim <3 und tschuldigung dass ich dich immer vom schreiben abhalte... :D

Das blasssilbern schimmernde Schwert fährt auf die Manschette, die mich an der Kette hält, nieder und durchtrennt sie beim ersten Schlag.Funken fliegen auf und das schwere Eisen fällt zu Boden. Dann bin ich frei. Nichts Materielles hält mich mehr am Erdboden und doch verharre ich zusam-
mengekauert. Denn ich werde nicht alleine fliegen. Dhuval wird mich begleiten und so warte ich, bis er auf meinen Rücken gestiegen ist. Das sonderbare Geschirr, das mir schon öfter aufgefallen war, wenn ich die anderen Drachen bei ihren Ausflügen beobachtet hatte, hat er mich nicht angelegt.Aber eigentlich bin ich nicht verwundert. Dhuval ist anders. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Sobald ich den Druck seiner Beine an meinen Flanken spüre, breiteich meine Flügel aus. Ich spüre wie Dhuval kaum merklich wackelt und halte automatisch inne, um ihm die Möglichkeit zu geben, sein Gleichgewicht wiederzufinden.Dann stoße ich mich kraftvoll vom Boden ab. Gleichzeitig fahren meine Flügel nach unten und innerhalb eines Augenblicks befinde ich mich schon zehn Meter hoch.Es ist ein vollkommen ungewohntes Gefühl immer höher in den Himmel aufzusteigen, obwohl ich auch in den Übungskämpfen über meine Gegner hinweggeflogen bin.
Doch das lässt sich nicht vergleichen. Als ich schließlich hundert Meter über den Erdboden aufgestiegen bin, verharre ich und lasse mich vom Wind tragen. Er fährt unter meine Flügel und lässt sie durch die starke Beanspruchung leicht flattern. Nebensächlich registriere ich wie schwach meine Muskeln noch sind.
Allerdings sind in diesem Moment andere Empfindungen vorrangig. Das Gefühl der Freiheit ist unbeschreiblich. Übermütig recke ich meinen Hals in die Höhe und brülle meine Freude hinaus, damit die ganze Welt mich hören kann. Denn in diesem Moment fühle ich mich unbesiegbar. Auf meinem Rücken höre ich Dhuval lachen.
Meinen Reiter hatte ich schon ganz vergessen. Die unterschiedlichen Regungen vermischen sich zu einem einzigen überwältigenden Gefühl. Ich stelle meine Flügel auf und bleibe stehen. Mitten in der Luft, umgeben vom Nichts. Dann lasse ich mich fallen und rausche dem Boden entgegen. Durch eine winzige Änderung der Stellung meiner Schwingen, fange ich an zu rotieren und schieße weiter dem Erdboden entgegen. Kurz vor dem Aufprall öffne ich meine Flügel und stemme mich dem Wind entgegen. Dann steige ich wieder hunderte Meter in die Höhe, wo ich ausgelassen Saltos schlage. Die Welt verschwimmt, Himmel und Erde vermischen sich zu einem bunten Wirbel. Ich lasse mich abermals vom Wind tragen und lange Zeit gleite ich über die schier endlose Steppe.
Doch schließlich versagen meine Muskeln und ich segle auf den Boden zu. Mühelos lande ich auf dem harten Boden und laufe ein paar Schritte vorwärts, um den Schwung abzufangen.
Und dann ist er vorbei, mein erster Flug. Auf einmal knicken meine Beine unter mir ein. Ich bin
vollkommen erschöpft und so lasse ich mich einfach auf den Boden fallen. Dhuval rutscht von meinem Rücken und lacht. Er boxt mich in die Seite und läuft los. Ich bin ein ganzes Stück entfernt vom Lager gelandet und Dhuval hat offensichtlich nicht vor zurückzufliegen. Ich rappele mich auf und schüttle meine müden Muskeln. Dann trotte ich ihm hinterher. Dhuval hat schon mehere hundert Meter Vorsprung. Der Ritter dreht sich um und ruft meinen Namen. Ich beschleunige meine Schritte und laufe auf ihn zu.
Plötzlich rieche ich etwas einen Hauch von... ruckartig bleibe ich stehen und fahre herum. Der Geruch wird stärker und ich bin mir ganz sicher: das sind Fammin. Jeden Tag wurden wir in unserem Gefängnis diesem Geruch ausgesetzt, darauf abgerichtet ihn zu vernichten. Selbst den Begriff der Zweibeiner kann ich verstehen denn schon allzu oft musste ich ihn hören. Dann sehe ich sie auch. Sie nähern sich von allen Seiten, versuchen uns einzukesseln. Ich drehe mich wieder zu Dhuval um. Er betrachtet mich und lacht, hat die Gefahr noch nicht begriffen. Ich kneife meine Augen zusammen und kann hinter ihm eines der Ungeheuer ausmachen, überraschend nah, zu nah. Es pirscht sich an meinen Gefährten heran, lauert, bereit zuzuschlagen. Wütend brülle ich auf. Ohne nachzudenken, schwinge ich mich in die Luft und halte auf Dhuval zu. Ich versuche mich zwischen Ungeheuer und Mensch zu werfen, doch ich komme den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Der Fammin ist bereits losgesprungen und packt den Ritter mit seinen Klauen. Er trägt keine Waffen, nur sein Körper ist sein Schutz. Doch dieser ist genauso effektiv, genauso todbringend. Doch diesmal wird er ihm nichts nutzen. Meine Zähne bohren sich tief in seinen Nacken, packen seine Kehle und ich rucke mit dem Kopf bis ich spüre wie sein Genick bricht. Ich habe zum ersten Mal getötet. Jetzt kann ich verstehen warum sie ernste Verletzungen in den Kämpfen nicht zugelassen haben. Blutgier packt mich, ich will zerreißen, töten. Ich schleudere den Kadaver von mir und halte nach weiteren Gegnern Ausschau. Dass sie da sind, weiß ich.
Doch dann fällt mein Blick auf den kleinen Menschen neben mir. Die Augen geschlossen, der Atem flach.
Um ihn herum Blut, überall Blut. Ist es seins? Das Schwert liegt locker in seiner bleichen Hand, glitzert leicht in der Sonne. Nichts ist mehr zu sehen von dem starken Mann, der mich bezwungen hat. Doch ich weiß, er existiert noch. Und dann kommen sie, die Fammin. Umkreisen mich und nähern sich. Sie knurren kehlig, geben abartige Laute von sich.
Ich sehe rot. Mein Knurren ist tief, zornig. Mit einem kraftvollen Schwanzhieb fege ich die Hälfte der Angreifer um. Und der Kampf beginnt.
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