After the defeat

von Pingulein
GeschichteDrama / P16 Slash
Asaha Douji HoroHoro Manta Oyamada Ren Tao Yo Asakura
20.03.2011
28.03.2011
2
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Etwas niedergeschlagen ging ich neben den anderen her, immer darauf bedacht, mir meine Niedergeschlagenheit nicht anmerken zu lassen.
Wir alle hatten gegen Yo verloren, er war nun der Schamanenkönig.
„Letztlich…”, hörte ich Ryu neben mir sagen. „Letztlich haben wir doch alle schon vorher gewusst, dass Meister Yo gewinnen wird.”
„Von wegen!”, zischte ich zurück. Als würde ich eine Niederlage hervorsehen. „Freaks wie du, die an Niederlagen gewöhnt sind, können diese vielleicht irgendwann hervorsehen. Ich nicht.”
„Nun flipp doch nicht so aus, Ren! Wir sind alle etwas überanstrengt von den Kämpfen, vielleicht auch deprimiert, aber das ist kein Grund, Ryu zu beleidigen.”, ging der lebende Eisklotz dazwischen.  Wütend drehte ich mich um. „Misch dich nicht ein! Ich bin nicht überanstrengt und auch nicht deprimiert!” „Das merkt man…” Und schon wieder stritten wir.
Für mich selbst musste ich schon zugeben, ja, ich war überanstrengt, und es war nicht auszuhalten, dass all diese Mühen nun umsonst gewesen sein sollten.  Wir alle, bis auf Yo, gingen nun durch die öde Wüste und suchten die nächste Stadt. Nachdem Yo den allerletzten Kampf gegen mich gewonnen hatte, verschwand die Stadt plötzlich, zusammen mit ihm, unserem großen, tollen Gewinner. Wahrscheinlich  war er nun beim König der Geister, während wir uns fragten, wann wir wohl das nächste mal etwas zu Essen bekommen würden.
Wieso musste es in dieser verfluchten Wüste überhaupt so kalt sein? Konnte das nicht ausgeglichener sein? Aber nein, es musste am Tag furchtbar heiß und in der Nacht so kalt sein. Wer hatte sich diesen Mist überhaupt ausgedacht? Der König der Geister? Da wusste ich ja gleich, was ich als erstes ändern würde, wenn ich nun Schamenenkönig wäre. Das wäre zum wohl aller, die in der Wüste leben. Man sieht, ich wäre qualifizierter als Yo. Ansonsten wäre es jetzt schon viel Wärmer hier.
„Ich werde es noch mal versuchen.”, meinte Ryu und versuchte ein weiteres mal, mittels seinem ,magischen Daumen’ seinen ,Freund von der Straße’ herzuzaubern. Ich schüttelte den Kopf. Als würde das funktionieren.
Doch tatsächlich - ein paar Sekunden später kam der Kerl in seinem Wagen angedüst. Ryu umarmte ihn stürmisch wie immer, während wir anderen uns in das Auto setzten. Müde sah ich aus dem Fenster, derzeit besprachen alle anderen, wo wir hinwollten. Die Entscheidung fiel auf die nächste Stadt mit Flugplatz, soweit bekam ich es noch mit, auch wenn ich bereits in einen unruhigen Halbschlaf gefallen war.

„Ren? Ren, wach auf!”
Vorsichtig blinzelte ich. Krass, war das hell… aber was in meinen Augen noch mehr wehtat, war das Gesicht, welches sie erblickten mussten.  „Geh weg, Schneebirne.”, knurrte ich kurzerhand. Horo schien verärgert, wusste jedoch anscheinend nicht, was er erwidern sollte. Ich sah mich kurz um - alle anderen waren bereits ausgestiegen. Wir befanden uns in einer Stadt, wie ich vermutete direkt an dessen Flughafen. Ich öffnete die Autotür und rutschte vom Autositz, danach drehte ich mich noch einmal zur Horo um. Dieser stieg nun auch aus, anscheinend hatte er die Suche nach einer Erwiderung bereits aufgegeben. Es war vielleicht doch ein besserer Start in den Tag, als ich dachte.
Außerdem war es schön, dass wir bereits eine größere Stadt mit einem Flughafen erreicht hatten. Nachdem die Suche nach Dobie Village so lange gedauert hatte, hatte ich schon gedacht, es könne auch eine elend lange Rückreise werden, aber das war ja überraschend schnell gegangen.
Ich drehte mich zu Manta und Ryu. „Wo ist denn der Möchtegern-Komiker?”, fragte ich sie.
„Er und Faust sind schon zum Flughafen. Beide wollen in ihre Heimatstadt zurück.”, antwortete Manta mir. Sein Gesichtsausdruck schien traurig. „Achso.”, meinte ich jedoch bloß.
Die beiden wollten also wieder nach Hause. Aber was wollte ich eigentlich? Nach Hause wollte ich nicht. Aber wo wollte ich sonst hin?
„Der Flug nach Tokyo ist auch gleich. Ryu und ich sollten jetzt mal gehen… Vielleicht kommt ihr uns ja mal besuchen…”, erzählte Manta traurig, an mich und Horo gewandt, der nun neben mir stand. In Ryus Augen sah ich bereits die Tränen glitzern, woraufhin ich innerlich nur genervt stöhnen konnte. Es gab ja nichts was ich mehr liebte, als traurige, tränenreiche Abschiede.
Nachdem ich diesen dann endlich hinter mir hatte, stand ich mit Horo alleine vor dem Flughafen. Ich drehte mich zu ihm. „Willst du nicht auch schauen, wann dein Flug nach Hause geht?”, fragte ich, er jedoch schüttelte nur nachdenklich den Kopf. „Nein, Pirika ist noch dort, aber… Ich will nicht nach Hause. Ich denke nicht, dass ich nach all der Aufregung und der Kämpfe hier einfach so in mein altes Leben zurückfinde. Ebenso wenig weiß ich, was ich sonst machen soll… Ich denke, ich werde für das Erste hier in der Stadt bleiben und nachdenken. Irgendwann werde ich sicherlich nach Hause fahren, wenn nicht würde mich Pirika sowieso zwingen… Aber vielleicht kann ich ja als erstes mal abwarten, ob ich Yo finde? Ich meine, hast du mal darüber nachgedacht, was eigentlich ist, wenn er vom Geisterkönig zurückkommt? Steht er dann ganz alleine mitten in der Wüste?”
„Und du denkst, wenn er mit dir zusammen mitten in der Wüste steht, geht es ihm besser?”, antwortete ich ihm spöttisch. „Aber du hast was besseres vor, oder wie?” Oh. Verdammt. Im Gegensatz zu ihm hatte ich bisher nicht auch nur eine Idee, was ich machen sollte, aber das konnte ich ihm unmöglich sagen. „Nun, ich werde wohl hier bleiben müssen. Einen Dummkopf wie dich werde ich hier wohl kaum allein lassen können.”, meinte ich stattdessen. „Als ob ich nicht allein zurechtkäme!”, rief er genervt und drehte sich weg.

So kam es, dass ich ausgerechnet mit ihm alleine in dieser Stadt blieb.
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