Die Drachenkämpferin - Oarfs Sicht

von Diamant1
GeschichteAllgemein / P12
23.03.2011
07.07.2011
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PrimroseEverdeen: Vielen Dank wieder auch wenn wir uns am Ende nicht einig waren. Wegen dem Wort mit W... :D

An meiner Kette werde ich wieder in den Stall geführt, vorbei an unzähligen Nischen, in denen die anderen Drachen gehalten werden. Aber keiner sieht auf, um mich anzublicken, niemand schnaubt um mich zu begrüßen; sei zeigen sich vollkommen unbeeindruckt.
Obwohl wir so viele sind, sind wir allein. Allein unter Drachen.
Die Löcher, in denen wir hier gehalten werden, sind zu eng für mich, sodass ich mich zusammenkauern muss, als ich in meins geschickt werde.Doch warum gehorchen?, schießt es mir plötzlich durch den Kopf. Gerade als ich mich entschließe einfach nochmal hinauszugehen, schließt sich das Gitter hinter mir und ich bin wieder einmal gefangen. Wütend kauere ich mich zusammen und ignoriere das bereitgestellte rohe Fleisch. Stattdessen rolle ich mich
zusammen und beobachte das Geschehen auf dem Gang. Ehe ich mich versehe, verschwimmt der Gang vor meinen Augen und ich bin eingeschlafen.
Am nächsten Morgen werde ich nicht von Sonnenstrahlen geweckt, die mich kitzelnd sanft zum Aufwachen bringen. Nein, wieder einmal sind es die Zweibeiner die mich unsanft aus dem Schlaf reißen. Das Gitter fliegt krachend auf und schon wird an meiner Kette gezogen, um mich zum Aufstehenzu bewegen. Ich bleibe liegen. Das habe ich noch nie getan. Die Zweibeiner sind verwirrt, suchen nach Anzeichen einer Verletzung oder einer Krankheit, als ich urplötzlich aufspringe und dabei einen von ihnen umreiße. Ich bereue es nicht. Entschlossen laufe ich vorwärts, will endlich frei sein. Jedoch ist es wieder einmal die Eisenkette, die mich anhält, sobald ich den Gang erreiche. Ich versuche den Schmerz zu ignorieren, als sie sich in mein Bein bohrt.
Schließlich brülle ich auf, stelle mich auf meine mächtigen Hinterbeine und fahre herum. Und stehe ihm gegenüber. Dem kleinen, schwachen Zweibeiner, den ich eben achtlos umgerannt habe. Er steht mir gegenüber und blickt mir in die Augen. Furchtlos, wie es scheint. Das hat noch nie jemand getan.Wer ist das? Ich betrachte ihn genauer, während ich mich langsam auf die Vorderbeine sinken lasse. Ich scheine ihn nicht verletzt zu haben, denn er steht mir immernoch aufrecht gegenüber und lässt meinen Blick nicht frei. Schließlich wende ich meine Augen ab. Ich versuche mich zu fassen, denn ich bin vollkommen verwirrt.
Er hat mich besiegt ohne zu kämpfen, da bin ich mir sicher. Ich bin von einem Schwächeren besiegt worden, zum ersten Mal.Doch er ist nicht schwächer, er kann mich beherrschen
Und so öffne ich mich und lasse ihn meine Gefühle spüren. Wie eine Welle lassen ich meine Wut und meinen Hass über ihn schwappen. Ich sehe wie er taumelt und sich an der gespannten Eisenkette abstützt. Doch er bricht die Verbindung nicht ab.Der Ritter schickt mir gleichzeitig auch seine Gefühle; er verspürt den gleichen Hass, die gleiche Wut auf die Zweibeiner. Aber nicht auf alle von ihnen. Ich spüre Liebe und Furcht, Geborgenheit und Angst und plötzlich
erkenne ich wie ähnlich wir uns sind. Daher schafft er es mir standzuhalten, und nach und nach vermittle ich auch ihm  meine anderen Empfindungen. Die Schmerzen, die Trauer und schließlich gebe ich ihm auch mein tiefstes Inneres preis. Ich lasse die schützenden Mauern fallen, lasse ihn immer weiter in mich hineinsehen. Schließlich, als er auch die Einsamkeit in mir entdeckt, versuche ich mich loszureißen. Zu sehr schäme ich mich für dieses Gefühl.
Allerdings reagiert er anders als ich gedacht hätte. Er lässt nicht zu, dass die Verbindung abbricht und beginnt die Leere zu füllen. Ich lasse meine Barrikaden gänzlich fallen und trete einen Schritt auf ihn zu. Schon befürchte ich das Bewusstsein zu verlieren, aber eine neue Bande zu ihm hält mich, deren Sog ist gleichzeitig schmerzhaft und verlockend. Doch ich lasse es zu.
Ich weiß nicht warum ich ihm all das gestatte, doch instinktiv spüre ich, dass ich, indem ich das Band zulasse, das Richtige tue. Dass er der Richtige ist.
Denn ich gehöre nun zu ihm, werde ihm folgen; selbst in den Tod.
Der Name meines Herrn ist Dhuval. Dhuval vom Orden der Drachenritter.

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